Teresa Präauer

 4.1 Sterne bei 35 Bewertungen
Autorin von Johnny und Jean, Für den Herrscher aus Übersee und weiteren Büchern.
Teresa Präauer

Lebenslauf von Teresa Präauer

Teresa Präauer wurde 1979 in Linz, Österreich, geboren. Von 1997 bis 2003 studierte sie an der Universität und dem Mozarteum in Salzburg Deutsche Philologie und Malerei. Während ihres Studiums ging sie ebenfalls an die Humboldt-Universität in Berlin. Anschließend studierte sie von 2004 bis 2005 an der Akademie der Bildenden Künste als Postgraduate in Wien, wo sie auch heute noch lebt und arbeitet. Ihr erster Roman "Für den Herrscher aus Übersee" wurde mit dem aspekte-Literaturpreis ausgezeichnet, auch ihr Roman "Johnny und Jean" war 2015 für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Teresa Präauer ist nicht nur als Autorin tätig, sondern auch als bildende Künstlerin, wobei sie hauptsächlich malt und zeichnet. Ihre bildnerischen Arbeiten stehen mit ihrer literarischen Arbeit in engem Zusammenhang.

Neue Bücher

Oh Schimmi

 (7)
Erscheint am 11.02.2019 als Taschenbuch bei btb.

Alle Bücher von Teresa Präauer

Johnny und Jean

Johnny und Jean

 (15)
Erschienen am 28.07.2016
Für den Herrscher aus Übersee

Für den Herrscher aus Übersee

 (11)
Erschienen am 24.04.2014
Oh Schimmi

Oh Schimmi

 (7)
Erschienen am 11.02.2019
Tier werden

Tier werden

 (1)
Erschienen am 03.09.2018

Neue Rezensionen zu Teresa Präauer

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Rezension zu "Oh Schimmi" von Teresa Präauer

Teresa Präauer | OH SCHIMMI
Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr

INHALT: Der junge Held des Romans (getauft, englisch: Jimmi; genannt, deutsch: Schimmi) hat sich tierisch in die Ninni verknallt, die im Tower gegenüber wohnt. Keine Frage: Bei der muss er landen, alle anderen müssen warten. Wie gut, dass er der absolute Gangsta-Checker ist, der die chicas der Reihe nach flachlegt. Also keine Sorge Bros, der Schimmi fächert die Dollars, besorgt sich noch den edelsten Zwirn und erobert die Lady im Sturm. Wie soll sie sich auch wehren, beim Anblick dieses Alphamännchens?

Es ist ein kurzer Moment, der mich aus dieser Ewigkeit aufschrecken lässt: Als ich mich in der Küche im Glas der Mikrowelle spiegele. Tippitoppi! Wie gut ich aussehe, hab ich kurzfristig beinah vergessen gehabt ohne meinen Selfiestick. (Seite 66)

Hui, und vorher noch mal ab in die Disse, den Swag presenten und mit Bourbon am Hals die Ladies abchecken. Bam!, Zap!!, Kapow!!!, mit goldenstem Smile. In seiner Gosse, in seinem Block, Alda, logicalistisch ist er hier der Boss…

FORM: Spaß beiseite – Schimmi ist ein ganz armes Würstchen. Was Teresa Präauer (*1979) hier auf gut 200 Seiten im hard-boiled-Gangsta-Rap raushämmert ist die traurige Geschichte eines vernachlässigten Kindes, das mit Sex-Hotline-Werbung und Marshmallows groß geworden ist. Schimmi wird nirgends ernst genommen und erfährt überall Ablehnung, malt sich in seiner bodenlosen Selbstüberschätzung alles schön zurecht. Die Mutter ist ständig auf Achse oder liegt verkatert im Bett, die Kommunikation läuft nur per Smartphone. Der Vater (ein Rodeo-Reiter, dessen Pferd über Schimmi galoppiert ist, als der noch ein Kleinkind war) ist schon lange weg, über seinen Verbleib ranken sich Sagen und Legenden.

Mit spielender Leichtigkeit gelingt Präauer der Spagat, den Leser einerseits permanent lächeln, andererseits tiefes Mitleid empfinden zu lassen. Ob Schimmi nun Sympathieträger ist oder das genaue Gegenteil, überlässt sie dem Leser. Unabhängig davon ist der Obermakake eine literarische Figur, die einem selten unterkommt, was in jedem Fall eine Bereicherung ist.

FAZIT: An zwei Abenden ausgelesen und sehr viel Spaß dabei gehabt – fünf Sterne.

p.s.: Beim Lesen hatte ich die ganze Zeit die nörgelnde Stimme Jan Delays im Kopf. Seine Synchronarbeit für die Figur Vector im Animationsfilm ICH – EINFACH UNVERBESSERLICH passt für Schimmi wie Arsch auf Eimer. Also falls es mal ein Hörbuch geben sollte: Jan, das wäre Dein Job!

