Tessa Hadley Damals

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Inhaltsangabe zu „Damals“ von Tessa Hadley

»Sie waren auf dem Land, am Ende der Welt, und es gab kein Zurück.« – Für einen Sommer kehren sie zurück in das alte englische Landhaus: Die vier Geschwister Harriet, Roland, Alice und Fran. Jetzt, in ihren Vierzigern und Fünfzigern, müssen sie entscheiden, ob sie das Haus ihrer Jugend, Erbe ihrer Vergangenheit, bewahren oder verkaufen sollen. Alice, gescheiterte Schauspielerin und unbelehrbare Romantikerin, bringt Kasim, den gerade erwachsenen Sohn ihres Ex-Partners mit, und Roland seine junge Tochter Molly, hübsch und unkonventionell. Sie alle zieht das alte Anwesen in seinen Bann, längst überwunden geglaubte Spannungen lodern wieder auf, und neue erotische Verwicklungen bahnen sich an. Doch auch dieser Sommer geht zu Ende, und über das Haus muss eine Entscheidung getroffen werden.

Jahrzehntelanges Über-die-Schulter-Schauen. Trotz des gekonnten Stils empfand ich dieses Buch als überaus anstrengend.

— TochterAlice
TochterAlice

Ein schöner englischer Familienroman - machmal eine Spur zu betulich.

— hundertwasser
hundertwasser

Ein fabelhafter Roman, wenn man die rauhe, englische Landschaft und seine Bewohner mag.

— buecher-bea
buecher-bea

Romantische Sommergeschichte um eine Familie und ein altes Pfarrhaus,,,

— Angie*
Angie*

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  • Familientreffen für einen Sommer

    Damals
    TochterAlice

    TochterAlice

    19. September 2017 um 16:10

    Eine Familie - vier Geschwister und ihr Anhang unterschiedlicher Art - trifft sich nach langer Zeit in ihrem gemeinsam Haus. Viele Erinnerungen hängen daran, hier wurden gemeinsame Sommer verbracht und zwar nicht wenige. Auch an die Verstorbenen, die Mutter und die Großeltern, kann man sich an diesem Ort ganz besonders gut erinnern - wenn man will. Das ist nicht bei jedem so und zudem ist eine schwere Entscheidung zu fällen: soll das Anwesen verkauft oder behalten werden? Dafür gibt man sich etwas Zeit - einen ganzen, gemeinsamen Sommer.Obwohl die Handlung nur  an einem Setting und zu zwei Zeitpunkten stattfand, empfand ich den Roman als jahrzehntelanges Über-die-Schulter-Schauen bei einer englischen Familie über Generationen hinweg. Trotz des gekonnten Stils empfand ich dieses Buch als überaus anstrengend und habe es nach der Lektüre so erschöpft beiseite gelegt, als hätte ich den ganzen Tag körperliche Schwerstarbeit geleistet.Für meinen Geschmack gibt Tessa Hadley zu viel preis, erzählt mitunter zu ausgiebig, bezieht zu viele Nebenfiguren mit ein - wobei das bei einer ganzen Armee von Hauptdarstellern eigentlich nicht verwunderlich ist. Dadurch kommt zwar ein Stimmungsbild zustande, das durch den Einschub aus der Vergangenheit mehr Kraft und Vehemenz erhält, mich jedoch relativ emotionslos zurücklässt. Und ich bin ganz sicher, dass dies gerade nicht die Intention der Autorin ist. Was Ian McEwan - an ihn fühlte ich mich aufgrund der Thematik erinnert - bei mir mühelos vermag, nämlich mich mit einer alltäglichen Problematik tief zu beeindrucken - das konnte diese Autorin nicht erreichen.Dies ist der erste Roman der in ihrer englischen Heimat bereits seit längerem bekannten Autorin Tessa Hadley, der ins Deutsche übersetzt wurde. Aus meiner Sicht braucht nichts weiter nachgeschoben zu werden, da ich sowieso nicht zu den Büchern greifen werde, doch warne ich Sie: lassen Sie sich nicht zu sehr von meiner etwas mißmutigen Stellungnahme beeinflussen. Ich gebe zu, ich hatte entsprechend hohe Erwartungen und bin nun etwas enttäuscht. Aber es kann sein, dass dieser Stil, dieser Blick auf eine Familie, der in England durchaus Tradition hat - man denke nur an Jane Austen oder auch an Virginia Woolf - sie anders als mich zu fesseln oder gar zu beflügeln vermag!

