Tessa Korber Ich liebe dich nicht, aber ich möchte es mal können

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Inhaltsangabe zu „Ich liebe dich nicht, aber ich möchte es mal können“ von Tessa Korber

„Manchmal liebe ich ihn leidenschaftlich, manchmal möchte ich in einen Zug steigen und einfach davonfahren. Ich könnte ihn nie aufgeben, er ist ein Teil von mir. Aber mit ihm zu leben, kostet mich alle Kraft. Schon oft habe ich davon geträumt, mit ihm ganz fest im Arm von einem Hochhaus zu springen.“ Tessa Korber erzählt schonungslos offen, wie die Erkrankung ihres Sohnes alles veränderte und warum sie sich trotzdem ein Leben ohne ihn nicht vorstellen kann.

Persönliche Geschichte der bekannten Autorin über das Leben mit ihrem Sohn, der Autist ist. Schonungslos offen, brutal ehrlich. Wertvoll!

— elane_eodain
elane_eodain

Dieses Buch war für mich wie eine Achterbahnfahrt der Gefühle!

— Guaggi
Guaggi

Schonungslos ehrlich, nach der Lektüre sieht man autistische Kinder mit anderen Augen.

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

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  • Schonungslos ehrlich, geht unter die Haut

    Ich liebe dich nicht, aber ich möchte es mal können
    WildRose

    WildRose

    25. October 2015 um 15:36

    Die deutsche Krimiautorin Tessa Korber hat mit "Ich liebe dich nicht aber Ich möchte es mal können" wohl ihr persönlichstes Werk geschaffen. In dem Erfahrungsbericht erzählt sie von ihrem Alltag mit Simon, ihrem 2000 geborenen, autistischen Sohn. Tessa Korber beschönigt nichts, sie berichtet von schlaflosen Nächten, einer verständnislosen Lehrerin, die sich nicht anders zu helfen weiß, als den Jungen in eine Kammer zu sperren (und das im 21. Jahrhundert!), einer gescheiterten Ehe und dem immer wieder aufkommenden Wunsch, sich mit dem Kind von einem Hochhaus zu stürzen. Ihr Buch gibt einen sehr guten Einblick in das Leben mit einem autistischen, in seiner eigenen Welt gefangenen Sohn. Es ist ein Buch der Extreme - zwischen Hoffnung und Verzweiflung, zwischen Zuversicht und totaler Erschöpfung. Es ist ein Buch, das unter die Haut geht.

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  • Wie heißt die Hauptstadt von Zukunft?