*** Diese und viele weitere Rezensionen könnt Ihr in meinem Blog Bookster HRO nachlesen. Ich freue mich über Euren Besuch ***

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ulrikerabes avatar

Rezension zu "Für den Herrscher aus Übersee" von Teresa Präauer

Thesen von Welt und Leben
ulrikerabevor 2 Jahren

„Ferne Lande!“, ruft der Großvater.
Es ist Sommer. Zwei Kinder, Geschwister, sind bei den Großeltern untergebracht, während die Eltern eine Weltreise unternehmen. Jeden Tag kommt eine Karte an. Wenn die Karten reihum im Zimmer an der Wand hängen sind die Eltern wieder zurück.
„Der Bruder und ich“ sind zwei. Sie gleichen sich bis zum Dreck unter den Fingernägeln. Ihr Alter ist unbestimmt. Obwohl sie vom Großvater und den Vögeln, die zu Hauf auf dem Hof der Großeltern leben, lesen lernen, wirken sie in ihrer Art zu denken fast wie Erwachsene.
Gar nicht liebevoll geht es zu auf dem Hof. Der Großvater schießt schon mal mit der Schrotflinte, hackt dem Lieblingshuhn den Kopf ab und liefert sich so manches Scharmützel mit der Großmutter.
Ganz anders ist er wenn er von seiner großen Liebe zu der Japanerin berichtet. Damals als er der Größte, der Tapferste, der Dunkelste war. Zwischen Himmel und Erde hat er seine große Liebe gefunden, zärtlich erzählt er von einer Gestalt, die gar nicht greifbar ist. Mitten ins Herz war er getroffen, blumig und verklärt sind seine Schilderungen.
Am Hof kümmern sich die Kinder gemeinsam um die Vögel, sammeln die Hühnereier und wollen ein Kuckucksei ausbrüten. Nicht immer ist es gut dass die Geschwister „zwei“ sind, denn das bedeutet die Mühsal des Teilens.
Und fliegen lernen sie auch, die Kinder. „Fliegen, fliegen, fliegen!“, ruft der Großvater, sie üben mit aberwitzigen Flugvorrichtungen, immer wieder beobachtet von „der Fliegerin“ mit ihren Vögeln in V-Formation. Waghalsig bis zum Schluss sind sie die Kinder, von oben sieht die Fliegerin zwei alte Menschen und ein Kind, das ein verletztes verkleidetes Kind tragen sowie zwei junge Menschen mit Koffern die Straße entlang kommen. Die Eltern sind zurück.
Nicht immer ist klar, was in dieser Geschichte echt und was der Fantasie der Kinder oder des Großvaters entspringt.
So wie die unzähligen Karten der Eltern Landschaften, Flüssen, kleinen Explosionen, laufenden Kindern, riesigen Tieren, tauchenden Vögeln, fliegenden Fischen und splitternackten Frauen im Gras zeigen, bunte Sammelsurien, so müssen wir uns auch als Leser wohl zusammenreimen, was das alles miteinander zu tun hat.

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vivreavecdeslivress avatar

Rezension zu "Johnny und Jean" von Teresa Präauer

Johnny und Jean | Rezension
vivreavecdeslivresvor 2 Jahren

'Johnny und Jean' habe ich  gar nicht zugetraut, so skurril und gleichzeitig so ehrlich zu sein, obwohl man beides anhand des Klappentexts erahnen könnte. Wir haben da diese beiden Kunststudenten, die sich einen falschen Namen und manchmal auch ein wenig eine falsche Identität oder Selbstsicherheit andichten und sich wahlweise mal kennen und mal nicht. Unterschiedlicher könnten sie wohl nicht sein, obwohl sie sich in so vielem ähneln. Genauso durchwachsen und manchmal auch widersprüchlich liest sich das Buch an und für sich. Nach Beenden dachte ich zuerst, dass ich Glück gehabt habe bei diesem komplizierten Buch, weil es genau in meine Stimmung passte. Doch je länger ich danach darüber nachdachte, passte das Buch plötzlich in jede Stimmung, jede Jahreszeit, jedes Ambiente.
//
Wie man erwartet geht es im Buch um Kunst, Freundschaft und das Zurechtfinden im Erwachsensein, im Leben, in der Stadt. Und um Jeans Frankreich und Johnnys New York und Zürich, welches sie sich teilen. In Gedanken natürlich, wie so vieles in dem Buch, sodass man die Gedanken gar nicht mehr von der (fiktiven) Realität unterscheiden konnte. Aber auch nichts musste. Diese Verwirrung wurde bewusst erschaffen und trägt dazu bei, dass das Buch so genial ist. 
//
Und irgendwie führt dies alles dazu, dass das Buch nicht wirklich zu fassen ist, sondern als Wortwolke oder Ähnlichem in den Erinnerungen weiter existiert.
http://wonderful-ne-books.blogspot.ch/2016/07/johnny-und-jean-von-teresa-praauer.html

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Teresa Präauer wurde am 28. Februar 1979 in Linz (Österreich) geboren.

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