Terry Eagleton Das Böse

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Inhaltsangabe zu „Das Böse“ von Terry Eagleton

Warum fasziniert uns das Böse und stößt uns zugleich ab? Werden wir böse geboren, oder macht uns erst die Gesellschaft zu Übeltätern? Gibt es so etwas wie Sünde? Bei seiner Suche nach Antworten zieht Terry Eagleton Augustinus und die Bibel ebenso heran wie Sigmund Freud, Hannah Arendt, Thomas Mann, William Shakespeare und die Daily Mail.

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  • Rezension zu "Das Böse" von Terry Eagleton

    Das Böse

    Sokrates

    11. October 2012 um 10:26

    Schwierig, dieses Buch zu bewerten. Ich persönlich bin mit einer völlig anderen Erwartung ans Lesen herangegangen. So gesehen, hat es mich enttäuscht. - Zwar nähert sich Eagleton ironisch-witzig den Problemen des Bösen, aber außer groben - zweifelsohne witzigen - Wortspielereien kommen keine interessanten Informationen rüber. Er durchwühlt die gesamte Weltliteratur auf der Suche nach passenden Passagen oder Figuren, die das Böse verkörpern, aber irgendwie verbleibt die Quintessenz unbefriedigend. Bereits nach knapp mehr als der Hälfte des Buches verlor ich das Interesse, trotz gutem englischem Humor.

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  • Rezension zu "Das Böse" von Terry Eagleton

    Das Böse

    michael_lehmann-pape

    01. September 2011 um 12:13

    Eine philosophische Einladung Nicht nur vom gestellten Thema her, allein schon in Form und Stil lohnt sich dieses Buch von Terry Eagleton. Mit trockenem Humor, ironischer Distanz, einer auf den Punkt treffenden Sprache und dennoch nicht selbstverliebt, sondern stets dem gewählten Thema zugewandt, das sind nicht alltägliche literarische Möglichkeiten, denen man mit Vergnügen folgt. Und ein immer aktuelles Thema ist es, dem sich Terry Eagleton in seinem neuen Buch verschreibt. „Das Böse“, das seit Menschengedenken die Gemüter bewegt, da, wo es auf einen trifft, Menschen immer wieder fassungslos hat stehen lassen. Im Großen wie in den Grausamkeiten der Kriege und im Kleinen, da wo zwei Zehnjährige ein Kleinkind zu Tode quälen oder Eltern ihre Kinder im wahrsten Sinne des Wortes „Verrotten lassen“. Trotzdem auch Eagleton nicht daran vorbeikommt, das ein oder andere beleuchtende und damit drastische Beispiel zu nennen, in seinem Buch sind diese Gräueltaten in keiner Form der Mittelpunkt. Nichts Marktschreierisches haftet den Zeilen an. Intensiv und im klaren Gedankengang wendet sich Eagleton seiner Betrachtung des Bösen zu. Eine Betrachtung, die er konsequent im Buch zunächst aus allen Bereichen der Transzendenz oder Metaphysik herauslöst und immer wieder auf geerdete Beine stellt. Auch wenn er durchaus „das Böse“ auch als metaphysische Konstante zu betrachten versteht. Letztlich löst Eagleton den Begriff aus den allzu alltäglichen Verständnisebenen. Feindschaft, Niedertracht, Neid, all dies ist für ihn nicht das Böse. Sondern jene zerstörerische Haltung alleine, die aus der „inneren Leere“ des Menschen erwachsen kann. „Die (göttliche) Ruhe ist unerträglich für den unersättlichen Willen, der ewig verdrossen und unbefriedigt bleibt“. Eine „Unfähigkeit zu leben“, die sich als „Mangel“ aufzeigt. Ein Mangel, dem unter ungeheurem Druck entflohen werden muss. Das Böse ist in seinen Augen ein zunächst offenkundig innerweltliches ethisches Problem, wo es zum tragen kommt, kein „Teufelswerk“. So macht Eagleton das Böse begreifbar und an der Welt anhaftend, schließt aber zugleich auch die Tür der Weitergabe der Verantwortung an irgendwelche metaphysischen Kräfte. Nein, es sind schon wir Menschen, die sich der Verantwortung für das Böse, der eigenen „inneren Leere“ zu stellen haben. Da, wo das Böse im Menschen wirkt und ihn antreibt, als Selbsterfahrung, Selbstmächtigkeit, als Füllung einer inneren Leere. Deutlich wird, dass sich Eagleton, neben durchaus vorhandenen Verweisen auf die historische Betrachtung des Bösen und der Theodizefrage, neben einem Eingehen auf gegenwärtige philosophische Ansätze, doch immer wieder auf den „Alltag des Bösen“ zu sprechen kommt. Gut, dass nach der Lektüre deutlich wird, das „das Böse“ eben nicht „immer und überall“ die Luft vergiftet, erschreckend dennoch, wie schrankenlos Menschen sich „dem Bösen“ im eigenen Inneren zuzuwenden vermögen. Schlimm genug zudem, dass die „kleinen Schwestern“ des Bösen, „Bosheit und Niedertracht“ durchaus das alltägliche Leben schnell mitbestimmen, wenn man nicht aufpasst. So kann man letztlich Eagletons Abwiegelungen, das „das Böse“ aufgrund seiner eher geringen Verbreitung im Eagletonschen Sinne kein allzu großer Grund zur Besorgnis sein sollte, nicht ganz folgen (auch, wenn es beruhigend wirkt). Alles in allem legt Terry Eagleton ein konstruktives, nicht pessimistisches, Buch zum „Bösen“ vor. Leicht zu lesen, voller Humor, ohne ins Zotige zu entgleisen. Ob man seiner Definition des Bösen letztendlich zustimmt oder noch andere Schwerpunkte im eigenen Verständnis setzt, spielt letztlich für den Gehalt der Lektüre des Buches keine entscheidende Rolle. Es lohnt sich allemal, den Einlassungen und Erläuterungen Eagletons zu folgen.

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