Tetje Mierendorf

 4 Sterne bei 10 Bewertungen
Autor*in von Halbfettzeit.

Lebenslauf

Tetje Mierendorf, 1972 als Sohn einer Handwerker-Familie geboren, merkte schnell, dass der »goldene Boden« für ihn woanders verlegt sein muss. Er begann, Gesangs- und Schauspielunterricht zu nehmen, bis sein Weg ihn nach dem Abitur und einer Banklehre schließlich zum Musical führte, wo er bis heute immer wieder Auftritte hat. 2004 erlangte er große Bekanntheit als »Mein großer, dicker, peinlicher Verlobter« im Fernsehen, es folgten zahlreiche Serien, Shows und Filme, in denen er mitspielte. Seit einigen Jahren arbeitet er als Sprecher und Moderator und ist als Speaker zu den Themen Verantwortung, Zielsetzung und Selbstbestimmung im gesamten deutschsprachigen Raum unterwegs. Er lebt mit seiner Frau und seiner Tochter Emma in Hamburg.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Tetje Mierendorf

Cover des Buches Halbfettzeit (ISBN: 9783579087214)

Halbfettzeit

(10)
Erschienen am 27.08.2018

Neue Rezensionen zu Tetje Mierendorf

Cover des Buches Halbfettzeit (ISBN: 9783579087214)
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Rezension zu "Halbfettzeit" von Tetje Mierendorf

PoldisHoerspielseite
Halbfettzeit (Tetje Mierenforf)

Tetje Mierendorf ist bekannt geworden als lustiger Dicker, eine Rolle, die ihn erfolgreich hat werden lassen. Doch dass hinter der fröhlichen Fassade ein so gar nicht fröhlicher Mann steckt, schreibt Mierendorf in seinem ersten Buch „Halbfettzeit“. Er schildert, wie es zu seinem starken Übergewicht gekommen ist, welche Sorgen und Nöte ihn geplagt haben, welche schier unglaublichen Wege er eingeschlagen hat, um seinen Zuckerpegel konstant hochzuhalten. Aber eben auch, wie er sich davon befreit hat und sein Körpergewicht halbiert hat. Der Schreibstil ist locker und unterhaltsam, immer wieder streut er auch etwas von dem Humor ein, die ihn schließlich auch so sympathisch macht. Und dennoch geht er mit sich selbst sehr hart ins Gericht, analysiert seine tiefsten Ängste, sein eigenes Versagen, seine Lethargie. Das ist sehr persönlich geraten, man hat wirklich das Gefühl, an den Kern seines selbst zu gelangen. Respekt davor, den Lesern einen so umfassenden Einblick in diesen nicht gerade angenehmen Teil seiner Seele zu lassen. Ich habe ihm wirklich abgekauft, was er da schreibt. Daneben gibt er noch viele Informationen dazu, wie er es geschafft hat, so viel abzunehmen. Schreibt von Sport, von Zucker, von Medikamenten. Er ist seinen eigenen Weg gegangen, von dem man sich sicherlich eine „dicke“ Scheibe abschneiden kann.

Allerdings schießt sein sicherlich motivierend gemeintes direkten Ansprechen des Lesers manchmal etwas über das Ziel heraus. Schließlich ist jeder Mensch anders, hat mit anderen inneren Dämonen zu kämpfen und muss auch seinen eigenen Weg finden, um sein Gewicht zu reduzieren und dann dauerhaft zu halten (wenn überhaupt notwendig...). Das Ganze wäre dann auch vielleicht noch authentischer, hätte er auch Phasen geschildert, in denen das Abnehmen, die Selbstkontrolle nicht so gut geklappt hätte. Fast mantraartig wird wiederholt, wie schwer der Weg ist, wirklich plastisch wird dieser Teil des Abnahmeprozesses aber nicht – vielleicht um die Motivation nicht wieder sinken zu lassen, aber das gehört nun mal leider oft auch dazu.

Dennoch ist Mierendorf ein sehr überzeugendes Buch geraten, das nicht nur einem selbst die Augen öffnen kann, weil man sich den einen oder anderen Dingen wiedererkennt. Sondern auch, weil der Autor so schonungslos mit sich umgeht, den Leser so nahe an sich heranlässt. Es ist genau diese Kombination, die mir so gut gefallen hat und die verstehen lassen, wie Mierendorf zu dem Menschen geworden ist, der er jetzt ist.

Cover des Buches Halbfettzeit (ISBN: 9783579087214)
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Rezension zu "Halbfettzeit" von Tetje Mierendorf

EifelBuecherwurm
Ehrlich

Gesponserte Produktplatzierung - Rezensionsexemplar
Preis: € 20,00 [D]
Verlag: Gütersloher Verlagshaus
Seiten: 256
Format: Hardcover
Altersempfehlung: keine Angabe
Erscheinungsdatum: 27.08.2018

Inhalt:

»Dieses Buch kann alles bewirken. Wenn Du es zulässt!« (Tetje Mierendorf)

Tetje Mierendorf ist Comedian, Schauspieler, Sänger und Synchronsprecher und bekannt unter anderem aus Let's Dance und der Doku-Soap Mein großer, dicker, peinlicher Verlobter. Seine größte Leistung in den letzten drei Jahren: Er hat sich halbiert, d.h. 80 Kilo abgenommen!