    Ich liebe dich nicht, aber ich möchte es mal können
    monja1995

    monja1995

    20. August 2013 um 10:21

    Klappentext: Manchmal liebe ich ihn leidenschaftlich, manchmal möchte ich in einen Zug steigen und einfach davonfahren. Ich könnte ihn nie aufgeben, er ist ein Teil von mir. Aber mit ihm zu leben, kostet mich alle Kraft. Schon oft habe ich davon geträumt, mit ihm ganz fest im Arm von einem Hochhaus zu springen. Mein Umriss: Tessa Korbers Sohn Simon kommt scheinbar gesund und munter zu Welt. In den ersten Jahren entwickelt er sich so normal wie sein großer Bruder Jonathan. Schon früh spricht er und nimmt rege am Leben und seiner Umwelt teil. Doch irgendwann hat die Mutter den Eindruck, dass etwas mit ihm nicht stimmen kann. Er möchte plötzlich wieder Baby sein, er verliert nach und nach seine Sprache und schottet sich immer mehr von seiner Umwelt ab. Simon entwickelt seltsame Eigenheiten. So kann er ohne direkten Körperkontakt zu seiner Mutter nicht schlafen. Sie bietet ihm diesen und trotzdem vergehen Stunden, bis er sich endlich beruhigt und einschläft. Tessa Korber vernachlässigt darüber ihren Beruf und auch den Rest der Familie. Ihr Mann spricht immer öfter aus, was sie nicht einmal zu denken wagt. Der Junge ist behindert. Sie will das nicht hören und auch nicht wahrhaben. Nach einem jahrelangen Ärztemarathon stellt sich schlussendlich heraus, dass Simon Autist ist. Tessa ist plötzlich erleichtert. Endlich hat sie für das was ihren Sohn so veränderte einen Namen. Damit geht es ihr zwar im Moment besser, aber sie weiß, dass sich ihr anstrengendes Leben dadurch wahrscheinlich nicht ändern wird. Sie versucht ihn in Schulen und Tageseinrichtungen unter zu bringen, stößt jedoch immer wieder auf Widerstand, weil die Pädagogen keine Erfahrung mit Autisten haben. Erst als Tessa schon mehrfach zusammengebrochen ist und nur noch wie ein Automat funktioniert, findet sie eine Begleitperson für ihren Sohn. Diese Frau nimmt mit ihm am Schulunterricht teil und hat die Fähigkeit, das Vertrauen von Simon zu gewinnen. Damit hat die Mutter endlich wieder etwas Zeit, um ihrer Arbeit als Schriftstellerin nachzukommen. Allerdings hat sie sich im Laufe der zeit so weit von ihrem Mann entfernt, dass sie nun als alleinerziehende Mutter ohne männlichen Rückhalt da steht. Jonathan der große Bruder beginnt irgendwann seinen Bruder dafür zu hassen, dass seine Mutter für ihn fast keine Zeit mehr hat. Erst ein neuer Partner in Tessas Leben scheint das Blatt etwas wenden zu können…. Mein Eindruck: Tessa Korber erzählt die Geschichte ihrer Familie unter dem Einfluss eines autistischen Kindes. Offen geht sie mit sich selber ins Gericht. Lange Zeit hat man beim Lesen das Gefühl, sie gibt sich letztendlich die Schuld dafür, dass sich ihr älterer Sohn mehr dem Vater zuwandte, dass ihre Ehe in die Brüche ging und dass es so unendlich schwierig ist, eine geeignete Betreuung für den behinderten Sohn zu finden. Sie beschreibt seine Panikanfälle, die von der Umwelt als Zorn und Trotz interpretiert werden, die jedoch nichts anderes sind als Angstzustände, weil Simon mit zu vielen Eindrücken auf einmal total überfordert ist. Lange Zeit hatte die Autorin auch den Eindruck, dass ihr Sohn sein Umfeld nur eingeschränkt wahrnimmt. Erst durch das sogenannte Buchstabenbrett lernt er sich mitzuteilen. Somit wird ihr schnell klar, dass er zwar an Autismus leidet, aber sehr intelligent ist. Sie geht in diesem Buch sehr intensiv auf die Lernvorgänge ihres Sohnes ein, die sich ihr erst sehr spät erschließen. Immer wieder stellt sie Fragen in den Raum, wie etwas denn so sein kann wie es ist. Sie bekommt darauf keine Antworten, denn Simon wird nie in der Lage sein, ihr dies zu erklären. Schonungslos offen berichtet sie über das Zusammenleben innerhalb der Familie, die Ablehnung von aussen und die Akzeptanzprobleme in den Schulen, die sich weigern ihren Sohn zu unterrichten. Auch stellt sie immer wieder die Frage nach dem Sinn dieser Krankheit und die Ablehnung durch andere. Die einzige Antwort die sie dazu fand lautete „Simon ist mir gegeben worden, weil ich ihn lieben kann“ Ihre Angst vor der Zukunft ihres Sohnes zeigt sie ganz klar auf. Was wird sein, wenn sie keine Kraft mehr hat? Was wird sein, wenn sie zu alt wird, um sich um ihn zu kümmern? An ein „Heilmittel“ glaubt die Autorin längst nicht mehr, zumal es erwiesen ist, dass Autismus immer mehr Menschen betrifft. Bereits ein Kind von 150 in den USA wird autistisch geboren und die Tendenz steigt stetig an. Mein Fazit: Eine Geschichte die zu Herzen geht, aber auch wiederum die Augen öffnet für eine Behinderung, die wohl am schwersten von allen zu verstehen ist.

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  • Rezension zu "Ich liebe dich nicht, aber ich möchte es mal können" von Tessa Korber

    Ich liebe dich nicht, aber ich möchte es mal können
    elane_eodain

    elane_eodain

    >> Manchmal ist der Alltag einfach lähmend. Manchmal tanzen wir durch unsere Tage. Manchmal erarbeiten wir Fortschritte, dann wieder frisst uns das Chaos auf. In manchen Momenten glaube ich, die Kraft reicht für keinen weiteren Schritt, dann gibt es wieder wunderbar skurrile Nachmittage, an denen wir, egal ob schlechtes Wetter oder nicht, barfuß durch den Frühlingswald marschieren und Weihnachtslieder singen. << * INHALT: Die bekannte Autorin von Krimis und historischen Romanen, Tessa Korber, schreibt in diesem Buch keine fiktive, sondern ihre ganz persönliche Geschichte, über ihr Leben mit ihrem Sohn Simon. Ein Autist. GEDANKEN: „Ich liebe dich nicht, aber ich möchte es mal können“ ist ein Buch, das mich lange interessiert hat, beruflich wie privat, an das ich mich aber doch nicht herangewagt hatte. Nun weiß ich auch wieso, dennoch bereue ich keinen Augenblick, dass ich es endlich gelesen habe. Tessa Korbers Buch hat mich sehr stark mitgenommen, gar emotional aufgelöst, ich musste immer wieder direkt mit jemandem über das Gelesene sprechen, mich austauschen. Die Autorin schockiert und ergreift mich gleichermaßen mit ihrer schonungslosen Ehrlichkeit. Sie zeigt ihre außerordentliche Stärke, aber schreibt auch über ihre Verzweiflung, ihre Angst, ihren Hass dermaßen offen, wie ich es, glaube ich, noch in keinem Buch erlebt habe. >> Grenzen? Welche Grenzen? Sie sind ja schon über jede einzelne hinweg gegangen. << * So erhält der Leser tiefe Einblicke in das Leben der Autorin und Mutter von Simon, ihrem autistischen Kind. Man erhält Einblicke in die zermürbende Phase der Diagnosefindung, in den Kampf mit Bildungsstätten und Behörden, man erlebt das Unverständnis und Unvermögen anderer Menschen damit umzugehen mit, erfährt den Verlust zwischenmenschlicher Beziehungen und eines "normalen" Lebens. Gleichzeitig aber bekommt man ebenso Einblicke in die besonderen und schönen Momente mit dem Kind, in wunderbare Begebenheiten und Fortschritte, in besondere Augenblicke. Anhand dieser offenen Erzählung ihres Lebensalltags mit Simon, erreicht Tessa Korber eine sehr tief gehende Auseinandersetzung mit dem Thema Autismus und dem Umgang damit in unserer Gesellschaft. Ich denke, dass jeder, der das Buch gelesen hat danach mit anderen Augen durch die Welt geht, seine Mitmenschen vielleicht anders beurteilt, in manchen Situationen verständnisvoller reagiert, selbst wenn man sich auch zuvor schon mit Autismus auseinandergesetzt hat und das Krankheitsbild an sich nichts Neues ist. Denn ein solcher Bericht einer „Betroffenen“ prägt mehr als jedes Fachbuch. >> Weil das nicht verstehbare so schwer auszuhalten ist. << * FAZIT: Ein starkes Buch einer starken Frau. Ein großartiges Buch, das mit aller erdenklichen Offenheit geschrieben wurde. Eine Bereicherung für den Leser, eine Bereicherung für mich! (* alle Zitate aus dem Buch "Ich liebe dich nicht, aber ich möchte es mal können" von T. Korber)

