Slated

von Teri Terry 
4,5 Sterne bei38 Bewertungen
Slated
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booklover_sunsmilings avatar

fascinating, stunning, great

AlenasTopss avatar

Unglaublich gut! Mir hat es auf Englisch sogar noch besser gefallen, ich dachte nicht, dass das noch geht.

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Inhaltsangabe zu "Slated"

Kyla has been Slated—her memory and personality erased as punishment for committing a crime she can’t remember. The government has taught her how to walk and talk again, given her a new identity and a new family, and told her to be grateful for this second chance that she doesn’t deserve. It’s also her last chance—because they’ll be watching to make sure she plays by their rules.

As Kyla adjusts to her new life, she’s plagued by fear. Who is she, really? And if only criminals are slated, why are so many innocent people disappearing? Kyla is torn between the need to know more and her instinct for self-preservation. She knows a dangerous game is being played with her life, and she can’t let anyone see her make the wrong move . . . but who can she trust when everyone is a stranger?

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9781408319468
Sprache:Englisch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:448 Seiten
Verlag:Hachette Children's Books
Erscheinungsdatum:03.05.2012

Rezensionen und Bewertungen

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    jessysmomentes avatar
    jessysmomentevor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Absolut empfehlenswert, vielschichtig, geheimnisvoll, actionreich, gefühlvoll und fesselnd.
    Spannender Dystopie-Trilogie-Auftakt

    Alles an diesem Buch hat mir gut gefallen! Sowohl der Plot als auch die Figuren und die Idee, die hinter der Gesellschaft steht.

    Die Geschichte fängt langsam an und nimmt mit den Seiten auch an Schwung, Action und Rätseln zu. Die gelöschte Kyla, die vor neun Monaten all ihre Erinnerungen und ihre Persönlichkeit an die Regierung verlor, muss sich in einer neuen Familie wieder in die Realität einleben.  Einfache Dinge, wie aus einem Auto auszusteigen, werden neu gelernt. Doch die Handlung kommt schon bald in Schwung. Merkwürdige Dinge passieren und Kylas Träume wirken unheimlich real. Sie trifft auf andere Gelöschte und fängt an, darüber nachzudenken, was sie vor ihrer Löschung verbrochen haben muss, um diese zu verdienen. Sie merkt, dass sie belogen wird, und als sie weitere Entdeckungen macht und plötzlich Menschen aus ihrem Umfeld verschwinden, vergrößern sich ihre Zweifel.

    Das Tempo der Aktionen ist genau richtig austangiert zwischen ruhigeren Phasen und Spannung. Die komischen Dinge, die sie entdeckt und erfährt, lassen auf ein immer größeres Rätsel um die Regierung und die Löschung der Jugendlichen schließen, das es zu lösen gilt.

    Kyla selbst ist etwas schüchtern, macht sich jedoch ihre eigenen Gedanken und geht Risiken ein, um herauszufinden, was in ihrer Welt vor sich geht. Sie geht Beziehungen zu ihren Mitmenschen ein, ist aber vorsichtig und nachdenklich. Sie versucht, sich wie gefordert in ihr neues Leben zu integrieren, still und leise, doch manche Ungereimtheiten und Ungerechtigkeiten lassen ihr keine Ruhe. Im Verlauf des Buches nimmt ihr Selbstbewusstsein zu und der Leser begibt sich mit ihr auf ein Abenteuer, in dem wir uns alle zurechtfinden müssen, um zu entdecken, dass wir unsere Vertrauten vielleicht neu auswählen müssen.

    Die anderen Figuren sind ebenfalls vielschichtig und können erst einmal nicht in Schubladen gesteckt werden. Neben Kylas Mutter, dem Drachen, spielt Ben eine wichtige Rolle: in ihrem Jahrgang und ebenfalls gelöscht. Er geht mit ihr joggen und lenkt sie von ihren Grübeleien ab. Doch als sie gemeinsam herausfinden, dass nicht alles mit rechten Dingen zugeht, will auch er mehr herausfinden.

    Besonders gut gefällt mir natürlich das Genre der Dystopie. Kylas Einschränkung durch den Levo an ihrem Handgelenk, der ihre Stimmung misst und bei schlechter Laune oder gar Ärger oder Agression ein Signal an einen Chip in ihrem Gehirn sendet und sie in eine Ohnmacht schickt. Das Thema der Kontrolle nimmt hier große Ausmaße an und hat große Auswirkungen auf ihr Privatleben. Was es ansonsten mit der Regierung auf sich hat, wird nach und nach weiter erklärt, findet im ersten Buch jedoch noch keinen Abschluss. Klar ist aber, dass die Menschen unter Kontrolle gehalten werden sollen und dass mit Gegnern kurzer Prozess gemacht wird. Kyla muss aufpassen, dass sie nicht auffällt.