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  • Familienbande

    Damals
    Dreamworx

    Dreamworx

    27. August 2017 um 13:00

    Die vier Geschwister in den 40ern und 50ern Alice, Roland, Fran und Harriet kehren für einen dreiwöchigen Urlaub im Sommer in das Haus der Großeltern und ihrer Kindheit zurück. Es ist ein altes renovierungsbedürftiges Pfarrhaus, und sie müssen gemeinsam entscheiden, ob sie es wieder herrichten oder verkaufen wollen. Die Geschwister reisen mitsamt Anhang an und bald schon zeigen sich die ersten Differenzen und Probleme untereinander sowie die Erinnerungen an die Vergangenheit und die Bindung zu dem Haus.Tessa Hadley hat mit ihrem Buch „Damals“ einen sehr intensiven Roman über die zwischenmenschlichen Beziehungen einer Familie vorgelegt, der dem Leser regelrecht unter die Haut geht. Der Schreibstil ist ruhig und bildhaft, aber flüssig gehalten, was sehr gut zur erzählten Geschichte passt und oftmals fast poetisch wirkt. Die Autorin ergeht sich nicht in Detailverliebtheit, sondern lässt dem Leser genügend Raum für eigene Spekulationen und Gedankengänge, um kleine Lücken zu füllen, was das Lesen sehr unterhaltsam macht. Gleichzeitig hat man bei einigen Situationen oder Begebenheiten das Gefühl eines Déjà-vu, so bekannt kommen sie einem vor. Auch die Beschreibungen über das Haus und die nähere Umgebung sind sehr bildhaft und lassen diese vor dem inneren Auge des Lesers entstehen. Es gibt keinen großen Spannungsbogen, die Handlung und die Protagonisten liefern diese wie von selbst. Die Geschichte wird in zwei Ebenen erzählt, die eine handelt von der Gegenwart und dem gemeinsamen Urlaub der Geschwister mit ihren Familien. Die andere schildert die Vergangenheit der vier und gibt einen guten Einblick über deren Kindheit, ihr Leben und ihre verschiedenen Persönlichkeiten. Gerade die Geschichten der Vergangenheit bilden die Grundlage für das Verständnis für die einzelnen Personen und deren Handlungsweisen. Aufgrund dessen fällt es dem Leser leicht, mitzufühlen und sich in die Protagonisten hineinzuversetzen, die oftmals ganz anders agieren, als sie durch ihr Denken vorher impliziert haben.Die Charaktere sind individuell angelegt und ausgearbeitet, so dass sie sehr wahrhaftig und authentisch wirken und dem Leser regelrecht in den Kopf kriechen. Man hat das Gefühl, ein Teil von ihnen zu sein. Harriet ist die Älteste der Geschwister und musste schon früh Verantwortung für alle übernehmen, weil die Mutter jung an Krebs verstarb und der Vater abgehauen ist, weshalb sie hauptsächlich bei den Großeltern aufwuchsen. Harriet ist sehr zurückhalten und wirkt oftmals hart und kalt. Roland ist zum dritten Mal verheiratet mit der Argentinierin Pilar, die es keinem der übrigen Geschwister recht machen kann und deshalb wie eine Außenseiterin behandelt wird. Alice ist ledig und hat den Sohn eines Liebhabers mitgebracht, während Fran mit ihren Kindern Ivy und Arthur aber ohne Ehemann Jeff anreist. „Damals“ ist ein sehr tiefgreifender und lesenswerter Roman, In dem die Autorin gekonnt das Bild einer Familie auf ungewohnte Weise seziert, dabei aber gefühlvoll vorgeht und damit Leser bei der Lektüre regelrecht unter die Haut geht. Absolute Leseempfehlung für eine echte Entdeckung!  

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  • Von alten Geistern verfolgt im britischen Moor

    Damals
    buecher-bea

    buecher-bea

    19. August 2017 um 17:54

    Die Geschwister Harriet, Ronald, Alice und Fran treffen sich mit ihrem familiären Anhang im alten Haus der Großeltern im britischen Exmoor, um zu entscheiden, was mit dem baufälligen Gebäude, dass voller Erinnerungen steckt, passieren soll. Vor Ort holen sie die Erinnerungen wieder ein und sie spüren die familiären Geflechte, vor denen sie doch ihr Leben lang fliehen wollten ... Ein fabelhafter Roman, wenn man die rauhe, englische Landschaft und seine Bewohner mag. Mit viel Liebe und Beachtung für jede Person wird hier eine Familiengeschichte erzählt, die zum Teil tragisch und besonders, zum anderen Teil aber auch sehr normal ist. Dadurch und durch die sehr unterschiedlichen Charaktere wird der Leser an das Buch gefesselt. Während des Lesens fiel mir auf, dass die Atmosphäre fast ständig voyeuristisch war, was mir persönlich ein wenig zu viel wurde. Aber vielleicht ist das eine Möglichkeit gewesen, die Einsamkeit der Protagonisten besser zu beschreiben. Auch der Schluss hat mich persönlich etwas zu offen da stehen lassen 

