Die volle Wahrheit

von Terry Pratchett 
4,3 Sterne bei212 Bewertungen
Die volle Wahrheit
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Tintenklexs avatar

Unterhaltsam mit erschreckend Parallelen zu Realität!

Man könnte meinen die Scheibenwelt Romane werden immer besser.

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Inhaltsangabe zu "Die volle Wahrheit"

Wie funktioniert Enthüllungsjournalismus auf der Scheibenwelt? Seit kurzem hat auch die Presse in Ankh-Morpork Fuß gefasst - und ihr rechtschaffener Herausgeber William de Worde kommt einem unfassbaren Skandal auf die Spur ...

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442454068
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:416 Seiten
Verlag:Goldmann
Erscheinungsdatum:01.04.2003
Das aktuelle Hörbuch ist am 04.02.2002 bei Random House Audio erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Wortmagies avatar
    Wortmagievor 2 Monaten
    Nachrichten für die Geschworenen am Frühstückstisch

    Sir Terry Pratchett verstarb mit 66 Jahren am 12. März 2015. Sein Vermächtnis ist die „Scheibenwelt“, die ihm schwindelerregende Popularität als Fantasy-Autor verlieh. Das Gesamtwerk umfasst 41 Romane, die in verschiedene Zyklen kategorisiert werden können. Pratchett erwartete von seinen Leser_innen allerdings nie, seine Bücher in einer festgelegten Reihenfolge zu lesen. Die meisten Geschichten sind in sich abgeschlossen und verlangen kein Vorwissen. Deshalb habe ich bereits vor Jahren beschlossen, mich bei der Lektüre der „Scheibenwelt“ nicht an eine spezifische Chronologie zu halten, sondern frei nach Bauchgefühl zu lesen. „Die volle Wahrheit“ ist offiziell der 25. Band, der in meinem Bücherregal zu Hause ist, weil es darin um Pressefreiheit und Journalismus geht.

    Ein Gerücht hält sich hartnäckig in Ankh-Morpork. Es heißt, die Zwerge könnten Blei in Gold verwandeln. Die neue Innovation der Druckerpresse ermöglicht es ihnen, auf fast magische Weise schnell beliebig viele Kopien eines Schriftstücks anzufertigen. Zufällig landet der junge William de Worde in ihrer Werkstatt, der sein Geld damit verdient, Adlige per Post mit Neuigkeiten aus der Stadt zu versorgen. Aus Versehen stellt er bei einem seiner Besuche die erste Tageszeitung der Scheibenwelt auf die Beine. Kaum gegründet, erhält die Ankh-Morpork-Times auch schon ihre erste Schlagzeile: der Patrizier wird des Mordes angeklagt! William und sein Team ziehen los, um Fragen zu stellen und finden rasch heraus, dass die Fakten nicht zusammenpassen. Es sieht ganz so aus, als wäre der Regent Opfer einer böswilligen Verschwörung geworden. Aber wieso? Wem könnte daran gelegen sein, ihn abzusetzen? Und was noch viel wichtiger ist: wird die Wahrheit überhaupt jemanden interessieren?