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  • Leserunde zu "Ich liebe dich nicht, aber ich möchte es mal können" von Tessa Korber

    Ich liebe dich nicht, aber ich möchte es mal können
    Bergey

    Bergey

    Im Namen von Tessa Korber eröffne ich diese Leserunde: Liebe Lovelybooks-Leserinnen und -leser. Im September erschien "Ich liebe dich nicht, aber ich möchte es mal können", mein Bericht über das Leben mit meinem autistischen Sohn. Seitdem haben mich viele Briefe erreicht von Betroffenen. Aber auch die Meinung von Menschen, die bislang nicht so viel über Autismus wissen, interessiert mich. Deshalb möchte ich Euch gerne zu einer gemeinsamen Leserunde einladen. Ich wünsche mir eine anregende Diskussion und freue mich auf Euch. „Manchmal liebe ich ihn leidenschaftlich, manchmal möchte ich in einen Zug steigen und einfach davonfahren. Ich könnte ihn nie aufgeben, er ist ein Teil von mir. Aber mit ihm zu leben, kostet mich alle Kraft. Schon oft habe ich davon geträumt, mit ihm ganz fest im Arm von einem Hochhaus zu springen.“ Tessa Korbers Sohn ist Autist. Man sieht Simon die Krankheit nicht sofort an. Wenn er sich im Supermarkt auf den Boden wirft und anfängt, laut zu schreien, erteilen ihr fremde Leute ungefragt Erziehungsratschläge. Von morgens um 5 bis nachts um 22 Uhr ist sie seine Aufpasserin, Antreiberin, Welt-Vermittlerin, Dolmetscherin. Immer muss sie damit rechnen, dass er plötzlich wie wild um sich schlägt. Wenn sie ihn umarmt, weiß sie nicht, was von ihrer Liebe bei ihm ankommt. Was bedeutet es, akzeptieren zu müssen, dass das eigene Kind zur ewigen Abhängigkeit verdammt ist? Wo bleiben die eigenen Gefühle, wo bleibt das eigene Leben? Tessa Korber erzählt schonungslos offen, wie die Erkrankung ihres Sohnes alles veränderte und warum sie sich trotzdem ein Leben ohne ihn nicht vorstellen kann. Bitte bewerbt Euch hier bis einschließlich Sonntag, 4.2., der Ullstein Verlag stellt freundlicherweise 10 Exemplare für unsere Leserunde zur Verfügung!

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  • Freud und Leid liegen manchmal dicht beieinander

    Ich liebe dich nicht, aber ich möchte es mal können
    Guaggi

    Guaggi

    01. April 2013 um 00:12

    Ich habe dieses Buch schon vor Monaten bei der Leserunde bekommen, aber nach kurzem anlesen zur Seite gelegt und dann vergessen. Vielleicht habe ich mich nachdem ich Anfangs nicht in das Buch fand mich auch einfach nur davor gedrückt zu erfahren wie es im Leben der Autorin Tessa Korber aussieht, aus Angst zu emotional zu reagieren. Dieses Buch war für mich wie eine Achterbahnfahrt der Gefühle! Ich habe Rotz und Wasser geheult, aber nie weil mir Frau Korber oder Simon Leid tun und ich Sie bedauere, nein, die Tränen liefen aus Freude und aus Liebe. An jeder liebenden Mutter und auch an jedem liebenden Vater wird dieses Buch nicht spurlos vorbeigehen wenn sie es gelesen haben. Ich habe keine persönlichen Erfahrungen mit Autismus, aber man bekam einen sehr guten und authentischen Einblick in das Leben einer Autistenmutter und die Gefühle schwankten einfach so mit.  Ich habe mich über manche Personen und Situationen geärgert, bei anderen geschilderten Erlebnissen kamen mir die Tränen vor Rührung. Dieses Buch gab mir so viel, nicht nur ein paar interessante Lesestunden, nein, es ist wie ein Weckruf. Es hat mich dem Thema Autismus näher gebracht und ich werde es so schnell nicht mehr vergessen. Unbedingt empfehlenswert!

