Tessa Hadley

 3,8 Sterne bei 21 Bewertungen
Autorin von Zwei und zwei, Damals und weiteren Büchern.
Autorenbild von Tessa Hadley (©Mark Vessey)

Lebenslauf von Tessa Hadley

Tessa Hadley ist eine englische Schriftstellerin, die 1956 in Bristol geboren wurde. Sie ist Professorin für kreatives Schreiben an der Universität in Bath und lebt in London. Sie hat bereits fünf Romane und zwei Erzählsammlungen verfasst, "Damals" ist ihr erstes im deutschsprachigen Raum erschienene Werk. Zuletzt wurde sie 2016 mit dem Windham-Campbell Literaturpreis ausgezeichnet.

Neue Bücher

Cover des Buches Zwei und zwei (ISBN: 9783311150176)

Zwei und zwei

 (9)
Neu erschienen am 25.02.2021 als Taschenbuch bei Kampa Verlag.

Alle Bücher von Tessa Hadley

Cover des Buches Zwei und zwei (ISBN: 9783311150176)

Zwei und zwei

 (9)
Erschienen am 25.02.2021
Cover des Buches Damals (ISBN: 9783492057905)

Damals

 (7)
Erschienen am 01.08.2017
Cover des Buches Hin und zurück (ISBN: 9783311100560)

Hin und zurück

 (2)
Erschienen am 28.01.2021
Cover des Buches The Past (ISBN: 9781473511095)

The Past

 (2)
Erschienen am 03.09.2015
Cover des Buches Clever Girl by Tessa Hadley(2014-04-22) (ISBN: B015YMF3LE)

Clever Girl by Tessa Hadley(2014-04-22)

 (1)
Erschienen am 01.01.1702
Cover des Buches The London Train (ISBN: 9780224090971)

The London Train

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Erschienen am 06.01.2011
Cover des Buches Henry James and the Imagination of Pleasure (ISBN: 9780521119856)

Henry James and the Imagination of Pleasure

 (0)
Erschienen am 17.09.2009
Cover des Buches Sunstroke and Other Stories (ISBN: 9780099499251)

Sunstroke and Other Stories

 (0)
Erschienen am 03.01.2008

Neue Rezensionen zu Tessa Hadley

Cover des Buches Hin und zurück (ISBN: 9783311100560)Susanne_Probsts avatar

Rezension zu "Hin und zurück" von Tessa Hadley

Innere Konflikte und familiäre Spannungen...
Susanne_Probstvor 20 Tagen

Tessa Hadley wendet sich in ihrem Roman dem mittleren Lebensalter, sowie den inneren Konflikten und familiären Spannungen bzw. der vermeintlichen Familienidylle zu.

Erst recht spät im Roman erfahren wir – und das ist kein Spoiler – dass Cora und Paul sich eines Tages vor drei Jahren im Zug nach London begegnen.

Cora ist auf dem Weg von Wales, wo sie das Haus ihrer verstorbenen Eltern renoviert, nach London, wo sie mit ihrem Ehemann Robert lebt.

Paul ist auf dem Weg von Wales, wo er mit seiner Familie wohnt, nach London, wo er seine Tochter aus erster Ehe besuchen will.

Die Beiden kommen ins Gespräch. Zwei völlig Fremde erzählen sich aus ihrem Leben und kommen sich näher. Zwei Leben überschneiden sich für kurze Zeit.

Im ersten Teil des Romans geht es um Paul. Er ist in seinen Vierzigern und trägt mit Schreiben, Rezensieren, Sprachkursen an der Uni und Übersetzen zum Lebensunterhalt seiner Familie bei.

Paul lebt mit seiner Frau Elise, die Antiquitäten restauriert und mit ihnen handelt und mit seinen Töchtern, der neunjährigen Becky und der sechsjährigen Joni, auf dem Land in Südwales.

Vor wenigen Stunden ist Pauls demente Mutter Evelyn im Heim in Birmingham verstorben und er, dessen Vater bereits vor 20 Jahren verstarb, muss sich nun um die Bestattung kümmern.

Als wäre das nicht genug, erhält Paul kurz darauf einen Anruf von seiner ersten Frau Annelies, die ihm mitteilt, dass ihre gemeinsame Tochter Pia seit einer Woche verschwunden ist.

Pia ist zwar schon fast 20 Jahre alt und hat bereits ein Studium in Greenwich begonnen, aber ihr abrupter und überstürzter Aus- und Umzug ist besorgniserregend, obwohl sie telefonisch bereits zweimal mitgeteilt hat, dass es ihr gut geht.