Wie ihm das gelungen ist und wie dieser Prozess nicht nur seinen Körper, sondern sein ganzes Leben verändert hat, beschreibt er in diesem Buch. Neben vielen Infos und Tipps zu Ernährung, Stoffwechsel und Sport erfahren wir, warum Tetje Mierendorf eigentlich so dick geworden ist. Welche Probleme er damit lösen, welchen Konflikten er aus dem Weg gehen wollte. Scham, Verletzlichkeit und Selbstwertgefühl spielen dabei eine Rolle – Themen, mit denen Männer in der Regel ja nicht gerade offen umgehen. Tetje ist da anders und besonders.

Design:

Das Cover mit dem waageähnlichen Display und dem knallig gelben Hintergrund springt auf jeden Fall sofort ins Auge. Gut gefällt mir der Schriftzug und dass das Wort "fettzeit" auch wirklich fett gedruckt wurde. Das passt.
Sympathisch finde ich auch, dass sein Vorname Tetje so hervorgehoben wird. Immerhin kennt und liebt man ihn unter diesem Namen und irgendwie wird es dadurch auch direkt persönlicher.
Unter dem Schutzumschlag ist der Einband des Buches ebenfalls sehr gelb. Sonnenblumengelb würde ich sagen. Das fällt schon auf. Also wenn man vorhat das Buch unauffällig in der Bahn zu lesen: vergesst es. Bei dieser Farbe schauen alle Leute hin und versuchen den Buchtitel zu lesen. ;)

Meine Meinung:

Ich habe das Buch von einem Kollegen empfohlen bekommen. Er hatte davon gehört und als wir über meine bevorstehende Reha sprachen, erzählte er mir davon. Spontan suchte ich danach und fragte es an. Kurze Zeit danach startete ich sowohl mit der Reha, als auch mit dem Buch. Außerdem änderten sich einige Dinge in meinem Leben, sodass mich das Buch tatsächlich in einen neuen Lebensabschnitt hinein begleitet hat.

Tetje (ich bleibe einfach mal beim Vornamen) schildert eindrucksvoll wie sein Leben als dicker Mensch gewesen ist. Es ist erschreckend zu lesen, welche Gedankengänge und Maßnahmen jemand tätigt um seinen täglichen Zuckerpegel halten zu können. Auch die Mengen an Essen, die er zu dieser Zeit konsumiert hat, sind unglaublich und abschreckend.
Ja, ich habe deutlich zu viel auf den Rippen, doch solche Ausmaße hat es nie angenommen. Natürlich ist jeder Mensch anders und viele Wege führen zu den Pfunden auf den Rippen. Daher konnte ich mich in einigen Beschreibungen wiedererkennen. Bei mir ist es zum Beispiel überhaupt nicht der Zucker, sondern Chips und andere fettige Lebensmittel sind meine Versuchung. Ich hatte also von Anfang an eine Verbindung zu dem Thema.

Mit Witz und auf eine sehr charmante Art und Weise bringt Tetje den Leser dazu ihm auf den Weg zur Abnahme zu folgen. Die Fragen, die er dem Leser ab und an stellt, brachten mich sehr zum Nachdenken. Ich habe mir auch wirklich viel Zeit dafür genommen darüber nachzudenken und habe in der Zeit der Reha sehr viel selbstreflektiert. Das Buch bringt einen definitiv dazu sich über seine Situation Gedanken zu machen. Aber es wendet sich vor allem an diejenigen, die wirklich abnehmen wollen und noch vor dieser schweren (im wahrsten Sinne des Wortes) Herausforderung stehen.

Sehr beeindruckend fand ich auch die Bilder, die sich in der Mitte des Buches befinden. Auf den älteren Fotos habe ich Tetje direkt erkannt, auf den Neueren ehrlich gesagt nicht. Er ist wirklich ein ganz neuer Mann geworden.

Wenn ich zurückdenke an die Lektüre, habe ich höchstens Kapitel vermisst, die sich mit dem Straucheln und Scheitern, aber auch dem anschließenden Aufstehen und Weitermachen beschäftigen. Er betont zwar immer wieder wie schwer eine solche Umstellung ist, und dass es eine lebenslange Aufgabe ist, aber irgendwie kommt es trotzdem sehr leicht rüber. Er hat einmal den Entschluss gefasst und setzte daraufhin alles daran sein Ziel zu erreichen. Dieser Schlüsselmoment war ein Traum, den er in seinem Buch schildert.
Ich glaube, dass solch ein Schlüsselmoment sehr viel Kraft und Antrieb geben kann, es aber dennoch nicht leicht ist. Natürlich soll das Buch motivieren und Ansporn geben, aber es war mir etwas zu viel Sonnenseite. Die Schatten wurden in meinen Augen vernachlässigt, daher ist es nicht ganz ausgewogen.