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  • Ich liebe dich nicht, aber ich möchte es mal können von Tessa Korber.

    Ich liebe dich nicht, aber ich möchte es mal können
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    31. March 2013 um 05:49

    Tessa Korber lebt mit Mann und Kind im eigenen Haus und könnte zufriedener nicht sein. Als Schriftstellerin erfolgreich ist ihr Leben nahezu vollkommen, wäre da nicht der Wunsch nach einem zweiten Kind. Als Simon dann geboren wird können die Eltern gar nicht glauben wie perfekt der Kleine ist mit seinem Engelsgesicht und der fröhlichen Natur. Doch das bürgerliche Idyll wärt nicht lange, als Simon in den Kindergarten kommt fällt er zum ersten Mal durch sein ungewöhnliches Verhalten auf. Er spielt zwar und stellt auch keinen Ärger an, aber er kommuniziert nicht, weder mit den Erzieherinnen, noch mit den anderen Kindern. Schonungslos ehrlich beschreibt Tessa Korber, Autorin zahlreicher Krimis und historischer Romane, das Leben mit ihrem Sohn Simon, dessen frühe Kindheit, die vom Traum zum Alptraum wurde, dem die Ehe der Autorin zum Opfer fiel, ebenso wie die Jugendzeit ihres älteren Sohnes. Detail genau breitet sie die Odyssee ihrer Familie vor dem Leser aus, vom ersten Auftreten der Symptome, dem sozialen Rückzug ihres vorher so strahlenden kleinen Jungen, über die zahlreichen Ärzte, die zunächst nicht von Autismus sprachen, ihre Einschätzung dann aber doch änderten, den Ergotherapeuten, der den verzweifelten Eltern erklärte, dass was auch immer nicht stimmt nicht besser werden wird, bis zu der Suche nach einer Schule, die Simon nicht brechen sondern fördern will. Tessa Korber gibt mit einer Eindringlichkeit und Selbstlosigkeit an dieses Kind, das sie oft nur marginal wahrnimmt, nicht liebt es aber mal können möchte, vielleicht aber nie können wird, die mich als Leser oft erschreckt hat. Jahrelang schläft sie nicht, denn Simon schläft auch nicht. Ihr Alltag dreht sich um das behinderte Kind, und das ältere Kind wird dabei oft vergessen, ebenso wie der Ehemann. Korber opfert ihrem Autisten nicht nur ihre Familie sondern auch ihre Gesundheit und steht über Jahre hinweg kurz vor dem Nervenzusammenbruch, hält sich nur um Simons Willen irgendwie über Wasser, was dieser ihr wohl niemals danken wird. Als Leser schüttelt man da oft den Kopf, ist sogar geneigt Simon böse Absichten zu unterstellen, will der Autorin aber auf jeden Fall raten das Kind endlich ins Heim zu geben, damit sie wieder atmen, wieder gesunden und leben kann. Doch gerade das ist es, was Tessa Korber nicht will. Das Kind kommt nicht ins Heim, egal wie schwer es wird. In dem Sinne scheint sie mir fast wie die Gallionsfigur des deutschen Mütterideals, eine Frau, die bereit ist in der Pflege für ihr Kind aufzugehen, nur tut sie dies eben nicht stillschweigend, sondern schreibend und lässt in diesem Buch viel raus, was wohl Jahre lang unter der Last des Lebens mit einem behinderten Kind begraben lag. Sie beklagt sich, wettert gegen all die, die sie und Sohn Simon über die Jahre verletzt oder nur missverstanden haben. Ein besonders sympathisches, bzw. demütiges Bild zeichnet sie also weder von Simon, noch von sich selbst. Im Endeffekt war mein Erlebnis mit dem Buch durchwachsen, wohl ähnlich wie das Leben mit einem autistischen Kind. Denn es gibt in all dem Chaos auch immer wieder diese Momente, die man wohl nur als Mutter eines Autisten erleben kann und bei denen der Blickwinkel auf die Situation entscheiden kann ob diese nun einen Lach- oder Wutanfall auslöst oder vielleicht doch einen Heulkrampf. Ganz weiß Korber nicht zu beantworten ob und was in ihrem Sohn vorgeht, auch wenn dieser für einen Autisten ungewöhnlich verbal ist. Ihre Schilderungen geben also nur einen Blick in die Welt mit einem Autisten, die Welt des Autisten selbst bleibt jedoch bis zum Ende ein Geheimnis. Ob Tessa Korber ihren Sohn jemals verstehen wird und ob er jemals lernt sie zu lieben ist unklar. Als Leser wünscht man es den beiden jedoch von Herzen, auch wenn man es als solcher wohl nie erfahren wird. Dieses Buch ist keine leichte Lektüre, sondern ein ungeschönter Bericht über das Leben als Mutter eines autistischen Kindes. Angenehm geschrieben, aber themenbedingt oft schwere Kost.