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  • Sommer im alten Pfarrhaus,,,

    Damals
    Angie*

    Angie*

    17. August 2017 um 18:57

    INHALT:Vier Geschwister treffen sich ,wie so oft schon, im alten langsam verfallendem Pfarrhaus der Grosseltern auf dem Land zu einem dreiwöchigen Aufenthalt , um über die Zukunft des renovierungsbedürftigen Hauses zu beraten. Harriet, die Älteste in dieser Runde, ist eine verschlossene und etwas spröde Frau, die in Kindertagen oft die Verantwortung für die Geschwister Alice, Roland und Fran übernommen hat. Ihre gemeinsame Mutter Jill verstarb in jungen Jahren, der Vater hat die Familie  früh verlassen  und die Kinder haben zeitweise  mit der Mutter bei den Grosseltern gelebt. Roland hat seine  frisch verliebte argentinische  Frau Pilar und die jugendliche Tochter Molly, aus erster Ehe, mitgebracht.  Die ledige Alice hat ohne Absprache mit den anderen Geschwistern überraschend den Halbwüchsigen Kasim eingeladen. Er ist der Sohn eines ihrer vielen Liebhaber. Fran reist mit Ivy ( neun Jahre alt) und Arthur (sechs Jahre  alt ) an.  Ihre Ehe mit Jeff steht auf der Kippe.  Er ist bei diesem Treffen nicht dabei. Familiäre Verwicklungen  und Auseinandersetzungen der Geschwister  und  der anderen Beteiligten, die bis in die Kindheit und Vergangenheit,  die bis zu den Grosseltern (einer Pfarrehe) reichen, bahnen sich an. Persönliche Katastrophen wie Krankheit und Versagen der Protagonisten werden nicht ausgelassen und mit Trauer,  Bedauern und viel Verständnis und Mitgefühl von Seiten  der Autorin erzählt .  Diese  romantisch, stimmige  Erzählweise eines romantischen Sommeraufenthaltes einer Familie  in einem alten , geheimnisvollen Haus tun ein Übriges um den Leser zu verzaubern,,,,,MEINE MEINUNG: Der Roman ist in drei Abschnitte unterteilt. Zuerst wird die Gegenwart beschrieben, dann schweift die Autorin in die Vergangenheit ab, um im dritten Teil wieder in die Gegenwart zurückzukehren.Ich habe ca. fünfzig Seiten gebraucht bis ich in dieser Geschichte mit voller Aufmerksamkeit gelandet bin.  Dazu möchte ich sagen, dass es wohl  an meiner anfänglichen  Unkonzentriertheit gelegen hat und nicht am  wunderbaren Schreibstil der Autorin. Zitat Seite 11: In den Räumen standen noch immer die Möbel ihrer Grosseltern;silbrig schimmerten die Tapeten hinter den staksigen Stühlen, dem schwarz lackierten Klavier, dem Sekretär. Die an der Bilderschiene aufgehängten Gemälde waren dunkle Höhlen. Alice hatte ihrer Therapeutin erzählt, dass sie ständig von diesem Haus träumte. Alle anderen Häuser , in denen sie gelebt hatte, kamen ihr dagegen wie Bühnenbilder vor.Die Autorin benutzt eine unglaublich ausschmückende Bildersprache mit einer immer wieder neuen Vielfalt der Begriffe. Diese Ausdrucksweise  hat mich magisch gefangen genommen und bis zur letzten Seite nicht mehr losgelassen. Sie spielt mit dem Leser, lässt einiges in Vergangenheit und Gegenwart offen und/oder deutet Geschehnisse oft  nur an. Für die eigene Fantasie bleibt immer genug Raum bei Lesen. Tessa Hadley hat mit unglaublichem Fingerspitzengefühl  ein Psychogram aller beteiligten Protagonisten erstellt, das mich sehr gefesselt hat.  Auffällig war, wie gut sie den Unterschied zwischen Denken und tatsächlichem Handeln der Geschwister herausgearbeitet hat.  Auch ihre fantasievollen Gedanken und Spiele  um die Kinder in einem verlassenen uraltem Cottage im Wald, das eine wichtige Rolle im Roman einnimmt , fand ich sehr interessant. Deutlich wurden die unterschiedlichen Denkweisen von Kindern und Erwachsenen erzählt. Seite 14 : Als die Kinder durch den von einer alten, weissen Kletterrose überwucherten, steinernen Torbogen in den Garten hinter dem Haus schlenderten, sahen sie aus wie Figuren eines altmodischen Theaterstücks: Ivy in einem langen, viktorianischen, rüschenbesetzten Rock aus kakifarbener Seide, dazu ein mit rosa Palietten besetztes Oberteil. Sie liebte es in ihrem Kopf Fantasiewelten zu erschaffen. Ich kann diesen Roman uneingeschränkt  mit fünf ***** Sternen empfehlen, was mich persönlich am Ende des Buches freudig überrascht hat. Herzlichen Dank an die Autorin und den Piper Verlag für das schöne ,  gebundene Rezensionsexemplar.