    Absolut empfehlenswert, vielschichtig, geheimnisvoll, actionreich, gefühlvoll und fesselnd.

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    miss_mesmerizeds avatar
    miss_mesmerizedvor 3 Jahren
    Teri Terry - Slated

    Kayla startet in ein neues Leben. Eine neue Familie, eine neue Umgebung. Alles ist anders und unbekannt. Wie ein kleines Kind muss sie erst lernen, sich in dieser Welt zurechtzufinden. Ihr Leben davor ist weg, ausgelöscht. Man hat sie geslated und ihr so die Chance auf ein neues Leben eröffnet. Mit ihrer Schwester Amy hat sie kompetente Unterstützung, denn sie hat dasselbe durchgemacht. Die Eltern sind nett, wenn auch die Mutter zunächst eher an einen Drachen erinnert. Es könnte alles gut werden, vor allem nachdem sich Kayla mit Ben anfreundet. Doch immer wieder treten Erinnerungen, die sie nicht haben dürfte, an ihr altes Ich an die Oberfläche und das clevere Mädchen stellt Fragen. Zu viel Fragen, die sie selbst und andere in Gefahr bringen. Unerwartet bekommt sie Hilfe von ihrer Mutter – denn diese hat auch Zweifel an diesem Staat, in dem sich niemand frei bewegen kann und Menschen wie Kayla regelrecht gefangen gehalten werden.

    Ein Jugendroman in Dystopieform mit einem Überwachungsstaat, der ein scheinbar effektives Mittel gegen Terroristen gefunden hat und das Maximum an medizinischer Kenntnis für seine Zwecke nutzt. Das ganze gepaart mit einer durchaus sympathischen Protagonistin, leicht rebellisch, aber nicht zu sehr, und einer Liebesgeschichte, die nicht zu weit geht. Das Thema durchaus ernst zu nehmen und relevant.

    Die Zeichnung der Figuren ist gelungen, die sind nicht zu flach, die Kayla kann als Protagonistin den Roman locker tragen, mit der Mutter wurde ein interessanter Charakter daneben gestellt, der noch Potential hat und nicht zu viel verrät. Der Schreibstil überzeugend und mitreißend, so dass man durchaus Lust auf die folgenden Teile hat.

    Alles in allem: überzeugender und spannender YA Roman.

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    Hikaris avatar
    Hikarivor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Großartiger Anfang der Trilogie, mit einem guten Cliffhanger, der definitiv Lust auf den nächsten Band macht.
    Rezension: Slated - Teri Terry

    Slated ist der erste Teil der gleichnamigen Trilogie von Teri Terry in einem dystopischen England Anfang/Mitte der 2050er Jahre.

    Die Protagonistin Kyla empfinde ich als positiv und interessant und sie bringt einen gut durch das Buch. Manchmal möchte man ihr zuschreien, dass sie sowas nicht sagen soll - aber ich kann es auch einfach verstehen. Die dystopische Welt ist gut ausgearbeitet und wirkt vor allem zwischen den Zeilen ihren Horror. Und baut nach und nach drauf auf, bis die Dinge langsam an die Oberfläche kommen.

    Allgemein ist die Spannung während des ganzen Buches eher zurückhaltend und nicht offensichtlich, was ich aber gerade mag - es muss kein großer Showdown auf Seite 50 stattfinden und trotzdem ist es spannend. Weil unterschwellig doch so viel passiert und einzelne Ereignisse immer deutlicher hervortreten.

    Obwohl ich das Buch bereits vor einiger Zeit in Deutsch gelesen habe, fand ich die erneute Lektüre sehr faszinierend. Ich muss gestehen, ich hatte auch einiges vergessen, aber das machte es dann besser beim Lesen ;) Mir gefällt der Stil des Originals ausnehmend gut und ich finde es teilweise sogar etwas poetisch geschrieben, vor allem am Anfang.

    Ich finde, die Geschichte ist gut aufgebaut und auch die Charaktere überzeugen - vor allem dadurch, dass man nicht alle sofort einschätzen kann und ihren wahren Charakter erst nach und nach kennenlernt. So bleibt auch auf dieser Ebene immer Spannung gewahrt und man muss sich ständig mit Kyla fragen, was gerade passiert und wer auf welche Seite gehört. Und das nicht alles nur schwarz-weiß ist.

