Uff ...
nachdem Band 7 ja schon eine, nennen wir es mal interesannte Richtung nahm, schießt dieser Band vollkommen den Vogel ab. Nicht etwa, weil Richard und Co wieder keine Rolle spielen, sondern weil alles einfach ziemlich blödsinnig ist.
Ein kleines Beispiel: Eine neue Figur erzählt, wie die Imperiale Ordnung in seinem Land die Frauen als Zuchttiere - ja, Zuchttiere - benutzt, um mehr Menschen ohne Magie heranzuzüchten. Nicht eine einzige Figur reagiert auch nur im Geringsten darauf. Nicht einer. Ja, die wissen inzwischen, was die IO mit Frauen machen, ist ja immerhin die einzige Art, wie Goodkind jemanden zum Bösewicht macht, aber sorry, eine kurze Reaktion wäre angemessen. Vor allem, weil Richard und Co zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen, dass diese Leute genau wie Jennsen sind.
Genau wie in Teil 6 möchte Goodkind hier unbedingt zeigen, wie hinrissig eine bestimmte politische/philosophische Richtung ist (in diesem Fall Pazifismus). Und wieder macht er es auf eine Weise, die einen die Augen rollen lässt. Da gibt es dieses Reich an Menschen, die nicht kämpfen oder auch nur sich irgendwie wehren. Das wird auf eine Weise erzählt, dass es einfach nur als grenzdebil angesehen werden kann. Egal wie man es nimmt - ob als gezielte Kritik und Überspitzung des Autors oder einfach zu übertrieben - es wirkt ultra lächerlich, dass diese Menschen nicht einen Funken Selbsterhaltungstrieb in sich haben. Sie wehren sich nicht gegen die Imperiale Ordnung, weil Gewalt ja so schrecklich ist und man doch alles mit Reden klären kann - vergiften aber Richard um ihn zu zwingen, ihnen zu helfen. Es ist einfach Blödsinn.
Es wird nur dümmer, wenn sie dann nach einem der leider vielen und langen Peptalks zu Massenmördern werden und kein bisschen reflektieren, dass das Töten bisher absolut und ohne Ausnahme gegen ihre Lebensphilosophie ging. Das gipfelt dann in der Abschlachtung einer friedlichen Gruppe Demonstrierender, denn "sie sind ja nicht unbewaffnet, ihr schlechtes Gedankengut ist ihre Waffe." Ernsthaft? Ich brauch ne Pause von diesem Franchise.
Hie und Da wechseln wir zu Zedd, der von Jagang gefangen wird und uns im gleichen Atemzug zeigt, dass Jagang noch nie ein guter Gegenspieler war; zu Ann und Nathan, die dann Deus Ex Machina spielen dürfen; und zu Verna, die auch am Rande mit der Sache was zu tun hat. Diese Parts waren wengistens interessanter als der Rest und haben meine Meinung noch etwas gehoben. Es gibt auch ein paar echt unangenehme Szenen, die einem den gleichen Kloß in den Magen setzen wie den Charakteren. Auch wenn ich diese Szenen nicht mochte, muss ich zumindest sagen, dass es etwas bei mir bewirkt hat.
Auch die grundsätzliche Idee der Menschen, auf die Magie keine Wirkung hat, finde ich recht spannend - aber der Umgang damit ist halt absoluter Schwachsinn. Richard lädt diese Leute allesamt ein, wieder Teil der Welt zu werden, obwohl er damit die Magie im Longrun komplett vernichten wird (nur weil er am Ende der Reihe Gott spielt, passiert das nicht, das weiß er aber ja hier noch nicht, also: dämlich).
Ich gebe 1,5 Sterne und runde auf 2 auf. Mehr hat das aber echt nicht verdient. Dieses und das letzte Buch kann man getrost überspringen und sich grobe Zusammenfassungen geben. Damit spart man einige Zeit und das Gefühl, dringend eine Pause von dieser Reihe zu brauchen.






























