Teresa Simon Die Holunderschwestern

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Inhaltsangabe zu „Die Holunderschwestern“ von Teresa Simon

München 1918. Die junge Fanny – Franziska – sitzt im Zug nach München und will der Provinz entfliehen. Ihre sensible Zwillingsschwester Friederike musste sie zurücklassen. Als die reiche Witwe Dora mit ihren beiden Kindern zusteigt, ahnt Fanny noch nicht, dass ein tragisches Schicksal seinen Anfang nimmt. München 2015. Katharina erhält einen Brief aus London: In einem Archiv wurden Tagebücher ihrer Urgroßmutter Franziska gefunden. Katharina wird neugierig. Wie kommt es, dass die Aufzeichnungen ihrer Urgroßmutter, einer einfachen Köchin, in London verwahrt werden?

Unterhaltsame Geschichte, mit brisanten Familiengeheimnisen

— nirak03
nirak03

Eine wunderbare Geschichte mit interessantem geschichtlichen Hintergrund

— Dataha
Dataha

Eine schöne Geschichte für zwischendurch

— berlincici
berlincici

Familiengeschichte über mehrere Generationen und ein gut gehütetes Familiengeheimnis - ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen

— Kelo24
Kelo24

Zwei Schwestern zwischen zwei Weltkriegen und ein spannendes Familiengeheimnis - tolle Geschichte!

— ConnyKathsBooks
ConnyKathsBooks

Eine spannende Familiengeschichte aufgedeckt durch alte Tagebücher der "Urgroßmutter" und plötzlich erscheint Alles in einem anderen Licht!

— suggar
suggar

Spannende Geschichte zweier Schwestern zwischen den Kriegszeiten. Schönes Buch.

— Birkel78
Birkel78

Gut geschrieben! Interessante Geschichte, aber holpriges Ende!

— Skyara
Skyara

sehr empfehlenswert

— malo2105
malo2105

Ein bewegender, eindrucksvoller Roman über ein Schicksal in der Zeit zwischen zwei Weltkriegen

— Klusi
Klusi

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  • Zwei ungleiche Schwestern in einer tragischen Epoche

    Die Holunderschwestern
    bettinahertz

    bettinahertz

    25. August 2017 um 20:49

    Die Holunder Schwestern Autor: Teresa Simon Katharina, Restauratorin, liebt ihren Beruf und hat sich einen Traum erfüllt: Zusammen mit ihrer Freundin Isi betreibt sie eine eigene Werkstatt. Eines Tages steht der Engländer Alex Bluebird aus London vor ihrer Tür und übergibt ihr die Tagebücher ihrer Urgroßmutter Fanny. Katharina ist sehr überrascht, sie hat ihre Urgroßmutter zwar noch kennengelernt, war aber selbst noch sehr klein. Geblieben sind von ihr die legendären Kochbücher, da sie selbst genauso leidenschaftlich kocht wie einst ihre Urgroßmutter. Die Tagebucheinträge reichen bis ins Jahr 1918 zurück. Fanny schildert ihre Erlebnisse in einer bewegenden Zeit zwischen dem ersten und zweiten Weltkrieg in München. Dort arbeitet sie als Köchin bei Familie Rosengart und es entsteht zur Tochter des Hauses, Alina, eine tiefe Freundschaft, sehr zum Verdruss ihrer eifersüchtigen Zwillingsschwester Fritzi. Was ist damals geschehen, dass Fannys Zwillingsschwester Fritzy bis zum heutigen Tage totgeschwiegen wird? Sie taucht immer tiefer in Fannys Aufzeichnungen ein und kommt einem unglaublichen Verrat auf die Spur. Die Holunder Schwestern aus der Feder von Teresa Simon lässt eine sehr bewegende Zeit wieder zum Leben erwecken. Wie bei Die Frauen der Rosenvilla zeichnet sich auch dieser Roman durch einen einzigartigen Schreibstil aus. Er ist sehr spannend und gleichzeitig gefühlvoll zu lesen, durch eine wunderbare bildhafte Schreibweise lässt uns Teresa Simon vor allem München kennenlernen. Außerdem gibt es passend zum Thema Kochen wunderbare Rezepte herrlicher Gerichte. Der Perspektivenwechsel zwischen der Vergangenheit und Gegenwart ist absolut gelungen. Die Erlebnisse von Fanny zwischen den beiden Weltkriegen sind hervorragend mit den historischen Fakten kombiniert. Die Charaktere sind sehr authentisch dargestellt und man fiebert mit Ihnen mit. Durch die Tagebucheinträge ihrer Urgroßmutter Fanny werden vor allem die Frauen aus Katharinas Familie zum Leben erweckt und sie setzt Puzzle um Puzzle zu einem Gesamtbild zusammen, das so manche Überraschung hervorbringt. Der Roman hat mir wieder super gefallen, ich kann ihn sehr empfehlen und vergebe hierfür fünf Sterne. Ich freue mich schon auf Teresas nächsten Roman.