    Insgesamt für mich ein sehr guter Start in die Trilogie und ich werde gleich mit Band 2 weitermachen :) Diesmal bin ich vorbereitet und habe bereits die ganze Reihe zu Hause.

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    Krimifee86s avatar
    Krimifee86vor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Ein sehr gelungener Trilogie-Auftakt – ich werde mir die anderen Bände sicherlich auch noch holen!
    Auftakt einer vielversprechenden Trilogie

    Klappentext: Kyla's memory has been erased, her personality wiped blank, her memories lost for ever. She's been Slated. The government claims she was a terrorist, and that they are giving her a second chance - as long as she plays by their rules. But echoes of the past whisper in Kyla's mind. Someone is lying to her, and nothing is as it seems. Who can she trust in her search for the truth?

    Cover: Eigentlich finde ich das Cover ziemlich cool, jedenfalls bevor ich das Buch kannte. Jetzt finde ich aber, dass es nicht so richtig passt, denn wenn das Mädchen auf dem Titel Kyla sein soll (was Sinn machen würde), müsste sie blond sein.
    Vielleicht stellt es aber auch nur ein anderes Mädchen da, das „geslated“ wurde.
    An sich jedenfalls finde ich das Cover trotzdem cool gemacht und es würde mir im Laden sicherlich in die Augen springen.

    Schreibstil: Ich habe das Buch auf Englisch gelesen und muss sagen, dass mich der Schreibstil wirklich sehr begeistert hat. Unkonventionell würde ich ihn als „locker-flockig“ bezeichnen. Die Geschichte ließ sich einfach so herunterlesen, ohne, dass man viel nachdenken musste und war auch für einen Nicht-Muttersprachler ohne Probleme verständlich.
    Die Charaktere haben mir weitestgehend gut gefallen, auch wenn ich doch noch Probleme hatte, sie alle einzuschätzen. Man weiß einfach noch nicht, wer hier Freund und wer Feind ist. Ich bin bislang noch allen misstrauisch gegenüber.
    Kyla selbst kann ich ebenfalls noch nicht richtig einschätzen. Sie ist mir manchmal ein wenig zu selbstmitleidig – ich würde mir hier mehr Stärke wünschen. Für mich ist es gerade deshalb sehr konfus, weil sie zu Anfang – kurz nachdem sie geslated wurde – noch eine sehr starke Persönlichkeit ist und das scheinbar im Verlauf der Geschichte immer mehr abnimmt. Schade. Ich hoffe sehr, dass sie in den folgenden Bänden wieder mehr von ihrer alten Stärke zurückgewinnt.

    Die Story: Die Story war interessant, denn es war einfach mal etwas anderes. Die Idee, einen Menschen so komplett auszulöschen, dass nichts mehr von seiner Persönlichkeit übrig bleibt ist sowohl faszinierend als auch beängstigend. Natürlich kann es Menschen geben, die so grausame Verbrechen begehen, dass „geslated“ zu werden eine humane Möglichkeit wäre, sie wieder in die Gesellschaft zu integrieren. Im vorliegenden Buch geschieht das Ganze jedoch mehr oder weniger wahllos, nämlich auch dann, wenn die politische Meinung der Regierung nicht passt. Hiergegen will Kyla vorgehen, wobei Band 1 der Trilogie erst einmal dazu dient, die ganzen Missstände aufzudecken. Hier ist noch weitere Aufklärungsarbeit nötig und ob es Kyla gelingt, etwas zu unternehmen, wird sich leider auch erst später herausstellen. In „Slated“ unternimmt sie jedenfalls erste Schritte in die richtige Richtung.

    Fazit: Mir hat „Slated“ wirklich gut gefallen, auch wenn Kylas Art mich ab und an schon etwas genervt hat. Sie war eben stellenweise recht selbstmitleidig / wehleidig. Auch die Story hat in meinen Augen noch Lücken – wobei ja noch Teile folgen. Alles in allem aber ein toller Auftakt zu einer Trilogie, die ich sicherlich noch weiter lesen werde. Ich vergebe vier Punkte.

