Tereza Vanek Die Dichterin von Aquitanien

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Inhaltsangabe zu „Die Dichterin von Aquitanien“ von Tereza Vanek

Mitte des 12. Jahrhunderts, nahe Paris: Die junge Marie wächst in einfachen Verhältnissen auf. Kurz nach dem Tod ihres trinkfreudigen Vaters erhält sie die Nachricht, sie sei die illegitime Tochter von Geoffrey VI, dem Bruder des englischen Königs Henri II, und wird nach England an den Hof gebracht. Es fällt ihr schwer, sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden, und um ihre Einsamkeit zu vertreiben, beginnt Marie schließlich, heimlich zu dichten. Als Königin Eleonore von Maries Gedichten erfährt, wird diese bald zu einer ihrer Lieblingsdamen. Aber Marie zieht nicht nur Bewunderung, sondern auch viel Neid auf sich ...

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  • Historischer Roman, der alle Sinne anspricht

    Die Dichterin von Aquitanien
    PMelittaM

    PMelittaM

    27. January 2017 um 08:36

    Marie wächst bei ihrem Ziehvater Guillaume auf, ihre Mutter hat sie schon sehr früh verloren, wer ihr Vater ist, weiß sie nicht. Von Guillaume übernimmt sie die Freude an Geschichten, auch am Selbsterzählen, er lehrt sie Lesen und Schreiben. Im Dorf sind die beiden Außenseiter, Marie hat nur einen Freund: Pierre. Als Guillaume stirbt, versucht Pierre zwar, sie zu unterstützen, doch seine Familie mag sie nicht. In dieser Situation erscheint der Ritter Guy de Osteilli, um Marie an den Hof König Henris II zu holen, denn sie ist, wie sich herausstellt, Henris Nichte. Durch ihr erzählerisches Talent fällt Marie Henris Gattin, Aliénor von Aquitanien auf, fortan begleitet sie das Leben der Herrscherin durch Höhen und Tiefen, und auch ihr eigenes Leben ist nicht immer einfach.Marie de France und ihre Werke gab es wirklich. Ihre Werke sind überliefert, über ihr Leben weiß man jedoch so gut wie nichts, nur die ungefähre Zeit und dass sie aus Frankreich stammte („de France“). So hatte die Autorin, neben den historischen Fakten, viel dichterische Freiheit, der Dichterin ein Leben zu ersinnen. Dass das Resultat durchaus möglich sein könnte, kann man u. a. dem Nachwort der Autorin entnehmen, in dem sie auf Forschungsergebnisse, Maries Identität betreffend, eingeht. Dass die Dichterin an Aliénors Hof gelebt haben könnte, kann man sich gut vorstellen, hat Aliénor (oder Elenonore – Tereza Vazek erklärt im Nachwort auch, warum sie die jeweilige Namensvariante gewählt hat) doch die Dicht- und Gesangskunst gefördert. Tereza Vaneks Charaktere sind alle vielschichtig dargestellt, reine Schwarz-Weiß-Zeichnung gibt es nicht. Neben Aliénor treten eine ganze Reihe weiterer historischer Persönlichkeiten auf, natürlich Henri und die Kinder des Paares, unter ihnen Richard Löwenherz, aber auch historisch verbürgte Personen, die weniger bekannt sind, wie z. B. Denis Piramus, der Marie zeitweise das Leben schwer macht. Mir haben die Darstellungen der Charaktere gut gefallen – auch dazu hat die Autorin etwas im Nachwort zu sagen – sie kommen meiner Vorstellung der Herrscherfamilie recht nahe. Marie, die Protagonistin, aus deren Perspektive erzählt wird, ist ebenfalls gut gelungen, vom Ziehvater wurde sie zu selbständigem Denken erzogen, was ihr Leben nicht immer leichter macht, sie aber auch voran bringt, in Geschichten kann sie regelrecht versinken, was ihr eine große Hilfe in dunklen Stunden ist. Marie Leben wird ausführlich und detailliert geschildert, mit Zeitsprüngen an passenden Stellen. Hin und wieder gibt es kleine Längen, die aber nicht wirklich stören, denn ähnlich wie Marie in ihre Geschichten, versinkt man schnell in Maries Leben. Die Autorin erzählt sehr anschaulich, man fühlt sich mit allen Sinnen hineinversetzt in die Zeit des 12. Jahrhunderts und an die jeweiligen Schauplätze der Geschichte.Durch Maries Beziehung vor allem zu Aliénor, aber auch zu Henri, ist ihr Leben auch mit den historischen Ereignissen verbunden, so kann die Autorin neben Alltäglichkeiten und Maries persönlicher Geschichte auch das politische Geschehen in die Erzählung miteinbinden. Zu Beginn des Romans findet man, neben einer Karte und einem Stammbaum, auch eine Zeittafel. Wer die geschichtlichen Ereignisse noch nicht kennt, sollte sie besser nicht vor dem Roman lesen, um Spoiler zu vermeiden. Schön wäre noch ein Personenregister gewesen, nicht nur wegen der Fülle der Personen, sondern auch um historische und fiktive Personen besser trennen zu können. Das schon erwähnte Nachwort ist interessant und aufschlussreich.Alienor von Aquitanien ist eine meiner historischen Lieblingsgestalten, es war schön, sie wieder zu treffen. Der Roman ist prall gefüllt mit Geschichte, gut ausgearbeiteten Charakteren, seien sie historisch oder fiktiv, und viel Flair der damaligen Zeit. Er unterhält nicht nur, sondern versetzt den Leser mit allen Sinnen in das Geschehen. Leider fehlt ein Personenregister, dafür gibt es ein interessantes Nachwort der Autorin. Ich freue mich auf weitere Romane der Autorin und vergebe 4,5 Sterne, die ich gerne aufrunde. Wer umfangreiche und gut recherchierte historische Romane mag, sollte zugreifen.