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  • Die Holunderschwestern

    Die Holunderschwestern
    Xanaka

    Xanaka

    24. August 2017 um 17:38

    Katharina Raith eine Restauratorin für alte Möbel ist überrascht, als sich ein Besucher aus England ankündigt. Er übergibt ihr im Auftrag seiner Großmutter die Tagebücher von Fanny Raith, ihrer Urgroßmutter. Sie hatte sie zwar noch kennengelernt, war aber bei ihrem Tod zu klein, um sich noch an sie zu erinnern. Geblieben sind ihr neben den Erinnerungen die unzähligen Rezepte, die seitdem in der Familie gekocht werden. Erst durch die Tagebücher, die datiert sind von 1918 bis 1936, lernt Katharina ihre Urgroßmutter Fanny erst richtig kennen. Fanny verlässt 1918 heimlich ihr Elternhaus in Weiden um nach München zu ihrem Bruder zu gehen. Er hat ihr eine Stelle besorgt, hier will sie fortan leben. Auf der Zugfahrt nach München lernt sie die wohlhabende jüdische Familie Rosengart kennen. Dieser Bekanntschaft verdankt sie ihren späteren Job als Köchin in der Familie. Im näheren Umfeld der Familie lernt sie Künstler kennen, die auch heute noch bekannt sind. Schon allein das fand ich sehr interessant zu lesen. Als ihre Schwester Fritzi in München auftaucht, ist das Fanny gar nicht recht. Das führt zu ungeahnten Verwicklungen mit weitreichenden Folgen. Teresa Simon gelingt es ausgezeichnet sich in der Geschichte zwischen zwei Zeitebenen vorwärts zu bewegen. Abwechselnd bewegt sich die Handlung zwischen den beiden Epochen und erzeugt dadurch zusätzliche Spannung. Besonders interessant fand ich, was sich in den zwanziger Jahren in München und überhaupt in Deutschland abgespielt hat. Auch sind in der Geschichte Fannys viele bekannte Namen aufgetaucht, die man heute noch kennt. Mir hat der Erzählstil ausgesprochen gut gefallen, er machte das Buch sehr abwechslungsreich und lebendig. Die Protagonisten des Romans sind allesamt fein und detailliert beschrieben, man lernt sie im Lauf der Handlung gut kennen und ich konnte mich mühelos in ihre Gefühls- und Gedankenwelt versetzen. Kurzum, ich war begeistert und vergebe sehr gerne fünf Lesesterne sowie eine unbedingte Leseempfehlung.

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  • Die Magie der Holunderblüte

    Die Holunderschwestern
    Patno

    Patno

    03. July 2017 um 17:06

    Nachdem mich die Frauen der Rosenvilla so in ihren Bann gezogen haben, wollte ich unbedingt Teresa Simons Holunderschwestern kennenlernen. Wo auch immer du sein magst, du wirst immer ein Teil von mir sein, mein Zwilling. (Natalie Simonsen) Katharina Raith ist Restauratorin und betreibt mit ihrer Freundin Isabel von Thalheim eine kleine Werkstatt in München. Im Mai 2015 steht plötzlich ein Mann aus London namens Alex Bluebird vor Katharinas Tür und übergibt ihr die Tagebücher ihrer Urgroßmutter Fanny, die sich im Nachlass seiner Großmutter befanden. Wie sind Fannys Tagebücher nach London gekommen? Katharina vertieft sich schnell in Fannys Aufzeichnungen, die bis ins Jahr 1918 zurückgehen. Damals trennte sich Fanny von ihrer Zwillingsschwester Fritzi und ging allein von Weiden nach München. Dort fand sie bei einer jüdischen Familie eine Anstellung als Köchin. Eines Tages steht jedoch ihre sensible Zwillingsschwester bei Fanny in München vor der Tür und das Schicksal nimmt vor dem Hintergrund der dramatischen politischen Ereignisse in Deutschland seinen Lauf. Letztendlich beeinflußt die Geschichte ihrer Urgroßmutter auch Katharinas Leben. Wie sagt man so schön: Liebe geht durch den Magen. Vermutlich ist das der Grund, warum Teresa Simon ihre Leser mit duftenden Dampfnudeln, Holunderkompott und diversen anderen kulinarischen Köstlichkeiten in ihrer Geschichte begrüßt. Am Ende des Buches befindet sich hierzu eine kleine Rezeptsammlung. Doch ganz abgesehen von diesen Leckereien, fühlte ich mich schon nach wenigen Seiten als Teil der Handlung. Sehr lebendig, einfühlsam und bilderreich beschreibt die Autorin ihre Szenerie. München dient als Schauplatz, den der Leser einmal im Hier und Jetzt kennenlernt und rückblickend in den Jahren 1918 bis 1936. Wieder hat Teresa Simon starke Frauen in den Mittelpunkt ihrer Geschichte gestellt, deren Schicksale sie sehr emotional und authentisch darstellt. Besonders beeindruckend fand ich die historischen Hintergrundinformationen. Mir war nicht klar, dass München eine so tragende Rolle zum Ende des ersten Weltkrieges und in den Zeiten der Wirtschaftskrise gespielt hat. Der Beginn der Judenverfolgung und die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten sind sehr interessant in die Handlung eingearbeitet. Bei diesem Roman stimmt einfach alles. Begleitet von wohl dosierter Romantik, zieht sich knisternde Spannung durch das gesamte Buch, ganz zu schweigen vom vortrefflichen Schreibstil der Autorin. So wurde es für mich eine lange Lesenacht, denn ich musste unbedingt wissen, wie die Geschichte ausgeht. "Die Holunderschwestern" - ein Roman, der mich begeistert hat, ein Lesevergnügen mit hohem Unterhaltungswert, ein virtueller Gaumenschmaus mit Suchtpotential!

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  • Spannender Geschichtsunterricht