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    oberhuukeksis avatar
    oberhuukeksivor 4 Jahren
    And the memories I never can escape I'm not fine at all

    Eine erneute Geschichte aus der Zukunft, in der absolute Kontrolle und Überwachung eine entscheidende Rolle im Alltag der Bevölkerung spielen. Mal abgesehen von dem Trend, der derzeit bei solchen Thematiken herrscht, so empfinde ich es doch immer wieder aufs Neue interessant, was daraus entsteht. Gerade, weil sie einfach in unserer Gegenwart präsent sind.

    Dieses brisante Thema wurde hier sehr gut aufgegriffen und mit einer, für mich, neuen Note versehen. Eine solche Form habe ich bisher noch nirgendwo gelesen. Jackpot, würde ich sagen. An Spannung und Genuss hat es hier für mich wirklich nicht gefehlt. Viele Fragen stehen noch offen, genauso die Zusammenhänge. Charaktere bleiben rätselhaft. Das ist genau dir richtige Grundlage dafür, dass man den zweiten Band direkt lesen möchte.

    Vorsicht in nur einer Sache: Ich hoffe, dass in der Fortsetzung nicht erneut zu oft und zu schnell der Alltag Kylas herunter gespult werden. Dieses Muster droht dann letztendlich doch mit Eintönigkeit und Langeweile.

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    walli007s avatar
    walli007vor 5 Jahren
    Wie in Watte


    Wie muss es wohl sein, wenn das Gedächtnis gelöscht wird? Wenn man eine neue Persönlichkeit verordnet bekommt? Wer war man vorher? Wieso wurde das Gedächtnis gelöscht? Kann man die Löschung löschen? Was, überhaupt, wenn man sich der Löschung, die angeblich ein Segen sein soll, als nicht würdig erweist? Gedanken, die Kayla durch den Kopf gehen. Sie wurde gelöscht und neu erfunden. Unsicher tastet sie sich durch eine Welt in der Nähe von London, die sie nicht wieder erkennt. Ihre neue Familie scheint nett zu sein, der Vater souverän, die Mutter ein Drachen, die Schwester Amy ebenfalls gelöscht, aber in der Familie angekommen. Am liebsten ist ihr jedoch der Kater Sebastian. Schnell möchte Kayla zur Schule gehen, andere Leute sehen, lernen, am Kunstunterricht teilnehmen. Und in der Schule lernt sie Ben kennen.
    Doch teilweise sehr beklemmend ist die Vorstellung, auf einmal ohne Gedächtnis zu sein. Ein leeres Blatt, das neu beschrieben werden muss. Möglicherweise bleibt die alte Persönlichkeit doch erhalten und in der neuen versteckt. Auf diesen Gedanken jedenfalls könnte man wegen der Träume kommen, von denen Kayla schon von Anfang an gequält wird. Fetzen, die sich kaum deuten lassen und die dadurch umso beängstigender sind. 
    Dazu müssen die Gelöschten, für deren Löschung es immer einen Grund gibt, in einem totalitären Staat überleben, in dem Kontrolle und Überwachung groß geschrieben wird. Keine leichte Aufgabe. Schwerer wird es noch dadurch, dass die Löschung als ein Segen verkauft wird, den man sich im Nachhinein verdienen muss. Sei glücklich, du wurdest gelöscht.
    Keine schöne Vorstellung, aber auch mit nicht schönen Vorstellung konnte das Buch mich packen, fesseln und es wird mich vermutlich auch in Band zwei nicht loslassen.

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    Bissfans avatar
    Bissfanvor 5 Jahren
    "Slated", Teri Terry (Slated, #1)

    3,5
    (rezensiert von Shiku)
    _________________________________

    Im Jahr 2054 hat das Vereinigte Königreich die EU verlassen und die Grenzen geschlossen. Innerhalb versucht die Central Coalition den Terrorismus, der sich ausgebreitet hat, zu bekämpfen. Eine Maßnahme zu diesem Zweck ist das Slating: Verbrecher werden einer Operation unterzogen, die sie ihr altes Leben vergessen lässt. Da dieses Vorgehen nur vor dem 16. Lebensjahr möglich ist, werden sie danach in neuen Familien mit einer neuen Identität untergebracht, vertraglich dazu verpflichtet, sich in die Gesellschaft einzubringen.
    Dies ist die Situation, mit der sich die 16-Jährige Kyla konfrontiert sieht. Nach neun Monaten im Krankenhaus wird sie nun entlassen, um mit der Familie Davis zu leben, dessen weitere Tochter Amy ebenfalls ein Slater ist. Es gibt viele alltägliche Dinge, die sie wieder lernen muss und nicht alle Menschen wollen den Slatern die zweite Chance geben. Doch sehr bald muss sich Kyla noch mit ganz anderen Probleme herumschlagen: Sie ist nicht wie andere Slater, sieht Dinge, die sie nicht sehen sollte und kann Dinge, an die sie sich eigentlich nicht erinnern dürfte. Erfahren darf dies niemand, denn instinktiv weiß sie: Eine dritte Chance wird es nicht geben.


