Eine Insel

von Terry Pratchett 
4,1 Sterne bei102 Bewertungen
Eine Insel
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Positiv (77):
Pina_Coladas avatar

Ein ganz anderer, aber lesenswerter Pratchett!

Kritisch (6):
Bremswinds avatar

Bin ich nicht mit warm geworden. Keine 100 Seiten geschafft.

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Inhaltsangabe zu "Eine Insel"

Witzig und weise zugleich – ein Roman über Freundschaft, Verlust und den Glauben an sich selbst

Als eine gigantische Welle im Pelagischen Ozean die Bewohner der Insel des Lichts in den Tod reißt, überlebt nur ein Junge: Mau. Doch dem fehlt zum Weiterleben fast der Mut. Bis eines Tages ein fremdes Mädchen auf der Insel auftaucht: Daphne, die einzige Überlebende eines gestrandeten Segelschiffs. Obwohl die beiden aus zwei höchst unterschiedlichen Welten stammen, nähern sie sich einander an, um das größte Abenteuer ihres Lebens zu bestehen. Denn einer allein ist nichts, zwei dagegen sind eine Gemeinschaft.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442474622
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:448 Seiten
Verlag:Goldmann
Erscheinungsdatum:15.11.2010
Das aktuelle Hörbuch ist am 03.08.2009 bei Audionauten erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    PMelittaMs avatar
    PMelittaMvor 3 Jahren
    Untypischer, aber sehr lesenswerter Pratchett-Roman

    Durch eine riesige Welle werden sämtliche Bewohner von Maus Heimatinsel getötet, Mau selbst überlebt nur, weil er sich auf einer anderen Insel aufhielt. Durch die selbe Welle wird das Schiff „Sweet Judy“ auf der Insel angespült, auch auf ihr gibt es nur eine Überlebende: Ermintrude Fanshaw, eine junge englische Adelige. Nach und nach landen Überlebende auf der Insel, alle müssen versuchen, mit der Katastrophe fertig zu werden und ihr Leben weiter zu leben.

    Ein ungewohnt ernster Roman Terry Pratchetts, dem selbst eine persönliche Katastrophe wiederfuhr, als bei ihm 2007 Alzheimer diagnostiziert wurde. „Eine Insel“ wurde im Original 2008 veröffentlicht, ich habe mich beim Lesen mehrmals gefragt, ob der Autor hier auch seine eigene Trauer verarbeitet.

    Vor allem Mau, der alles verloren hat, muss neben dem Überleben auch viel Trauerarbeit leisten. Der Roman nimmt das sehr ernst, bietet aber auch Hoffnung und macht Mut. Mau meistert sein Leben mit Einfallsreichtum, Nichtaufgeben, Mut, Verantwortungsbewusstsein (auch für andere), gleichzeitig stellt er auch manche überkommene Traditionen in Frage. Hier hat mich der Roman auch immer wieder an die Tiffany-Weh-Romane erinnert, die immer ernster wurden und vor allem auch zunehmend schwierigere Themen anpackten.

    Trotz all der ernsten Töne gibt es auch humorvolle Passagen, vor allem rund um Ermintrude, die sich nun Daphne nennt, denn dieser Name hat ihr schon immer besser gefallen und auf der Insel kennt niemand ihren richtigen Namen. Sie, die viktorianisch erzogen wurde, muss auf der Insel ihre ganze Erziehung in Frage stellen. Allerdings war sie schon immer sehr wissensdurstig, was in ihrer Kindheit von ihrem Vater unterstützt wurde, so dass es ihr letztlich nicht wirklich schwer fällt. Trotzdem gibt es zwischen ihr und Mau einige kulturelle Missverständnisse, die einen schmunzeln lassen.

    Viktorianische Erziehung? Spielt der Roman etwa in der realen Welt? Ein kurzer Blick auf die abgedruckte Weltkarte lässt das zunächst vermuten, ein zweiter dann nicht mehr: „Wiedervereinigte Staaten“? „Großer Südlicher Peleagischer Ozean“? „Hinter- und Vorderaustralien“? Ganz offensichtlich befinden wir uns in einem Paralleluniversum, das aber dem unseren sehr ähnlich ist, Vieles kommt einem sehr bekannt vor.

    Pratchett findet sich ausgesprochen gut in die Gefühlswelt seiner jungen Protagonisten ein, aus deren Perspektive der Roman fast durchgehend erzählt wird. Besonders gut gelungen sind ihm Maus Gefühle, als er nach Hause kommt und das Ausmaß der Katastrophe erkennt, sich aber (noch) nicht seiner Trauer hingeben kann, da er sich erst noch um die Toten kümmern muss.