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  • Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017

    Warum Lesen glücklich macht
    GrOtEsQuE

    GrOtEsQuE

    Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017 Achtung - es handelt sich nicht um eine Leserunde sondern eine Challenge zum SUB-Abbau!!! Es werden keine Bücher verlost. Ich habe es nur als Leserunde erstellt, damit das Ganze etwas übersichtlicher wird.Ich möchte mich 2017 mehr dem SUB-Abbau widmen, daher habe ich mir überlegt eine Challenge zu erstellen. Die Regeln möchte ich so einfach wie möglich halten - es soll ja auch Spaß machen und nicht in Stress ausarten.Es wird jeden Monat ein anderes Motto geben. Für die zum Monatsmotto passenden Bücher, gibt es jeweils einen Extrapunkt. Das Monatsmotto werde ich immer Ende des Vormonats im entsprechenden Unterthema bekannt geben. Den Extrapunkt kann man mehrmals im Monat sammeln, wenn man genügend passende Bücher für das Motto hat.Jeder der mitmachen möchte, postet bitte im Unterthema Sammelbeiträge seinen Sammelbeitrag. Ich werde dann jeden Monat hier im Startbeitrag die Punkte aktualisieren. Bei den einzelnen Sammelbeiträgen ist mir eigentlich nur wichtig, dass in der ersten Zeile die Gesamtpunktzahl steht, ansonsten kann jeder seinen Beitrag so gestalten wie er möchte - entweder nur die Punkte aufschreiben oder auch das gelesene Buch benennen.Man kann jederzeit noch einsteigen - einfach einen Sammelbeitrag posten und los gehts!!! Rezensionen sind keine Pflicht. Es gelten alle Bücher, die in 2017 beendet werden, man kann also ruhig auch die in 2016 angefangen erst in 2017 beenden. Die Punkteverteilung sieht wie folgt aus: Für jedes gelesene Buch gibt es einen Punkt. Für jedes gelesene Buch, was vor 2017 auf dem SUB gelandet ist, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 400 Seiten hat, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 600 Seiten hat, gibt es zwei Extrapunkte. Für jedes gelesene Buch, was zum Monatsmotto passt, gibt es einen Extrapunkt. Für Comics und Mangas werden nur die Hälfte der Punkte vergeben. Hörbucher zählen auch. Bei den Extrapunkten für die Seiten einfach an dem "echten" Buch orientieren. Wenn es sich um die gekürzte Fassung des Hörbuchs handelt, dann ein dreiviertel der Seiten. (Also mal angenommen das Buch hat 400 Seiten und du hast die gekürzte Fassung des Hörbuchs, zählt es nur für 300 Seiten, also kein Extrapunkt.) Bereits früher gelesene Bücher zählen auch, aber hier gibt es den vor-2017-auf-dem-SUB-gelandet-Punkt nicht, da die Bücher ja nicht mehr zum SUB gehören. Im besten Fall kann man also 5 Punkte pro Buch erhalten. Wer noch Fragen hat, kann sie im Unterthema für Fragen stellen. Nun hoffe ich auf eine rege Teilnahme und wünsch uns schon mal viel Spaß :-) Teilnehmer --- Gesamtpunktzahl --- zuletzt aktualisiert 24.09.2017: _Jassi                                           ---  77 Punkte AmberStClair                             ---   69 Punkte (Gesamtpunkte angeben) Arachn0phobiA                         ---   239 Punkte Astell                                           ---    9 Punkte BeeLu                                         ---   92 Punkte Bellis-Perennis                          ---  646 Punkte Beust                                          ---   302 Punkte Bibliomania                               ---   201 Punkte Buecherkaetzchen                   ---   48 Punkte Buchgespenst                         ---  397,5 Punkte ChattysBuecherblog                --- 253 Punkte Buchperlenblog (CherryGraphics)  ---   130,5 Punkte Code-between-lines                ---  136 Punkte eilatan123                                 ---   53 Punkte Eldfaxi                                       ---   52 Punkte Farbwirbel                                ---   46 Punkte fasersprosse                            ---    35 PunkteFrau-Aragorn                           ---   168 Punkte Frenx51                                     ---  82 Punkte glanzente                                  ---   82 Punkte GrOtEsQuE                               ---   78 Punkte hannelore259                          ---   78 Punkte hannipalanni                           ---   157 Punkte Hortensia13                             ---   130 Punkte Igelchen                                    ---   25 Punkte Igelmanu66                              ---  178 Punkte janaka                                       ---   118 Punkte Janina84                                   ---    95 Punkte jasaju2012                               ---   20 Punkte jenvo82                                    ---   122 Punkte kalestra                                    ---   33 Punkte katha_strophe                        ---   53 Punkte Kattii                                         ---   78 Punkte Katykate                                  ---   110 Punkte Kerdie                                      ---   239 Punkte Kleine1984                              ---   142 Punkte Kuhni77                                   ---   114 Punkte KymLuca                                  ---   103 Punkte LadyMoonlight2012               ---   29 Punkte LadySamira090162                ---   259 Punkte Larii_Mausi                              ---    63 PunkteLeif_Inselmann                       ---   40,5 Punkteleseratte89                               ---   50 Punkte Leseratz_8                                ---   18 Punktelisam                                          ---   226 Punkte louella2209                            ---   69 Punkte lyydja                                       ---   92 Punkte mareike91                              ---    47 Punkte MissSnorkfraeulein                  ---  44 Punkte MissSternchen                          ---  55 Punkte mistellor                                   ---   181 Punkte Mone97                                    ---   55 Punktenaevia                                        ---   17 Punktenatti_Lesemaus                        ---  131 Punkte Nelebooks                               ---  235 Punkte niknak                                       ----  285 Punkte nordfrau                                   ---   97 Punkte PMelittaM                                 ---   213 Punkte PollyMaundrell                         ---   34 Punkte Pucki60                                        --- 37 Punkte QueenSize                                 ---   115 Punkte readergirl                                   ---    5 Punkte Readrat                                      ---   67 Punkte SaintGermain                            ---   139 Punkte samea                                           --- 65 PunkteSandkuchen                              ---   205 Punkteschadow_dragon81                  ---   92 Punkte Schmiesen                                  ---   178 Punkte Schokoloko29                            ---   35 Punkte Somaya                                     ---   279 Punkte SomeBody                                ---   178,5 Punkte Sommerleser                           ---   198 Punkte StefanieFreigericht                  ---   213,5 Punkte tlow                                            ---   149 Punkte Veritas666                                 ---   117 Punkteverruecktnachbuechern         ---   61 Punktevielleser18                                 ---   131 Punkte Vucha                                         ---   151 Punkte Wermoeve                                 ---   17 Punkte widder1987                               ---   69 Punkte Wolly                                          ---   179 Punkte Yolande                                       --   171 Punkte