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  • Ich liebe dich nicht, aber ich möchte es mal können - Tessa Korber

    Ich liebe dich nicht, aber ich möchte es mal können
    Nefertari35

    Nefertari35

    25. March 2013 um 12:42

    Kurze Inhaltsangabe: Tessa Korber erzählt in diesem Buch, von ihrem Leben, mit ihrem autistischen Sohn Simon. Man sieht Simon seine Behinderung nicht gleich an und Tessa muß damit umgehen können, wenn wildfremde Menschen ihre Erziehungsratschläge erteilen. Das Leben mit Simon ist schwierig. Er kann komplizierteste mathematische Aufgaben lösen, aber an alltäglichen Dingenm wie zum Beispiel dem Toilettengang, scheitert er. Tessa erklärt auch den Kampf mit den Behörden, was des Alltag noch zusätzlich erschwert. Sie liebt ihren Sohn von Herzen, aber manchmal ist sie doch mit der Situation überfordert. Ihr älterer Sohn läuft so nebenbei und ihre Ehe bleibt auf der Strecke. Schreibstil: Dieser Stil ist sehr ehrlich, emotional und zum Teil auch erschreckend. Immer aber authentisch und aufwühlend! Frau Korber beschönigt nichts in ihrer Geschichte, was sehr nervenaufreibend gewesen sein muß. Das Buch ist eine echte Erfahrung, die man gelesen haben muß. Eigene Meinung: Ich fand das Buch wirklich interessant. Von dem Krankheitbild Autismus wußte ich bis dato nicht viel und es ist erschreckend, welche Hürden zu überwinden sind. Frau Korber beweist viel Kraft, Mut, Einfühlungsvermögen und Durchsetzungsvermögen. Das bewundere ich von Herzen. Der Satz " ich habe davon geträumt, ganz fest mit ihm im Arm von einem Hochhaus zu springen " hat mich sehr bewegt. Dieses Buch sollte jeder lesen, der Interesse an diesem Krankheitsbild hat oder einfach nur um eine bewegende Geschichte zu erfahren. Ich gebe vier Sterne!

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  • Rezension zu "Ich liebe dich nicht, aber ich möchte es mal können" von Tessa Korber

    Ich liebe dich nicht, aber ich möchte es mal können
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    12. March 2013 um 19:42

    Bewegende reale Geschichte Zu Beginn muss ich sagen: Es ist mittlerweile schon fast einen Monat her, seit ich das Buch beendet habe, und bei den meisten Büchern hätte ich jetzt schon etwas vergessen und würde die Rezension einfach sein lassen. Hier aber ist es anders: Noch immer kann ich mich an das Lesen des Buches, und die Gefühle, die damit verwoben sind, haargenau erinnern. „Ich liebe dich nicht, aber ich möchte es mal können“ ist für den Leser so faszinierend, weil alles wahr ist. Die Autorin berichtet hier über ihr Leben mit ihrem autistischen Sohn Simon und schildert dort die Höhen, aber auch die zahlreichen Tiefen des Alltags. Es beginnt schon vor seiner Geburt und endet, als er etwa 10, 11 Jahre alt ist. Dadurch bekommt man Simons Entwicklung genau mit und hat noch einen besseren Zugang. Das Buch ist vom Schreibstil her unglaublich gut zu lesen, weil die Tessa Korber auch schon vorher als Autorin arbeitete. Sie schreibt sehr anschaulich und vermag es, dem Leser ihre Gefühle mitzuteilen. Ein großer Pulspunkt, weil es das Buch auch aus sprachlicher Sicht gut macht. Man kann kaum ausdrücken, wie genau das Buch ist. Es bietet eine unglaubliche Palette an Emotionen, von der Liebe zu seinem Kind bis hin zum Hass und zur Verzweiflung, die im ganzen Buch unterschwellig mitzuschwingen scheint (und an manchen Stellen dann auch an die Oberfläche tritt). Und das ist das Beste an dem Buch: Die Autorin bleibt ehrlich. Sie redet nichts gut, und wenn sie Gefühle empfindet oder empfand, die sie vielleicht nicht immer positiv dastehen lassen (auch wenn sie absolut nachvollziehbar sind, jeder, der das Buch gelesen hat, wird mir da zustimmen) dann schreibt sie es auch so. Es gehört meiner Meinung nach einiges an Überwindung dazu, auch zu seinen Schwächen zu stehen und diese für jeden öffentlich zu machen. Es hat sich gelohnt! Das Buch hat meine Sicht auf die Krankheit und das Leben der Angehörigen damit noch einmal verändert und präzisiert. Ein ganz großes Danke an die Autorin für die authentische Schilderung ihres Lebens! Dafür hat es volle 5 Sterne verdient, weil es mich wirklich bewegt hat und auch sprachlich nichts auszusetzten ist. Ich würde es jedem empfehlen, der sich zumindest ein wenig für Autismus interessiert oder der nach einer wirklich bewegenden realen „Geschichte“ sucht.

