Blutrot oder warum ist der Eber tot?

von Tharina Wagner 
4,4 Sterne bei9 Bewertungen
Blutrot oder warum ist der Eber tot?
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

birarnols avatar

sehr kurzweilige Geschichte, bei der man eigentlich nicht möchte, dass sie aufhört

Sturmhoehe88s avatar

Interessante Story, bei der man förmlich alle Emotionen erlebt

Alle 9 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Blutrot oder warum ist der Eber tot?"

Wie ich zum „Roten Eber“ kam?

Bereits als Kind übten Krimis eine besondere Faszination auf mich aus. Wie die meisten in meinem Alter, war ich ein großer Fan der Knickerbockerbande. Mit meiner besten Freundin jagten wir lieber imaginäre Serienmörder als mit Barbiepuppen zu spielen. Unter anderem schafften es bald Agatha Christies und Henning Mankells Werke in mein Bücherregal. So war es nur noch eine Frage der Zeit, bis der erste Krimi meiner Feder entspringen würde.

Es ist so weit: “Blutrot oder warum ist der Eber tot?” ist ein sarkastischer Regionalkrimi, der in Graz spielt.

Als der Eber, dieser Ungustl, tot im Café Walters in der Griesgasse gefunden wird, kann Peter der Polizist endlich beweisen, was in ihm steckt. Dass er nicht nur seinem Kollegen Maier überlegen ist, weiß er natürlich längst – oder zumindest glaubt er das. Er erfährt – aus vertraulicher Quelle –, dass das Opfer gerne sexistische Witze von sich gab und seine Freizeit mit diversen Praktiken im Puff verbrachte. Doch sind seine mehr oder weniger geheimen Vorlieben tatsächlich Grund genug, um ihn kaltblütig umzubringen? Und wenn ja – für wen?

Einfach nur ein Krimi oder steckt noch mehr darin?

Mit “Blutrot oder warum ist der Eber tot?” möchte ich in doppelter Hinsicht zum Grübeln bringen: Zunächst beschäftigt den Leser natürlich das offensichtliche Rätsel um den Mord. Doch auch die Protagonisten und die Kulisse werfen – wenn auch ganz andere - Frage auf. Menschen am Rande der Gesellschaft treten hier in den Mittelpunkt.

Und da ich Toleranz und Selbstakzeptanz als besonders wichtige Themen betrachte, kommen auch diese nicht zu kurz.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783956673078
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:238 Seiten
Verlag:Verlag 3.0 Zsolt Majsai
Erscheinungsdatum:01.05.2017

Rezensionen und Bewertungen

Neu
4,4 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne4
  • 4 Sterne5
  • 3 Sterne0
  • 2 Sterne0
  • 1 Stern0
  • Sortieren:
    Athene100776s avatar
    Athene100776vor einem Jahr
    Spannend und regt zum Nachdenken an

    Ein Viertel in Graz, nicht unbedingt die beste Wohngegend, denn hier treffen sich schon sehr seltsame Gestalten, nicht nur durch das Bordell angelockt, sondern auch durch das Cafe Walter, wo jeder er selbst sein kann.
    Die Kellnerin Marlene kennt alle ihre Kunden , deren Eigenarten und ihre bevorzugten Besuchszeiten so wie Getränke.
    Der unausstehliche Herr Eber , der sowohl Gast im Cafe als auch im gegenüberliegenden Bordell ist, ist bei niemandem beliebt. Doch dann er wird er tot in der Toilette des Cafes gefunden, wer steckt dahinter, denn Motive und Verdächtige könnte es viele geben.




    Für mich war dieses das erste Buch von Tharina Wagner, aber sicher nicht das letzte Werk.