    Die Holunderschwestern
    Lujoma

    Lujoma

    25. May 2017 um 22:16

    Klappeninnentext: Katharina Raith hat schon viel erreicht, und ihre Werkstatt für Restauration ist ihr ganzer Stolz. Doch der überraschende Fund der Tagebücher von Urgroßmutter Fanny bringt ihre Welt ins Wanken. Als Köchin bei einer vornehmen Familie erlebte Fanny die aufregenden Jahre zwischen den beiden Weltkriegen in München, lernte viele Künstler und Bohemiens kennen. Doch Fanny war auch ständig in Sorge um ihre eifersüchtige und wankelmütige Zwillingsschwester Fritzi, die ihr nach München folgte. Sie wird bis heute in der Familien beharrlich totgeschwiegen. Allmählich erkennt Katharina, dass damals etwas geschehen sein muss, was bis heute einen Schatten auf die Familie wirft. Sie taucht immer weiter in die Vergangenheit ein und kommt einem unvorstellbaren Verrat auf die Spur. Teresa Simon‘s Roman „Die Holunderschwestern“ spielt auf zwei Zeitebenen. Im Jahr 2015 lebt Katharina, die mit ihrer Freundin Isi, alte Möbel restauriert. Als der Londoner Alex Bluebird ihr die Tagebücher ihrer Urgroßmutter Fanny übergibt, ist Katharina sehr schnell von deren Inhalt gefesselt. Auf der Suche nach mehr Informationen lernen wir Katharina‘s Familie kennen, ihre Mutter Christine, ihre Tante Paula. Doch, wo immer Katharina auch nachfragt, die Antworten sind eher ausweichend. So taucht sie immer tiefer in die Tagebücher ein und nimmt den Leser mit auf eine spannende Reise nach München in die Zeit von 1918 bis 1936… Die 18-jährige Fanny geht heimlich fort von zu Hause und versucht sich in München ein neues Leben aufzubauen. Schon im Zug lernt sie eine wohlhabende jüdische Familie kennen, findet später bei ihnen eine Arbeit als Köchin und bleibt über all die Jahre mit der Familie, besonders mit deren Tochter Alina verbunden. Trotz der Standesunterschiede werden sie Freundinnen. Fanny‘s eifersüchtigen Zwillingsschwester Fritzi, die ihr nach München folgte, ist das ein Dorn im Auge. Sie versucht alles um Fanny an sich zu binden und Fanny lebt eigentlich immer in Sorge um die Schwester. Die Jahre nach dem 1. Weltkrieg sind schwierige Jahre voller Entbehrung und politischer Umbrüche und auch für die Schwestern ist es nicht leicht zu überleben und dann geschieht etwas, dass Folgen für das weitere Leben beider Schwestern hat… bis in die heutige Zeit. Fanny‘s Tagebuch malt ein sehr deutliches Bild dieser Zeit, doch genau von diesem Ereignis fehlen die Tagebucheinträge, wurden fein säuberlich herausgetrennt. So erfährt der Leser erst ganz am Ende des Buches, was damals geschehen ist. Mich hat das Buch sehr schnell gefesselt. Es lässt sich flüssig lesen, die Hauptpersonen werden so beschrieben, dass ich mir ein genaues Bild von ihnen machen konnte. Sehr interessant war für mich zu erfahren, welche Künstler und bekannte Persönlichkeiten in dieser Zeit in München lebten. Fazit: Ein sehr interessanter Roman, eine Familiengeschichte über mehrere Generationen. Ich vergebe 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.

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  • Leserunde zu "Geburtstags Kalender" von Lore Person

    Geburtstags  Kalender
    Mitchel06

    Mitchel06

    Liebe Lovelybooker, Hier entsteht der erste Lovelybooks- Geburtagswichtel-Thread die liebe Vucha und ich werden vorerst die Moderation sowie Organistion des 1. Lovelybooks Geburtagswichteln übernehmen.  Die Regeln für das Geburtstagswichteln müssen von jedem gelesen und akzeptiert werden. Jeder der sich hier anmeldet und beim Geburtstagswichteln mitmacht erklärt sich dazu bereit ein Wichtelpaket mit einem Budget von 20-30€ zu packen und zu verschicken. Der Wichtelpartner trägt die Versandkosten nicht der beschenkte. Jeder der mitmacht muss mindestens zwei Beiträge schreiben. Es sollte auf jeden fall ein Beitrag zum Erhalt des Päckchens als auch ein ausführlicher Auspackbericht geschrieben werden. Mehr ist natürlich immer schön :)  Es versteht sich natürlich von selbst, dass jeder der sich nicht an die Regeln hält für weitere Geburtstags-Wichtelaktionen nicht mehr berücksichtig werden kann. Wir werden uns mit den Regeln ein wenig an das Lovelybooks-Wichteln orientieren und hoffen damit alle weitestgehend zufrieden zu stellen. Nachdem die Wichtelrunden auf Lovelybooks immer sehr gut besucht sind und allen viel Freude bereiten, haben wir uns dazu entschlossen eine Art Geburtstagswichteln zu organisieren. Anderen eine Freude machen steht hier natürlich im Vordergrund und wenn jeder den Grundsatz befolgt, was man sich selbst gern von seiner Wichtelmama wünscht,  sollte man ebenfalls befolgen. Wichtig ist hierbei der faire Umgang miteinander. Der Unterschied zu den anderen Wichtelrunden wird sein, dass die Geburtstagskinder des jeweiligen Quartal sich untereinander beschenken. Sollte ein Quartal stark unterbesetzt sein kann man auch springen. Wer wen beschenkt bleibt bis zum Auspacken geheim. Denn die Freude wer wen beschenkt soll ja bis zum Ende aufrecht gehalten werden.  Anmeldung: Wer beim ersten Geburtstagswichteln dabei sein möchte meldet sich bis zum 15.Oktober 2016 hier in der Gruppe und meldet sich zusätzlich per PN bei Vucha und mir und schreibt uns eine PN mit Name,Adresse und ob man ins Ausland verschicken würde oder nicht.  Eine Anmeldung ist leider nicht mehr möglich!  Geburtstage:1. QuartalAnnika_70:   24.02ChattysBuecherblog:   06.01calimero8169:   08.01Elfentroll:   14.03Erdbeerkuss:   22.03Mitchel06:   12.03Nannidel: 11.02natti_lesemaus:  19.03Ehemals natti01Sabana:  17.01SchCh121:  15.03Tina2803:  28.03Vucha:    22.03Wihteblack:   28.03Wildpony:   22.03YaBiaLina:   15.02 2. QuartalEliza_ 19.06Kira_Silberstern 29.06Melli274 27.04Melody73 15.06Musikpferd 24.04nataliea 15.04samea 23.05pandora84 09.05widder1987 19.04 3. Quartalmelanie1984WollyKodabaerSweetheart_90 Yannah364.Quartalleincool11Schneeflocke2013Stephanie82

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    • 750
  • Zwei Schwestern und ein Familiengeheimnis