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  • Die Dichterin von Aquitanien

    Die Dichterin von Aquitanien
    lesemaus

    lesemaus

    In einem kleinen französischen Dorf wächst Marie unter sehr kargen Bedingungen auf. Warmes Essen sowie warme Kleidung ist selten vorhanden und der trinkfreudige Pflegevater macht das Leben auch nicht einfacher, aber schöner. Denn dieser erzählt Geschichten und Märchen. Für Marie tut sich eine andere, schönere Welt auf. Ein Welt voller Mysterien und Fantasie. Sie strebt sehr schnell ihrem Pflegevater nach und macht sich damit nicht beliebt bei den Erwachsenen aber bei den Kindern. Eines Abends kommen beide sich in die Haare und an diesem Abend wird sich der Pflegevater tödlich verletzte. Marie steht auf einmal alleine da und weiß nicht, was sie tun soll. Bald kommt der Traum auf, in die Welt zu reisen und auf Märkten die Leute mit ihren Geschichten zu erheitern. Aber wie es immer so ist, es kommt anderes. Eines Tages steht vor ihrer ärmlichen Hütte ein Ritter. Er ist Ritter unter Heinrich dem VI und überbringt die Nachricht, dass Marie eine uneheliche Cousine ist und Heinrich sie am Hof haben will. So macht sich Marie Wiederwille mit dem Ritter auf dem Weg zu Heinrichs Burg. Dort trifft sie auf eine andere Welt. Eine Welt ohne Armut, Kälte oder Hunger. Das Leben sort fällt ihr nicht leicht, denn die Damen sind ganz anders als sie. Sie lieben Ausschweifungen und Tratsch. Sehr schnell wird sie mit einem walisischen Herrscher verheiratet. Ein Herrscher, der seine Liebe, seine Macht und sein Aussehen verlor. Marie leidet sehr unter der Gewalt und versucht sich daraus zu befreien, indem sie anfängt Gedichte zu schreiben. Schreiben hat ihr ein Dorfbewohner aus ihrer Heimat beigebracht und in Wals wird sie im Lateinlernen von dem Pfarrer unterstützt. Eines Tages widersetzt sich Marie ihrem Ehemann und wird brutal zusammengeschlagen. Ihre Zofe und der Ritter leiden alles in die Wege, um sie aus den Klauen des Ehemannes zu befreien. Somit geht ihre Weg zurück an den Hof von Heinrichs Ehefrau Aliénor. Erst dort erfährt Marie, warum sie zurück geholt wurde. Nicht weil sie von ihrem Ehemann zusammengeschlagen wurde, sondern weil ihre Zofe und der Ritter eins ihrer Gedichte mitgeschickt hatte. Aliénor liebt Gedichte und Geschichten und will somit ihren Hof aufwerten. Ihr beginnt die Geschichte von Marie als Dichterin. Marie muss viele Hürden und Hindernisse überwinden, um endlich ihr Glück zu finden. Die Autorin beschreibt sehr schön die Zeit des Minnegesanges im 12. Jahrhundert. Auch wird sehr stark deutlich, trotz dass Marie eine Sonderstellung inne hat, dass sie in ihrer Freiheit eingeschränkt ist. Die Herrscher, ob Aliénor oder Heinrich, bestimmen über ihr Leben. Sie will aber selber ihr Leben in die Hand nehmen, auch wenn sie nicht mehr diesen Prunk um sich hat. Dies gestaltet sich als sehr schwer. Aber Ende schafft sie es doch. Das Buch gibt einen detailreichen und nachdenklichen Eindruck in das 12. Jahrhundert. Sowie der Minnegesang an den Hof kam. Mich hat das Buch auf keiner Seite gelangweilt, man fieberte mit Marie mit, dass sie endlich ihr Glückerhält. Die Sprache ist leicht mit einigen alten Wörtern verfärbt. Der Lesefluss ist flüssig und voller Energie. Es gibt viele Aspekte aus dem Buch, die man sehr lange erörtern kann, dies möchte ich vermeiden, denn sonst wird die Rezi zu lang. Es ist ein dickes Buch mit vielen Fakten, die sehr gut in die Geschichte eingebettet wurde. Am Ende ist ein Nachwort von der Autorin hinterlegt, wo kurz dargestellt wird, was Fiktion und Realität ist. So bekommt der Leser nochmal einen Einblick in die damalige Zeit. Für jeden Historikliebhaber ist dieses Buch ein Muss.