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  • Rezension zu "Ich liebe dich nicht, aber ich möchte es mal können" von Tessa Korber

    Ich liebe dich nicht, aber ich möchte es mal können
    Fynigen

    Fynigen

    24. February 2013 um 17:24

    Tessa Korber berichtet in dem Buch "Ich liebe dich nicht, aber ich möchte es mal können" über IHR leben mit ihrem autistischen Sohn Simon. Sie berichtet nicht über sein Leben, denn über dieses kann sie sich, trotz dass sie die Mutter dieses Kindes ist, kein Urteil erlauben, da sie überhaupt nicht weiß was Simon fühlt, bzw. wie er sich in SEINEM Leben fühlt. Sie berichtet schonungslos und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, wie sie denkt, was sie fühlt und wie es ihr geht. In guten, aber vor allem auch in den sehr schlechten und harten Zeiten, in denen sie Kämpfen muss, wie eine Löwin, damit sie Recht bekommt, damit ihr Sohn das bekommt was ihm Zusteht. Hilfe. Hilfe die auch sie dringend benötigt, um wenigstens mal für kurze, ganz kurze Zeit durchatmen zu können, von ihrem Schicksal, das ihr auferlegt wurde. Sie berichtet auch über die sehr schönen Zeit die sie mit Simon in ihrer kleinen heilen Wunschfamilie hatte, mit ihrem Mann und ihrem großen Sohn. Sie berichtet auch, wie es ihrem großen Sohn dabei geht. Wie es zu seinem Bruder steht, was er denkt und fühlt, in seiner Lage, als Bruder einen Autisten. Das Buch hat mich tief berührt. Es ging mehr sehr nahe und ich habe mir viele viele Gedanken gemacht, musste vieles erst mal sacken lassen. Meine allergrößte Hochachtung vor Frau Korber. Es ist unvorstellbar, dass ein Mensch dies alles aushalten kann, funktionieren kann, obwohl die Enrgien längst versiegt sind. Oftmals hatte ich ein schlechtes Gewissen, wenn ICH als mal keine Nerven mehr habe, nur noch ins Bett möchte, oder einfach mal ausschlafen möchte. Für Frau Korber ist es schon das schönste Geschenk der Welt gewesen, als sie die richtige Schulbegleiterin für ihren Sohn Simon gefunden hatte, die ihn durch Höhen und Tiefen des Schualltags begleitet hat. Mich hat das Buch tief beeindruckt, vor allem wegen Frau Korbers Ehrlichkeit, auch wenn sie hart klingen mag. Ich habe dieses Buch schon mehreren weiter empfohlen, und werde es auch weiterhin tun!

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  • Rezension zu "Ich liebe dich nicht, aber ich möchte es mal können" von Tessa Korber

    Ich liebe dich nicht, aber ich möchte es mal können
    micluvsds

    micluvsds

    23. February 2013 um 11:34

    Tessa Korber beschreibt in "Ich liebe dich nicht, aber ich möchte es mal können" ihr Leben mit ihrem autistischen Sohn Simon. Offen erzählt sie von ihren Gefühlen, der langen Suche nach einer endgültigen Diagnosen, ihrem Alltag - der niemals einer ist - , und den Großen und kleinen Problemen, die Simon ihr und auch ihrem (Ex-)Mann, Freund und ihrem zweiten Sohn bereitet. Aber sie berichtete auch über die kleinen und größeren Erfolge, die sie im Laufe der Jahre erlebt. Es gibt Unmengen von Büchern von und über Eltern autistischer Kinder. Und manch ein Leser wird sich fragen: "Brauchen wir wirklich noch ein Buch zu diesem Thema?". Nach dem Lesen des Buches muss ich die Frage unbedingt mit einem klaren Ja bantworten. nicht nur, weil jedes autistische Kind anders ist. Auch nicht, weil es den Eltern gut tut, sich ihre Geschichte von der Seele zu schreiben. Tessa Korbers Buch unterscheidet sich für mich von vielen anderen Titeln vor allem durch eine Sache: durch schonungslose Ehrlichkeit. Kein "mit Hilfe der Liebe haben wir es geschafft, Zugang zu unserem Kind zu finden". Sie beschreibt offen ihre Gefühle, udn diese Gefühle sind nicht nur liebevolle. Offen berichtet sie über Ohnmacht, Hilflosigkeit, Wut, ja, auch über Hass, den sie an manchen Tagen empfindet. Der Leser erfährt, wie schwierig der Alltag mit einem autistischen Kind ist, wie sehr die Situation die Familie belastet, wie große Hürden man teilweise bei den Behörden überwinden muss - aber man erfährt auch von dem kleinen Glück, wenn man beispielsweise die perfekte Schulbegleiterin für das Kind gefunden hat oder endlich Hilfe bekommt. Mich hat das Buch besonders durch seine Ehrlichkeit sehr beeindruckt, und ich werde es sehr weiterempfehlen.