    Die Autorin haucht den Charakteren eine Lebensgeschichte ein, die so real wirkt, dass man als Leser das Gefühl hat, diesen Mensch zu kennen und mit ihm zu fühlen. Dank der bildlichen Beschreibungen konnte ich mich schell in dem Grazer Viertel zurechtfinden und hatte in einigen Momenten das Gefühl, selbst Gast im Cafe zu sein.
    Der Tod von Eber ist Bestandteil der Geschichte, jedoch geschieht soviel darum herum, ohne zuviel zu wirken und doch passt alles genau so zusammen.
    Der lockere und teils sarkastische Schreibstil, lässt den Leser in eine Welt entfliehen, in der er unbedingt alles erfahren möchte und so konnte ich persönlich das Buch schlecht aus der Hand legen.
    Als sehr angenehm empfand ich, dass die Autorin immer wieder versteckt einige Situationen beschrieben hat, die mich als Leser zum Nachdenken anregten, wie zum Beispiel : 
    urteile ich ebenso?
    wie hätte ich in dieser Situation reagiert?
    ....
    Dieses Nachdenken klang auch nach, als ich das Buch bereits beendet hatte. Bisher habe ich noch kein Buch gelesen, in dem so viele Personen aus Randgruppen zusammentreffen und ich muss zugeben, die Autorin hat mir durch das Buch den Horizont ein Stück weit erweitert.

    Kommentare: 1
    5
    Teilen
    Mausimaus avatar
    Mausimauvor einem Jahr
    Ein Krimi der etwas anderen Art :)

    Liebe Tharina, die ganz lieben dank für das Leseexemplar & die tolle Leserunde :)

     

    Inhalt:

    Als der Eber, dieser Ungustl, tot im Café Walters in der Griesgasse gefunden wird, kann Peter der Polizist endlich beweisen, was in ihm steckt. Dass er nicht nur seinem Kollegen Maier überlegen ist, weiß er natürlich längst – oder zumindest glaubt er das. Er erfährt – aus vertraulicher Quelle –, dass das Opfer gerne sexistische Witze von sich gab und seine Freizeit mit diversen Praktiken im Puff verbrachte. Doch sind seine mehr oder weniger geheimen Vorlieben tatsächlich Grund genug, um ihn kaltblütig umzubringen? Und wenn ja – für wen? Einfach nur ein Krimi oder steckt noch mehr darin? Mit “Blutrot oder warum ist der Eber tot?” möchte ich in doppelter Hinsicht zum Grübeln bringen: Zunächst beschäftigt den Leser natürlich das offensichtliche Rätsel um den Mord. Doch auch die Protagonisten und die Kulisse werfen – wenn auch ganz andere - Frage auf. Menschen am Rande der Gesellschaft treten hier in den Mittelpunkt

    Cover:

    Bei diesem Buch sage ich sehr gerne was zum Cover, da ich auch dieses, wie bereits das erste Buch der Autorin, sehr schön gestaltet wurde. Wer genau hinsieht erkennt (neben der Farbe im Titel) noch eine weitere Gemeinsamkeit :)

    Meine Meinung:

    Am Anfang ist es etwas holprig gewesen, denn ich musste mich erst mal wieder auf Tharina und ihren ganz eigenen Schreibstil einlassen. Doch hat man erst mal in den Schreibstil rein gefunden, dann fließt der Text nur wieder so dahin.

    Auch in diesem Buch (wie in Blassrosa) geht es um eine zusammengewürfelte Gemeinschaft, welche mehr aus der Not heraus zusammen kommt, als das sie es möchte.

    Die Personen im Buch haben ihre eigenen kleine Probleme hinter die keiner so recht schauen will und so entstehen die Vorurteile - so ist der Bäcker schnell der Mafia-Boss und die Oma mit dem Höcker die Hexe :)

    Der Polizist hat seine Vorurteile leider bestätigt - Peter war ein arroganter Kerl & schlechter Vater.

    Die Krimi Auflösung trat durch die Probleme der Personen ein wenig in den Hintergrund, was mich jetzt jedoch nicht ganz so sehr gestört hat. Ich wollte einfach gerne wissen wie es denn nun ausgeht mit den Personen & ihren Problemen & bekommt auch jeder sein kleines "Happy-End"

    Der Mord, sowie die Kulisse dazu fand ich persönlich sehr originell und toll beschrieben und macht diesen Krimi definitiv zu etwas anderem in der Krimiwelt & bringt tolle Abwechslung rein.