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  • Eine unglaubliche Dichterin

    Die Dichterin von Aquitanien
    Valarauco

    Valarauco

    20. November 2013 um 21:50

    Die Dichterin von Aquitanien Von Tereza Vanek   Erschienen: August 2013 Ebook 762 Seiten ISBN: 978-3-95520-349-8 3,99 € DE   Inhalt: Liebe, Intrigen und Machtspiele am Hof von Königin Eleonore von Aquitanien   Mitte des 12. Jahrhunderts, nahe Paris: Die junge Marie wächst in einfachen Verhältnissen auf. Kurz nach dem Tod ihres trinkfreudigen Vaters erhält sie die Nachricht, sie sei die illegitime Tochter von Geoffrey VI., und damit die Nichte des englischen Königs Henri II. Sie wird nach England an den Hof gebracht, doch der Prunk des Hofes macht es ihr schwer, sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden. Um ihre Einsamkeit zu vertreiben, beginnt Marie schließlich, heimlich zu dichten. Als Königin Eleonore von Maries Gedichten erfährt, wird die junge Frau bald zu einer ihrer liebsten Hofdamen. Aber Marie zieht nicht nur Bewunderung, sondern auch viel Neid auf sich ...   Das spannende Leben der Marie de France, der ersten Dichterin der französischen Literatur.   Meine Meinung: Bei dem Buch „Die Dichterin von Aquitanien“ handelt es sich um ein Leseexemplar, das ich von dotbooks erhalten hatte. Es hat jetzt etwas länger gedauert, bis ich mich an das Buch herangewagt habe. Der Klapptext klang in meinen Augen und Ohren sehr spannend und hat mich sofort fasziniert. Das ganze Buch hat mich auch nicht mehr los gelassen, nach dem ich mit dem Lesen angefangen habe.   Die Geschichte von Marie ist so verwirrend und reist einen direkt ins späte Mittelalter. Beim Lesen habe ich so oft die Zeit vergessen und mich einfach nur von der Geschichte tragen lassen, denn sie ist nicht nur tragisch, sondern auch wunderschön. Marie hat mich wirklich beeindruckt, mit welcher Stärke und Intelligenz sie sich durchs Leben schlägt. Sie ist eine so starke und tapferere Frau, das hat mich immer wieder erstaunt und fasziniert.   Doch auch die anderen historischen Figuren werden gut dargestellt. Die Autorin nimmt sich Zeit, jede der Figuren vorzustellen und zu beschreiben. Man merkt, wie viel sie für dieses Buch recherchiert hat und wie viel Arbeit es war. Das fand ich wirklich richtig gut und auch mal schön, das nicht immer alle Personen von ihrer besten Seite gezeigt werden, sondern eben auch die kleinen, aber schlechten Dinge, die sie umgeben oder die ihren Charakter ausmachen. Die Autorin geht sehr ins Detail, langweilt den Leser dabei aber nicht.   Mir hat das Buch, wie man sicherlich herauslesen kann, sehr gut gefallen und ich kann es mit gutem Gewissen an alle weiterempfehlen, die sich für Mittelalter-Romane interessieren. Wertung (4/5) http://buchstabenwelt.blogspot.de/

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  • Kolumne: Der Historische Roman - Trend oder Trittbrettfahrer?