    Ich vergesse oft, dass es sich bei „Scheibenwelt“-Romanen um lupenreine High Fantasy handelt. Irgendwie hat sich Terry Pratchett in meinem Bücherhirn seine eigene Nische geschaffen, weil sich die Geschichten aus der Scheibenwelt einfach nicht wie epische Fantasy anfühlen. Das liegt hauptsächlich daran, dass Pratchett sein kurioses, fantastisches Setting fröhlich nutzte, um Themen unserer Realität satirisch zu diskutieren. „Die volle Wahrheit“ ist seine Analyse der Frage nach Macht und Verantwortung der Medien. Da Ankh-Morpork zum Zeitpunkt der Handlung erst am Beginn der industriellen Revolution steht und die Druckerpresse der Zwerge unter Gunilla Gutenhügel (Gutenhügel, Gutenberg – kapiert?) folglich eine sensationelle Neuheit darstellt, richtete er seinen Fokus ausschließlich auf das Medium Tageszeitung. Eine vollständige Betrachtung hätte sowohl den Rahmen des Buches gesprengt, als auch den Gegebenheiten des Stadtstaates widersprochen. Ich bin aber sicher, dass es als ganzheitliche kritische Auseinandersetzung mit der Medienlandschaft interpretiert werden kann. Die Gründung der Ankh-Morpork-Times ist ein absurder Zufall, ihre Entwicklung ein rasanter, spaßiger Höllenritt, der mich unzählige Male zum Lachen brachte. Ich liebe es, dass Pratchett seine Kritik grundsätzlich in Humor verpackte, sodass sie niemals mahnend, wütend oder bevormundend wirkt, sondern stets ironisch amüsiert. Trotz der unterhaltsamen, schelmischen Mischung dummer und intelligenter Witze bildete er das zwiespältige Verhältnis der Presse mit Politik, Öffentlichkeit, Verwaltungs- und Ordnungsinstanzen sehr realistisch ab. Einerseits sind die Reporter der Times ungeliebte Störenfriede, die unbequeme Fragen stellen; andererseits bieten sie eine willkommene Plattform zur Selbstinszenierung. Pratchett arbeitete glasklar heraus, dass die Wahrheit in der medialen Berichterstattung häufig eher von Meinungen als von Faken geprägt ist, was den Protagonisten und Chefredakteur William de Worde beinahe verzweifeln lässt. Die Figuren in „Die volle Wahrheit“ sind gewohnt skurril und liebenswert, punkten meiner Ansicht nach jedoch besonders durch ihren Wiedererkennungswert aus dem Alltag. Wer kennt sie nicht, den ehrgeizigen Konzernchef, die rasende Reporterin, den eigenwilligen, exzentrischen Politiker oder das sensationslüsterne Konkurrenzblatt, das es mit der Wahrheit nicht allzu genau nimmt? Viele Charaktere entsprechen Personenmodellen, die dank Pratchetts gekonnter, persiflierender Abstraktion allerdings keinesfalls austauschbar oder stereotyp erscheinen, stattdessen hervorragend nach Ankh-Morpork passen und somit den für seine Bücher typischen, individuellen Charme entfalten. Etwas ungewöhnlich in „Die volle Wahrheit“ ist hingegen der sparsame Einsatz von Fußnoten. Pratchett ist für seine ausufernden Zwischenbemerkungen berühmt, doch in diesem Roman hielt er sich erstaunlicherweise zurück. Das ist möglicherweise darin begründet, dass ich diesen Band zu einem seiner leichteren Werke zählen würde. Statt abstrakte philosophische oder theologische Theorien beleuchtet er gesellschaftliche Prozesse, die wunderbar für sich selbst sprechen. Eventuell empfand er umfangreiche Kommentare deshalb als überflüssig, was die Aussagekraft der Geschichte jedoch nicht im Geringsten schmälert. „Die volle Wahrheit“ ist ein großartiges Buch, mit dem ich unheimlich viel Freude hatte.

    Terry Pratchett war ein genialer Autor, dessen satirische Geschichten immer voll ins Schwarze treffen. Er war mehr als ein Witzbold; er war eine Institution, eine Koryphäe im Bereich der humoristischen Fantasy und ein begnadeter Schriftsteller. Ich bedauere zutiefst, dass ihm die Chance genommen wurde, uns weitere Geschichten zu schenken und TOD ihn so früh abholen musste. Er wird schmerzlich vermisst. Glücklicherweise lebt sein brillanter Geist in Büchern wie „Die volle Wahrheit“ weiter. Ich werde nie müde, mit ihm über die Absurditäten unserer Rundwelt zu lachen, die er für seine „Scheibenwelt“ meisterhaft karikierte. Terry Pratchett ist unsterblich. Das ist die volle Wahrheit.

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    Mrs_Nanny_Oggs avatar
    Mrs_Nanny_Oggvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Ein typischer, wunderschöner, lustiger und wahrer Pratchett!
    Eine Lüge ist schon um die ganze Welt, bevor sich die Wahrheit die Stiefel angezogen hat...

    Mit diesem Scheibenweltroman des leider kürzlich verstorbenen Terry Pratchett erfahren wir, wunderbar karikiert, wie das Zeitungswesen in Ankh Morpork entstanden ist. Wir lernen Sacharissa Kratzgut kennen, William de Worde (nomen est omen!) und den Ikonographen Otto, den Vampir, der bei Blitzlicht stets zu Staub zerfällt.
    Auf geniale Weise verstand es Pratchett durch die scharfsinnige Beobachtung unserer Welt einen ebenso scharfsinnigen wie scharfzüngigen Roman zu schreiben. Was ist Wahrheit? Was sind Nachrichten? Was ist öffentliches Interesse und das Interesse der Öffentlichkeit? Natürlich kommen die typischen Figuren der Scheibenwelt vor, so dass es eine runde und schöne Geschichte wird. Ich habe dieses Buch mit ein wenig Wehmut gelesen, da nun keine weiteren Geschichten über die Scheibenwelt geschrieben werden können. Aber ich selbst bin noch lange nicht durch alle Scheibenweltromane und die anderen Romane von Pratchett durch. Und man kann sie alle immer und immer wieder lesen.