Paul fährt zu Annelies nach London, erfährt, dass Pia ihr Studium abgebrochen hat und macht sich auf die Suche nach ihr. Vor diesem Hintergrund durchlebt er eine Krise und landet kurzzeitig „in einem anderen Leben“.

Im zweiten Teil lernen wir die Mittdreißigerin Cora kennen. Sie ist eine Englischlehrerin, die ein Faible für Lesen im Allgemeinen und Lyrik im Besonderen hat.

Vor 10 Monaten hat sie London, ihren Job und ihren um 15 Jahre älteren Mann Robert, einen hohen Regierungsbeamten, verlassen.

Sie störte sich zunehmend an seiner Unemotionalität und Wortkargheit. Kommunikationsprobleme und Nebeneinanderherleben charakterisierten ihre Beziehung.

Außerdem hatte sie zu diesem Zeitpunkt wohl gerade eine depressive Phase hinter sich, in die sie wegen ihrer Kinderlosigkeit und dem Tod ihrer Mutter gestürzt war.

Cora ist nach der Trennung von ihrem Mann an ihren Geburtsort und in ihr lehrstehendes und nett renoviertes Elternhaus in Cardiff/Wales zurückgekehrt und arbeitet nun halbtags in der hiesigen Bibliothek.

Obwohl sie überqualifiziert ist, erfüllt und „beflügelt“ (S. 225) sie ihre neue Tätigkeit. Die Arbeit in der Bibliothek ist ihre „Zuflucht, die sie am Boden des Abgrunds gefunden hatte, in den sie gefallen war.“ (S. 225).

Es macht Freude, Cora in der Bibliothek über die Schulter zu schauen und sie in Ihrem Alltag zu begleiten.

Eines Tages erfährt Cora von ihrer Schwägerin Frankie, dass Robert, ihr Noch-Ehemann verschwunden ist. Sie macht sich auf die Suche.

Man bekommt einen guten Einblick in das Innenleben der nicht gerade einfach strukturierten Protagonisten. Ihr Handeln, Denken und Fühlen wird zwar glaubhaft geschildert, aber gleichzeitig war ich oft fassungslos und verfolgte deren Haltung und Handeln mit ungläubigem oder sogar leicht verärgerten Kopfschütteln.

Die 1956 in Bristol geborenen Tessa Hadley erzählt unaufgeregt und gefühlvoll, aber gleitet zu keinem Zeitpunkt ins Kitschige ab. Sie schreibt packend, glaubhaft und kurzweilig über letztlich recht unspektakuläre Lebensgeschichten.

Mir gefiel ihre Sprache und ich konnte mich gut in diese psychologisch fein gezeichneten Geschichte hineinfallen lassen.

Immer wieder stieß ich auf wundervoll bildhafte, anschauliche und poetische Landschaftsbeschreibungen und schöne Formulierungen.

Ein paar Beispiele dazu:

„Der Weg schmiegte sich anfangs an das Flussufer, dann schlängelte er sich quer durch kleine Felder, aus deren Hecken lautes Vogelgezwitscher und Bienensummen drang. An den untersetzten, bitteren Schlehen rankten schneeweiße Blüten, die schmalen Buchenknospen waren zartes hellbraunes Leder, die noch blattlosen Eschen ließen ihre toten Rispen herabhängen. Eine der großen patriarchalen Buchen war in einem starken Sturm vor wenigen Wochen auf den Weg gestürzt, die nackten Wurzeln hochgereckt, während die Knospen am anderen Ende noch flimmerndes Leben vortäuschten. Auf Augenhöhe war das heimliche Loch eines Spechts zu sehen, und ein tiefer Riss im Holz des wuchtigen Baumstamms zeugte von dem Aufprall. Sie mussten hinüberklettern und bewunderten die dicken Falten in der Rinde, dort, wo die Äste nach außen drängten.“ (S. 29)

„ …unwillkürlich sah Paul Zeichen der Alterung auf ihren Gesichtern, die kleinen schlaffen Hautpartien um Mund und Kiefer, die Tränensäcke unter den Augen, den Beginn des Knitterns und Bröselns, das sie in ihre zerfallenden älteren Ichs verwandeln würde.“ (S. 48)

„Er empfand die Kinder als einen Segen, der die berauschende Unausgewogenheit eines verkopften Lebens ausglich.“ (S. 31)

„Unter seinen Liedern meinte sie die schnellen Bewegungen seiner tief in den Höhlen liegenden Augen beim Lesen zu sehen; er war ein Falke, der sich den Inhalt mit einem unerbittliche Schnabel aus dem Buch pickte.“ (S. 258).

Ein bisschen schade fand ich das offene Ende, bzw. die offenen Enden. Ich hätte gern erfahren, wie es mit Pia, Paul und Elise, sowie Cora und Robert weitergeht.