    Fazit:

    Für mich ein gelungener Krimi, auch wenn ich Blassrosa mehr geliebt habe, dass mag jedoch am Genre liegen, ich lese nur noch selten Krimi. Umso schöner, dass Tharina mich mit diesem Krimi abholen konnte :)

    Von mir gibt es für jeden Krimifan, jeden der den kritischen Blick auf unsere Gesellschaft nicht scheut und jeden der mal etwas neues erleben will eine klare Leseempfehlung :)

     

     

    Kommentieren0
    63
    Teilen
    birarnols avatar
    birarnolvor einem Jahr
    Kurzmeinung: sehr kurzweilige Geschichte, bei der man eigentlich nicht möchte, dass sie aufhört
    sehr kurzweilige Geschichte, bei der man nicht möchte, dass sie aufhört

    Wieder greift Tharina Wagner die Randgrüppchen unserer Gesellschaft auf, die besonderen Charaktere, die jeder von uns kennt.
    Auch in ihrem zweiten Buch bleibt Tharina Wagner ihrem Schreibstil treu. Mit einer tüchtigen Portion Witz, Sarkasmus, aber auch vielen kleinen Denkanstößen leitet sie uns durch die Geschichte.
    Der Fall selbst ist am Anfang komplett offen - die Informationen zu den Personen lassen jeden verdächtig erscheinen - oder keinen. Jeder hat seine guten und schlechten Seiten, wie eben im wirklichen Leben auch.
    Die Geschichte ist sehr flüssig zu lesen, und man möchte unbedingt wissen, wie es weiter geht.
    Auch nach Ende des Buches möchte ich das. Was wird aus den Personen? Ich würde es schön finden, auf den ein oder anderen Charakter aus den Büchern irgendwann einmal wieder zu stoßen.
    Von mir eine unbedingte Leseempfehlung!

    Kommentieren0
    3
    Teilen
    Sturmhoehe88s avatar
    Sturmhoehe88vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Interessante Story, bei der man förmlich alle Emotionen erlebt
    Blutrot....

    Inhaltsangabe zu „Blutrot oder warum ist der Eber tot?“ von Tharina Wagner

    Wie ich zum „Roten Eber“ kam? Bereits als Kind übten Krimis eine besondere Faszination auf mich aus. Wie die meisten in meinem Alter, war ich ein großer Fan der Knickerbockerbande. Mit meiner besten Freundin jagten wir lieber imaginäre Serienmörder als mit Barbiepuppen zu spielen. Unter anderem schafften es bald Agatha Christies und Henning Mankells Werke in mein Bücherregal. So war es nur noch eine Frage der Zeit, bis der erste Krimi meiner Feder entspringen würde. Es ist so weit: “Blutrot oder warum ist der Eber tot?” ist ein sarkastischer Regionalkrimi, der in Graz spielt. Als der Eber, dieser Ungustl, tot im Café Walters in der Griesgasse gefunden wird, kann Peter der Polizist endlich beweisen, was in ihm steckt. Dass er nicht nur seinem Kollegen Maier überlegen ist, weiß er natürlich längst – oder zumindest glaubt er das. Er erfährt – aus vertraulicher Quelle –, dass das Opfer gerne sexistische Witze von sich gab und seine Freizeit mit diversen Praktiken im Puff verbrachte. Doch sind seine mehr oder weniger geheimen Vorlieben tatsächlich Grund genug, um ihn kaltblütig umzubringen? Und wenn ja – für wen? Einfach nur ein Krimi oder steckt noch mehr darin? Mit “Blutrot oder warum ist der Eber tot?” möchte ich in doppelter Hinsicht zum Grübeln bringen: Zunächst beschäftigt den Leser natürlich das offensichtliche Rätsel um den Mord. Doch auch die Protagonisten und die Kulisse werfen – wenn auch ganz andere - Frage auf. Menschen am Rande der Gesellschaft treten hier in den Mittelpunkt. Und da ich Toleranz und Selbstakzeptanz als besonders wichtige Themen betrachte, kommen auch diese nicht zu kurz.


    Meine Meinung


    Ich kannte bisher keines der Bücher dieser Autorin, und doch hatte es mir dieser Titel allein schon wegen des Covers angetan. Dies ist ein Hingucker in jedem Bücherregal. Ebenso hatte ich keinen Bezug zu Graz, was sich danke der Bildlichen Beschreibungen erüblicht hat, da man sich ein genaues Bild der Schauplätze machen konnte.