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  • Rezension zu "Ich liebe dich nicht, aber ich möchte es mal können" von Tessa Korber

    Ich liebe dich nicht, aber ich möchte es mal können
    Anchesenamun

    Anchesenamun

    19. February 2013 um 23:00

    „Löwenmut, Glaube, Liebe, Einsatz – das werden Sie alles zur Genüge brauchen. Aber heilen werden Sie Ihr Kind damit nicht. Sie sind Sisyphus, nicht Jesus.“ (S. 158) Tessa Korber hat die Geschichte ihres Sohnes Simon aufgeschrieben. Simon ist Autist, und die Autorin schildert, wie schwierig und zermürbend der Alltag mit einem autistischen Sohn ist, erzählt von den täglichen Kämpfen gegen Simon, sich selbst, Behörden und intolerante Mitmenschen. Dabei ist Frau Korber stets schonungslos ehrlich und beschönigt nichts. Der Leser gewinnt einen tiefen Einblick in die Gefühlswelt einer Mutter, die zeitweise an ihren Sohn überhaupt nicht herankommt, bei seinen vielen Anfällen hilflos daneben steht, manchmal auch Wut und Hass verspürt, und die auf die Frage, ob Simon sie lieb hat, die Antwort erhält „Ich liebe dich nicht, aber ich möchte es mal können.“ Die Autorin erzählt die Geschichte ab Simons Geburt im Jahr 2000 bis heute. Das Erstaunliche daran ist, dass Simon sich die ersten 3 Jahre ganz normal entwickelte. Erst dann stellten sich immer mehr Ticks und Probleme ein, bis Simon sich komplett verschloss, kaum noch mit seinem Umfeld kommunizierte, zuweilen aggressiv und handgreiflich wurde. Die Eltern waren ratlos, und es sollten noch mehrere Jahre vergehen, bis endlich die Diagnose „Autismus“ gestellt wird. Ab da ist der Feind greifbar, hat einen Namen und ein Gesicht. Und Frau Korber kämpft um ihr Kind, um Therapien, um einen Weg der Kommunikation mit Simon, um Verständnis von außen, um eine geeignete Schule. Hierbei kann sie viele Erfolge, aber auch zahlreiche Rückschläge verbuchen. Diese Offenheit der Autorin macht das Buch so interessant. Sie erzählt, welch schlimme Erlebnisse sie mit Simon hatte, auch wenn es natürlich auch ein paar schöne Momente gab. Sie erzählt offen, wie groß ihre Verzweiflung oft ist, dass sie – auch schon vor Simons Geburt – an Depressionen litt, welche sich unter der neuen Situation mit Simon verschlimmerten bis hin zu Selbstmordgedanken. Sie beschönigt nichts. Der Leser erhält sehr interessante Informationen über Autismus. Man geht den Weg zusammen mit der Autorin: Das Unwissen und die große Frage, an welcher Krankheit oder Behinderung Simon leidet, die mühseligen Gänge zu Ärzten, Logopäden, Psychologen, dann endlich die Diagnose, die das Problem greifbarer macht, und dann die Therapien, die Versuche, Simon an einer geeigneten Schule unterzubringen. Man erfährt, was die „gestützte Kommunikation“ ist, eine wertvolle Methode, mit der sich Autisten ohne Worte verständigen können. Ich fand die von Frau Korber geschilderten Therapieansätze, Versuche, Wege und Möglichkeiten der Erleichterung im Umgang mit einem Autisten sehr interessant. Es ist erstaunlich, was sich alles bewerkstelligen lässt, wenn die Diagnose erstmal bekannt ist. Es war für mich immer wieder erstaunlich, wenn Simon etwas Intelligentes sagte oder schrieb. Denn viele Jahre lang glaubte man einfach, dass er zu so etwas nicht fähig sei. Umso schlimmer, dass er "innen" so fit ist, aber nichts nach außen tragen kann und solche Probleme mit den kleinsten Dingen im Alltag hat. Ich kann mir nur ansatzweise vorstellen, wie schlimm das für das Umfeld, v. a. für die Mutter ist. Bei allem ist stets das Gefühlsleben der Autorin im Vordergrund, und da tut sich einem die ganze Bandbreite von Gefühlen auf: Von Liebe und Fürsorge bis zu blanker Verzweiflung und Hass. Simons Gefühlswelt bleibt uns leider weitestgehend verschlossen, denn als Autist kann er sich diesbezüglich nicht (richtig) mitteilen. Man kann nur erahnen, wie schlimm es für ihn selbst ist. Man denkt lange Zeit, er lebt in seiner eigenen kleinen Welt (Was er ja gewissermaßen auch tut.) und für ihn ist alles ok so, wie es ist. Aber als er anfängt, seine Gedanken durch die gestützte Kommunikation nach außen zu tragen, erfährt man, dass er sich auch nicht als normal sieht, dass er verzweifelt an seiner Andersartigkeit. Das ist richtig schlimm und man möchte den kleinen Mann einfach nur umarmen – was er ja aber niemals zulassen würde bei einer fremden Person, ja manchmal selbst nicht bei der eigenen Mutter. Darüber hinaus erzählt Tessa Korber von ihrem ältesten Sohn Jonathan, wie er mit der Situation umging, mal gut, mal weniger gut, denn als „gesundes Geschwisterkind“ musste er meist zurückstecken. Simons Vater bleibt etwas im Hintergrund, was sich dadurch erklären lässt, dass er nicht nur als Hauptverdiener oft abwesend war, sondern auch mit der Situation schlechter zurechtkam als seine Frau und sich aus Verzweiflung mehr und mehr zurückzog bei der Erziehung, bis es schließlich zur Scheidung kam. Frau Korber ist promovierte Geisteswissenschaftlerin, und das merkt man ihrem Schreibstil an, der meines Erachtens recht anspruchsvoll und trotz all der Emotionen manchmal etwas sachlich-nüchtern ist. Zeitweise wurde bei mir dadurch eine gewisse Distanz zur Autorin gewahrt. Anfänglich musste ich auf der logischen Ebene versuchen, ihre Gefühle nachzuempfinden, sie konnte mich leider nicht auf der emotionalen Ebene erreichen. Das änderte sich jedoch im Laufe des Buches sehr schnell. U. a. war wohl auch der Exkurs „Scheiße, Arsch und Hass“ ein Grund dafür, in dem sich Frau Korber mal so richtig „gehen lässt“ und sich mit klaren, harten Worten einfach mal so richtig auskotzt. Irgendwann konnte ich alles nahezu mitfühlen, die Verzweiflung, die Wut, die Erschöpfung. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, konnte es kaum aus der Hand legen, aber es war auch auf eine gewisse Weise richtiggehend erschöpfend. Ich kann das Buch jedem wärmstens empfehlen, v. a., aber nicht nur Lesern, die sich für das Thema Autismus interessieren!