    Kommentare: 3
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    Adujas avatar
    Adujavor 4 Jahren
    Die Entstehung der Zeitungswelt in Ankh-Morpok

    ‚Die volle Wahrheit‘ ist ein typischer Scheibenwelt-Roman. Aberwitzig und in seinen absurden Ideen und Verstrickungen vollkommen logisch.

    Lord Vetinari, der Herrscher von Ankh-Morpok, soll mit Hilfe eines Doppelgängers in Verruf gebracht werden und die neugegründete Zeitung macht sich an die Aufklärung des Falles.

    Der Roman lässt sich gut lesen und sticht vor allem dadurch hervor, dass er das Pressewesen auf geniale Art aufs Korn nimmt. Der Hauptcharakter William de Worde ist gut durchdacht, allerdings lange nicht so skurril wie andere Figuren der Scheibenwelt wie der Patrizier Lord Vetinari, die Zauberer, Hauptmann Mumm und Tod. Die jedoch alle zumindest einen kurzen Auftritt haben.

    Insgesamt eine sehr gute Lektüre.

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    Dubhes avatar
    Dubhevor 7 Jahren
    Rezension zu "Die volle Wahrheit" von Terry Pratchett

    Immer heikler wird die Situation in Ankh-Morpork, denn der Adel ist der Ansicht, dass es zu viele Ausländer,sprich Trolle, Zwerge und Untote, in der Stadt gibt.
    Und natürlich gibt es in jedem Fall einen Sündenbock, dieses Mal ist es Lord Vetinari.
    Und wie wird man den Herrscher der Stadt los?
    Schnell wird ein Plan ausgeheckt und eine neue Firma wird gegründet. Diese soll Vetinari in Misskredit ziehen.
    Währenddessen wird unter anderem auch die erste Zeitung der Stadt gegründet.
    Der Heraugeber ebenjener ersten Zeitung will sich immer an die Wahrheit ahlten, im Gegenzug zu de neuen Konkurrenten.
    Doch dann wird Lord Ventinari von der Stadtwache verhaftet und die volle Wahrheit kommt ans Licht...
    .
    Wieder einmal ein gutes Buch von Terry Pratchett.
    Viel gibt es zu seinen Büchern nicht zu sagen, denn irgendwie sind sich alle gleich.

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    BurningChillas avatar
    BurningChillavor 9 Jahren
    Rezension zu "Die volle Wahrheit" von Terry Pratchett

    Sehr gelungener Scheibenwelt-Roman! In Ankh-Morpork wird die erste Zeitung gegründet und Lord Vetinari kommt wegen Mordes hinter Gitter. Typisch Scheibenwelt, kurzweilig und einfach lustig

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    Rahel1102vor 10 Jahren
    Rezension zu "Die volle Wahrheit" von Terry Pratchett

    Auch toll wie jedes Buch vom Engländer mit dem Schlapphut

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    Scyllas avatar
    Scyllavor 10 Jahren
    Rezension zu "Die volle Wahrheit" von Terry Pratchett

    Einige der Figuren sind schon sehr übertrieben dargestellt, aber dadurch auch sehr lustig. Man kann gut mitverfolgen, wie sich die Presse und das Zeitungswesen erst entwickeln muss und mit welchen Problemen die Journalisten zu kämpfen haben. Da das Buch aber in einem Stück geschrieben ist und keinerlei Kapitel hat, ist es etwas anstrengend zu lesen.

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    Geisterhoernchens avatar
    Geisterhoernchenvor 10 Jahren
    Rezension zu "Die volle Wahrheit" von Terry Pratchett

    Das Buch gehört zu den schwächeren Pratchetts, das ist die volle Wahrheit!

    Kommentare: 1
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    Tikkis avatar
    Tikkivor 11 Jahren
    Rezension zu "Die volle Wahrheit" von Terry Pratchett

    Wie alle Scheibenweltromane strotzt auch "Die volle Wahrheit" von Ironie, Wortwitz und Sarkasmus. Es ist eine wahre Wonne, wie die Zunft der Massenmedien durch den Kakao gezogen wird!

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    Kiaras avatar
    Kiaravor 11 Jahren
    Rezension zu "Die volle Wahrheit" von Terry Pratchett

    Eine herrliche Parodie auf unsere Medienwelt! Mal wieder ein sehr gelungener und vor allem witziger Pratchett!

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    L
    Hallo, ich habe von einem Freund, einen Scheibenwelt Roman bekommen! Leider habe ich Schwierigkeiten mit den ganzen Personen, könnt ihr mir einen für den Einstieg empfehlen?
    L
    Letzter Beitrag von  LovelyBooks-Uservor 8 Jahren
    Super, danke für den Hinweis dann werde ich mich daran mal durcharbeiten!
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