    Die Holunderschwestern
    ConnyKathsBooks

    ConnyKathsBooks

    15. March 2017 um 14:21

    "Die Holunderschwestern! Jetzt waren wir wieder vereint  - mit allen Konsequenzen." (S. 169)Zusammen mit ihrer Freundin Isi führt Restauratorin Katharina Raith in München eine erfolgreiche Schreinerwerkstatt. Da steht eines Tages der Londoner Galerist Alex Bluebird vor ihrer Tür und übergibt ihr die Tagebücher ihrer Urgroßmutter Fanny. Schnell taucht Katharina ein in die bewegende Geschichte der so ungleichen Zwillinge Fanny und Fritzi Haller, nichtsahnend, dass sie dabei bald auf ein bislang gut gehütetes Familiengeheimnis stößt."Die Holunderschwestern" stammt aus der Feder von Teresa Simon. Schon ihren Roman "Die Frauen der Rosenvilla" fand ich gut gelungen, spielte er doch in meiner Heimatstadt Dresden. Aber mit der Geschichte um die sogenannten Holunderschwestern, denen ihr Vater zu ihrer Geburt einen glücksbringenden Holunderstrauch pflanzte, hat sich die Autorin nochmal deutlich gesteigert und mir viele wunderbare und spannende Lesestunden beschert. Das Ganze spielt auf zwei Zeitebenen und jeweils in München. Einerseits begleiten wir Restauratorin Katharina in der Gegenwart von 2015 und andererseits Fanny in den Jahren 1918 bis 1936. Fannys Geschichte hat mich dabei besonders berührt. Eine mutige, selbstlose und bewundernswerte junge Frau, die ich sofort in mein Herz geschlossen habe und mit der ich durchweg mitfieberte. 1918 reist sie vom beschaulichen Weiden nach München, um sich endlich ein wenig von ihrer klammernden Zwillingsschwester Fritzi zu lösen und ihren eigenen Weg zu gehen. Was in einer Zeit, die geprägt ist von politischem und gesellschaftlichem Auf- und Umbruch, nicht so einfach ist. Doch Fanny gibt nicht auf und macht das Beste aus allem. Hilfe erfährt sie auch von ihrer neuen Freundin Alina, einem wohlhabenden jüdischen Mädchen, das sie im Zug kennengelernt hat und für deren Familie sie nun als Köchin arbeitet. Ihre gegenseitige Freundschaft wird im Laufe der Jahre immer wichtiger. Aber dann taucht unverhofft die eifersüchtige Fritzi bei ihr in München auf und es werden Ereignisse in Gang gesetzt, die bis in die Gegenwart ihre Schatten werfen. Ein Geheimnis, was nun Katharina und Alex, Alinas Urenkel, versuchen aufzudecken, doch fehlende Tagebuchseiten, Ungereimtheiten und auch Schweigen machen es ihnen nicht leicht. Ist die Wahrheit vielleicht sogar aus gutem Grund bislang verborgen geblieben? Die Geschichte liest sich ausgesprochen flüssig und ist ein richtiger Pageturner. Beide Zeitstränge überzeugen und sind gekonnt miteinander verknüpft. So wie Katharina, die sich kaum von den Tagebucheinträgen Fannys lösen kann, ging es mir auch und ich klebte richtig an den Seiten fest. Zudem baut die Autorin viele interessante geschichtliche Hintergründe mit ein. So waren mir beispielsweise die Ereignisse rund um die Münchner Räterepublik noch nicht bekannt. Dazu begegnen wir auch  berühmten Persönlichkeiten wie dem Künstler Paul Klee, dessen (wohl fiktives) Bild "Die Sirenen singen" eine wichtige Rolle im Roman einnimmt. Liebe und Romantik kommen auch nicht zu kurz, auch wenn Katharina und Fanny noch einige Hindernisse überwinden müssen, bis sie beide ihr Glück finden. Nicht zu vergessen die tollen Sachen, welche Fanny immer kocht und für die sogar einige Rezepte im Buch mit abgedruckt sind. Auf ihre leckeren Dampfnudeln mit Holunderkompott hatte ich beim Lesen gleich richtig Appetit. Irgendwann ahnte ich dann zwar schon, worin das Geheimnis besteht, dennoch bleibt die Spannung durchweg erhalten und die Geschichte findet in einem Epilog einen runden Abschluss. Nur die leicht kitschige Entwicklung auf der allerletzten Seite war für mich nicht unbedingt nötig.Insgesamt kann ich daher" Die Holunderschwestern" uneingeschränkt empfehlen. Ein wunderbarer Roman, der mich von Anfang bis Ende begeistert hat. 5 Sterne von mir.

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  • *°* alte Tagebücher von Uroma Fanny bringen Familiengeheimnisse ans Licht *°*

    Die Holunderschwestern
    suggar

    suggar

    13. March 2017 um 16:36

    Klappentext:"München 1918.Die junge Fanny – Franziska – sitzt im Zug nach München und will der Provinz entfliehen. Ihre sensible Zwillingsschwester Friederike musste sie zurücklassen. Als die reiche Witwe Dora mit ihren beiden Kindern zusteigt, ahnt Fanny noch nicht, dass ein tragisches Schicksal seinen Anfang nimmt.München 2015.Katharina erhält einen Brief aus London: In einem Archiv wurden Tagebücher ihrer Urgroßmutter Franziska gefunden. Katharina wird neugierig. Wie kommt es, dass die Aufzeichnungen ihrer Urgroßmutter, einer einfachen Köchin, in London verwahrt werden?"Bereits "Die Frauen der Rosenvilla", Teresa Simons Debütroman, hat mich sehr gut unterhalten.Beide bisher erschienenen Romane der Autorin handeln von verborgenen & verschwiegenen Familiengeheimnissen, die langsam ans Licht gelangen und damit Generationen durcheinanderwirbeln.Für "Die Holunderschwestern" hat die Autorin sich sogar von ihrer eigenen Großmutter inspirieren lassen, die es genauso wie Fanny in ihrem Buch liebte zu kochen.Als Leser taucht man wie Katherina, ihre Urenkelin, in die Geheimnisse vergangener Generationen ein.Dabei hat die Schriftstellerin einen so mitreißenden & flüssigen Schreibstil, dass es Einem schwer fällt das Buch wieder aus der Hand zu legen. ;)Interessant fand ich die Einflechtung von Tagebucheinträgen der Urgroßmutter, die einen immer wieder in die Zeit zwischen 1. und 2. Weltkrieg hineinkatapultierten und nicht nur das damalige Lebensgefühl perfekt vermitteln konnten, sondern auch die Entbehrungen & Schwierigkeiten der einfachen Bevölkerung.Dabei wurde die Geschichte nie uninteressant und langweilig.Im Gegenteil!Teresa Simon hat es super geschafft, das man als Leser die Entbehrungen, Gefühlswirrungen & Gefahren der (Nach)kriegsjahre versteht und Anteil nimmt.Das Ende war für mich dann allerdings ein kleiner Wermutstropfen, da für mich einige Fragen ungeklärt geblieben sind.Vielleicht wollte dies aber die Autorin auch bezwecken, wer weiß... ;)Fazit:Ein toller, spannender & mitreißender Roman in die Familienvergangenheit & - geheimnisse der Zwillingsschwestern Haller.