    „Slated“ war ein Spontankauf, den ich nicht bereue, auch wenn mich das Buch am Ende nicht ganz umhauen konnte. Dabei startet es eigentlich recht gut, wenn auch langsam, was der Situation aber vollkommen gerecht wird. Kyla wird aus dem Krankenhaus entlassen und muss sich in der alltäglichen Welt erst wieder zurechtfinden. Auch wenn sich ihre Sprachfähigkeit sehr schnell erholte, gibt es immer noch Begriffe und Sprichwörter, die ihr nichts sagen, genauso wie sie den Ablauf eines Abwaschs erst noch einmal erläutert kriegen muss, ehe sie es selber machen kann. Sie ist nicht vollkommen hilflos, immerhin verbrachte sie ein Dreivierteljahr im Krankenhaus, um all solche Dinge zu lernen, aber hier und da braucht sie dennoch Hilfe oder ist erstaunt, wie das Ganze in der Realität – statt nur auf einem Bild – wirkt.
    In der Zeit wird dem Leser aber nicht nur vorgekaut, wie ein Alltag abzulaufen hat, sondern auch die Welt, in der die Menschen jetzt leben, näher gebracht. Sehr viel anders ist sie zunächst nicht: Die Menschen fahren noch ganz normale Autos, das Leben ist keineswegs nur von Technologie bestimmt, es gibt keine Roboter und Krebs ist wahrscheinlich immer noch ein Problem. Dennoch gab es auch Entwicklungen in allen möglichen Bereichen, was das Slating wohl am allerbesten demonstriert. Es mag zunächst auch gar nicht mal so schlecht klingen, wenn sonst gewalttätigen Menschen eine zweite Chance gegeben und ein neues Leben ermöglicht wird, doch es zeigt sich ziemlich bald, dass längst nicht alles im Reinen ist. Überwachung und Zensur ist schlimmer geworden, Kritik sollte nicht zu offen geäußert werden und wenn jemand dem Slating unterzogen wurde, wird ihm damit auch jede Möglichkeit genommen, sich selbst zu verteidigen – nur eine von vielen „Nebenwirkungen“. In dieser Hinsicht ist Kylas „erste“ Reise in die Welt außerhalb des Krankenhauses sehr richtungsweisend: Das Krankenhaus, das sie verlässt und auch den ersten Eindruck außerhalb darstellt, gleicht eher einem Gefängnis, was sie zunächst gar nicht so sehr stört. Nun, das wird sich ändern.

    Das Problem des Buches ist, dass sich dieses Tempo nie erhöht. Kyla lebt sich ein, findet Freunde, sieht sich aber auch immer mehr Geheimnissen und verschwindenden Personen gegenüber. Ab einem gewissen Punkt hätte ich ihr am liebsten einen leichten Stoß gegeben und ihr „Na los, jetzt komm schon!“ hinterhergerufen. Bringt natürlich nichts und das Buch zieht in seinem gemächlichen Tempo weiter.
    Es liegt lediglich an den weiterhin bestehenden Rätseln und an denen, die noch dazu kommen, dass es sich nicht ganz zieht oder gar langweilig wird. Während ich die ersten 200 Seiten beinahe süchtig in mich hineingesogen habe, ging’s danach etwas weniger dringlich weiter. Interessant war es immer noch, aber die extreme Neugierde, als alles noch neu war und die ersten Ungereimtheiten auftauchten, hatte nachgelassen.
    Tja, und dann kam das Ende. Einen Abschluss kann man es nicht wirklich nennen, ein (großer!) Haufen Fragen bleibt offen und wirklich weitergekommen ist Kyla auch nicht. Aber es gibt da diese kleine, aber sehr entscheidende Wende, die zwar nicht unbedingt überraschend, aber wahnsinnig vielversprechend ist. Kurz gesagt ließ sie mich mit ziemlich tiefen Sorgenfalten, aber auch der Hoffnung zurück, dass im nächsten Band ein paar Hintern gehörig versohlt werden. Und dass es Antworten geben wird, notfalls mit Gewalt erzwungen.