    Das Buch ist äußerst liebevoll gestaltet, neben der schon erwähnten Weltkarte (die übrigens hinten auf dem Kopf steht, was erst durch die Lektüre des Romans verständlich wird …), und einer Karte der Insel, gibt es zu jedem Kapitel eine passende Illustration, und auch das Cover passt sehr gut zum Roman. Terry Pratchett liefert ein Nachwort und natürlich gibt es auch (wenn auch nicht ganz im üblichen Maß) seine typischen Fußnoten. Das letzte Kapitel blickt, von der Erzählung aus gesehen, in die Zukunft und beantwortet letzte offene Fragen.

    Ein sehr gelungener Roman für Jugendliche und Erwachsene, der zum Nachdenken anregt und Mut macht. Ich wünsche dem Roman viele Leser und empfehle ihn uneingeschränkt. Für Terry-Pratchett-Fans, die vorwiegend seine Scheibenwelt-Romane lesen, dürfte der Roman zunächst etwas ungewohnt sein, doch, wer dranbleibt, wird auch hier den Autor wiederfinden.

    Kommentare: 7
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    Keksisbabys avatar
    Keksisbabyvor 6 Jahren
    Rezension zu "Eine Insel" von Terry Pratchett

    Mau steht kurz davor ein Mann zu werden. Als er die Jungeninsel verlässt, malt er sich schon den Empfang seiner Familie aus und kann das Fest das anlässlich seiner Mannwerdung gefeiert werden soll, kaum erwarten. Aber dann überrascht ihn auf offenem Meer eine riesige Welle, die er nur knapp überlebt. Als er auf seiner Heimatinsel eintrifft, muss er feststellen, dass seine Familie weniger Glück hatte. Kein Stein steht mehr auf dem anderen, alle sind tot. Bis auf ein Mädchen das auf einem englischen Schoner war, als die Welle ihn auf der Insel zerschellen ließ. Mau beginnt mit sich zu hadern und stellt den Willen der Götter in Frage und er beginnt zu kämpfen. Er hat seinen Glauben verloren und trennt die Welt nur noch in Dinge die geschehen und die, die nicht geschehen. Noch kein Mann aber auch kein Junge mehr, tut er was getan werden muss, und als immer mehr Überlebende auf der Insel stranden, macht seine Tatkraft, sein Kampfwille und seine Tapferkeit ihn unfreiwillig zum Anführer. Dabei muss er erkennen, dass der Glaube und die Traditionen doch nicht so sinnlos sind wie sie ihm scheinen und das die Götter ihn vielleicht doch nicht verlassen haben. Daphne ist bei diesem Kampf um die Erneuerung der Nation immer an seiner Seite und zwischen ihnen knüpft sich ein zartes Band. Sie löst sich von den starren englischen Konventionen und bekommt einen Blick für die Großartigkeit und Vielfalt der Welt. Die Liebe die zwischen Mau und ihr im wachsen begriffen ist, werden die beiden zwar nie leben können, aber dennoch entsteht daraus eine wundervolle Freundschaft, die sie ihr Leben lang miteinander verbindet.

    Zuerst hatte ich so meine Schwierigkeiten mit dem Buch, aber das liegt wohl daran das ich mich mit dem Thema: gestrandet auf einsamen Inseln, schwer tue. Mir lag Robinson Crusoe schon nicht. Doch je weiter ich las, desto tiefer zog mich Terry Pratchetts Werk in sich ein. Oberflächlich geht es um die Freundschaft zwischen Mau und Daphne und wie die beiden die Situation meistern, aber wenn man genauer hinschaut, geht es darum wie man nach Schicksalsschläge wieder nach vorn blickt, welche Rolle der Glaube dabei spielt und das es oft nur eine Frage des Blickwinkels ist, ob man sich auf der oberen oder der unteren Erdhalbkugel befindet. Diese wundervolle Geschichte stimmt einen nachdenklich und lässt erkennen, dass die Vorfahrer derer, die wir heute als Wilde bezeichnen vielleicht die beachtlichen Schultern sind, auf denen sich unsere Kultur begründet. Außerdem zeigt sie wie wichtig der Glaube an etwas ist, aber das man sich nicht allein an Traditionen festhalten soll, sondern das man seinen Kopf benutzt und die Welt wie sie ist, hin und wieder hinterfragt. Für mich war das Buch eine tolle Überraschung, obgleich ich und die Story am Anfang Ladehemmungen zu überwinden hatten.