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  • Holunderschwestern

    Die Holunderschwestern
    jackdeck

    jackdeck

    21. February 2017 um 19:07

    Katharina liebt es, alte Möbel zu restaurieren. Sie betreibt gemeinsam mit ihrer Freundin eine eigene Werkstatt. Ebenfalls kocht sie leidenschaftlich gerne, vor allem die Rezepte ihrer Großmutter Fanny. Als sie eines Tages unerwarteten Besuch von Alex bekommt, der ihr aus einem Archiv die Tagebücher ebendieser Großmutter Fanny überbringt, ist Katharinas Neugierde geweckt. Sie verfällt sofort dem Sog, den die Erzählungen – beginnend im Jahre 1918 – auslösen. Als Leser begleitet man Urenkelin Katharina, der glücklicherweise die Tagebücher ihrer Urgroßmutter Fanny in die Hände fallen und begibt sich mit ihr auf die Entdeckungsreise des familiären Geheimnisses. Dabei wird man in die Nachkriegszeit Deutschlands von 1918 katapultiert. Man ist hautnah dabei bei der Ausrufung der Weimarer Republik, der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler bis hin zu den Olympischen Spielen in Deutschland von 1936, als die Tagebuchaufzeichnungen von Fanny plötzlich enden. Auch der Einblick in das (familiäre) Leben des Künstlers Paul Klee und das der Bürgerlichen und Künstler zur Umbruchszeit von 1918/1919 fand ich sehr interessant und spannend in die Geschichte verwoben. Dem Familiengeheimnis auf der Spur, konnte ich das Buch kaum weglegen. Dieser Roman ist wieder einmal einer, wo man direkt das Gefühl hat, dass man dazugehört, dass die Charaktere alte Bekannte sind und man sich mit ihnen richtig wohl fühlt. Im Leben der Uroma gab es einige (dunkle) Geheimnisse und es gelingt Katharina nach und nach, sie alle ans Licht zu holen und die Vergangenheit in gewisser Weise abzuschließen. Für mich war das Lesen dieses Romans ein richtiger Genuss!

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  • Die Holunderschwestern

    Die Holunderschwestern
    malo2105

    malo2105

    18. January 2017 um 11:18

    Teresa Simon ist das geschlossene Pseudonym einer bekannten deutschen Autorin.Mit „Die Holunderschwestern“ halten wir nun ihren zweiten Roman in den Händen.Die Münchenerin Katharina Raith betreibt zusammen mit ihrer Freundin Isi ein Restaurationsgeschäft. Eines Tages steht der Brite Alex Bluebird vor ihrer Tür und übergibt ihr die Tagebücher ihrer Urgroßmutter Fanny, die 1918 nach München ging und bei der jüdischen Familie Rosengart eine Anstellung als Köchin fand. Und auch Fanny´s Zwillingsschwester Fritzi geht nach München um ihr Glück zu finden. Dabei gestaltet sich das Leben der beiden sehr unterschiedlich. Während Fanny in Alina, der Tochter der Familie Rosengart, eine echte Freundin findet und durch ihre Kochkünste mit Bohemekreisen in Kontakt kommt, sympathisiert Fritzis Arbeitgeber mit den aufstrebenden Nationalsozialisten.Wie bereits in ihren Vorgängerroman bedient sich die Autorin zweier Zeitschienen um ihre Geschichte zu erzählen. Dabei hat sie sich natürlich eine sehr interessante Zeit ausgesucht. So geraten die Zwillinge nach Ende des großen Krieges in ein München des Aufbruchs und der Veränderung. Das Weltbild verändert sich gerade. Die Moderne bahnt sich ihren Weg (stellvertretend sei hier Paul Klee genannt, der im Buch seinen Auftritt hat), das Frauenwahlrecht wurde umgesetzt, die Menschen begannen wieder zu leben. Dabei bindet die Autorin die politischen Verhältnisse sehr geschickt in das Leben der Zwillingsschwestern ein.Durch die wechselnde Erzählweise hält die Autorin den Leser bei der Stange und man will wissen, wie es weitergeht. Dabei hat mir persönlich die Geschichte um Fanny besser gefallen, doch auch die Geschichte um Katharina hat ihren Reiz, auch wenn sie an einigen Stellen vorhersehbar war.Mit „Die Holunderschwestern“ ist Teresa Simon wieder ein wunderbarer, leicht und flüssig zu lesender Roman gelungen, der mir sehr gut gefallen hat und den ich sehr gern weiter empfehle.