Irgendwie hatte ich auch das Gefühl, dass die Kapitel immer kürzer wurden, je weiter ich im Buch vorankam. Grundsätzlich mag ich kurze Kapitel, aber es vermittelte mir ein wenig den Eindruck, dass Tetje gegen Ende schnell fertig werden wollte.

Besonders hervorheben möchte ich noch, dass Tetje wirklich schonungslos und absolut ehrlich mit sich selbst ins Gericht geht. Er nimmt kein Blatt vor den Mund und schildert frei heraus seine Gefühle und Ängste. Das ist sehr wichtig, damit der Leser ihn auch ernst nehmen kann und ihn auf seiner Reise emotional begleiten kann. Oh Gott, das hört sich gerade total spirituell angehaucht an, aber es ist so. Dies ist kein Ratgeber, sondern ein Motivationsbuch. Und um Menschen motivieren zu können, muss man etwas mit seinen Worten in ihnen ansprechen. Tetje schafft das.

Fazit:

Unterhaltsam und bewegend. Tetje versteht es definitiv Menschen zu motivieren. Ich ziehe meinen Hut vor so viel Ehrlichkeit. Konkrete Anleitungen und Tipps gibt es nicht, dafür gibt es genug andere Ratgeber in diesem Bereich. Insgesamt vergebe ich für dieses Buch 4 Sterne.

Cover des Buches Halbfettzeit (ISBN: 9783579087214)
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Rezension zu "Halbfettzeit" von Tetje Mierendorf

himbeerbel
Unbefriedigende Mischung aus Erfahrungsbericht, Ratgeber und Motivationsbuch

Tetje Mierendorf war mir in Erinnerung geblieben – zum einen als unglaublich groß und massig, vor allem aber auch als sehr sympathischer humorvoller Mann aus Fernsehformaten wie der „Schillerstraße“ oder aus „Frei Schnauze“. Vor kurzem sah ich ihn nach langer Zeit in einem Video auf dem YouTube-Kanal „Gedankentanken“ wieder. Er hatte enorm abgenommen und erzählt von seinen Beweggründen und wie er es letztlich geschafft hatte. Ein mitreißender Bericht, der mich neugierig auf sein Buch „Halbfettzeit“ machte, in dem er die vergangenen drei Jahre schildert, in denen er sich gewichtstechnisch halbiert und 80 Kilogramm hinter sich gelassen hat.

Von den schwierigsten Einsichten seines Lebens, der Selbstüberwindung und seinem Erfolg erzählt Tetje Mierendorf. Er verbindet persönliche Anekdoten und erzählerische Passagen seines Lebens mit Informationen, Tipps und Fakten zu Problemen des Übergewichts und dem wohltuenden Effekt von Sport und Bewegung. Sein Schreibstil ist so, wie man ihn auf der Bühne erlebt. Eingangs hatte ich ein wenig Sorge, dass mir dieses Buch eine Spur zu viel Humor und zu viel Bühne enthalten könnte, aber glücklicherweise verlor sich dieser Eindruck bereits nach kurzem, so dass ich das Gefühl hatte, einem authentischen Tetje zu folgen. Ich las gerne über seine Erfahrungen, konnte einiges nachvollziehen, fand anderes interessant und durchaus wert, darüber nachzudenken.

Leider hat sich der Autor auf die Fahne geschrieben mit seinem Buch jedem helfen zu wollen, der einen Bereich seines Lebens verändern möchte. Und das hat mich ab der Hälfte des Buches nur noch genervt, da ich mich von penetranten Du-Botschaften regelrecht erschlagen fühlte, die von einem besseren Leben predigten und mir sagten, was ich künftig zu tun hätte. Für mich persönlich war das ein wenig zu viel des Guten, aber ich las dennoch weiter, weil mich Tetjes Lebensgeschichte interessierte. Auch wollte ich wissen ob und wie er seine Ernährung umgestellt hat, fand allerdings dazu eine Erklärung erst recht spät im Buch. Den Hinweis, dass es über die verschiedenen Ernährungsformen im Internet allerlei zu erfahren gäbe, fand ich hingegen überflüssig. Schließlich interessierte mich wie der Autor abgenommen hat, aber hierzu äußert er sich eher zurückhaltend.

Gebraucht hätte ich auch keine Einkaufsliste, auf der neben der Anzahl der Sporthosen auch ein Kurz-/Langhantelset aufgeführt ist, obwohl doch ebenfalls eine Mitgliedschaft im Fitnessstudio aufgelistet ist. Hier fehlen Informationen oder Empfehlungen, beziehungsweise einfach nur Erklärungen. Es scheint mir, dass sich Tetje Mierendorf mit diesem Buch ein wenig zu viel vorgenommen hat und so wirkt diese Mischung aus Erfahrungsbericht, Motivationsbuch und Ratgeber unvollständig und bleibt doch irgendwie unbefriedigend. Die Buchtipps im Anhang finde ich hingegen gut und habe davon bereits einiges gelesen oder für die Zukunft ins Auge gefasst.

Aber das Wichtigste ist und bleibt wohl: „Machen!“ und dazu muss man dann eben doch öfter mal raus aus dem Lesesessel 😉

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