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    -Sirona-s avatar
    -Sirona-vor 6 Jahren
    Rezension zu "Eine Insel" von Terry Pratchett

    Eine rießige Welle zerstört innerhalb weniger Augenblicke das Leben auf den Inseln im Pelagischen Ozean... und führt gleichzeitig mehrere Schicksale zusammen.

    Als Mau zurück in seine Heimat aufbricht, ahnte er nicht, was er auf der Insel des Lichts erblicken würde.
    Jegliches menschliche Leben hat die Welle genommen. Doch bevor Mau an seiner Trauer zerbricht entdeckt er Daphne - ein Mädchen, welches einen Schiffsbruch überlebte. Zusammen mit anderen Gestrandeten, einem fluchenden Papagei und den Großvatervögeln, lüften sie die Geheimnisse der Insel und erleben ein wunderbares Abenteuer.

    Fazit:
    Wiedermal ein geniales Werk aus der Feder von Terry Pratchett, auch wenn er diesmal mit dem Humor subtiler als sonst umging.
    Durch seinen flüßigen, gut zu lesenden Schreibstil entführt er einen in eine Paralellwelt, die unserer in etwa dem 17ten Jahrhundert nahe kommt.
    Er erzählt alles detailreich und man sieht die Insel fast schon vor sich. Auch die Charaktere sind komplex und haben mit ihren Ängsten, Hoffnungen und Glaubensfragen zu kämpfen.
    Ein wirklich empfehlendes Buch mit so mancher Überraschung.

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    MrsFines avatar
    MrsFinevor 6 Jahren
    Rezension zu "Eine Insel" von Terry Pratchett

    Eine gigantische Welle reißt den eingeborenen Jungen Mau aus seinem gewohnten Leben, genauso wie das englische Mädchen Ermintrude. Auf Maus Heimatinsel treffen sie sich und nähern sich, trotz der kulturellen Unterschiede, einander an. Und so beginnt der Wiederaufbau der "Nation".

    Ein wundervolles Buch über Glaube, Freundschaft, Kulturaustausch und das Erwachsenwerden. Gespickt mit Weisheit und Witz. Ein wirklich guter Terry Pratchett Roman. Auch für jene empfehlenswert, denen seine Fantasyromane nicht so zusagen, da es (zumindest meiner Meinung nach) einen ganz anderen Stil hat.

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    Casimias avatar
    Casimiavor 7 Jahren
    Rezension zu "Eine Insel" von Terry Pratchett

    INHALT:
    Über die Inselwelt im Pelagischen Ozean donnert eine riesige Welle und hinterlässt eine Spur von Tod und Verwüstung. Nur zwei Jugendliche scheinen diese Katastrophe überlebt zu haben. Der Eingeborene Mau und die Europäerin Daphne, die von Mau immer als Hosenmensch bezeichnet wird. Als sich diese beiden auf Maus Heimatinsel begegnen, beginnt eine Art Robinson Crusoe Geschichte.

    MEINE MEINUNG:
    Ich war wirklich positiv überrascht! Terry Pratchett ist einmal von seinen Scheibenwelt-Romanen abgewichen und hat etwas Neues gewagt das ihm meiner Meinung nach wirklich gut gelungen ist.
    Figuren wie "Gevatter Tod" oder "Nanny Ogg" sucht man hier vergebens. Die Geschichte ist realer und doch schimmert an manchen Stellen der typische Pratchett-Humor durch, sodass man nicht nur mit einer spannenden Geschichte unterhalten wird, sondern auch an einigen Stellen ins Schmunzeln gerät.
    Geschickt steigert Pratchett im Verlauf der Geschichte die Spannung, bringt die Charaktere einander näher und baut Beziehungen zwischen ihnen auf, die wirklich glaubwürdig sind. Zudem ist die Handlung in eine fantasievolle Inselwelt versetzt worden, auf der es viel zu entdecken gibt.
    Der Leser gerät zwischen diie Fronten, wenn es darum geht wer nun mit seinen Ansichten Recht hat. Glaubt man Mau in seinem naiven Aberglauben an "die Großväter", die das Schicksal aller überwachen oder eher an Daphnes rationalen Verstand? Dieser Zwiespalt birgt jedenfalls einiges an Spannung.
    Der Erzählstil ist recht einfach, da alles aus Maus Sicht beschrieben wird. Trotzdem ist man als Leser sofort gefesselt von der Geschichte. Ich persönlich wollte immer wissen wie es weitergeht, weil es einfach so viele Spannungsmomente gibt oder einfach Entscheidungsmomente in denen man wissen muss wie sie Mau oder Daphne entscheiden.
    FAZIT:Ein anderer Pratchett, an den man auch mit genau diesem Wissen herangehen sollte, sonst wird man als Scheibenwelt-Fan enttäuscht. Dieses Buch ist sicherlich für alle geeignet, die sich noch nicht an die Scheibenwelt-Romane getraut haben oder denen die Scheibenwelt zu "abgedreht" war. Dieses Buch ist ruhiger, ernster und doch auch humorvoll. Ein wirklich lesenswertes Buch für Jugendliche und Junggebliebene.