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  • Literarische Peepshow

    Damals
    dubh

    dubh

    13. August 2017 um 18:25

    Für drei Wochen im Sommer kehren vier Geschwister in das Haus ihrer Großeltern zurück. Zwischenzeitlich in der Mitte ihres Lebens angekommen, müssen sie gemeinsam entscheiden, was sie mit dem alten Landhaus anstellen wollen - verkaufen oder behalten. Niemand ahnt zu Beginn, dass sich der erholsame Urlaub mit einem fälligen Beschluss zu einer Reihe dramatischer Ereignisse entwickeln wird. Das Gebäude ist nicht mehr im besten Zustand, so dass die Entscheidung, sollte sie zugunsten eines Verkaufes fallen, relativ zügig erfolgen sollte. Diese über allen schwebende Frage zur Zukunft des Hauses, die Geschichten aus der Vergangenheit und die unterschiedlichen Figuren führen dazu, dass Tessa Hadley hier einen sehr eindringlichen Roman vorlegt, den man als psychologisches Portrait einer Familie verstehen kann. Das Buch ist im Grunde in zwei Teile geteilt: im ersten wird der Urlaub der Geschwister gemeinsam mit einer Tochter im Teenager-Alter, zwei Kleinkindern und einem gerade erwachsenen quasi Ex-Stiefsohn geschildert, der zweite erzählt von der Kindheit der vier Hauptfiguren. Anfangs war ich etwas skeptisch, da mich die Vergangenheit im Vergleich zum aktuellen Geschehen nicht allzu sehr interessierte, aber dann habe ich begriffen, dass diese Passagen wichtig sind, um die Charaktere besser begreifen zu können. Und mit der ein oder anderen Seltsamkeit damals, habe ich mich immer mehr für die späteren Erwachsenen interessiert und mit ihnen gefühlt. Die Autorin schaffte es, dass ich den Eindruck hatte, in die Köpfe der Handelnden blicken zu können. Nicht selten wird klar, dass Menschen häufig anders agieren als sie denken oder gar fühlen. Wir sind eben auch von anderen Dingen getrieben - nicht nur von unserem glasklaren Verstand. Faktoren wie der Familienfrieden, die eigene Privatsphäre oder der Versuch, anderen nicht auf dem Schlips herumzutrampeln, führen dazu - also lange nicht immer bösartige Absichten. Tessa Hadley schreibt elegant, irgendwie natürlich und gleichzeitig literarisch. Irgendwo habe ich einen Vergleich mit Alice Munro und Anne Tyler gelesen - in meinen Augen gar nicht so weit hergeholt, auch wenn ich mich mit derartigen Aussagen selbst schwer tue. Bei der Lektüre von „Damals“ habe ich mich phasenweise fast wie eine Voyeurin gefühlt - einfach, weil die Einblicke in die Gedanken der Protagonisten teilweise sehr persönlich, manchmal sogar regelrecht intim sind. Literarisch gekonnt.