    muchobooklove

    muchobooklove

    Kolumne Historischer Roman August 2013 von Michael:  Fakten vs. Fiktion? Unterhaltung oder Klischees? Liebe Verlage, „Historische Romane“ liegen absolut im Trend des deutschen Buchhandels. Besucht der interessierte Leser seine Buchhandlung, so präsentiert sich, eine breite und auf den ersten Blick vielversprechende Auswahl an Titeln. Insbesondere die Romane nationaler wie internationaler Autorinnen bilden anscheinend das Rückgrat des Angebotes. Ihre Heldinnen sind Hebammen, Totenwäscherinnen, Bogenschützinnen, Henkerinnen, Hexen, Huren, Heilige usw.. Es gibt wenige Berufsstände, soziale Herausforderungen und Schicksale, die nicht rührend und sentimental erzählt werden dürften. Hier werden meistens wenig historische Fakten mit verzweifelten und aus der Not geborenen, starken Frauen auf einem Leidensweg der Rache, der Anerkennung und natürlich der Liebe geschickt kombiniert, so passiert z.B. im Roman: „Die Wanderhure“, der wohl erfolgreichste und zu Recht am meisten kritisierteste Titel des Autorenehepaares. Hier spielt die Liebe die ganz, ganz große und übergeordnete Hauptrolle die so banal erzählt wird, dass die historischen Elemente quasi nicht mehr zum Tragen kommen. Fast schon inflationär werden hier Geschichten zu Papier gebracht, bei denen Historiker laut aufschreien. Doch analysieren wir den Unterhaltungswert: Es sind zumeist Leserinnen , die sich auf eine literarische Reise durch die Zeit bewegen und damit ihre Heldin im alten Rom, im mittelalterlichen Köln oder in den 30-jährigen Krieg begleiten.Ihre Heldinnen sind edel, sanft, sensibel und stark und kämpfen nicht nur mir den Waffen einer Frau, sondern legen gerne Nadel und Faden auf die Seite, um ein Schwert zu schwingen, (z.B. Sabine Martin „Die Henkerin“) oder ihre Argumente durchschlagend mit einem Pfeil zu unterbreiten, (z.B. „Die Bogenschützin“) von Martha Sophie Marcus. Mag sein, dass sich die eine oder andere Autorin recht viel künstlerische Freiheit dabei nimmt. Doch es gibt auch Ausnahmen und Romane, die hinlänglich sauber und kristallklar recherchiert sind, die Spannung aber dadurch nicht gemindernt oder die Handlung in ein Klischee versetzt wird, z.B. die Titel von Rebecca Gablé „Das Lächeln der Fortuna“ (Die Waringham-Saga), „1813 Kriegsfeuer“ von Sabine Ebert oder „Die Maurin“ von Lea Korte. Die Autorinnen wissen wie man schreibt und historische Fakten, mit realistischer Fiktion verwebt. Spannend, Unterhaltsam, fantastisch recherchiert – perfekt! Der Grat zwischen Fakten und Fiktion ist ein schmaler, ein unruhiger Tanz auf der Nadelspitze. Die Erwartungshaltung der Autorinnen mag manchmal hoch sein, doch die Verkaufszahlen dürften genügen, um immer wieder eine Fortsetzung zu rechtfertigen. Im Grunde ist es okay, das Ziel wurde erreicht – der oder der Leserin wurden ein paar unterhaltsame Stunden geschenkt und vielleicht wurde die Situation der Heldin für das eigene Privatleben adaptiert. Hurra…..die Welt ist wieder bunt und schön, wie z.B. bei „Die Hexe von Nassau“ oder „Die letzte Hanseatin“ von Lena Falkenhagen. Wie sehen die „männlichen“ Leser oder auch Autoren diese Flut von historischen Romanen aus der Feder, oder eines Laptops einer Autorin, vielleicht auch einer Kollegin? Ich persönlich muss neben der guten und spannenden Unterhaltung, auch aus der historischen Perspektive begeistert werden. Widersprüche oder historische Details, die es in der erzählenden Epoche noch gar nicht gegeben haben kann, verärgern mich so sehr, dass dann für mich ein zweiter Teil oder gar ein anderer Roman der Autorin nicht mehr in Frage kommt. Der Trend scheint weiterhin beständig zu sein, doch „Quo Vadis“ Historischer Roman – Wohin gehst Du?

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  • Marie de France

    Die Dichterin von Aquitanien
    HeikeM

    HeikeM

    22. April 2013 um 13:10

    Bisher war mir Marie de France, die erste Dichterin Frankreichs, kein Begriff. Aber Tereza Vanek ist es gelungen, mir ihr Leben, die Lebensumstände und die Zeit nahezubringen. Mit Liebe zum Detail und historischer Genauigkeit ließ die Autorin vor meinem inneren Auge ein Bild entstehen, dass ich als sehr realitätsnah empfand. Ich konnte die Widrigkeiten und Beschwerlichkeiten des Lebens zu damaliger Zeit sehr gut nachvollziehen, konnte mir die örtlichen Gegebenheiten vorstellen und an den Gefühlen der Protagonisten teilhaben. Beeindruckt war ich von der ausgesprochen schönen Sprache, mit der das Buch glänzt. Dadurch konnte ich mich problemlos in die Handlungszeit hinein versetzen, hatte aber nie den Eindruck etwas gekünsteltes zu lesen. Dieser wunderbare historische Roman las sich sehr leicht, die Seiten flogen nur so dahin und ich war viel zu schnell am Ende angelangt. Die Charaktere waren facettenreich und vielschichtig gestaltet, fast hätte man den Eindruck bekommen können, Tereza Vanek kenne ihre Helden persönlich. Über 700 Seiten hält die Autorin den Leser in ihrer Geschichte fest. Spannende und ruhigere Szenen wechseln einander ab, aber Langeweile oder Eintönigkeit empfand ich beim Lesen nie. Eine Zeittafel, ein Stammbaum und eine Karte runden den sehr positiven Gesamteindruck ab. Dieser Roman ist keine Biografie der Marie de France, auch wenn ihr Leben hätte genau so gewesen sein können, aber er ist auch keiner dieser zur Zeit den Buchmarkt überschwemmenden "Die ...in"-Romane. "Die Dichterin von Aquitanien" ist eine Perle unter den historischen Romanen, mit ihm werden Leser zu "Zeitzeugen" längst vergangener Zeit.