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    Fletchers avatar
    Fletchervor 8 Jahren
    Rezension zu "Eine Insel" von Terry Pratchett

    Bereits "Ein gutes Omen" von Pratchett wusste zu begeistern, doch mit "Eine Insel" wurde dies für mich noch übertroffen - auch wenn der Humor subtiler daherkam.
    .
    Mau lebt auf einer Insel im Pazifik und steht kurz davor in den Augen der "Nation", seines Volkes, ein Mann zu werden. Doch auf den letzten Metern dieser Reise - ein Monat Überleben auf der Jungeninsel um abschließend mit einem selbstgebauten Kanu zur Nation zurückzukehren - geschieht das Unfassbare: eine riesige Welle schwappt über Mau hinweg und erst am nächsten Tag kommt er in Strandnähe wieder zu bewußtsein. Gleichzeitig ist die junge Daphne auf dem Weg von England zu ihrem Vater, dem neuen Gouverneur der Inselkette, zu der auch die Insel der "Nation" gehört und auch ihr Schiff gerät in die Tsunamiwelle die Mau erfasst.
    Nach dem Tsunami ist für beide die Welt vollkommen verändert - beide sind scheinbar die einzigen Überlebenden der Katastrophe und kommen aus vollkommen unterschiedlichen Kulturen. Mau ist besonders schwer getroffen und fällt in tiefen Konflikt mit allem, was er bisher geglaubt hat - die Götter würden schließlich, wenn es sie wirklich gibt, nicht zulassen, dass ein ganzes Volk stirbt, oder? Doch das Leben muß weitergehen und schon bald haben die beiden Inselbewohner ganz andere Sorgen...
    .
    Pratchett war in allem sehr Detailverliebt: Die Insel, Mau, Daphne, ihre unterschiedlichen Religionen, Umgangsformen und Kulturen wirken echt und so überzeugend, daß man mit beiden mitfühlen kann, ohne das einem dieses Mitgefühl aufgedrängt wird. Vielmehr wird gezeigt, wie beide handeln, was sie denken und was sie fühlen - und jeder kann für sich eigen Gedanken entwickeln. Der Humor entsteht vor allem im Aufprall von "Hosenmenschen" und "Bimbos" - denn wer trägt schon Hosen für seine Hosen oder gar nur einen Lendenschurz? Doch auch die Missverständnisse zwischen einem heranwachsenden Jungen und Mädchen sorgen mehr als einmal für ein Schmunzeln.
    .
    Ich jedenfalls fand das Buch insgesamt sehr ausgewogen: Vieles regt zum nachdenken an und trotzdem wurde es keine theologische Tour de Force, da genügend Humor da ist um das ganze äußerst unterhaltsam zu gestalten.

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    Markus Walthers avatar
    Markus Walthervor 8 Jahren
    Rezension zu "Eine Insel" von Terry Pratchett

    "Eine Insel" ist ausnahmsweise kein Scheibenwelt-Buch. Die Handlung spielt auf einer Welt, die unserer Erde zur Kolonialzeit gleicht. Einige "Steampunk"-Elemente lassen aber nicht das Fantasy-Setting vergessen.
    Es beginnt ungewöhnlich duster und hält sich auch mit dem Humor sehr zurück. Dennoch liegen die Stärken des Buches eindeutig im Anfang. Terry Pratchett zieht in seiner Eigenschaft als Philosoph alle Register. In der zweiten Hälfte des Buches findet er zu seinem typischen Schreibstil zurück - mit viel Humor und so mancher Anspielung auf unsere reale Welt.
    Pratchett-Kenner werden vieles aus der Scheibenwelt wiedererkennen. Insbesondere die Verarbeitung der Themen Tod und Religion werden nochmal aufbereitet.
    Fazit: Ein gutes Buch - auch für Neueinsteiger und Nicht-Fans.