    Zudem waren alle Persönlichkeiten gut beschrieben und ausgearbeitet. Die Autorin hat die Emotionen super herüber gebracht so das ich ziemlich oft einfach mit den Protas lachen und mich freuen konnte oder aber auch mal aus der Haut hätte fahren können.


    Der Schreibstil ist wunderbar locker und sehr angenehm zu lesen so das man vielleicht mit kleinen anfänglichen Problemen im nu in der Story und auch im Geschehen drin ist. Das Buch hat mich bis zum Schluss gefesselt, so das ich auf jeden fall noch weitere Titel dieser Autorin lesen werde.


    5 von 5 Sterne

    Kommentieren0
    2
    Teilen
    Igelmanu66s avatar
    Igelmanu66vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein Buch abseits der Norm – das gefällt mir. Und die vermittelten Inhalte machen es zu einer tollen Milieustudie mit Krimihandlung.
    Tolle Milieustudie mit Krimihandlung

    »Egal wie grau die Griesgasse an Regentagen sein mag, laut Frau Walters ist ihr Viertel das bunteste der Stadt und das ist gut so.«

     

    Nicht nur das Viertel, in dem Frau Walter lebt, ist bunt, sondern auch die Kundschaft des kleinen Cafés, das sie dort betreibt. Zu den Stammkunden zählen einige äußerst skurrile Gestalten, manche davon liebenswert abgedreht, andere reichlich unsympathisch. So wie Herr Eber, dem niemand nachtrauert, als er eines Tages ermordet aufgefunden wird. Und trotzdem stellt sich natürlich die Frage, wer für seinen Tod verantwortlich ist…

     

    In ihrem zweiten Buch bietet die Autorin Tharina Wagner dem Leser erneut eine perfekt dargestellte Milieustudie. Erneut findet sie wunderbare und treffsichere Worte, die das Lesen zum reinen Vergnügen machen. Und ganz nebenbei wird noch ein Mord aufgeklärt. Die kurzen Kapitel lesen sich flott und man fliegt förmlich durch die Handlung.

     

    Eines sollte dem Krimifreund aber klar sein: Der Krimi tritt sehr oft in den Hintergrund. Er ist Teil der Handlung, viel wichtiger erscheinen aber die Schicksale einiger Charaktere. Diese sind wirklich in ihrer Unterschiedlichkeit sehr reizvoll und es finden sich für so manche aktuelle Problemthemen Identifikationsfiguren. Fremdenfeindlichkeit, Angst vor allem, was anders ist als die Norm – das sind Themen, die hier deutlich und zu recht angeprangert werden. Prostituierte, Alkoholiker und geistig verwirrte Menschen finden hier ihren Platz, ein klares Zeichen für Toleranz und Offenheit. Ich finde das einfach großartig, allerdings wären vielleicht ein, zwei Handlungsstränge weniger mehr gewesen. Die Vielfalt der Akteure ist so groß, dass zwangsläufig nicht alle Bereiche so abgehandelt werden können, wie sie es verdienten. Am Ende bin ich mit der für einen Krimi untypischen Auflösung zwar zufrieden, an ein paar anderen Stellen hätte ich mir ein etwas „runderes“ Ende gewünscht.

     

    Fazit: Ein Buch abseits der Norm – das gefällt mir. Und die vermittelten Inhalte machen es zu einer tollen Milieustudie mit Krimihandlung. Ich freue mich schon jetzt auf das nächste Buch von Tharina Wagner!

    Kommentare: 6
    105
    Teilen
    Bellis-Perenniss avatar
    Bellis-Perennisvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein Krimi, der uns nach Graz führt und einige Geheimnisse offenbart.
    Der Eber ist ein Schwein ...

    In der WC-Anlage des Cafe Walters, in der Griesgasse, dem übel beleumundeten Grazer Rotlichtviertel, wird die Leiche eines Mannes gefunden, den keiner so richtig leiden kann, nicht einmal seine eigene Ehefrau. Der Verdächtigen gibt es viele. 

