Terry Eagleton Warum Marx recht hat

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Inhaltsangabe zu „Warum Marx recht hat“ von Terry Eagleton

Mitten in der schwersten Krise des Kapitalismus bricht der katholische Marxist Terry Eagleton eine Lanze für Karl Marx. Streitbar, originell und mit britischem Humor widerlegt er zentrale Argumente gegen den Marxismus, wie z.B. „Wir leben doch längst in einer klassenlosen Gesellschaft“, „Der Marxismus erfordert einen despotischen Staat“ oder „Der Marxismus ignoriert die selbstsüchtige Natur des Menschen“. Eagleton macht klar: Marx’ materialistische Philosophie hat ihren Ursprung im Streben nach Freiheit, Bürgerrechten und Wohlstand. Sie zielt auf eine demokratische Ordnung und nicht auf deren Abschaffung

Kapitalismuskritik neu überarbeitet.

— thursdaynext
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  • Rezension zu "Warum Marx recht hat" von Terry Eagleton

    Warum Marx recht hat
    thursdaynext

    thursdaynext

    Eine Gemeinschaftsrezi aus dem Hause Rallus/Thursdaynext Marx entmottet: Ein Versuch Frei nach Karl Marx: Jede Geschichte braucht ihren Über-bau, so auch diese. Die menschliche Geschichte ist wie ein Haus. Kommen neue Mieter, neue Moden, werde alte Möbel weggeschmissen oder auf dem Speicher abgestellt. Nach einiger Zeit sind viele Ecken des Speichers voller Staub und die Mieter wissen nicht meh, was sich dahinter verbirgt. So entstehen Legenden und falsche Vorstellungen, Bilder. Auch im Falle von Karl Marx, den Terry Eagleton, Literaturprofessor und katholischer Marxist (ein Widerspruch in sich?!) versucht neu zu entdecken, zu entstauben und gefällig zu präsentieren. Wir nähern uns der politischen dick mit Staub bedeckten Truhe, haben Bilder im Kopf, die bolschewistische Revolution, Jahre voller vergeblicher DDR-Sozialisation und ein recht diffuses Bild was denn alles in der Truhe ist. Nach und nach entdecken wir dann Erstaunliches. Wertvolles Recyclingmaterial kommt zutage und der Kapitalismus ist gelinde gesagt für das Gros der Weltbevölkerung zu angegammelt, um ihn noch weiter zu benutzen. Das heisst nicht, dass die Märkte abgeschafft werden sollen, da Marx den Kapitalismus ja auch als Grundlage des Kommunismus sieht, positive Errungenschaften sind durchaus weiterzuverwenden, ja geradezu notwendig um es diesmal im Marxschen Sinne menschenwürdiger zu gestalten. Denn für Marx ist nicht die Produktion um ihrer Produktion willen im Vordergrund, sondern der Mensch ist der Mittelpunkt! Kritiker werden einwenden, dass das nicht funktioniert. Weil eben schon mal schiefgegangen und es läge einfach nicht in der menschlichen Natur. Hier kontert Eagleton und zitiert, interpretiert Marx, legt auch Beispiele aus seiner Zeit bei und versucht dies mit aktuellen Beispielen zu belegen.Leider bleibt er im Marxschen Jargon, sehr altertümlichen Vokabular und dadurch schwer verständlichen roten Fäden. Seinen Marx zuvor mal ordentlich gelesen zu haben wäre hilfreich gewesen, wer hat das schon getan, so kämpfen wir uns eben mit solidem Zweiachtelwissen durch des Autors Zeilen. Aufgebaut ist das Buch in 10 weitverbreitenden Thesen die Kritiker an Marx haben und Eagleton versucht diese zu widerlegen, gibt aber auch den Kritikern zuweilen Recht. Ein Kritikpunkt, der im Buch kaum angesprochen wird, aber in vielen Köpfen wohl noch herumspukt wie das kommunistische Gespenst ist Marx persönliche Lebensführung. Wer die Biographie von Jenny Marx kennt hat ihr unschwer entnommen, dass er ein chauvinistischer Patriarch war, der sich von Engels, teils recht undankbar durchfüttern liess. Nun waren Marx und Engels gleichgestellt. Jenny Marx hatte als Ehefrau das Pech, in der damaligen Zeit ihrem Karl völlig untertan zu sein und in seinem Privatleben war denn auch von seinen philosophische Gedankengängen, zu Gerechtigkeit und Menschenwürde kein Platz für Frau und die zahlreichen KInder. Wer hier aber den moralischen Zeigefinger hebt schaue sich bitte mal in der abendländischen Philosophen und Denkfabrik um. Fast alle großen Denker waren menschenscheu, asozial