Terry Goodkind

 4,3 Sterne bei 2.051 Bewertungen
Autorenbild von Terry Goodkind (© Jeri Goodkind)

Lebenslauf

Terry Goodkind wurde 1948 in Omaha, Nebraska geboren, wo er auch aufwuchs. Er besuchte eine Kunstschule, zog später mit seiner Frau nach Maine und arbeitete vor seiner Tätigkeit als Schriftsteller als Geigenbauer und Restaurateur. 1994 erschien der erste Band seiner Reihe »Das Schwert der Wahrheit« wodurch ihm auch international der Durchbruch gelang.

Alle Bücher von Terry Goodkind

Neue Rezensionen zu Terry Goodkind

Cover des Buches Das Reich des dunklen Herrschers (ISBN: 9783442372898)
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Rezension zu "Das Reich des dunklen Herrschers" von Terry Goodkind

Schiebelini
Das Reich des Blödsinns

Uff ...

nachdem Band 7 ja schon eine, nennen wir es mal interesannte Richtung nahm, schießt dieser Band vollkommen den Vogel ab. Nicht etwa, weil Richard und Co wieder keine Rolle spielen, sondern weil alles einfach ziemlich blödsinnig ist.

Ein kleines Beispiel: Eine neue Figur erzählt, wie die Imperiale Ordnung in seinem Land die Frauen als Zuchttiere - ja, Zuchttiere - benutzt, um mehr Menschen ohne Magie heranzuzüchten. Nicht eine einzige Figur reagiert auch nur im Geringsten darauf. Nicht einer. Ja, die wissen inzwischen, was die IO mit Frauen machen, ist ja immerhin die einzige Art, wie Goodkind jemanden zum Bösewicht macht, aber sorry, eine kurze Reaktion wäre angemessen. Vor allem, weil Richard und Co zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen, dass diese Leute genau wie Jennsen sind.

Genau wie in Teil 6 möchte Goodkind hier unbedingt zeigen, wie hinrissig eine bestimmte politische/philosophische Richtung ist (in diesem Fall Pazifismus). Und wieder macht er es auf eine Weise, die einen die Augen rollen lässt. Da gibt es dieses Reich an Menschen, die nicht kämpfen oder auch nur sich irgendwie wehren. Das wird auf eine Weise erzählt, dass es einfach nur als grenzdebil angesehen werden kann. Egal wie man es nimmt - ob als gezielte Kritik und Überspitzung des Autors oder einfach zu übertrieben - es wirkt ultra lächerlich, dass diese Menschen nicht einen Funken Selbsterhaltungstrieb in sich haben. Sie wehren sich nicht gegen die Imperiale Ordnung, weil Gewalt ja so schrecklich ist und man doch alles mit Reden klären kann - vergiften aber Richard um ihn zu zwingen, ihnen zu helfen. Es ist einfach Blödsinn.

Es wird nur dümmer, wenn sie dann nach einem der leider vielen und langen Peptalks zu Massenmördern werden und kein bisschen reflektieren, dass das Töten bisher absolut und ohne Ausnahme gegen ihre Lebensphilosophie ging. Das gipfelt dann in der Abschlachtung einer friedlichen Gruppe Demonstrierender, denn "sie sind ja nicht unbewaffnet, ihr schlechtes Gedankengut ist ihre Waffe." Ernsthaft? Ich brauch ne Pause von diesem Franchise.

Hie und Da wechseln wir zu Zedd, der von Jagang gefangen wird und uns im gleichen Atemzug zeigt, dass Jagang noch nie ein guter Gegenspieler war; zu Ann und Nathan, die dann Deus Ex Machina spielen dürfen; und zu Verna, die auch am Rande mit der Sache was zu tun hat. Diese Parts waren wengistens interessanter als der Rest und haben meine Meinung noch etwas gehoben. Es gibt auch ein paar echt unangenehme Szenen, die einem den gleichen Kloß in den Magen setzen wie den Charakteren. Auch wenn ich diese Szenen nicht mochte, muss ich zumindest sagen, dass es etwas bei mir bewirkt hat.

Auch die grundsätzliche Idee der Menschen, auf die Magie keine Wirkung hat, finde ich recht spannend - aber der Umgang damit ist halt absoluter Schwachsinn. Richard lädt diese Leute allesamt ein, wieder Teil der Welt zu werden, obwohl er damit die Magie im Longrun komplett vernichten wird (nur weil er am Ende der Reihe Gott spielt, passiert das nicht, das weiß er aber ja hier noch nicht, also: dämlich).

