Teresa Präauer Johnny und Jean

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Inhaltsangabe zu „Johnny und Jean“ von Teresa Präauer

Für Johnny und Jean geht es um alles, um Kunst und Lebe n Mach gute Kunst! Nichts Geringeres haben Johnny und Jean im Sinn. Ein Sprung ins kalte Wasser steht am Beginn der Geschichte, und hundert Schritte sind noch zu tun für eine Weltkarriere in New York und Paris. Lustvoll und schlagfertig erzählt Präauer von den Abenteuern der zwei jungen Männer, die sich in der Kunst und im Leben üben.

Mit Jean im Kopf, schwimmt Johnny durch die Kunstwelt. Teilweise sehr schicke Sätze, insgesamt aber so schlecht greifbar wie ein Fisch.

— Marina_Nordbreze
Marina_Nordbreze

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  • Johnny und Jean | Rezension

    Johnny und Jean
    vivreavecdeslivres

    vivreavecdeslivres

    16. April 2017 um 14:36

    'Johnny und Jean' habe ich  gar nicht zugetraut, so skurril und gleichzeitig so ehrlich zu sein, obwohl man beides anhand des Klappentexts erahnen könnte. Wir haben da diese beiden Kunststudenten, die sich einen falschen Namen und manchmal auch ein wenig eine falsche Identität oder Selbstsicherheit andichten und sich wahlweise mal kennen und mal nicht. Unterschiedlicher könnten sie wohl nicht sein, obwohl sie sich in so vielem ähneln. Genauso durchwachsen und manchmal auch widersprüchlich liest sich das Buch an und für sich. Nach Beenden dachte ich zuerst, dass ich Glück gehabt habe bei diesem komplizierten Buch, weil es genau in meine Stimmung passte. Doch je länger ich danach darüber nachdachte, passte das Buch plötzlich in jede Stimmung, jede Jahreszeit, jedes Ambiente.//Wie man erwartet geht es im Buch um Kunst, Freundschaft und das Zurechtfinden im Erwachsensein, im Leben, in der Stadt. Und um Jeans Frankreich und Johnnys New York und Zürich, welches sie sich teilen. In Gedanken natürlich, wie so vieles in dem Buch, sodass man die Gedanken gar nicht mehr von der (fiktiven) Realität unterscheiden konnte. Aber auch nichts musste. Diese Verwirrung wurde bewusst erschaffen und trägt dazu bei, dass das Buch so genial ist. //Und irgendwie führt dies alles dazu, dass das Buch nicht wirklich zu fassen ist, sondern als Wortwolke oder Ähnlichem in den Erinnerungen weiter existiert.http://wonderful-ne-books.blogspot.ch/2016/07/johnny-und-jean-von-teresa-praauer.html

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  • Der schöne Schein vom Sein