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  • Mit tollen Rezepten

    Die Holunderschwestern
    tigerbea

    tigerbea

    17. January 2017 um 17:30

    Katharina ist eine junge Restauratorin. Sie hat in München gerade mit ihrer Freundin eine eigenen Werkstatt eröffnet. Als plötzlich ein Besucher aus London vor der Tür steht, staunt sie nicht schlecht. Er bringt ihr alte Tagebücher, die ihre Urgroßmutter Fanny geschrieben hat. Diese wuchs in einfachen Verhältnissen mit ihren Geschwistern auf. Besonders mit ihrer Zwillingsschwester Fritzi hat sie ein enges Verhältnis. Fritzi wacht eifersüchtig darüber, daß Fanny keine anderen Freundschaften schließt. Dabei ist ihr jedes Mittel recht. Als Fanny nach München geht und Köchin wird, lernt sie viele Künstler kennen. Die sollen sich bald einen berühmten Namen machen, doch nocht ahnt keiner wie begehrt ihre Werke einmal werden. Nun hält es Fritzi zu Hause nicht mehr aus. Sie reist ihrer Schwester nach und steht eines Tages vor ihrer Tür. Daß sie damit Fannys Leben total durcheinanderbringt und auch mal wieder eine tiefe Freundschaft zerstört, ist ihr egal. Dieses Buch beschreibt das Leben vieler tapferer Frauen, die sich in einer harten Zeit behaupten mußten. Auch die enge Verbindung die Zwillinge verbindet, wird thematisiert, wobei hier die Zwillings-Liebe schon ungewöhnliche Ausmaße annimmt. Im Ganzen gesehen hat das Buch mir sehr gut gefallen. Wenn Fanny gekocht hat, ist mir das Wasser im Mund zusammengelaufen. Deshalb danke für die Rezepte. Ich werde mich damit auf Fannys Spuren begeben.

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  • Die Holunderschwestern

    Die Holunderschwestern
    Klusi

    Klusi

    12. January 2017 um 13:08

    In der Rahmenhandlung geht es um die Restauratorin Katharina Raith, die zusammen mit ihrer Partnerin und besten Freundin Isi eine gut gehende Werkstatt betreibt. In ihrer Freizeit kocht Katharina sehr gerne, bevorzugt Gerichte aus der alten, handgeschriebenen Kladde, in der ihre Urgroßmutter Fanny ihre Rezepte und persönlichen Tipps aufgeschrieben hat. Franziska Raith, wie Fanny eigentlich hieß, hatte in jungen Jahren ihre Heimatstadt Weiden verlassen und war nach München gegangen, wo sie als Köchin arbeitete.Eines Tages steht ein fremder junger Engländer vor Katharinas Tür. Alex Bluebird, wie er sich vorstellt, hat einige alte Fotos dabei und das Tagebuch von Fanny. Katharina ist völlig verblüfft und kann sich gar nicht vorstellen, wie das Tagebuch ihrer Urgroßmutter nach England gekommen sein soll. Neugierig beginnt sie zu lesen.Zusammen mit Katharina tauchen wir, während sie in Fannys Tagebuch liest, in eine andere Zeit ein. Wir lernen Fanny kennen, als sie mit dem Zug nach München unterwegs ist. Während der Fahrt macht sie Bekanntschaft mit einer jüdischen Familie und freundet sich mit der Tochter Alina an. Es ist nicht leicht für die junge Frau, in München Fuß zu fassen, aber als Fanny ihren Arbeitsplatz als Weißnäherin verliert, nimmt die Familie Rosengart sie als Köchin bei sich auf. Sie verbringt eine glückliche Zeit bei Alina, die ihr zur besten Freundin wird und deren Familie. In der großen Stadt fühlt sie sich wohl, und bald kommt sie auch in Kontakt mit Münchner Künstlerkreisen und kocht für sie so manches Festessen. Eines Tages steht Fannys Zwillingsschwester Fritzi vor der Tür. Auch sie möchte in München bleiben und eine Anstellung finden. Es brechen schwierige Zeiten an, und einige tragische Ereignisse sowie Fritzis Eifersucht entfernen die Zwillingsschwestern immer mehr voneinander. Aber wie Fanny es ausdrückt: Es geht nicht mit ihr, aber auch nicht ohne sie.Gerade die Einblicke in die Vergangenheit von Katharinas Familie, die man im Roman durch die detaillierten Schilderungen aus Fannys Tagebüchern erhält, haben mich fasziniert. Die frühere Handlung spielt im Zeitraum zwischen den beiden Weltkriegen. Es ist eine Zeit des Umbruchs, die Monarchie wird abgeschafft und vorübergehend entsteht eine Räterepublik. In dieser Zeit werden die Nationalsozialisten und ihr Einfluss immer stärker. Für die Familie Rosengart brechen schwere Zeiten an, denn Juden sind in München nicht mehr sicher. Für mich waren die Schilderungen der damaligen Zeit besonders eindrucksvoll, weil es diverse Parallelen zwischen Fannys und meiner Familie gibt, denn auch meine Urgroßmutter war Köchin in München, und einige ihrer Rezepte von damals haben wir in der Familie bewahrt. Auch musste ich beim Lesen oft an meine Großeltern denken, die sich ebenfalls im Zeitraum der Handlung kennengelernt haben. Es sind mir daher immer wieder Details aus alten Erzählungen zu meiner eigenen Familiengeschichte eingefallen. Der Erzählstrang über die Vergangenheit hat mich absolut fasziniert, und mir ging es so wie Katharina mit Fannys Tagebüchern, ich konnte gar nicht aufhören zu lesen. Spannend fand ich auch die vielen Details zu Künstlern dieser Zeit, denn Fanny lernt nicht nur Paul Klee und seine Familie kennen, sondern viele weitere interessante Menschen, die damals in München gelebt haben. Hier wurde sehr viel Reales in die Handlung aufgenommen, und die detaillierten Beschreibungen der Schauplätze tun ein Übriges, den Leser zu fesseln.Die Abschnitte, die in der Gegenwart spielen, sind für mein Empfinden wirklich nur ein netter Rahmen. Hier hatte ich manchmal den Eindruck, dass die Handlung mit Hilfe einiger Zufälle, die mir manchmal nicht so ganz glaubwürdig erschienen, zurechtgebogen wurde. Auch wurden hier im zwischenmenschlichen Bereich noch ein paar Dramen eingefügt, die für mein Gefühl unnötig waren, weil sie etwas konstruiert wirkten. Ich finde, die Tragödien der Vergangenheit hätten völlig ausgereicht. Leider geht aufs Ende zu alles ziemlich schnell, und einige Nebenzweige der Handlung verlaufen irgendwo im Nichts. Es klärt sich nicht alles, und zu manchen Ereignissen hätte ich gerne etwas mehr erfahren. Trotz meiner kritischen Anmerkungen hat mir der Roman aber insgesamt ausgesprochen gut gefallen, schon aus dem Grund, weil mich die Vergangenheit emotional sehr berührt hat. Auch gibt Fanny am Schluss noch einige bayerische Rezepte preis, und beim Lesen musste ich schmunzeln, denn alle hätten auch aus dem Kochbuch meiner eigenen Urgroßmutter stammen können. 