Ich gebe 1,5 Sterne und runde auf 2 auf. Mehr hat das aber echt nicht verdient. Dieses und das letzte Buch kann man getrost überspringen und sich grobe Zusammenfassungen geben. Damit spart man einige Zeit und das Gefühl, dringend eine Pause von dieser Reihe zu brauchen.

Cover des Buches Die Säulen der Schöpfung (ISBN: 9783442372881)
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Rezension zu "Die Säulen der Schöpfung" von Terry Goodkind

Schiebelini
Eine fragwürdige Schöpfung

Ok, ich habe diese Rezension lange genug aufgeschoben.

Dieser Band der Reihe wird einen sehr verwirren. Nicht etwa, weil das Thema besonders komplex wäre, sondern einfach wegen der seltsamen Wahl, mitten in der Hauptreihe das gesamte Buch aus der Sicht einer komplett neuen Figur zu zeigen. Unsere Helden Richard, Kahlan und Co, tauchen in diesem Buch erst ganz am Ende auf (Spoiler-Alert). Und das muss man diesem Band tatsächlich anlasten. Ich habe viele Stimmen online gehört, die um dieses Buch herum aufgehört haben und es wundert mich nicht.

Was ich aber sagen muss: Die Story ist in der ersten Hälfte durchaus erfrischend. Jennsen bietet einen interessanten neuen Blickpunkt, ihre Suche nach Wahrheit und Frieden ist spannend in Szene gesetzt. Zwichendurch dachte ich mir, dass dieses Buch ein wunderbarer Spinoff Band gewesen wäre. Etwas, das man nicht zwingend in der Hauptreihe lesen muss, sondern man sich irgendwann zwischendurch als Schmankerl zur Gemüte führt, um Abwechslung reinzubringen. Aber es direkt in die Hauptreihe zu integrieren ist eine gewagte Entscheidung.
In der Mitte des Buches gibt es dann hier und da ein paar Szenen, die zwar spannend sind, aber wenn man länger darüber nachdenkt für Fragezeichen sorgen. Jennsen fällt hier einiges einfach so in die Hand, die D'Haraner wirken dabei recht kompetenzlos. Ab da an geht es meiner Ansicht nach eher bergab mit dem Roman. Zwar findet sich noch eine sehr spannende und einprägsame Szene wieder, die in Aydindril stattfindet, doch allerspätestens nach dieser Szene war ich raus. Zufälle noch und nöcher geschehen; Twists, die absolut unglaubwürdig wirken und eine plötzliche 180°-Wende eines Charakters, dass mir noch immer schwindlig ist. Und ganz Goodkind-typisch ist das Buch dann auch sofort vorbei.

Alles in allem fand ich die erste Hälfte trotz der seltsamen Entscheidung, sich von den Hauptfiguren zu verabschieden, erstaunlich stark. Ich glaube als Spinoff hätte ich diesen Band auch ganz anders betrachtet. Aber es soll als Teil der Hauptreihe gesehen werden und dahingehend ist das einfach fatal, über 600 Seiten fast nichts von den Hauupftiguren der Reihe zu sehen. Die Geschichte ist zumindest spannend, auch wenn sie gegen Ende lächerliche Züge annimmt und einem zum Absatz-Skipping verleitet.

Ich bin sehr zwiegespalten. Am Ende kann ich diesem Roman vermutlich kaum mehr als 3 Sterne geben. Allerdings mit einem sehr großen Aber. Vielleicht spiegelt 2 1/2 meine Meinung besser wieder, wobei das fast hauptsächlich dem dummen Ende und der seltsamen Enscheidung geschuldet ist.

Cover des Buches Schwester der Finsternis (ISBN: 9783442371068)
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Rezension zu "Schwester der Finsternis" von Terry Goodkind

Schiebelini
Schwester der Schwierigkeiten

Ich hatte an dieses Buch (wie ich dachte) gute Erinnerungen. Kahlan wird von einer von Jagangs Hexenmeisterinnen mit einem Bann belegt, um Richard gefangen zu nehmen. Sie arbeitet aber nicht mehr für Jagang, sondern nur für sich selbst - glaube ich. Irgendwann baut Richard dann diese Statue, die auch das Cover meiner Version ziert, was ich als enorm wichtigen und sich dementsprechend groß aufgebauten Plotpunkt in Erinnerung hatte. Auch Kahlan erlebt spannende Gefechte, in dem Versuch, die Gegner aufzuhalten.