    Natürlich ist Kyla nicht die einzige wichtige Person, aber definitiv die wichtigste. Am Anfang ist es ein bisschen schwierig, sie einzuschätzen, was aber wenig verwundert: Sie kennt sich ja selbst nicht einmal. Aber mit der Zeit stellt sich heraus, dass sie hauptsächlich eine ruhige 16-Jährige ist, die gerne und gut zeichnet, aber bei weitem nicht das blind vor sich hin grinsende Mädchen ist, das sie sein sollte. Sie bemerkt Dinge, hinterfragt Handlungen, verlässt sich auf ihren Instinkt und hat immer mal wieder eine sarkastische Bemerkung parat. Die behält sie in der Regel aber lieber für sich, denn ihr Instinkt sag ihr – zu Recht –, dass es keine gute Idee wäre aufzufallen. Mit voranschreitender Handlung ist sie immer entschlossener, mitzumachen und damit in Ruhe gelassen zu werden. Keine Entscheidung, die mich unbedingt gefreut hat, die aber auch sehr verständlich ist.
    Ein weiterer, zumindest für mich sehr wichtiger, Charakter wäre ihre „Mutter“, bei der ich mir sicher bin, dass da noch so einiges kommen wird. Sie wirkt zunächst ziemlich ruppig, ist aber eine Frau, die das Herz am rechten Fleck trägt und ihren eigenen Kopf hat, auch wenn auch sie die Konforme spielt, wenn es sein muss. Gerade zwischen ihr und Kyla war es schön zu beobachten, wie aus diesen Fremden mit der Zeit wirklich eine Familie wurde. Sie sind zwar noch nicht so innig, wie Mutter und Tochter es sein können, aber sie sind auf dem Weg dorthin. Selbst kleinste Szenen zwischen ihnen sind wirklich herzlich, auch wenn sie für harmonieliebende Leser viel zu selten vorkommen. Neben ihr gibt es natürlich auch noch die anderen Familienmitglieder, die keineswegs vergessen werden sollten, allerdings (noch) keine ganz so große Rolle einnehmen. Andere Charaktere melden sich genauso für wachsende Wichtigkeit an – was daraus wird, wird sich zeigen.
    Definitiv nicht unwichtig ist Ben, ein 17-jähriger Slater, in den sich Kyla – natürlich – verliebt. Keine große Überraschung hier. Auch er scheint nicht ganz dem typischen Slater zu entsprechen, aber das heißt nicht, dass die Operation gar keine Auswirkungen auf ihn hatte. Er ist ein ziemlich netter, sympathischer Kerl, dessen einziger Fehler eigentlich die ziemlich abrupte Wandlung mitten in der Handlung ist. Der Grund dafür ist ziemlich offensichtlich: Es soll wieder Schwung in die Geschichte kommen und ein bisschen ist das auch der Fall. Aber die Überleitung dazu konnte mich nicht ganz überzeugen, auch wenn ich fast behaupten würde, dass das ein bisschen anders aussähe, wäre der Part aus seiner Sicht geschrieben worden. Sei es, wie es sei: Es bringt die Handlung voran, zumindest ein wenig.


    „Slated“ ist keineswegs perfekt – das Tempo der Geschichte erhöht sich nie, was die Geschichte zwischendurch ein wenig schleppend wirken lässt. Ein Versuch, das Ganze wieder vorwärts zu bringen, ist auch eher unbeholfen eingebaut, aber abgesehen davon bietet das Buch eine interessante, nur leicht veränderte Zukunft, in der Meinungsfreiheit wieder einmal zum Fremdwort geworden ist. Mit der Zeit sammeln sich etliche Fragen an, die zu einem Großteil mit in den zweiten Band übernommen werden, auch wenn die kleine Wendung am Ende noch vielversprechender ist. Es überzeugt nicht vollkommen, macht aber zweifelsohne Lust auf mehr – ich bin dabei!

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    Shikus avatar
    Shikuvor 6 Jahren
    Rezension zu "Slated" von Teri Terry