frauenfeindlich, teilweise auch der Zeit geschuldet in der sie lebten. Doch lassen wir das Private beisseite und blicken auf seine, von Eagleton interpretierten Ideen. Wo er zitiert und vergleicht mit heutigen Lebensumständen entsteht Kopfnicken, manchmal sträuben sich aber auch die Haare. Seit Marx mit seinen Ideen versucht hat die Welt zu verändern ist einiges geschehen. Veränderungen zuhauf, neue Technologien, verbesserte Lebensumstände, nur leider nicht für alle Menschen dieses Planeten. Die meisten (und Glücklichen , so sie von ihrere Arbeit leben können und welche haben) gehören immer noch zur neu definierten, aber im noch de Facto, Arbeiterklasse . Sie stellen ihre Arbeitskraft in fremde Dienste. Das würde sich auch in einer marxistischen Welt nicht ändern. Schlaraffia ist Utopie. Eine gerechtere Welt nicht und der Kapitalismus hat keine gerechtere Welt geschaffen - im Gegenteil. Zeit hatte er durchaus genug, schaut man gen Zukunft wird aber die Ungleichheit immer größer. Immer mehr Menschen leben mit weniger als 2 Dollar pro Tag und dem Investmentbanker wird das Gesicht lang wenn der Bonus nur 1 Millionen beträgt um ein krasses Beispiel zu nennen. Marx wollte aber nicht alles gleichmachen. Zugang zu Lebensnotwendigkeiten und Muße um kreativ zu werden erschienen ihm jedoch wichtig genug um sein Gedankengebäude zu errichten. Ganz weit vorne ist da die Frage nach den Kontrollinstanzen der Wirtschaft. Wer hat heutzutage die Macht und wird sie zum Wohle aller angewendet ? Hier hat sich eben interessanterweise seit Marx Zeiten nicht viel getan und Eagleton kann berechtigte Berührungsängste und Kritikpunkte an der marxschen Lehre breitangelegt entkräften. Auch die, dass ein funktionierender demokratischer Sozialismus nur mit Gutmenschen durchführbar ist. So hochentwickelt ist und wird unsere Spezies wohl niemals sein. Eine auf seinen ideelllen Grundlagen aufgebaute Gesellschaft, die den Staat nur als Verwaltungsorgan nutzt und sich selbstverwaltet, ist, mit genügend demokratischen Kontrollinstanzen, aber durchaus möglich. Zum Vergleich: im Kapitalismus ist der Staat Kontrollinstanz, und dieser dient den Mächtigen, sprich Konzernen, Lobbyisten und setzt gegen eine viel größere Zahl der Bevölkerung ihre Ansprüche auch mit staatlicher Gewalt durch. Ja es ist sogar, dass wer die wirtschaftliche Macht hat auch die geistige beherrscht, wie an vielen Medienkonzernen erkennbar ist. Eagleton kann überzeugen, wobei er erst im hinteren Drittel des Buches die richtigen Anker für seine Argumente findet. Anfänglich war er sehr philosophisch, teils ermüdend, aber wichtig: Gehirnwindungen anregend. Sein doch recht wertkonservativer britischer Humor (auch er kann seine Klasse nicht verbergen) erschöpft sich denn auch in bissigen Seitenhieben auf das britische Königshaus und eher unberechtigten unbeholfenen Verbalattäckchen gegen Schauspieler (Brad Pitt) und Musiker (Keith Richards), hin und wieder blitzt aber auch ein begnadeter Sarkasmus durch, etwa wenn er die Geschichte des Kapitalismus erzählt und dazu die Gräuel des Kolonialismus beleuchtet. Ob man sich jetzt dem Kommunismus oder Sozialismus zuwenden, oder ihn als Heilmittel gegen den Kapitalismus betrachten soll, bleibt jedem offen. Wichtig ist, sich eine der wichtigsten und größten politischen Bewegungen und seiner Grundlage vorurteilsfrei zu begegnen und zuzuhören. Das Buch bietet durch die sperrige Sprache hier leider nur einen beschränkten Zugang. Der Kapitalismus aber ist eine Ökonomisch-, Menschen- und umweltzerstörerische Gesellschaftsform und muss sich was einfallen lassen um nicht unter die Räder zu kommen. Die Ereignisse der letzten Jahre legen Zeugnis ab von dieser erschreckenden Tendenz. Einen Satz aus dem Kommunisischen Manifest wird sicherlich jeder unterschreiben können: *>* Also bitte , bildet euch eure eigene Meinung zu den Ideen aus der Mottenkiste der Industrialisierung....... Wir vergeben knappe 4 Sterne, die es bei allgemeinverständlicherer Schreibweise und leichterer Lesbarkeit durchaus auf 5 hätten bringen können.