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  • Rezension zu "Die Dichterin von Aquitanien" von Tereza Vanek

    Die Dichterin von Aquitanien
    Riahnnon

    Riahnnon

    07. October 2012 um 16:09

    Obwohl ich historische Romane liebe, stehe ich den meisten recht kritisch gegenüber. Es scheint ziemlich schwer zu sein, spannende Geschichten zu erzählen, dabei Fakten zu bewahren und nicht ins Klischee abzurutschen. Dieser Roman bewältigt diese schmale Gratwanderung zwischen historisch korrekter Darstellung und modernen Themen gerade so - zwar folgt man auch hier einer herausragenden Frauengestalt, anders als in so vielen (pseudo)historischen Romanen bleibt hier der Kitsch jedoch meistens außen vor. Lediglich stören hin und wieder die etwas klischeehaften Liebesszenen, das kann man aber ignorieren. Ansonsten erfährt man viel über das Leben am Hof und auf der geschichtliche Hintergrund wird erwähnt. Alles in allem lesenswert!

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  • Rezension zu "Die Dichterin von Aquitanien" von Tereza Vanek

    Die Dichterin von Aquitanien
    beowulf

    beowulf

    04. April 2011 um 13:14

    Bedauerlicherweise lag die Leserunde bei den Büchereulen im letzten Jahr in meiner Urlaubszeit , ich hätte es gerne in einer Leserunde gelesen. Tereza Vanek entführt uns nach ihrer Geschichte über die Gründung von Prag in eine ganz andere Ecke Europas. Sie erzählt eine Geschichte, die schon hunderte Male erzählt wurde, eine Geschichte über die große Fürstin Eleonore von Aquitanien, Mutter von Richard Lionheart und John Lackland, Ehefrau zunächst des französischen Königs, dann Henry des Zweiten von England. Besungene Heldin der Troubadoure, politische Intrigantin und Herrscherin, faszinierende Persönlichkeit zu deren Grab 1.000 Jahre später die Touristen immer noch strömen. Doch halt- Alienor, wie die Autorin den Namen in der aquitanischen Sprache verwendet ist hier zwar die zentrale Figur- die Sonne um die sich alles dreht, aber die Hauptprotagonistin ist eine historische Persönlichkeit, von der wir nicht viel mehr wissen, als dass sie gelebt und gewirkt hat. Dass sie nicht vergessen werde, dazu hat sie ihren Geschichten ihren Namen und ihre Herkunft mitgegeben. Das hat sich erhalten - ihre Geschichten. Und so ist es einer großen Dichterin würdig, wenn eine Geschichte über sie gedichtet wird, wie dies Tereza Vanek hier tut. Marie de France ist eine bedeutende Dichterin gewesen, aber auch "nur" eine Frau. Chronisten jener Zeit waren meist Mönche in Klöstern- von Frauen wird da in der Regel nicht viel berichtet. So ist das was uns Tereza Vanek über dieses Leben berichtet nicht mehr- aber auch nicht weniger als eine Geschichte- aber was für eine. Ich mag es wenn es in Geschichten aus dieser Zeit auch stinkt und wenn über Realitäten berichtet wird, die uns heute fern sind. Folgen von Krieg und Elend nicht beschönigt oder versüsst werden. So sind mir auch besonders die Nebenfiguren der Hawisa und der Jeanne ans Herz gewachen- Figuren aus einfachen Verhältnissen, die mit den Hofdamen zurechtkommen müssen. Der Roman begleitet die junge Marie durch ihre Kindheit und Jugend um sie in reiferem Alter in eine hoffentlich positive Zukunft zu entlassen, die Schicksalschläge die sie hinnehmen muß treffen sie als Mitglied einer extrem priviligierten Kaste, aber wir bekommen erzählt, wie brüchig das Ganze war, wie unerspriesslich, manche Überlegungen aus anderen Geschichten werden in neuem Licht betrachtet, wenn Marie über das Leben der Hofdamen oder das Leben der Ritter berichtet und dabei die verklärende Romantik einer harten Realität entgegensetzt. Ein wirklich wunderschönes Buch, dem man nur viele Leser wünschen kann.

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  • Rezension zu "Die Dichterin von Aquitanien" von Tereza Vanek