    Johnny und Jean
    franzzi

    franzzi

    Der schöne Schein vom Sein Johnny und Jean sind junge Kunststudenten - und Freunde. Also, sie werden Freunde. In der zweitgrößten Stadt, wie Johnny erzählt. Obwohl sie aus dem gleichen Kuhdorf stammen - und dort beim Schulabschluss schon einmal zusammen vom Sprungturm gehüpft sind. Johnny und Jean heißen eigentlich nicht Johnny und Jean, so wie die meisten ihrer Freundinnen und Bekannten nicht so heißen, wie sie heißen. Doch die beiden nehmen sich die Freiheit, alles ein bisschen zu frisieren - und amerikanisch und französisch klingt die Welt oft gleich viel aufregender. So sprachspielern und künstlern sich die beiden durch und erobern sich ihr Erwachsensein, ihre Weltsicht, ihre Welt. Johnny steht im Schatten von Jean, der stets von Bewunderern umringt ist - und dem alles zu gelingen scheint. Das klingt so: "Die Stadtverwaltung beschließt endlich, Jeans Skulpturen anzukaufen und sie als Wahrzeichen unserer Stadt touristisch nutzbar zu machen. Valérie und ich sitzen im Lokal am Kai und wundern uns darüber. Mehr als dass ich mich wundere, bewundere ich Jean. Jean ist wunderbar, Jean ist in aller Munde. Wir sind unten am Kai, und er ist mit Minou weit oben in der High Bar. Seine Bedenken gegen das Amerikanische hat er, auch was die High Bar und die Drinks anbelangt, abgelegt. Jean ist eben wandelbar." Oder ist doch alles ganz anders? Es ist ein wunderbar verspielter Roman, den Teresa Präauer uns mit "Johnny und Jean" geschenkt hat. Es spielt mit der Sprache, mit den schier unbegrenzen Möglichkeiten eines jeden am Tor des Erwachsenwerdens - und mit der Wahrheit. Denn es könnte alles so sein - oder alles ganz anders. Realität und Tagtraum verschwimmen in Johnnys Erzählung immer wieder. Nie kann man sicher sein, ob er hinterher sagen wird: So habe ich mir das vorgestellt. Oder ob die beiden Jungs in restjugendlicher Prahlerei und Träumerei hier und da ein bisschen zugespitzt und aufpoliert haben. "Frisiert" nennt Jean das, sagt Johnny. Deswegen verwundert es auch wenig, dass sich Johnny neben Jean auch mit Salvador Dalì unterhält, mit Kunsthistorikern, die er in seinen Theoriebüchern kennenlernt, mit Duchamp und anderen Künstlergrößen. Präauer spielt mit den Möglichkeiten, schlildert mit den stets im vagen wabernden Geschichten und Anekdoten ihrer beiden Protagonisten, wie das Lernen, wie Wegbegleiter aus Büchern, Museumsbesuchen und Vordenker uns prägen und wie unsere Fantasie unser Leben zu dem macht, an was wir uns später zu erinnern gedenken. Oder, wie Johnny es formulieren würde: "Es ist manchmal so, als würde man im Verlauf des Nachdenkens die Erinnerung erst bauen. Wie, wenn man Fotos von früher durchsieht und auf einmal nicht mehr sicher ist, was daran wirklich gewesen ist. Und während man sich diese Frage stellt, hat man den Eindruck, das Wirkliche an den Erinnerungen schon verloren zu haben." Ein riesiger Lesespaß ist das und ein kurzweiliger dazu.

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    • 2
    Milagro

    Milagro

    20. January 2016 um 16:16
  • Underdog oder Überflieger?

    Johnny und Jean
    Ginevra

    Ginevra

    Johnny und Jean sind Kunststudenten und Freunde - obwohl sie kaum unterschiedlicher sein könnten. Deshalb ist es auch ein langer Weg, bis die beiden Freunde werden.  Die Geschichte beginnt im Schwimmbad: während Johnny "köpfelt", schraubt Jean sich mit einem dreifachen Salto ins Wasser. Johnny zeichnet Fische - und Jean stürmt bereits als Erstsemester die Galerien mit wilden, verrückten Ideen. Johnny träumt von gemeinsamen Abenden mit Pastis in einer Künstlerkneipe - und nach einer Schlägerei erfüllt sich sein Wunsch. Die beiden werden Freunde, obwohl Johnny immer im Schatten steht und z.B. als Kassierer in der Galerie arbeitet, in der Jean ausstellt und erfolgreich verkauft. Doch wie verkraftet er seinen kometenhaften Aufstieg, wie kann er seine Geniestreiche immer wieder toppen?  Eines Tages findet Johnny endlich einen ersten Käufer für seine Fischbilder, und seine Bilder werden mutiger - wie auch er an Selbstvertrauen gewinnt... Teresa Präauer wurde 1979 geboren, sie lebt und schreibt in Wien. Ihre Romane wurden mehrfach für bedeutende Preisen nominiert, zuletzt für den Preis der Leipziger Buchmesse und den Bachmann-Preis 2015. Mir hat dieses viel zu kurze, aber wunderbar geschriebene Buch nicht nur sehr gut gefallen - es hat mich total in seinen Bann gezogen. Die Geschichte dieser ungewöhnlichen Künstler-Freundschaft ist auch der Vergleich zweier unterschiedlicher Lebensläufe mit total unterschiedlichem Ausgang. Jeans traumatische Kindheit mit einem Alkoholiker als Vater macht ihn einerseits ehrgeizig und rebellisch, aber hält er das hochtourige Leben durch? Und wie entwickelt sich der ängstliche, schüchterne Johnny in seinem Bugwasser?  Neben der poetischen Sprache enthält dieser Roman ein interessantes psychologisches Gedankenexperiment. Fazit: ein superschönes Buch für alle Kunstbegeisterten! 5 von 5 Sternen. Ich freue mich auf mehr von Teresa Präauer...