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  • Rezension zu "Ich liebe dich nicht, aber ich möchte es mal können" von Tessa Korber

    Ich liebe dich nicht, aber ich möchte es mal können
    gusaca

    gusaca

    11. February 2013 um 11:43

    Dieses Buch ist ein Erfahrungsbericht der Autorin Tessa Korber über ihr Leben mit ihrem autistischen Sohn Simon. Schonunglos berichtet die Autorin über den langen Weg, den sie mit ihrer Familie gehen mußte , um endlich eine Diagnose für ihren Sohn zu bekommen. Erst diese Diagnose ermöglicht es Tessa Korber ihren Simon richtig therapieren zu lassen. Es wird aufgezeigt , dass für jede Hilfe gekämpft werden muß. Nichts läuft von alleine. Die Beschulung Simins gestaltet sich äußerst schwierig. Die Belastung, die die Behinderung Simons für die ganze Familie bedeutet, wird sehr klar dargestellt. Die Gefühle laufen immer wieder über und Simons Mutter gelangt häufig an die Grenzen ihrer Kräfte. Dem LEser wird auch das Krankheitsbild des Autisten verdeutlicht, sowie das eben möglich ist. Der Schreibsstil der Autorin gefällt mir sehr gut. Ihre gefühlsmäßiger Zwiespalt Simon gegenüber wird dem Leser gut verdeutlicht und trotz dieses schweren Themas wird man vom Erzählstil der Autorin mitgerissen. ES werden immer wieder Schlüsselszenen eingebunden, die einen Lichtblick auf die ganze Erzähung werfen. So z.b. das Empfinden Jonathans seinem Bruder gegenüber (Werner), Simons Äußerung- ich liebe dich nicht, aber ich möchte es gerne mal können die Erziehungsbenühungen Christophs, des neuen Freundes Abschließend will ich sagen, dass dieses Buch für alle empfehlenswert ist, die mehr über die Krankheit Autismus erfahren möchten. Dieses Buch ist mein erstes Buch von diesere Autroin, aber mit Sicherheit nicht mein letztes.

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  • Rezension zu "Ich liebe dich nicht, aber ich möchte es mal können" von Tessa Korber

    Ich liebe dich nicht, aber ich möchte es mal können
    CHRISSYTINA

    CHRISSYTINA

    11. February 2013 um 09:41

    Frau Korber hat mit diesem Buch ein Meisterwerk geschaffen. Vielleicht wirkt dieser Begriff irgendwie unpassend für einen Lebensbericht. Aber ich finde ihn absolut zutreffend. Sehr offen und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen erzählt Frau Korber vom Alltag mit einem autistischen Kind. Anzumerken ist hier, dass ihr Sohn Simon unter Atypischem Autismus leidet. Sie beschreibt ihren Leidensweg ab dem Kindergartenalter bis in Simons elftes Lebensjahr hinein. Im Laufe des Buches wird deutlich, dass Simon in Wahrheit viel intelligenter ist, als es auf den ersten Blick scheint. Er lernt die gestützte Kommunikation und kann von da an das tippen, was er nicht auszusprechen vermag. Sie erzählt offen darüber, wie ihre Ehe scheiterte und sie trotz der Belastungen durch Simon heute eine glückliche Beziehung führt. Außerdem greift sie die Thematik der richtigen Schule für einen Autisten auf, was sich in Simons Fall alles andere als einfach gestaltete. Gegen Ende des Buches widmet sich Frau Korber der Frage, ob sie Simon in ein Heim geben kann und wird. Ein sehr berührendes Kapitel, in dem klar wird, dass es hier kein richtig und kein falsch gibt. Insgesamt ist das ein wirklich sehr lesenswertes Buch, aus dem man Mut schöpfen kann. Es zeigt sehr anschaulich die Hochs und Tiefs der Pflege eines behinderten Kindes und das damit verbundene Gefühlschaos, das absolut natürlich ist.

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