    Die Dichterin von Aquitanien
    Zabou1964

    Zabou1964

    23. September 2010 um 23:21

    Auch in ihrem neusten Werk bewegt sich die Autorin Tereza Vanek wieder abseits „ausgelatschter Pfade“ und widmet ihr Buch der ersten französischen Dichterin Marie de France. Über diese Frau ist nur sehr wenig bekannt, was Tereza Vanek die Möglichkeit gibt, Fiktion und historische Wahrheit zu einer spannenden Geschichte zu verweben. Marie stammt aus ärmlichen Verhältnissen. Sie ist das Resultat einer Affäre Geoffreys VI mit einer Magd. Wie damals üblich wächst sie bei der Mutter auf, die jedoch früh verstirbt. Deren Lebensgefährte Guillaume, ein Gaukler und Geschichtenerzähler, kümmert sich weiter um das Kind, unterstützt durch Zahlungen des leiblichen Vaters. Als auch Guillaume stirbt, wird sie an den Hof Henris II geholt, wo sie als Hofdame Eleonores von Aquitanien leben soll. Sie hat eine Gabe, Geschichten zu erfinden und in schöne Reime zu fassen. Dies bleibt von Eleonore nicht lange unbemerkt und schon bald zählt Marie zu deren Günstlingen. Doch der Onkel hat etwas anderes mit ihr vor: Sie muss einen walisischen Prinzen heiraten, der sie misshandelt und wie eine Gefangene hält. Als sie von Eleonore an den Hof zurückgeholt wird, scheint ihr Leben und Wirken zunächst gerettet. Aber auch hier erwarten sie Intrigen und Neider, die ihr das Leben schwer machen. Sprachlich ist dieses Buch ein Genuss. Die Autorin versteht es ausgezeichnet, den Leser in fremde Welten eintauchen zu lassen. Sie beschreibt sehr bildhaft die Figuren und Landschaften, sodass ich mir alles sehr gut vorstellen konnte. Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet, allen voran natürlich Marie und die Königin Eleonore. Aber auch Nebenfiguren wie Maries Tante Emma oder ihre Dienerin Hawisa sind mehrdimensional gezeichnet, machen im Laufe der Jahre Entwicklungen durch und wuchsen mir ans Herz. Eine Liebesgeschichte darf in einem historischen Roman natürlich auch nicht fehlen. Tereza Vanek erzählt diese sehr gefühlvoll und dennoch realistisch. Neben einem zeitlichen Überblick und einem Stammbaum der englischen Königsfamilie bietet das umfangreiche Taschenbuch noch ein ausführliches Nachwort der Autorin, in dem sie erklärt, was an ihrer Geschichte historisch belegt und was ihrer Fantasie entsprungen ist. Wie eingangs erwähnt, ist über Marie de France nicht sehr viel bekannt, sodass Frau Vanek die Geschehnisse um Marie zum größten Teil frei erfunden hat. Ich kann mir aber vorstellen, dass das Leben am Hofe damals so stattgefunden hat. Fazit: Mit „Die Dichterin von Aquitanien“ hat mir Tereza Vanek auf unterhaltsame und spannende Art sowohl das Leben und das Werk der Marie de France, als auch den Königshof zu Zeiten Henris II, näher gebracht.

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  • Rezension zu "Die Dichterin von Aquitanien" von Tereza Vanek

    Die Dichterin von Aquitanien
    Leserrezension2010

    Leserrezension2010

    19. August 2010 um 16:46

    A65 Die Dichterin von Aquitanien von Tereza Vanek Kategorie: Allgemein Taschenbuch: 704 Seiten Verlag: Goldmann Verlag (19. Juli 2010) Sprache: Deutsch ISBN-10: 3442472261 ISBN-13: 978-3442472260 Größe: 18,6 x 11,8 x 4,8 cm Kurzbeschreibung: von der Autorin Mitte des 12. Jahrhunderts, nahe Paris: Die junge Marie wächst in einfachen Verhältnissen bei einem ehemaligen Gaukler auf. Von ihren Eltern und ihrer Herkunft weiß sie fast nichts. Erst als ihr trinkfreudiger Ziehvater tödlich verunglückt, erhält sie die Nachricht, sie sei die illegitime Tochter von Geoffrey VI, dem Bruder des englischen Königs Henri II, und wird nach England an den Hof gebracht. Es fällt ihr schwer, sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden, und sie fühlt sich einsam. Allein die Freundschaft mit einer jungen Bediensteten und ein kurzes Gespräch mit einem schwärmerischen, halbwüchsigen Sänger, der ihr ewige Liebe schwört, heitern sie ein wenig auf. Schließlich wird Marie von ihrem königlichen Onkel zur Heirat mit einem walisischen Fürsten gezwungen. Die Ehe steht von vornherein unter keinem guten Stern und als ihr schwer kranker, verbitterter Ehemann ihr das Leben zunehmend unerträglich macht, flüchtet Marie sich in Träumereien über heimliche Liebesbeziehungen zwischen unglücklich verheirateten Damen und tapferen Rittern, die sie schließlich aufzuschreiben beginnt. Durch eine dieser Geschichten wird Eleonore von Aquitanien auf ihr Talent aufmerksam. Marie entkommt ihrer Ehehölle, wird zur Lieblingsdichterin der Königin und begleitet Eleonore schließlich an den Hof von Poitiers. Sie zieht Bewunderung, aber auch Neid auf sich, und gerät in ein Netz von Machtkämpfen und Intrigen. Schließlich begegnet ihr auch im wahren Leben die Liebe. Während ihre königlichen Verwandten sich untereinander zu bekriegen beginnen, muss Marie um ihr Glück kämpfen. Meine Meinung: Nein, das ist kein weiterer -in Roman, sondern die liebevolle Beschreibung einer Frau, die tatsächlich existiert hat. Von Marie de France ist nur wenig bekannt, ihr Leben liegt weitestgehend im Dunkeln, nur ihre Lais sind ihr Vermächtnis. Tereza Vanek erweckt sie zum Leben, lässt uns teilhaben an ihren Gefühlen, ihren Ängsten, ihrem Glück. Wir begleiten sie 23 Jahre lang, werden Zeuge ihrer Reifung vom kleinen Mädchen zur starken Frau, die sich gegen ihr scheinbar vorbestimmtes Schicksal auflehnt um ihr persönliches Glück zu finden. Wie sie sich am Hof Henri II zurechtfindet, lässt ein farbenprächtiges Bild vor meinem inneren Auge erstehen. Ich konnte es fast riechen, wenn im großen Saal die Speisen aufgetragen wurden oder das Mahl nur aus Brot und Speck bestand. Aber nicht nur Marie wird lebendig, auch die wichtigsten Personen jener Zeit bekommen ein Gesicht und Stimme. Besonders gut hat mir hier die Sicht auf Eleonore von Aquitanien, im Roman mit ihrem okzitanischen Namen Aliénor benannt, gefallen. Die Motive ihres Handelns werden aus der Sicht eines ihr Nahestehenden geschildert und hinterfragt, das macht sie sehr authentisch. Der Roman hat mich schier aufgesaugt, er ist sehr flüssig zu lesen, und die über 700 Seiten waren sehr schnell ausgelesen. Zu schnell eigentlich, denn Marie ist mir ans Herz gewachsen. Mein Fazit: Ein starker historischer Roman mit Tiefgang

