Kultur

von Terry Eagleton 
2,0 Sterne bei2 Bewertungen
Kultur
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Ansammlung von essayistischen Ausführungen, die schwer zu lesen sind und keinen roten Faden haben

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Eine unstrukturierte Studie zum Begriff "Kultur", deren Lektüre den Leser einiges abverlangt und aus der man leider nur wenig mitnehmen kann

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Inhaltsangabe zu "Kultur"

Was macht den Mensch zum Menschen? Generationen von Philosophen haben sich mit dieser Frage befasst, doch wohl keiner hat sie bislang mit der Leichtigkeit und dem funkelnden Geist eines Terry Eagleton beantworten können. Eagleton macht die Kultur als prägenden Aspekt unseres Menschseins aus und spannt in dieser so scharfsinnigen wie witzigen Analyse den Bogen von Klassikern wie Johann Gottfried Herder und Oscar Wilde bis ins heutige Hollywood. Er zeigt den Verfall der Religion und den Aufstieg und die Herrschaft der „unkultivierten“ Massen. Sein Buch ist ein leidenschaftliches Plädoyer für die Rückbesinnung auf kulturelle Werte und zugleich eine Anleitung, unsere sozialen Beziehungen zu vertiefen und so die Zivilgesellschaft zu stärken.

„Eagleton ist ein begnadeter Polemiker und Stilist.“ Die Zeit

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783550081705
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:208 Seiten
Verlag:Ullstein Buchverlage
Erscheinungsdatum:08.09.2017

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    frenx1s avatar
    frenx1vor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Ansammlung von essayistischen Ausführungen, die schwer zu lesen sind und keinen roten Faden haben
    Äußerst schwer lesbar

    Was ist Kultur? Was soll Kultur sein? Wie entwickelt sie sich? Terry Eagleton geht in seinem Buch „Kultur“ diesen Fragen nach. Ich muss zugeben: ich habe mir etwas anderes von diesem Buch erwartet. Eine Streitschrift, ein Plädoyer. Doch „Kultur“ ist nichts anderes als eine essayistisch verfasste wissenschaftliche Abhandlung, die zudem äußerst schwer lesbar ist.

    Bräsig kommt sie an vielen Stellen daher. Die vielen flapsigen Beispiele, die Eagleton, teilweise wohl um zu provozieren, anführt, machen das Buch nur an wenigen Stellen lesenswerter. Was fehlt, ist eine rote Linie, die durch das Buch führt. Es gibt allenfalls Stichwortverknüpfungen an manchen Stellen, eine ausgefuchste Argumentation ist Fehlanzeige. Bei all den Ausführungen, die in die Breite gehen, ist es überhaupt schwer, in „Kultur“ eine Argumentationslinie zu finden.

    Da sieht Eagleton kulturpessimistisch den Tod der Geisteswissenschaften am Horizont, unterstellt dem Kapitalismus „Hybridität“, also Vermischung und Pluralität zu forcieren, und kommt zu dem Schluss, dass die Kultur ihre Unschuld verloren habe. Doch was er selbst bei all dem, was er von anderen zitiert und reflektiert dagegensetzt, bleibt verschwommen. Er legt wert darauf, dass es auch eine Notwendigkeit der Einheitlichkeit bzw. Gemeinsamkeit zur Identitätsfindung bedarf, kritisiert die fehlende Diskussion über Solidarität und Gerechtigkeit. In seiner Argumentation gegenüber den romantischen Nationalisten ist Eagleton dann plötzlich die Vielfalt wieder wichtig. Dann hangelt er sich an Edmund Burke, Johann Gottfried Herder und Oscar Wilde entlang, um einen Kulturbegriff des „sozialen Unbewussten“ zu manifestieren, spricht auch von der harmonisierenden Wirkung der Kultur. In den letzten beiden Kapiteln will Eagleton schließlich ein modernes Kulturkonzept beleuchten – doch modern ist daran wenig. Überwiegend geht es um die Industrialisierung und die damit einhergehende Angst vor Kulturverlust.

    Als Leser bin ich ratlos zurückgeblieben. Was mir Eagleton sagen will: ich weiß es nicht. So gar nicht.

    Sicher, ich bin mehr denn je mir bewusst, dass Kultur ein äußerst vielschichtiger Begriff ist, der kaum fassbar ist. Und ja, dass die Populärkultur zu kritisieren ist, inklusive der Anbindung an kapitalistische Kulturindustrie, ist nichts Neues. Aber was soll nun werden? Mehr Hochkultur will Eagleton nicht. Ein Verzicht auf Massenkultur ebenso wenig. Mehr Werte, ja. Mehr Gerechtigkeit. Vielleicht auch unbewusst im Sinne des „sozial Unbewussten“.

    Mag sein, dass Eagletons Buch für Kulturwissenschaftler spannend zu lesen ist mit seiner Auseinandersetzung mit dem Kulturbegriff. Mich hat es nicht angesprochen.

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    seschatvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eine unstrukturierte Studie zum Begriff "Kultur", deren Lektüre den Leser einiges abverlangt und aus der man leider nur wenig mitnehmen kann
    Keine Offenbarung

    Terry Eagletons "kulturelle Gesamtschau" ist ein großer Mischmasch an Fakten und subjektiven Leidenschaften, der recht unsystematisch daherkommt und zudem auf den anglo-irischen Raum zentriert ist.

    Der ironisch-britische Erzählstil des Literaturtheoretikers und Professors für Englische Literatur war zwar amüsant, konnte aber keineswegs die inhaltliche Achterbahnfahrt übertreffen. Letztere forderte dem Leser eine Menge Geduld ab. Die Weitschweifigkeit von Eagletons Gedanken und die teilweise ausufernden Ausführungen zu von ihm verehrten Geistesgrößen wie Karl Marx, Oscar Wilde oder Gottfried Herder strengten an und führten nicht nur einmal dazu, dass Passagen nur gestreift bzw. quergelesen wurden. Das Interesse an den stark philosophisch geprägten Beschreibungen und Denkmodellen ebbte spätestens nach der dritten Seite ab. 

    Sicherlich lässt sich der Begriff "Kultur" nicht mit einem Satz abtun, da er im Laufe der Zeit immer vielschichtiger geworden ist. D.h., es haben sich unzählige "Kulturen" entwickelt. Dass Eagleton diese nicht alle abbilden kann, ist verständlich. Doch ein kleiner Abriss wäre möglich gewesen. Darüber hinaus habe ich mich gewundert, dass der Autor erst gegen Ende des Buchs auf die lateinischen Wurzeln des Begriffs "Kultur" zu sprechen kam. Letzteres lässt darauf schließen, dass diesen Buch kein wirkliches Konzept, also ein roter Faden, vorausgegangen ist. Wenn Eagleton über die Kultur von gestern und heute berichtet, dann mit Wehmut und Angst vor der Zukunft. Wird man in der heutigen, schnelllebigen Zeit bald noch Literatur- und Geisteswissenschaften studieren können? Dies ist eine berechtigte Frage, die aber m. E. genauso wie die etymologische Herleitung des Wortes Kultur an den Buchanfang gehört. 

    FAZIT
    Eine unstrukturierte Studie zum Begriff "Kultur", deren Lektüre den Leser einiges abverlangt und aus der man leider nur wenig mitnehmen kann. Schlussendlich hat man den Eindruck, dass der Autor das Buch aus Spaß an der Freude und damit mehr für sich als für den Leser geschrieben hat. 



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