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  • Familienzusammenkunft

    Damals
    serendipity3012

    serendipity3012

    06. August 2017 um 12:58

    Familienzusammenkunft Erst einmal geht es gar nicht um das „Damals“ und um die Vergangenheit in Tessa Hadleys gleichnamigen Roman. Fran, Alice, Roland und Harriet sind alle in ihren Vierzigern und frühen Fünfzigern. Ihre Mutter starb früh an Krebs, der Vater ließ die Kinder allein in dem Haus, in das sie nun für drei Wochen zurückkehren, um darüber zu entscheiden, ob sie es verkaufen oder instand setzen sollen, was mit viel Arbeit und finanziellem Aufwand verbunden wäre.Der Leser folgt den Geschwistern in das alte Haus, in das auch noch Frans Kinder Ivy und Arthur mitgekommen sind sowie Rolands jugendliche Tochter Molly und der junge Kasim, Sohn eines Freundes bzw. Ex-Geliebten von Alice, so richtig klar wird dies nicht. Roland hat außerdem zum dritten Mal geheiratet und seine Frau Pilar, eine Argentinierin, mitgebracht, die zum ersten Mal auf Rolands Schwestern trifft und die sowohl in ihrer makellosen äußeren Erscheinung als auch in ihrem geradlinigen und offenbar eher unterkühlten Charakter nicht in die Familie zu passen scheint.Es hat eine Weile gedauert, bis ich mich in Hadleys Roman eingelesen hatte. Zwar schafft sie überzeugende Charaktere und auch sonst ist ihr Setting überzeugend, kann man als Leser gut einsteigen in die Geschichte und sich die Umgebung, das heruntergekommene Haus und den Wald und die Natur sehr gut vorstellen. Und auch die Figuren überzeugen, schnell wird deutlich, wer in der Geschwisterreihe welche Funktion hat, wer wem ähnelt und worin. Trotzdem wirkt der Roman lange Zeit etwas ziellos, was mich aber irgendwann nicht mehr gestört hat: Die Autorin vertraut ganz offenbar einerseits in ihre Geschichte, die genug Potential hat und gut genug erzählt ist, um letztlich überzeugen zu können. Und andererseits traut Hadley sich, ihren Lesern nicht alles fertig vorzusetzen und nicht jegliche Interpretation mitzuliefern, sondern sie sich ihre eigenen Gedanken machen zu lassen, und so soll Literatur ja auch sein.Später liest man dann doch noch vom Damals und bekommt einige Hinweise für das Heute, so dass sich ein Bild langsam zusammensetzen kann. Während Ivy und Arthur mit kindlichem Blick die Umgebung erkunden, eine sie erschütternde Entdeckung machen und stets die Erwachsenen neugierig beobachten und Schlüsse ziehen, die oft von einer noch unschuldigen Naivität geprägt sind, nähern sich Kasim und Molly einander an, sich ihrer Jugend mit der ihr innewohnenden typischen Überheblichkeit stets bewusst. Die Erwachsenen hingegen können nicht umhin, gescheiterte Beziehungen Revue passieren zu lassen, Lebensentwürfe zu hinterfragen, stets unter dem Eindruck des alten Hauses, das ihnen allen viel bedeutet und mit Erinnerungen verknüpft ist, die schmerzhaft sind und sie an die eigene Vergänglichkeit erinnern. Hat man sich auf Hadleys ruhigen Erzählfluss und auf ihren unaufgeregten Stil erst einmal eingelassen, entwickelt sich „Damals“ zu einem tiefsinnigen und unterhaltsamen Roman, in dem man sich an der ein oder anderen Stelle vielleicht selbst wieder finden oder zumindest Bekanntes entdecken kann. Der Roman erschien erstmals 2015 in Großbritannien und ist das erste ins Deutsche übertragene Buch der Autorin. Ich hoffe, dass weitere folgen werden: Tessa Hadley ist in meinen Augen eine begabte Schriftstellerin, von der ich gern mehr lesen würde.

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2017: Die Challenge mit Niveau

    aba

    aba

    29. December 2016 um 13:40

    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2017 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2017 bis 31.12.2017 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2017 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Nimmst du die Herausforderung an? Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2017 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema. Ich freue mich auf viele Anmeldungen! Teilnehmer: AgnesM aljufa Ancareenanneschuessler anushka Arietta ArizonaAspasia ban-aislingeachbanditsandra Barbara62 blaues-herzblatt BookfantasyXY bookgirl Buchina Buchraettinc_awards_ya_sin CaroasCaro_LesemausCornelia_Ruoff Corsicana Curin cyrana czytelniczka73 dia78 DieBerta Dionemma_vandertheque erinrosewell Federfee Flocke86 Fornika Frau_J_von_T Gela_HK Ginevra Gruenentegst Gwendolina hannelore259 imitas Insider2199 Isaopera jenvo82 JoBerlin kalestraKatharina99 katrin297Katze21 krimielse lesebiene27 leselea LibriHolly maria1 Maritzel marpije Mercado Miamou Mira20 miro76  miss_mesmerized moni_lovesMotte_muqqel Nane_M naninka Nilonce-upon-a-time parden Petris Pocci Sandra_Halbesar89 schokoloko29 serendipity3012 SikalSimi159 sofie solveig SorR StefanieFreigericht Sumsi1990 suppenfee Susibelle TanyBee Tinchen07 TochterAliceulrikerabe vielleser18 Weltensucher Xirxe xlxn Yolande

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