    3,5
    ______________________

    Im Jahr 2054 hat das Vereinigte Königreich die EU verlassen und die Grenzen geschlossen. Innerhalb versucht die Central Coalition den Terrorismus, der sich ausgebreitet hat, zu bekämpfen. Eine Maßnahme zu diesem Zweck ist das Slating: Verbrecher werden einer Operation unterzogen, die sie ihr altes Leben vergessen lässt. Da dieses Vorgehen nur vor dem 16. Lebensjahr möglich ist, werden sie danach in neuen Familien mit einer neuen Identität untergebracht, vertraglich dazu verpflichtet, sich in die Gesellschaft einzubringen.
    Dies ist die Situation, mit der sich die 16-Jährige Kyla konfrontiert sieht. Nach neun Monaten im Krankenhaus wird sie nun entlassen, um mit der Familie Davis zu leben, dessen weitere Tochter Amy ebenfalls ein Slater ist. Es gibt viele alltägliche Dinge, die sie wieder lernen muss und nicht alle Menschen wollen den Slatern die zweite Chance geben. Doch sehr bald muss sich Kyla noch mit ganz anderen Probleme herumschlagen: Sie ist nicht wie andere Slater, sieht Dinge, die sie nicht sehen sollte und kann Dinge, an die sie sich eigentlich nicht erinnern dürfte. Erfahren darf dies niemand, denn instinktiv weiß sie: Eine dritte Chance wird es nicht geben.

    „Slated“ war ein Spontankauf, den ich nicht bereue, auch wenn mich das Buch am Ende nicht ganz umhauen konnte. Dabei startet es eigentlich recht gut, wenn auch langsam, was der Situation aber vollkommen gerecht wird. Kyla wird aus dem Krankenhaus entlassen und muss sich in der alltäglichen Welt erst wieder zurechtfinden. Auch wenn sich ihre Sprachfähigkeit sehr schnell erholte, gibt es immer noch Begriffe und Sprichwörter, die ihr nichts sagen, genauso wie sie den Ablauf eines Abwaschs erst noch einmal erläutert kriegen muss, ehe sie es selber machen kann. Sie ist nicht vollkommen hilflos, immerhin verbrachte sie ein Dreivierteljahr im Krankenhaus, um all solche Dinge zu lernen, aber hier und da braucht sie dennoch Hilfe oder ist erstaunt, wie das Ganze in der Realität – statt nur auf einem Bild – wirkt.
    In der Zeit wird dem Leser aber nicht nur vorgekaut, wie ein Alltag abzulaufen hat, sondern auch die Welt, in der die Menschen jetzt leben, näher gebracht. Sehr viel anders ist sie zunächst nicht: Die Menschen fahren noch ganz normale Autos, das Leben ist keineswegs nur von Technologie bestimmt, es gibt keine Roboter und Krebs ist wahrscheinlich immer noch ein Problem. Dennoch gab es auch Entwicklungen in allen möglichen Bereichen, was das Slating wohl am allerbesten demonstriert. Es mag zunächst auch gar nicht mal so schlecht klingen, wenn sonst gewalttätigen Menschen eine zweite Chance gegeben und ein neues Leben ermöglicht wird, doch es zeigt sich ziemlich bald, dass längst nicht alles im Reinen ist. Überwachung und Zensur ist schlimmer geworden, Kritik sollte nicht zu offen geäußert werden und wenn jemand dem Slating unterzogen wurde, wird ihm damit auch jede Möglichkeit genommen, sich selbst zu verteidigen – nur eine von vielen „Nebenwirkungen“. In dieser Hinsicht ist Kylas „erste“ Reise in die Welt außerhalb des Krankenhauses sehr richtungsweisend: Das Krankenhaus, das sie verlässt und auch den ersten Eindruck außerhalb darstellt, gleicht eher einem Gefängnis, was sie zunächst gar nicht so sehr stört. Nun, das wird sich ändern.

    Das Problem des Buches ist, dass sich dieses Tempo nie erhöht. Kyla lebt sich ein, findet Freunde, sieht sich aber auch immer mehr Geheimnissen und verschwindenden Personen gegenüber. Ab einem gewissen Punkt hätte ich ihr am liebsten einen leichten Stoß gegeben und ihr „Na los, jetzt komm schon!“ hinterhergerufen. Bringt natürlich nichts und das Buch zieht in seinem gemächlichen Tempo weiter.
    Es liegt lediglich an den weiterhin bestehenden Rätseln und an denen, die noch dazu kommen, dass es sich nicht ganz zieht oder gar langweilig wird. Während ich die ersten 200 Seiten beinahe süchtig in mich hineingesogen habe, ging’s danach etwas weniger dringlich weiter. Interessant war es immer noch, aber die extreme Neugierde, als alles noch neu war und die ersten Ungereimtheiten auftauchten, hatte nachgelassen.
    Tja, und dann kam das Ende. Einen Abschluss kann man es nicht wirklich nennen, ein (großer!) Haufen Fragen bleibt offen und wirklich weitergekommen ist Kyla auch nicht. Aber es gibt da diese kleine, aber sehr entscheidende Wende, die zwar nicht unbedingt überraschend, aber wahnsinnig vielversprechend ist. Kurz gesagt ließ sie mich mit ziemlich tiefen Sorgenfalten, aber auch der Hoffnung zurück, dass im nächsten Band ein paar Hintern gehörig versohlt werden. Und dass es Antworten geben wird, notfalls mit Gewalt erzwungen.