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    • 2
  • Kunst im Doppelpack

    Johnny und Jean
    ChiefC

    ChiefC

    Johnny und Jean: In Teresa Präauers Roman über zwei Jungen, die aus dem gleichen Dorf stammen und dann beide in der zweitgrößten Stadt des Landes Kunst studieren, sind die Rollen von der ersten Seite an klar verteilt: Johnny verliert als Bub im Schwimmbad beim ungelenken Köpfler schier die Badehose. Doch das merkt eh keiner, weil alle einem zujubeln, der einen Salto vom Dreimeterbrett macht: Jean. Mit ihrem zweiten Roman schaffte es Präauer 2015 als eine von fünf Nominierten auf die Shortlist für den Preis der Leipziger Buchmesse. Letzteren gewann sie zwar nicht, aber eine weitere Auszeichnung ist ihr bereits sicher: Am 17. Mai erhält sie den Droste-Literaturförderpreis der Stadt Meersburg. Bereits für ihr Debüt „Für den Herrscher aus Übersee“ hatte Präauer 2012 den aspekte-Literaturpreis bekommen. Für einen Künstlerroman wie „Johnny und Jean“ hat Präauer, geboren 1979 in Linz, allein schon ideale Voraussetzungen: Sie studierte Germanistik und Malerei und arbeitet heute als Autorin und bildende Künstlerin in Wien. So stammen auch die Bilder auf den Umschlagseiten ihres neuen Romans aus ihrer Hand. Jean der Überflieger, dem alle Herzen zufliegen, der aus Sperrmüll und Nichts umjubelte Performances macht und Johnny, der beharrlich seine Fischbilder malt und von einer Freundschaft mit Jean träumt, deren schillernde Details er sich anfangs nur in seiner Phantasie ausmalt. Doch selbst als sie konkrete Formen anzunehmen scheint, sich die beiden Jung-Künstler auch noch in dieselbe Frau verlieben und sich prügeln, ist der Leser nicht ganz sicher, ob es sich bei Jean und Johnny wirklich um zwei verschiedene Personen handelt, oder ob Johnny/Jean, „eins und doppelt“ ist: zwei widersprüchliche Seiten in einer Person vereint. Diese Frage lässt Präauer bewusst offen, wie sie auch vor kurzem in einem Interview einräumte. Sie jedenfalls interessierten beide Typen, die Angeber und die Zweifler und sie glaube, dass es auch beide für die Kunst brauche. So wie manche Maler bereits mit einigen Pinselstrichen eine Leinwand aufteilen und ein Bild entstehen lassen können, braucht Präauer nur wenige Seiten, um Johnny und Jean zu schaffen und zu schattieren. Nebenbei entwirft sie mit leichter Hand einen Exkurs durch die Kunstgeschichte von Cranach bis in die Gegenwart und lässt Dalì sogar mit Johnny sprechen. Damit nicht genug: Dank ihres Humors gelingen Präauer zudem wunderbare Satiren auf den Kunstbetrieb, so über eine Möchtegern-Galeristin, die ihre Künstler schurigelt, über die chronisch unterbezahlten Studentenjobs in solchen Galerien und den „Faktor“, mit dem der Marktwert eines Künstlers berechnet wird. Viele dieser Dinge kennt Präauer aus eigenen Erfahrungen. Sie hat sie in „Johnny und Jean“ in Kunst verwandelt – doppelt und dreifach.

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    • 3
  • Ein rasanter Ritt durch kunstvolle Literatur