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  • Rezension zu "Warum Marx recht hat" von Terry Eagleton

    Warum Marx recht hat
    rallus

    rallus

    12. October 2012 um 14:39

    Eine Gemeinschaftsrezi aus dem Hause Thursdaynext/Rallus Marx entmottet: Ein Versuch Frei nach Karl Marx: Jede Geschichte braucht ihren Über-bau, so auch diese. Die menschliche Geschichte ist wie ein Haus. Kommen neue Mieter, neue Moden, werde alte Möbel weggeschmissen oder auf dem Speicher abgestellt. Nach einiger Zeit sind viele Ecken des Speichers voller Staub und die Mieter wissen nicht meh, was sich dahinter verbirgt. So entstehen Legenden und falsche Vorstellungen, Bilder. Auch im Falle von Karl Marx, den Terry Eagleton, Literaturprofessor und katholischer Marxist (ein Widerspruch in sich?!) versucht neu zu entdecken, zu entstauben und gefällig zu präsentieren. Wir nähern uns der politischen dick mit Staub bedeckten Truhe, haben Bilder im Kopf, die bolschewistische Revolution, Jahre voller vergeblicher DDR-Sozialisation und ein recht diffuses Bild was denn alles in der Truhe ist. Nach und nach entdecken wir dann Erstaunliches. Wertvolles Recyclingmaterial kommt zutage und der Kapitalismus ist gelinde gesagt für das Gros der Weltbevölkerung zu angegammelt, um ihn noch weiter zu benutzen. Das heisst nicht, dass die Märkte abgeschafft werden sollen, da Marx den Kapitalismus ja auch als Grundlage des Kommunismus sieht, positive Errungenschaften sind durchaus weiterzuverwenden, ja geradezu notwendig um es diesmal im Marxschen Sinne menschenwürdiger zu gestalten. Denn für Marx ist nicht die Produktion um ihrer Produktion willen im Vordergrund, sondern der Mensch ist der Mittelpunkt! Kritiker werden einwenden, dass das nicht funktioniert. Weil eben schon mal schiefgegangen und es läge einfach nicht in der menschlichen Natur. Hier kontert Eagleton und zitiert, interpretiert Marx, legt auch Beispiele aus seiner Zeit bei und versucht dies mit aktuellen Beispielen zu belegen.Leider bleibt er im Marxschen Jargon, sehr altertümlichen Vokabular und dadurch schwer verständlichen roten Fäden. Seinen Marx zuvor mal ordentlich gelesen zu haben wäre hilfreich gewesen, wer hat das schon getan, so kämpfen wir uns eben mit solidem Zweiachtelwissen durch des Autors Zeilen. Aufgebaut ist das Buch in 10 weitverbreitenden Thesen die Kritiker an Marx haben und Eagleton versucht diese zu widerlegen, gibt aber auch den Kritikern zuweilen Recht. Ein Kritikpunkt, der im Buch kaum angesprochen wird, aber in vielen Köpfen wohl noch herumspukt wie das kommunistische Gespenst ist Marx persönliche Lebensführung. Wer die Biographie von Jenny Marx kennt hat ihr unschwer entnommen, dass er ein chauvinistischer Patriarch war, der sich von Engels, teils recht undankbar durchfüttern liess. Nun waren Marx und Engels gleichgestellt. Jenny Marx hatte als Ehefrau das Pech, in der damaligen Zeit ihrem Karl völlig untertan zu sein und in seinem Privatleben war denn auch von seinen philosophische Gedankengängen, zu Gerechtigkeit und Menschenwürde kein Platz für Frau und die zahlreichen KInder. Wer hier aber den moralischen Zeigefinger hebt schaue sich bitte mal in der abendländischen Philosophen und Denkfabrik um. Fast alle großen Denker waren menschenscheu, asozial frauenfeindlich, teilweise auch der Zeit geschuldet in der sie lebten. Doch lassen wir das Private beisseite und blicken auf seine, von Eagleton interpretierten Ideen. Wo er zitiert und vergleicht mit heutigen Lebensumständen entsteht Kopfnicken, manchmal sträuben sich aber auch die Haare. Seit Marx mit seinen Ideen versucht hat die Welt zu verändern ist einiges geschehen. Veränderungen zuhauf, neue