    So auch Marlene, die Kellnerin des Lokals. Blöderweise entdeckt ausgerechnet ihr zehnjähriger Sohn Marwin die Leiche. So, als ob Marlene und Marwin nicht schon genug Zores hätten. Marlene, allein erziehend und dem allgegenwärtigen Tanz zwischen dem schlecht bezahlten Job, den ständigen unappetitlichen Avancen des Mordopfers, der Schule und dem wenig verlässlichen Ex-Partner Peter, hin- und herspringend, muss sich nun eben mit genau diesem herumschlagen. Peter, der Polizist, ist nämlich mit der Aufklärung des Mordes betraut.
    Peter ist ziemlich von sich eingenommen, glaubt alles besser zu wissen und benimmt sich wie der sprichwörtliche Elefant im Porzellanladen. Er verhört sowohl seinen Sohn Marwin als auch Marlene. Ich persönlich halte ihn für schwer befangen und muss hier den Vorgesetzten tadeln. Ja ja, ich weiß schon, die Grazer Kripo ist unterbesetzt.

    Doch wer hat den Eber, sein Nachname ist treffend gewählt, wirklich ermordet? Seine perversen Gelüste, die er gerne an Tatiana aus dem Bordell gegenüber auslässt, machen in nicht zu einem Sympathieträger. Auch Tatiana ist verdächtig, „profitiert“ sie ja durch den Tod von Eber am meisten, denn Erbschleicherei kann ausgeschlossen werden: Es sind nur Schulden vorhanden. 
    Doch Tatiana ist ebenso wie vorerst die „Alte Hexe“, eine Obdachlose mit hellseherischen Fähigkeiten oder doch nur Lebenserfahrung? Dann taucht die alte Frau wieder auf und gesteht so mir nicht dir nichts den Mord an Eber. 
    Aber stimmt das wirklich? Welche Rolle spielen die anderen Stammgäste des Cafes?

    Peter, der Polizist, macht sich nicht wirklich Mühe hier weiter nachzuhaken und hält den Fall für abgeschlossen.

    Meine Meinung:

    Obwohl die Story ein Krimi ist, wird den Beziehungsproblemen von Marlene und Peter sehr viel Platz eingeräumt. Zwar sind die Charaktere recht gut und manchmal auch mit Augenzwinkern dargestellt, doch die Überheblichkeit von Peter wird für mich persönlich den Lesern zu oft vor Augen geführt. Ja, wir haben es verstanden, er ist ein selbstgerechter Mistkerl, dem nur die eigene Person wichtig ist. Marvin ist ihm egal und Marlene versucht er nach wie vor, am Gängelband zu führen. Es war schon richtig von ihr, sich von ihm zu trennen. Seine Vorurteile der türkischen Familie von Marvins Schulfreund gegenüber, zeugen von einer eher einfach gestrickten Persönlichkeit.

    Für das Mordopfer kann der Leser keine Sympathien fühlen. Hier herrscht eher das Gefühl, „nicht schade um ihn“, vor.

    Marvin wird ein wenig als Außenseiter dargestellt. Doch halte ich ihn für couragiert. Besonders als er während des Schulessen Partei für Ayaz ergreift.

    Die große Zahl an Verdächtigen hat das Rätseln um den tatsächlichen Täter spannend gemacht, der dann doch ein wenig überraschend auftaucht.

    Das versprochene Lokalkolorit von Graz hat mich zum Großteil gedanklich wieder in die schöne Murstadt gebracht, auch wenn die Griesgasse noch nicht ganz den hippen Stadtteilen entspricht. Wird schon werden – da ist noch Potential vorhanden.

    Die österreichisch gefärbte Sprache macht das Buch für den bundesdeutschen Leserkreis vielleicht ein wenig exotisch, ist aber stimmig. Einige Gedanken, Sätze sind echt lieb bösartig.

    Eine stilistisch interessante Lösung ist es, der alten Frau keine nehmen zu geben, sondern sie nur „Alte Hexe“ zu nennen. Ich finde, sie hätte sich einen verdient. Auch von ständig „Peter der Polizist“ zu schreiben, ist witzig

    Fazit:

    Ein interessanter Krimi, mit einer Prise schwarzem Humor.

    Kommentieren0
    13
    Teilen
    Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr
    Kurzmeinung: Witziger, skurriler Krimi mit viel Unterhaltungswert :)
    Wer hat den Eber auf dem Gewissen?