    Johnny und Jean
    Julino

    Julino

    04. August 2015 um 18:30

    Von den einen gefeiert und bejubelt, von den anderen verrissen – Teresa Präauers Roman „Johnny und Jean“ (Wallstein Verlag) hat schon seit seinem Erscheinen die Leserschaft polarisiert. Dann wurde er Anfang des Jahres für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert, konnte sich allerdings nicht durchsetzen. Vor Kurzem kandidierte die Präauer in Klagenfurt für den Bachmannpreis, unterlag in drei Stichwahlen und ging auch dort leider leer aus. Das „Preis-Glück“ scheint also nicht immer auf Seiten der 36-jährigen Autorin, die gleichzeitig auch bildende Künstlerin ist. Die zahlreichen Nominierungen und Kontroversen in den Feuilletons und in der Literaturblog-Szene ließen mich jedoch in letzter Zeit immer neugieriger werden auf „Johnny und Jean“. Jetzt habe ich dieses liebevoll gestaltete Buch ausgelesen, verschlungen sozusagen, und nun muss ich mich ganz klar auf die „Jubel-Seite“ der Kritik schlagen. Die Geschichte startet auf einem Dorf. Johnny und Jean, die zu diesem Zeitpunkt noch ganz anders heißen, wachsen in demselben kleinen Ort auf. Johnny beobachtet Jean, beneidet ihn um sein Selbstbewusstsein, um seine permanente Präsenz, die ihm viele Bewunderer verschafft. Zu jenen gehört auch Johnny. Bewunderung und Neid wechseln sich ab. Dann ziehen beide weg aus der Heimat und zum Studieren in eine größere Stadt, welche aber doch nur die zweitgrößte der Umgebung ist. Und auch hier sieht Johnny, wie Jean alle Blicke auf ich zieht, wie schon damals im heimischen Schwimmbad: „Vielleicht ist die Zeit im Schwimmbad damals für Jean, als er sich noch nicht Jean genannt hat, sogar die Vorarbeit gewesen für das, was er jetzt macht? […] Seine Haare sind von der Sonne blond gewesen, und er hat noch ganz anders gesprochen, mehr herumgebrüllt. Er hat so gut dort aufs Land gepasst, und jetzt passt er so gut hierher in die Stadt.“ Jean ist anpassungsfähig, Johnny muss sich erst einmal einleben, in das Studium, die neue Stadt und die neuen Ansprüche, die an ihn gestellt werden. Dabei eifert er immer dem perfekten Jean nach. Doch der ist ihm stets einige Schritte voraus. „Jean ist in dieser Zeit weit gekommen. Er hat schon einen Platz, auf dem sein Name steht. Hier kennt ihn jeder als Jean, und wenn man etwas nicht weiß, heißt es: Frag Jean. Ich hab nichts gewusst, ich habe Jean gesucht und ihn nach allem fragen wollen, aber Jean ist nicht da gewesen.“ Jean nimmt Johnny zunächst gar nicht wahr. Die Freundschaft der beiden entwickelt sich schleichend und verliert nie so richtig den Idol-Fan-Charakter. Jean nennt sich so, seitdem er in der zweitgrößten Stadt lebt, das klingt französisch und zu der Kunst Frankreichs fühlt er sich besonders hingezogen, Johnny muss nachziehen und bildet, künstlerisch gesehen, sein Gegenstück: „Ich stelle mir vor, ich wäre Johnny. […] Johnny, der Stille, das ist zwar nicht die schönste aller Rollen, aber besser als gar keinen Namen zu haben und gar kein Gesicht.“ Ziemlich bemitleidenswert kommt mir Johnny vor, doch ist es irgendwie seine Geschichte, die erzählt wird, aus seiner Perspektive. So ist „Johnny und Jean“ auch ein Coming-of-age-Roman. Das erste Mal weg von den Eltern, Freiheiten und Pflichten erleben, die man vorher so gar nicht kannte – das erinnert mich an mein eigenes erstes Semester und ließ mich schmunzeln: „Das erste eigene Zimmer! Es ist sehr klein, aber ein Bett und zwei Tische passen doch hinein. Auf dem Fensterbrett kann man sitzen und eine Zigarette rauchen, das wäre früher, im Bubenzimmer, nie möglich gewesen. Und aufbleiben, so lange man möchte. […] Und nie abwaschen. Nie, nie, nie.“ Und am Ende scheint der unscheinbare Johnny dann doch seinen eigenen Weg zu finden, natürlich nicht vollends losgekoppelt von Jean, aber doch individueller. „Johnny und Jean“ war für mich wie ein schneller Ritt durch verschiedene Kunstepochen und Wahrnehmungsebenen. Zum ersten Mal habe ich mich tiefgründiger mit der Kunstszene im Allgemeinen auseinandergesetzt. Dem Roman wird oft sein gnadenloses Namedropping vorgeworfen, doch genau diese Art des Erzählens lässt die Lektüre so kurzweilig und rasant erscheinen. Letztendlich bleibt offen, ob Jean in diesem Plot wirklich existierte oder vielleicht nur die Projektion eines Idealzustand des Lebens und Erfolges ist, dem Johnny nacheifert, so wie wir alle Träumen hinterherjagen. Mit trockenem Humor und einer klaren Stimme zeichnet Präauer ein Figurenpaar, das mir noch lang im Gedächtnis bleiben wird. Übrigens hat die österreichische Schriftstellerin das Bild auf dem Buchumschlag selbst gemalt. Und auch die Kapitel hat sie mit verschiedenen Klecksen voneinander abgetrennt. Inhaltlich und Formal – Kunst!

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