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    Natashas avatar
    Natashavor 8 Jahren
    Rezension zu "Eine Insel" von Terry Pratchett

    Witzig geschriebenes Abenteuermärchen, dessen Reiz aber ab der Mitte deutlich nachlässt, da wird es dann sehr "pratchett"-mäßig und ziemlich abgedreht. Das Ende ist wenig überraschend und ziemlich vorhersehbar, da hatte ich mehr erwartet.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 9 Jahren
    Rezension zu "Eine Insel" von Terry Pratchett

    Hat das wirklich Pratchett geschrieben? Kein bissiger Humor, nicht knallig, nicht bunt und laut. Aber trotzdem fesselnd und mitreißend in seinem leisen, nachdenklichen Ton. Ein sehr schönes Buch zum Innehalten und Philosophieren über Sinn und Unsinn der Religion.

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    Nexuss avatar
    Nexusvor 9 Jahren
    Rezension zu "Eine Insel" von Terry Pratchett

    Mau lebt auf einem kleinen Eiland mitten im Pelagischen Ozean, das zur Inselgruppe der Muttertagsinseln gehört. Bei seiner Rückkehr von einer Prüfung, nach deren Bestehen die Nation – wie seine Sippe sich nennt – ihn in den Kreis der Männer aufnimmt, wird er von einer gigantischen Tsunamiwelle überrollt. Er überlebt das Unglück, muss aber feststellen, dass alle anderen menschlichen Bewohner der Insel der Welle zum Opfer gefallen sind.
    Ermintrude befindet sich gerade auf einer Seereise zu ihrem Vater, der an 138. Stelle der Thronfolge des britischen Empires steht, als ihr Schiff von einer gigantischen Tsunamiwelle erfasst wird. Das Schiff wird auf einem kleinen Eiland mitten im pelagischen Ozean angespült, das zur Inselgruppe der Muttertagsinseln gehört – auf Maus Insel.
    Der Eingeborene und das „Geistermädchen“ müssen lernen, sich zu verstehen und aus dem Scherbenhaufen der Katastrophe das Beste zu machen. Als weitere Opfer des Unglücks von benachbarten Inseln eintreffen erwacht die Nation langsam wieder zu neuem Leben.

    „Eine Insel“ war für mich als jemand, der Pratchett für seine Scheibenwelt-Romane verehrt zunächst eine mittlere Katastrophe. Wo ist der skurrile Humor? Wo sind die schrägen Charaktere? Wo ist Gevatter Tod?...
    So habe ich mich auch eher mühselig durch die ersten Kapitel dieser durchaus sehr ernsthaften Geschichte gekämpft, welche auf einer parallelen Erde spielt, die in vielen aber eben nicht allen historischen Daten unserer Realität ähnelt.
    Doch schließlich hat es die Erzählung geschafft, mich zu packen und in ihren Bann zu ziehen. Nicht so sehr durch eine besonders spannende und fesselnde Handlung sondern vielmehr durch die unglaublich vielen Denkanstöße zu vielfältigen Themen – Glaube, Religion, Toleranz, die Kraft sich auch im Angesicht einer furchtbaren Katastrophe nicht aufzugeben. Diese und noch viele weitere Ansätze zum Nachdenken werden dem Leser sehr einfühlsam und eingepackt in eine zwar nicht allzu spannende aber doch schön erzählte Geschichte geboten und von unterschiedlichen Standpunkten aus betrachtet. Zwischendurch blitzt dann auch immer wieder einmal der Pratchett-typische Humor in Dialogen oder einzelnen Szenen hervor.
    Die Charaktere sind sehr schön gezeichnet – den von Zweifeln geplagten Mau, der wirklich alles verloren hat, schließt man sofort ins Herz. Auch Ermintrude, die durch das Unglück aus ihrer von höfischen Etiketten bestimmten Welt herausgerissen wird muss man einfach lieb haben.
    Die Handlung an sich ist wie gesagt nicht allzu spannend, aber wirklich sehr schön und lebhaft erzählt. Besonders das Finale war wirklich wunderbar.

    Man sollte diesem Roman auf jeden Fall eine Chance geben – auch wenn er nicht unbedingt dem entspricht, was man normalerweise von Pratchett kennt bzw. sogar erwartet. „Eine Insel“ ist für mich auf jeden Fall eines der Bücher, die mich auch nach der letzten Seite durchaus noch eine Weile beschäftigen. Empfehlenswert!

    Abschließen möchte ich diese Rezension mit dem letzten Satz des Buches aus dem Nachwort des Autors, in dem er einzelne Aspekte des Buches noch einmal kurz behandelt – meist mit dem Hinweis dies zu Hause bitte nicht nachzumachen. Zuletzt heisst es dann:
    „Gedanken
    Dieses Buch enthält einige. Ob sie zu Hause ausprobiert werden, bleibt jedem selbst überlassen.“

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