    Inhalt:
    Als der Eber, dieser Ungustl, tot im Cafe Walters in der Griesgasse gefunden wird, kann Peter der Polizist endlich beweisen, was in ihm steckt. Dass er nicht nur seinem Kollegen Maier überlegen ist, weiss er natürlich längst- oder zumindest glaubt er das. Er erfährt- aus vertraulicher Quelle-, dass das Opfer gerne sexistische Witze von sich gab und seine Freizeit mit diversen Praktiken im Puff verbrachte. Doch sind seine mehr oder weniger geheimen Vorlieben tatsächlich Grund genug, um ihn kaltblütig umzubringen? Und wenn ja- für wen?


    Als großer Fan von Tharina Wagners Blassrosa musste ich natürlich auch dieses Buch lesen. 


    Die Charaktere sind speziell herausgearbeitet. Jeder einzelne besitzt besondere Stärken, aber auch Schwächen. Obwohl sie teilweise etwas überspitzt dargestellt sind, wirken sie mitten aus dem Leben gezeichnet. Ich konnte mich mit ihnen freuen, mit ihnen lachen und wurde auch mal richtig wütend. Tharina Wagner schafft es, in ihren Büchern verschiedenen Emotionen zu wecken. 


    Der Schauplatz ist toll beschrieben. Auch wenn ich keinerlei Bezug zu Graz habe, konnte ich mir die Szenen lebhaft vorstellen. Es kam mir teilweise so vor, als würde ich einer Daily Soap (im positiven Sinne) beiwohnen. 


    In meinen Augen hat Tharina einen speziellen Schreibstil, der mir anfänglich etwas Mühe bereitet hat. Wenn man sich daran gewöhnt hat richtig toll ist. Es ist erfrischend, etwas neues zu lesen.


    Insgesamt konnte mich Blutrot bis zum Schluss fesseln. Und obwohl ich Blassrosa ein klein bisschen besser fand, kann ich dieses Buch wirklich empfehlen.  



    Kommentieren0
    29
    Teilen
    annlus avatar
    annluvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Wer hat denn nun den Eber ermordet? alle scheinen als Mörder geeignet - spannender Krimi mit einigen Klischees und trockenem Humor
    „Er kündigt sich nicht gut an, der Morgen, Marlene!“

    Ihre Toleranz ist eine Eigenschaft, die Frau Walters an ihrer Mitarbeiterin schätzt. Schließlich ist die Kundschaft des Cafés genauso bunt wie das Viertel selbst.

    Das Grazer Rotlichtviertel hat so einiges zu bieten. Darunter auch das Café Walter in dem es vor exzentrischen Stammgästen nur so wimmelt. Marlene, die Kellnerin, kennt sie alle. Als der Eber, ein Perversling, den niemand so richtig mochte, tot im Klo des Cafés aufgefunden wird, ist plötzlich jeder verdächtig. Dass ausgerechnet ihr Sohn ihn finden musste, sie eine der wenigen ist, die einen Schlüssel besitzen und ihr Ex – Peter der Polizist – den Fall übernimmt, macht es für Marlene nicht wirklich leichter. Doch wer ist nun wirklich der Schuldige?


    Die Geschichte bringt den Leser in ein Viertel von Graz, das sich nicht unbedingt durch Charme auszeichnet. Neben den Kneipen und Puffs sind es die vielen Ausländer über die immer wieder geredet wird. Nicht nur das Café wird in all seinen Klischees beschrieben, auch die Charaktere entsprechen einigen davon:

    Die Arbeit im Café wird von Marlene und Frau Walters bestritten. Die eine zaundürr, die andere das genaue Gegenteil. Während der Leser über das Leben der alleinerziehenden Mutter Marlene viel erfährt, bleibt Frau Walters eher geheimnisvoll. Ab und zu hilft ihnen die Aushilfskraft Maria, die nicht nur glücklich mit ihrem Seppl ist, sondern dazu noch ein rechtes Tratschweib. Die Stammgäste setzen sich aus der Alten Hexe, von der niemand den Namen kennt, dem Stotternden Ex-Rechtsanwalt Huber und dem Burschenschaftler und Hausmeister Heiser mit seinen Naziparolen zusammen. In der Nachbarschaft begegnet man immer wieder der Prostituierten Tatiana, zu der der Eber immer ging, und dem bosnischen Bäcker, dem gerüchtweise Verbindungen zur Mafia nachgesagt werden. Dass es bei so einer Kombination an „tüchtigen“ Ermittlern nicht fehlen darf, versteht sich. So werden Peter der Polizist (seines Zeichens sehr, sehr, sehr von sich selbst eingenommen) und sein ja-sagender Kollege Maier eingesetzt.