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  • Rezension zu "Die Dichterin von Aquitanien" von Tereza Vanek

    Die Dichterin von Aquitanien
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    19. August 2010 um 13:37

    Die Dichterin von Aquitanien - Tereza Vanek Taschenbuch: 704 Seiten Verlag: Goldmann Verlag (19. Juli 2010) Sprache: Deutsch ISBN-10: 3442472261 ISBN-13: 978-3442472260 Größe: 18,6 x 11,8 x 4,8 cm Kurzbeschreibung: von der Autorin Mitte des 12. Jahrhunderts, nahe Paris: Die junge Marie wächst in einfachen Verhältnissen bei einem ehemaligen Gaukler auf. Von ihren Eltern und ihrer Herkunft weiß sie fast nichts. Erst als ihr trinkfreudiger Ziehvater tödlich verunglückt, erhält sie die Nachricht, sie sei die illegitime Tochter von Geoffrey VI, dem Bruder des englischen Königs Henri II, und wird nach England an den Hof gebracht. Es fällt ihr schwer, sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden, und sie fühlt sich einsam. Allein die Freundschaft mit einer jungen Bediensteten und ein kurzes Gespräch mit einem schwärmerischen, halbwüchsigen Sänger, der ihr ewige Liebe schwört, heitern sie ein wenig auf. Schließlich wird Marie von ihrem königlichen Onkel zur Heirat mit einem walisischen Fürsten gezwungen. Die Ehe steht von vornherein unter keinem guten Stern und als ihr schwer kranker, verbitterter Ehemann ihr das Leben zunehmend unerträglich macht, flüchtet Marie sich in Träumereien über heimliche Liebesbeziehungen zwischen unglücklich verheirateten Damen und tapferen Rittern, die sie schließlich aufzuschreiben beginnt. Durch eine dieser Geschichten wird Eleonore von Aquitanien auf ihr Talent aufmerksam. Marie entkommt ihrer Ehehölle, wird zur Lieblingsdichterin der Königin und begleitet Eleonore schließlich an den Hof von Poitiers. Sie zieht Bewunderung, aber auch Neid auf sich, und gerät in ein Netz von Machtkämpfen und Intrigen. Schließlich begegnet ihr auch im wahren Leben die Liebe. Während ihre königlichen Verwandten sich untereinander zu bekriegen beginnen, muss Marie um ihr Glück kämpfen. Meine Meinung: Nein, das ist kein weiterer -in Roman, sondern die liebevolle Beschreibung einer Frau, die tatsächlich existiert hat. Von Marie de France ist nur wenig bekannt, ihr Leben liegt weitestgehend im Dunkeln, nur ihre Lais sind ihr Vermächtnis. Tereza Vanek erweckt sie zum Leben, lässt uns teilhaben an ihren Gefühlen, ihren Ängsten, ihrem Glück. Wir begleiten sie 23 Jahre lang, werden Zeuge ihrer Reifung vom kleinen Mädchen zur starken Frau, die sich gegen ihr scheinbar vorbestimmtes Schicksal auflehnt um ihr persönliches Glück zu finden. Wie sie sich am Hof Henri II zurechtfindet, lässt ein farbenprächtiges Bild vor meinem inneren Auge erstehen. Ich konnte es fast riechen, wenn im großen Saal die Speisen aufgetragen wurden oder das Mahl nur aus Brot und Speck bestand. Aber nicht nur Marie wird lebendig, auch die wichtigsten Personen jener Zeit bekommen ein Gesicht und Stimme. Besonders gut hat mir hier die Sicht auf Eleonore von Aquitanien, im Roman mit ihrem okzitanischen Namen Aliénor benannt, gefallen. Die Motive ihres Handelns werden aus der Sicht eines ihr Nahestehenden geschildert und hinterfragt, das macht sie sehr authentisch. Der Roman hat mich schier aufgesaugt, er ist sehr flüssig zu lesen, und die über 700 Seiten waren sehr schnell ausgelesen. Zu schnell eigentlich, denn Marie ist mir ans Herz gewachsen. Mein Fazit: Ein starker historischer Roman mit Tiefgang

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