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  • Mehr Tiefgang als das Cover vermuten lässt 😊

    Die Holunderschwestern
    weenchen

    weenchen

    12. January 2017 um 10:03

    Klare Leseempfehlung 😊

  • Familiengeheimnisse

    Die Holunderschwestern
    mama2009

    mama2009

    05. January 2017 um 22:14

    Inhalt: Eines Tages steht in der Katharinas Werkstatt ein junger Mann und übergibt ihr die Tagebücher von ihrer Urgroßmutter Fanny. Die Aufzeichnungen reichen bis ins Jahr 1918 zurück. Die Zwillinge Fanny und Fritzi wachsen in Weiden auf. Doch Fanny hält nichts mehr in Weiden, sie bricht in einer Nacht- und Nebelaktion nach München auf. Durch einen Zufall lernt sie die Familie Rosengart kennen. Die Tochter Alina ist genauso alt wie sie und es ist der Beginn einer tiefen Freundschaft. Fazit und meine Meinung zum Buch: Teresa Simon zeigt mit "Die Holunderschwestern" erneut, das sie mit Worten umgehen kann und den Leser auf eine Reise mit nimmt und darin gefangen hält. Ich habe mit Katharina mitgefiebert und auch jeden Moment in den Tagebüchern gelesen. Was für ein tolles und beeindruckendes Buch. Fanny ist eine bezaubernde Frau. In jungen Jahren hat sie sich zunächst allein tapfer in München behauptet und hat ihr Kochtalent eingesetzt und so Arbeit gefunden. Sie musste sich durch harte Zeiten durchbeißen und überwand Hindernisse. Sie hat nie aufgegeben, so hart es das Schicksal auch mit ihr gemeint hat. Und sie hat an Werten festgehalten, die ihr wichtig waren und sich dafür eingesetzt auch, wenn sie dabei andere Personen verärgert hat. Doch nicht nur Fanny ist für mich beeindruckend, sondern auch ihre Urenkelin Katharina ist es. Liegt sicher im Blut. Sie hat ihren Weg gemacht und behauptet sich mit eigener Werkstatt als Restauratorin, eigentlich einem typischen Männerberufe. Und durch ihren Beruf deckt sie mit zu restaurierenden Werkstücken noch mehr Familiengeheimnisse auf. Besonders hervorheben möchte ich, wie gekonnt Teresa Simon die historischen Ereignisse zwischen den beiden Weltkriegen in das Geschehen einbaut. Auch die gesellschaftliche Stimmung der Nachkriegszeit und Vorkriegszeit wird deutlich, auch wie diese mitunter Familien spaltet. Interessant zu erfahren, wie Hitler und seine Getreuen Leute um sich gescharrt und diese mit Aufgaben betraut haben, dass diese sich wichtig gefühlt haben und Druck und auch Gewalt ausgeübt haben. Ich habe mich immer gefragt, warum jüdische Bürger nicht aus Deutschland weggegangen sind, als die Erniedrigungen immer schlimmer geworden sind. Ich hatte es mir immer damit erklärt, dass es vor allem finanziell schwierig war. Doch es war ihre Heimat. Wer verlässt gern seine Heimat? Dies ist mir bei Alinas Aussage aufgefallen, als Ruben sie mit nach London nehmen wollte, sagte sie: "Das kann ich nicht. Deutschland ist meine Heimat, Deutsch meine Muttersprache. Und außerdem lebt hier in München meine allerbeste Freundin". Als ich diese Stelle gelesen habe, musste ich schon schlucken, einerseits weil mir bewusst wurde, warum viele Juden in Deutschland geblieben sind und anderseits die tiefe Freundschaft zwischen Alina und Fanny. Die Liebe ist im Buch ein zentrales Thema. Fanny hat den Mann ihres Lebens gefunden, doch die bisherige Entwicklung lässt es nicht zu, dass sie dies nach außen zeigen kann. Doch dafür hat sie ihre Worte und Gedanken im Tagebuch, Zitat von Seite 384 - "Franz ist für mich der Stern, der mein Leben heller macht, ..." Mein Dank geht an Teresa Simon, die mir tolle Lesemomente beschert hat. Aber eins ist beim Lesen wichtig, man sollte nicht hungrig sein, denn die Rezepte und Gerichte werden so schmackhaft beschrieben, dass man auf jeden Fall Appetit bekommt. Gelungen finde ich auch die Rezeptauswahl am Ende des Buches und dem passenden Lesezeichen. Eine klare Leseempfehlung. Man signiertes Exemplar bekommt einen Ehrenplatz.