    Natürlich ist Kyla nicht die einzige wichtige Person, aber definitiv die wichtigste. Am Anfang ist es ein bisschen schwierig, sie einzuschätzen, was aber wenig verwundert: Sie kennt sich ja selbst nicht einmal. Aber mit der Zeit stellt sich heraus, dass sie hauptsächlich eine ruhige 16-Jährige ist, die gerne und gut zeichnet, aber bei weitem nicht das blind vor sich hin grinsende Mädchen ist, das sie sein sollte. Sie bemerkt Dinge, hinterfragt Handlungen, verlässt sich auf ihren Instinkt und hat immer mal wieder eine sarkastische Bemerkung parat. Die behält sie in der Regel aber lieber für sich, denn ihr Instinkt sag ihr – zu Recht –, dass es keine gute Idee wäre aufzufallen. Mit voranschreitender Handlung ist sie immer entschlossener, mitzumachen und damit in Ruhe gelassen zu werden. Keine Entscheidung, die mich unbedingt gefreut hat, die aber auch sehr verständlich ist.
    Ein weiterer, zumindest für mich sehr wichtiger, Charakter wäre ihre „Mutter“, bei der ich mir sicher bin, dass da noch so einiges kommen wird. Sie wirkt zunächst ziemlich ruppig, ist aber eine Frau, die das Herz am rechten Fleck trägt und ihren eigenen Kopf hat, auch wenn auch sie die Konforme spielt, wenn es sein muss. Gerade zwischen ihr und Kyla war es schön zu beobachten, wie aus diesen Fremden mit der Zeit wirklich eine Familie wurde. Sie sind zwar noch nicht so innig, wie Mutter und Tochter es sein können, aber sie sind auf dem Weg dorthin. Selbst kleinste Szenen zwischen ihnen sind wirklich herzlich, auch wenn sie für harmonieliebende Leser viel zu selten vorkommen. Neben ihr gibt es natürlich auch noch die anderen Familienmitglieder, die keineswegs vergessen werden sollten, allerdings (noch) keine ganz so große Rolle einnehmen. Andere Charaktere melden sich genauso für wachsende Wichtigkeit an – was daraus wird, wird sich zeigen.
    Definitiv nicht unwichtig ist Ben, ein 17-jähriger Slater, in den sich Kyla – natürlich – verliebt. Keine große Überraschung hier. Auch er scheint nicht ganz dem typischen Slater zu entsprechen, aber das heißt nicht, dass die Operation gar keine Auswirkungen auf ihn hatte. Er ist ein ziemlich netter, sympathischer Kerl, dessen einziger Fehler eigentlich die ziemlich abrupte Wandlung mitten in der Handlung ist. Der Grund dafür ist ziemlich offensichtlich: Es soll wieder Schwung in die Geschichte kommen und ein bisschen ist das auch der Fall. Aber die Überleitung dazu konnte mich nicht ganz überzeugen, auch wenn ich fast behaupten würde, dass das ein bisschen anders aussähe, wäre der Part aus seiner Sicht geschrieben worden. Sei es, wie es sei: Es bringt die Handlung voran, zumindest ein wenig.

    „Slated“ ist keineswegs perfekt – das Tempo der Geschichte erhöht sich nie, was die Geschichte zwischendurch ein wenig schleppend wirken lässt. Ein Versuch, das Ganze wieder vorwärts zu bringen, ist auch eher unbeholfen eingebaut, aber abgesehen davon bietet das Buch eine interessante, nur leicht veränderte Zukunft, in der Meinungsfreiheit wieder einmal zum Fremdwort geworden ist. Mit der Zeit sammeln sich etliche Fragen an, die zu einem Großteil mit in den zweiten Band übernommen werden, auch wenn die kleine Wendung am Ende noch vielversprechender ist. Es überzeugt nicht vollkommen, macht aber zweifelsohne Lust auf mehr – ich bin dabei!

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    booklover_sunsmilings avatar
    booklover_sunsmilingvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: fascinating, stunning, great
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    AlenasTopsvor 2 Jahren
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