Nun, zunächst einmal braucht es wieder einige Zeit (300 Seiten!) bis Kahlan überhaupt erst mit dem Bann belegt ist. Davor erfahren wir einiges über Nicci - was ich doch recht spannend fand. Dieses Buch ist zu einem großen Teil ihrer Sichtweise und frühe Indoktrination in den Orden gewidmet. Auch dem Orden selbst wird dadurch und später durch Richards Gefangennahme und Entführung in die Alte Welt einiges Fleisch gegeben. Endlich sehen wir mal hinter den immer gleichen kriegerischen Aspekt dieser Gegner. Nur leider verkommen diese Auszüge zu einer harten Anti-Kommunismus-Tour, in der wir den Super-Dumm-Kommunismus serviert bekommen. Vor fünfzehn Jahren, als ich diese Bücher zum ersten Mal gelesen habe, ist mir das nicht so aufgefallen, aber was zur Hölle ist dieses System, das Goodkind da uns anbietet. Da kann doch nichts laufen. Das ist wohl auch das, was er hier möchte: "Seht her, diese Regierungsform kann nicht funktionieren, deshalb müsst ihr sie wie ich und meine Charaktere hassen. Ihr seid nicht überzeugt? Ähm, sie vergewaltigen alles links und rechts." Mhm ... Schön, dass wir mehr sehen, aber geht besser.

Nicci bleibt trotzdem spannend. Es ist interessant zu sehen, wie sie langsam ihrer schon seit früher Zeit eingetrichterten Sichtweise entkommt. Leider muss sie sich dabei in Richard verlieben und den Grund, warum sie Richard in die Alte Welt führt, kennt sie nicht mal selbst. Sogar am Ende wissen wir immer noch nicht, welche Frage sie sich eigentlich beantworten wollte mit dieser Aktion.

Kahlan währenddessen macht das, was sie im zweiten Band auch gemacht hat, als Richard in der alten Welt war. Sie bekämpft recht spektakulär die Übermacht der Imperialen Ordnung. Dadurch entsteht dann schließlich endgültig das Gefühl, Goodkind seien die Ideen ausgegangen und er wiederholt alles nur noch. Trotzdem sind Kahlans Szenen sehr spannend, auch wenn es hier wieder verpasst wird, häufiger zwischen den Sichtweisen zu wechseln, um nicht fast 200 Seiten nichts von Richard zu lesen. Das Pacing ist einfach seit Band 5 irgendwie nicht mehr das wahre und übernimmt eher die Schwächen als die Stärken. Die Statue baut Richard erst auf den letzten 100, vielleicht 150 Seiten.

Wieder mit ein Grund, warum ich erneut eine gefühlte Ewigkeit für diesen Roman gebraucht habe. Mit über 1000 Seiten eben wieder ewig lang - das hätte man meiner Ansicht nach kürzen können. Das dachte sich Goodkind wohl selbst auch ein bisschen, denn am Anfang folgen wir noch hunderte Seiten lang den Charakteren über wenige Tage, später vergehen Monate innerhalb eines Kapitelübergangs. Damit umfasst dieses Buch übrigens etwa genau so viel Zeit wie die ersten 5 Romane zusammen. Auch eine interessante Entscheidung. Dadurch wirkt die so innige Beziehung zwischen Richard und Kahlan irgendwie weniger intensiv - von Band 1 bis 5 vergeht ca. ein Jahr und einen Großteil der Zeit waren die beiden getrennt. Und jetzt in Band 6 sind sie ein komplettes Jahr nochmal getrennt.

Alles in allem fand ich das Buch aber immer noch solide. Es hatte einige Schwachpunkte, einige viele, wie ich finde. Fast würde es mich interessieren, wie ich das Buch bewerten würde, wenn ich es jetzt zum ersten Mal lese und nicht mit meiner Nostalgie-Brille, da diese Reihe in meiner Jugend eine der ersten Fantasy-Reihen war, die ich gelesen habe. Ich finde durchaus, dass es hier wieder tolle Parts gibt, teils auch spannende. Auf dem Papier wirkt beispielsweise das Ende ultra bekloppt, geschrieben ist es aber so emotional mitreißend, dass es sau spannend war.

Gespräche aus der Community

Hallo, kann jemand von euch ein Buch/eine Buchreihe empfehlen mit einer ähnlichen Geschichte wie die Beziehung von Richard und Kahlan in Schwert der Wahrheit (mit Tragik, Verzweiflung, immer wieder getrennt werden und ergreifendem Wiederzueinanderfinden)? Wenn noch ein bisschen Fantasy dabei wäre, wäre das natürlich perfekt. Aber es kommt mir weniger auf die Fantasy-Story an als auf die Beziehung. Kann also auch gerne ein anderes Genre sein - nicht nur Fantasy.
Zum Thema
2 Beiträge
mond_elfe_90s avatar
Letzter Beitrag von  mond_elfe_90
Vielen Dank! - das hört sich echt gut an.

Zusätzliche Informationen

Terry Goodkind wurde am 01. Januar 1948 in Omaha, Nebraska (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

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