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  • Ein wundervoller Roman

    Die Holunderschwestern
    evengel

    evengel

    04. January 2017 um 19:47

    Inhalt: 1918 in München: Franziska – die von allen Fanny genannt wird – will weg von ihrer Heimat und ist auf den Weg nach München unterwegs. Auch so sehr Sie sich freut endlich von dort fliehen zu können, ist ihr Weg nicht nur mit glücklichen Augen zu sehen, sondern auch mit einem traurigen. Denn Fanny muss ihre Zwillingsschwester Friederike zurücklassen. Auch wenn es eine noch so schwere Entscheidung für Fanny war, musste Sie es einfach tun. Als Fanny nun endlich im Zug sitzt, dauert es nicht lange, bis eine reiche Witwe Namens Dora, in den Zug steigt. Nicht alleine, sondern mit ihren beiden Kindern. Zu diesem Zeitpunkt, weiß Fanny noch nicht, was das Schicksal alles für sie bereit hält. München im Jahr 2015. Katharina bekommt einen seltsamen Brief zugestellt, der von ihrer Urgroßmutter Franziska sein soll. Doch als sie den Brief liest kommen ihr so manche Fragen in den Kopf. Warum werden die Briefe von Franziska in London verwahrt? Sie war ja nur eine einfache Köchin dort zu der damaligen Zeit. Zum Cover: Das Cover ist zauberhaft und schreit förmlich danach, das man es anfasst. Ein richtiger Hingucker. Meine Meinung: Es war mein erstes Buch, der Autorin, das ich gelesen hab. Aber es musste auch sein und ich hab mich schon riesig drauf gefreut, da ich schon soviel gutes gehört habe. Es war eine wundervolle Geschichte, die tief in das Jahr 1918 zurück geht. Auch da es in München und in Weiden spielt, war es für mich eigentlich schon fast ein Muss! Ich merke immer wieder das mir auch historische Geschichten, sehr gut gefallen. Sowie auch dieses Buch. Es geht um Familien Geheimnisse, die Teresa Simon sehr spannend umsetzt. Die Autorin hat einen ganz besonderen Schreibstil, der einen wirklich festhält. Einfach nur außergewöhnlich. Katharina hat mir sehr gut als Charakter gefallen, da sie fand ich, nicht die typische Frau ist. So ging es mir zumindest. Da sie ihren Traum erfüllt hat, der nicht wirklich typisch Frau ist, was mir gefallen hat. Ich selbst war sehr neidisch darüber, das sie diesen Job hat, den hätte ich auch sehr gerne gehabt. Mich hat es auch überrascht und gefreut, das Namen von eigentlich bekannten Leuten drin vorkamen. Welche verrate ich natürlich nicht, das müsst ihr schon selbst lesen. ;) Aber das fand ich eine super tolle Idee. Man bekommt auch sehr starke Einblicke, in die Zeit von früher. Was alles an Luxus war, was sich nicht jeder leisten konnte. Kochtipps bekommt man auch genügend mit :D vor allem aber auch, echt viel Hunger ^^. Bei den ganzen leckeren Gerichten, kann da einem schon das Wasser im Mund laufen. Wer einen schönen Tag verbringen möchte, mit einem guten Buch, würde ich auf alle Fälle zu diesem Buch raten. Es ist was fürs Herz, aber dennoch auch spannend, was das Geheimnis betrifft. Man lernt viele tolle Charaktere kennen, die einen das Herz erwärmen.  

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  • Zwiegespalten

    Die Holunderschwestern
    talisha

    talisha

    25. November 2016 um 15:17

    Fanny und Fritzis Geschichte spielt zwischen 1918 und 1937 in München. Fanny will in der Stadt alleine und ohne Fritzi ein neues Leben anfangen, doch da hat sie die Rechnung ohne Fritzi gemacht. Es wird turbulent in allen Bereichen. Die Geschichte der Zwillingsschwestern bekommt der Leser durch ein Tagebuch mit, welches die Restauratorin Katharina von einem Engländer überreicht bekommt. Eine der Schwestern ist Katharinas Urgrossmutter und sie freut sich über die unerwartete Lektüre. Der Engländer, Alex Bluebird, hat es ihr auch angetan...Der Roman hinterlässt mich zwiegespalten. Einerseits lese ich nicht gerne Romane, die in Kriegszeiten oder der Nazizeit angesiedelt sind. Ich merkte erst zu spät, dass diese in der vorliegende Geschichte ein Hauptthema ist. Deshalb blieb das Buch monatelang ungelesen auf meinem SuB. Als ich dann endlich zu lesen anfing, kam ich auch nicht wirklich vorwärts. Mal abgesehen von den Kriegswirren fand ich Fannys eifersüchtige Zwillingsschwester Fritzi extrem unsympathisch. Ihr Charakter zeigte schon auf den ersten Seiten welche Richtung die Geschichte annimmt. Viel zu offensichtlich - und eben weil sie mir so unsympathisch war, hatte ich nicht viel Lust weiterzulesen und verbrachte eine gefühlte Ewigkeit mit dem Buch. Und in Katharinas Geschichte interessierten mich die zu ausführlichen Restaurationsarbeiten nicht wirklich. Es zeigt, dass die Autorin zwar sehr gut recherchiert hat, aber die zu vielen Details störten meinen Lesefluss. Andererseits gefiel mir Fanny sehr gut. Sie ist sich nicht zu schade zum Arbeiten und hilft wo sie nur kann. So kochte sie neben ihrer regulären Arbeit bei einer jüdischen Familie zusätzlich einige Abende bei Gesellschaften im Hause des Malers Paul Klee. Ein Bild von Paul Klee spielt dann auch eine grosse Rolle im Roman. Mir hätte eine komplette Geschichte im Umfeld der Klees samt ihren Freunden wie Rainer Maria Rilke wohl viel besser gefallen, als der Schwesternzoff zur Kriegszeit als Ausgangslage. Am Ende tauchte ein Brief taucht auf und wirft neue Fragen auf. Leider blieben die Fragen unbeantwortet, bzw. wird der Text einfach nur so hingenommen. Was sehr schade ist, denn die Mutmassungen konnte ich absolut nicht nachvollziehen. Stattdessen wurde eilig ein Schluss konstruiert, der mir zu kitschig war.Fazit: Sehr gut recherchierte Geschwistergeschichte, die mich emotional aber nicht abholen konnte. 3.5 Punkte.

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