Technologien, verbesserte Lebensumstände, nur leider nicht für alle Menschen dieses Planeten. Die meisten (und Glücklichen , so sie von ihrere Arbeit leben können und welche haben) gehören immer noch zur neu definierten, aber im noch de Facto, Arbeiterklasse . Sie stellen ihre Arbeitskraft in fremde Dienste. Das würde sich auch in einer marxistischen Welt nicht ändern. Schlaraffia ist Utopie. Eine gerechtere Welt nicht und der Kapitalismus hat keine gerechtere Welt geschaffen - im Gegenteil. Zeit hatte er durchaus genug, schaut man gen Zukunft wird aber die Ungleichheit immer größer. Immer mehr Menschen leben mit weniger als 2 Dollar pro Tag und dem Investmentbanker wird das Gesicht lang wenn der Bonus nur 1 Millionen beträgt um ein krasses Beispiel zu nennen. Marx wollte aber nicht alles gleichmachen. Zugang zu Lebensnotwendigkeiten und Muße um kreativ zu werden erschienen ihm jedoch wichtig genug um sein Gedankengebäude zu errichten. Ganz weit vorne ist da die Frage nach den Kontrollinstanzen der Wirtschaft. Wer hat heutzutage die Macht und wird sie zum Wohle aller angewendet ? Hier hat sich eben interessanterweise seit Marx Zeiten nicht viel getan und Eagleton kann berechtigte Berührungsängste und Kritikpunkte an der marxschen Lehre breitangelegt entkräften. Auch die, dass ein funktionierender demokratischer Sozialismus nur mit Gutmenschen durchführbar ist. So hochentwickelt ist und wird unsere Spezies wohl niemals sein. Eine auf seinen ideelllen Grundlagen aufgebaute Gesellschaft, die den Staat nur als Verwaltungsorgan nutzt und sich selbstverwaltet, ist, mit genügend demokratischen Kontrollinstanzen, aber durchaus möglich. Zum Vergleich: im Kapitalismus ist der Staat Kontrollinstanz, und dieser dient den Mächtigen, sprich Konzernen, Lobbyisten und setzt gegen eine viel größere Zahl der Bevölkerung ihre Ansprüche auch mit staatlicher Gewalt durch. Ja es ist sogar, dass wer die wirtschaftliche Macht hat auch die geistige beherrscht, wie an vielen Medienkonzernen erkennbar ist. Eagleton kann überzeugen, wobei er erst im hinteren Drittel des Buches die richtigen Anker für seine Argumente findet. Anfänglich war er sehr philosophisch, teils ermüdend, aber wichtig: Gehirnwindungen anregend. Sein doch recht wertkonservativer britischer Humor (auch er kann seine Klasse nicht verbergen) erschöpft sich denn auch in bissigen Seitenhieben auf das britische Königshaus und eher unberechtigten unbeholfenen Verbalattäckchen gegen Schauspieler (Brad Pitt) und Musiker (Keith Richards), hin und wieder blitzt aber auch ein begnadeter Sarkasmus durch, etwa wenn er die Geschichte des Kapitalismus erzählt und dazu die Gräuel des Kolonialismus beleuchtet. Ob man sich jetzt dem Kommunismus oder Sozialismus zuwenden, oder ihn als Heilmittel gegen den Kapitalismus betrachten soll, bleibt jedem offen. Wichtig ist, sich eine der wichtigsten und größten politischen Bewegungen und seiner Grundlage vorurteilsfrei zu begegnen und zuzuhören. Das Buch bietet durch die sperrige Sprache hier leider nur einen beschränkten Zugang. Der Kapitalismus aber ist eine Ökonomisch-, Menschen- und umweltzerstörerische Gesellschaftsform und muss sich was einfallen lassen um nicht unter die Räder zu kommen. Die Ereignisse der letzten Jahre legen Zeugnis ab von dieser erschreckenden Tendenz. Einen Satz aus dem Kommunisischen Manifest wird sicherlich jeder unterschreiben können: *>* Also bitte , bildet euch eure eigene Meinung zu den Ideen aus der Mottenkiste der Industrialisierung....... Wir vergeben knappe 4 Sterne, die es bei allgemeinverständlicherer Schreibweise und leichterer Lesbarkeit durchaus auf 5 hätten bringen können.

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