Aber das ist natürlich Geschmacksache. Hier kann man spekulieren und phantasieren 🙂

Trotz meiner beiden äußerst subjektiven Kritikpunkte, die nicht wirklich schwer ins Gewicht fallen, hat mich der Roman „Hin und Zurück“ sehr gut unterhalten. Ich empfehle ihn gerne weiter.

Tessa Hadleys Roman „Zwei und zwei“, der bereits im März 2020 erschienen ist, liegt schon bereit;-)

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Cover des Buches Hin und zurück (ISBN: 9783311100560)KateRapps avatar

Rezension zu "Hin und zurück" von Tessa Hadley

Komplexe Beziehungs- und Familiengeschichte
KateRappvor einem Monat

Dieser Roman, der bereits vor zehn Jahren in England erschien, beschreibt aus zwei verschiedenen Perspektiven das Leben als wechselvolles Spiel, als Abfolge verschiedener Phasen. Als Hin und Her zwischen unterschiedlichsten Gefühlen und Lebenskonstellationen.


Paul lebt in zweiter Ehe mit Elise und ihren beiden Töchtern auf dem Land in Wales. Als seine neunzehnjährige Tochter aus erster Ehe, Pia, bei ihrer Mutter auszieht und sich nicht mehr meldet, wechselt er zurück in die Rolle von Pias Vater, die er lange Zeit vernachlässigt hat und macht sich auf die Suche nach ihr.Als er sie schwanger und mit einem älteren Freund in einer Sozialwohnung in London findet, zieht er für einige Zeit bei den beiden ein.


Er wechselt zwischen seinen unterschiedlichen Leben hin und her, unfähig, in einem davon wirklich glücklich und verwurzelt zu sein. Und sehnt sich bereits nach dem nächsten Ausstieg.


Im zweiten Teil erzählt Cora, mit der Paul drei Jahre zuvor eine Affäre hatte, wie sie später ihren Mann verließ und nun alleine im Haus ihrer verstorbenen Eltern in Cardiff lebt. Sie war durch diese Affäre erschüttert und schwanger zurückgeblieben, als Elise davon erfuhr und Paul sofort Schluss mit ihr gemacht hatte. Auch sie macht unterschiedliche Lebensphasen durch und sehnt sich letztendlich doch nur nach innerer Stabilität und Glück.


Die Figur des Paul schien mir unreif, egozentrisch und unfähig, sich in andere hineinzuversetzen. Ich bin ihm nicht gerne gefolgt auf seiner merkwürdigen Odyssee, und fühlte schmerzlich eine Leerstelle, die seine Frau Elise hätte ausfüllen sollen. Doch sie blieb stets nur eine Randfigur. Auch an Cora dachte er nie zurück, sie musste sich in ihrem Buchteil selber Gehör verschaffen und anhand eines Zeitungsartikels feststellen, dass sie nur eine zu vernachlässigende Episode in Pauls Leben war.


Tessa Hadley schreibt in einem wunderbar unaufgeregten Stil über die Unzufriedenheit und Überforderung im modernen Leben. Die ständige Frage nach dem Sein und Verweilen und einer Unrast, die sich einfach nicht bändigen lässt. Über die schwierige  Kommunikation zwischen Paaren und in Familien und das Eingeständnis, dass man den anderen niemals wirklich kennt.




Aus dem Englischen von Brigitte Jakobeit, Kampa 2021

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Cover des Buches Zwei und zwei (ISBN: 9783311150176)beccariss avatar

Rezension zu "Zwei und zwei" von Tessa Hadley

Beziehungen
beccarisvor 2 Monaten

Dieser Roman handelt von zwei mittelständischen Ehepaaren und ihren Familien in London. Erzählt wird das Beziehungsgeflecht über 30 Jahre hinweg. Glasklar zeichnet die Autorin die Personen, die Reflexionen, Entwicklungen aber auch die Resignationen und Zerwürfnisse untereinander. Sie zeigt, wie zerbrechlich Beziehungen sein können, ohne dabei zu polarisieren. Sie stellt sich weder auf den einen noch auf den anderen Standpunkt, sondern zeigt auf, welche Abhängigkeiten zu verschiedenen Handlungsweisen führen können.


Mir hat der wiederkehrende Perspektivenwechsel im Buch sehr gut gefallen. Alle Personen werden dadurch sehr genau beschrieben und ihr Seelenleben ausgeleuchtet. In einem ruhigen Erzählton vermag dieser Roman sehr zu fesseln. Ein psychologisch sehr eindringliches Buch, das meine volle Punktzahl erhält.


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Zusätzliche Informationen

Tessa Hadley wurde am 28. Februar 1956 in Bristol (Großbritannien) geboren.

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