    Trotz der Vielzahl an handelnden Personen verlor ich nie den Überblick, da sie alle mit einer Hintergrundbeschreibung versehen wurden. So war zwar der Großteil der Geschichte Marlenes Part gewidmet – auch wenn bei den Ermittlungen dann doch Peter und Maier im Vordergrund standen – dennoch bekamen alle Charaktere ihren Auftritt samt Einblick in ihre Gedanken.

    Der Mord wurde hier erst nach einer längeren Einleitung begangen. Diese wurde allerdings dazu genutzt, die ganzen Charaktere inklusive Auszügen aus ihrer Vergangenheit vorzustellen. Das hat dazu geführt, dass ich nach der Ermordung so einige Verdächtige zur Auswahl hatte und lange spekulieren konnte.

    Fazit: Fast allen hätte ich den Mord zugetraut um dann wieder sicher zu sein, dass sie es unmöglich sein können. In dieser Hinsicht hat die Autorin ganze Arbeit geleistet. Die Spannung wurde bis zuletzt aufrecht erhalten und ich konnte die Geschichte genießen – besonders da es immer wieder mit einem trockenen Humor unterlegt war, der mir so richtig zugesagt hat.

    Kommentieren0
    11
    Teilen
    dalena_primavesis avatar
    dalena_primavesivor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein durchgehend spannender und zugleich humorvoller Krimiroman mit überraschendem Ende. Vor allem für Liebhaber der Stadt Graz ein Muss!
    Kommentieren0

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu
    Verlag30s avatar
    Als der Eber, dieser Ungustl, tot im Café Walters in der Griesgasse gefunden wird, kann Peter der Polizist endlich beweisen, was in ihm steckt. Dass er nicht nur seinem Kollegen Maier überlegen ist, weiß er natürlich längst – oder zumindest glaubt er das. Er erfährt – aus vertraulicher Quelle –, dass das Opfer gerne sexistische Witze von sich gab und seine Freizeit mit diversen Praktiken im Puff verbrachte. Doch sind seine mehr oder weniger geheimen Vorlieben tatsächlich Grund genug, um ihn kaltblütig umzubringen? Und wenn ja – für wen?

    Nachdem ich euch vor fast genau 2 Jahren mit der blassrosa Leserunde in die Vorstädte von Paris entführt habe, geht es jetzt in meine Heimatstadt Graz (Österreich). Egal ob du in dieser Stadt lebst, sie vielleicht nur von Bildern kennst oder sie überhaupt kein Begriff für dich ist – deine Unterstützung ist gefragt! Bei der Suche nach dem Mörder des Ebers, versteht sich.
    "Blutrot oder warum ist der Eber tot?" dreht sich aber nicht nur um die Aufklärung des Mordes, sondern gleichzeitig um ganz andere, gesellschaftskritische Fragen. Gewürzt ist die Geschichte mit typisch österreichischem, schwarzem Humor.

    Hier gehts zur Leseprobe: https://buch-ist-mehr.de/PWA/leseproben/das-erbe-des-ebers/

    Willst du Teil der Ermittlungen sein?

    Der Verlag 3.0 verlost 5 blutrote Exemplare. Ob Print oder Ebook entscheidest du. Gib bei der Verlosung einfach an, was du lieber hättest! 

    Um in den Lostopf zu springen, beantworte folgende Frage: Was assoziierst du mit der Stadt Graz?

    Die Leserunde startet am 15.06. 2017. Die Gewinner verpflichten sich dazu, aktiv bei der Leserunde mit zu machen und eine Rezension zu schreiben.

    Ich freue mich auf deine Bewerbung!

    Tharina  
    Zur Leserunde

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks