Thea Fischer

 4 Sterne bei 3 Bewertungen

Lebenslauf von Thea Fischer

Skurriler Krimispaß aus Bayern: Thea Fischer ist 1965 in Augsburg geboren. 2018 veröffentlicht sie ihren ersten Kriminalroman, zuvor arbeitete sie bereits mehrere Jahre lang als Journalistin und sammelte so Erfahrung, die sie in ihre Bücher einfließen lässt. In ihrem Debüt, „Bürgermeister Hirsch geht baden“, geht es um die Lokaljournalistin Petra Rosenberger, die im Fall eines verschwundenen Jugendfreundes des Bürgermeisters Nachforschungen anstellen soll, dabei jedoch auf einige Geheimnisse stößt, die besser im Verborgenen geblieben wären. Wie ihre Protagonistin lebt auch Thea Fischer gemeinsam mit ihrer Familie im Fünfseenland, in einem kleinen Ort am Ammersee.

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Rezension zu "Bürgermeister Hirsch geht baden" von Thea Fischer

Bürgermeister Hirsch geht baden
twentytwovor 4 Monaten

Bürgermeister Theo Hirsch hat einen großen Plan. Otterschwing braucht eine Therme. Mit aller Macht verfolgt er sein Ziel um möglichst schnell mit dem Bau beginnen zu können. Doch dazu muss er vorher noch eine ganze Menge Überzeugungsarbeit leisten. Nicht nur die Alteingesessen können dem geplanten Wellnesstempel nichts abgewinnen, auch sein alter Freund und Spezl Bledschneider, der mittlerweile voll auf der Ökoschiene ist, könnte das Vorhaben zum Scheitern bringen. Doch zum Glück verfügt Theo über genügend korrupte Verbindungen, die ihm helfen den Weg zu ebnen. Zu spät wird ihm klar, dass er sich total verrannt hat und damit den ersten Spatenstich für sein eigenes Grab selbst geschaufelt hat.

Fazit
Ein unterhaltsamer Regionalkrimi in dem es, mit einem Augenzwinkern, zugeht wie im richtigen Leben.

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Rezension zu "Bürgermeister Hirsch geht baden" von Thea Fischer

Ein guter, recht spannender Regio-Krimi aus Bayern.
Wedmavor 5 Monaten

„Bürgermeister Hirsch geht baden“ konnte ich ganz gut hören.


Klappentext beschreibt das Hörbuch wie folgt: „Lokalredakteurin Petra Rosenberger soll in einem alten Vermisstenfall recherchieren: Vor Jahren ist Adi Schmidt, ein Jugendfreund des amtierenden Bürgermeisters, spurlos verschwunden. Petras Mutter aus der Seniorenresidenz will ihr bei den Nachforschungen helfen. Was ist damals zwischen den Jugendfreunden vorgefallen? Als beim Bau einer Therme ein grausamer Fund gemacht wird, ahnt Petra, dass sie dabei ist, ein finsteres Geheimnis zu lüften. Ein bayrischer Kriminalfall aus dem Fünfseenland - witzig und skurril.“


Besonders witzig fand ich es nicht: Kein Auflacher vermochte mich während der gesamten Zeit aufsuchen. Skurril, mit guter Spannung ist der Krimi aber auf jeden Fall: All die Verwicklungen um die fragwürdigen Aktivitäten des Bürgermeisterns, wie auch um die Machenschaften der „Großkopferten“ um den Bau der Therme am Rande des kleinen Ortes, dazu die authentischen Einblicke, wie die „freie Presse“ heute funktioniert, all dies und noch einiges mehr wurde mit guter Prise Ironie und Insiderkenntnissen in eine stimmige Geschichte verpackt und unterhaltsam dargeboten.


Ungewöhnlich fängt der Fall an. Der tote Bürgermeister schaut auf sich und das Treiben im Leichenhaus, da die Vorbereitungen seiner Beerdigung auf Hochtouren laufen. Kurz darauf wurde der Zuhörer in die Vergangenheit katapultiert und die eigentliche Geschichte erzählt, die erklärt, wie es dazu kommen konnte, dass der Hirsch im besten Alter mit Anfang Fünfzig nun tot und wer dafür verantwortlich ist. Des Rätsels Lösung liegt, wie so oft, in der Vergangenheit, die dann durch Ermittlungen der Lokaljournalistin ans Licht kommt.

Die Hauptfigur Petra konnte mich nicht besonders mitreißen. Sie blieb mir etwas zu blass und wenig spektakulär.

Atmosphäre war zwar da, konnte mich nicht so recht mitreißen.

Hauptaugenmerk war wohl hier diese unbändige Geldgier nach besten Traditionen des Neoliberalismus, und welche Mittel dazu von den Lokalpolitikern und deren Mithelfern benutzt werden, um dem schnöden Mammon zu dienen, u.a. wie die Hürden genommen werden, egal, ob es um das Aushebeln des Naturschutzes geht oder um die Stimmungsmache in der Bevölkerung für den Bau uvm. Und das ist sehr gut gelungen. Um diesen gesellschaftskritischen Kern sind paar Geschichten aus dem Leben geflochten worden, die das Ganze in das heutige Geschehen einbetten und zeigen, dass so etwas im Prinzip nicht nur in Bayern stattfinden kann.

Hans Jürgen Stockerl hat ganz gut gelesen. Ich kenne ihn aus anderen Hörbüchern. Er ist für mich mitunter der Grund, das Hörbuch auch zu holen.

Fazit: Ein guter, recht spannender Regio-Krimi aus Bayern, der nicht nur unterhält, sondern auch der Gesellschaft den Spiegel vor Augen hält. Intelligent und gekonnt erzählt. Zum Nebenbei-Hören eignet er sich ganz gut.

Verbleibe auf weitere Folgen gespannt und vergebe vier Sterne samt Hörempfehlung für Regio-Krimi-Fans.

Hörbuch 7 St. 53 Min., ungekürzt, Audible Studios.

 

 

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Anteks avatar

Rezension zu "Bürgermeister Hirsch geht baden" von Thea Fischer

„Ja soll ich denn strumpfsockert vor den Herrgott treten?“…
Antekvor 5 Monaten

Regt sich Theo Hirsch in seinem Sarg über seine selbst beschlossene Regelung, dass mit Schuhen niemand begraben werden darf, bei seiner eigenen Beerdigung auf. Aber der Bürgermeister hat auch Grund zu grinsen, hat er doch eben den Dorftratsch mit einem Ohr mitbekommen. „Der Bledschneider im Gefängnis oder noch besser in der Geschlossenen? Das geschieht dem alten Bettsoacher recht. Er triumphiert.“. Gerade eben noch auf der Beisetzung vom Oberhaupt der Gemeinde Otterschwing, geht es per Zeitreise erst einmal ein Jahr zurück und der Spürsinn der Lokalredakteurin wird geweckt, vor Jahren ist Adi Schmidt, ein Jugendfreund des amtierenden Bürgermeisters, spurlos verschwunden. Wie hat das mit dem toten Hirsch und einem inhaftierten Bledschneider ein Jahr später zu tun?


Als Leser wird man mit der Situationskomik der Beisetzung aus Sicht des Toten empfangen und sofort ist klar, hier gibt es einiges zum Schmunzeln und auch die ersten Fragen sind aufgeworfen, bis sich das Ganze allerdings als spannender Krimi entpuppt, dauert es noch ein bisschen. Man lernt erst einmal ganz gemächlich alle kennen. Hirsch versucht von seinen Qualitäten als pfiffiger Liebhaber, gewiefter Ehebetrüger und aufstrebender Politiker zu überzeugen. Man wird Zeuge, wie die Gemeinderatssitzungen vorab besprochen werden und wie im Örtchen gemauschelt und getrickst wird. Man ist bei den krummen Planungen für den Bau einer Therme mit dabei und erlebt, wie Widerstand gekonnt mundtot gemacht wird. Zeitgleich begleitet man aber auch die engagierte Lokalredakteurin vom Seekurier, die zwar nicht immer auf die Titelseite bekommt, was sie will, deren Spürsinn sich aber vom Chef der Zeitung in ihrer Freizeit nichts vorschreiben lässt. Petra Rosenbergers Neugier ist geweckt, warum ist der Sohn vom Altbürgermeister und beste Freund vom amtierenden Hirsch nie wieder aufgetaucht, lebt er überhaupt noch? Der Gerechtigkeitssinn ist groß und schnell sind auch einige Helfer bei den Ermittlungen gefunden, aber mehr wird an der Stelle nicht verraten.


Der lockere Sprachstil der Autorin liest sich leicht und die Seiten fliegen auch wenn nicht unbedingt Hochspannung herrscht, die einen ans Buch fesselt, nur so dahin. Man darf viel schmunzeln, was mir gut gefallen hat. „Ist breit geworden, die Gute, aber sie kann bügeln wie keine Zweite, und ihr Zwetschgendatschi ist legendär.“ Solche Sprüche können vom Hirsch schon kommen, wenn er seine Ehefrau Marlene betrachtet.


Petra Rosenberger war mir von Anfang an sympathisch. Sie hat ihren guten Job bei der Münchener Zeitung aufgeben um sich um ihre Mutter kümmern zu können, die in Fischau in der Seniorenresidenz abbaut. Das hat mir imponiert, vor allem, weil sie ja stets im Schatten ihres  Bruders Julian steht, der allerdings nur auf sein Erbe aus ist, was meinen Zorn beim Lesen geschürt hat. Sie ist hilfsbereit, rücksichtsvoll und vor allem hat sie einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, eine Journalistin wie man sie sich wünscht. Theo Hirsch ist ein selbstverliebter Bürgermeister, klar kann er mit seinen krummen Geschäften und seiner Untreue keine Sympathiepunkte einheimsen, aber er wird wirklich toll gezeichnet, sehr oft konnte ich sogar über seine fast schon naive Art schmunzeln. Richtig toll fand ich auch seine Ehefrau Marlene, die zwar nur eine Nebenrolle spielt, aber nicht völlig verblendet durch die Welt läuft und das Problem untreuer Gatte tatkräftig in Angriff nimmt. Waldschrat Sepp, der zwar im Ort als verschroben gilt mit seinem Naturschutztick, hatte ich trotz aller Macken richtig gerne und auch Herr Schmidt, der Vater von Adi, hat mich sehr gerührt. Aber auch alle anderen Dorfbewohner und sonstigen Mitspieler sind gut dargestellt.


Der Roman spielt im oberbayrischen Fünfseenland und das ist deutlich zu merken. Ein Ausflug an den Ammersee, München um die Ecke und auch in Fischau ist man oft zu Gast. Die erfundene Gemeinde Otterschwing ist eine kleine Landgemeinde im Hinterland, bei der die Autorin das Lokalkolorit mit Dorftratsch und eine Hand wäscht die andere Mentalität wirklich gut getroffen hat. Ab und an darf auch einer einen Satz in Dialekt tun, was mir gut gefallen hat.


Alles in allem sicher ein unterhaltsamer Krimi, bei dem man sich nicht vor Hochspannung die Fingernägel abknabbern muss, der jedoch nach und nach immer neugieriger auf die Lösung macht und mit Regionalkolorit perfekt für einen entspannten Leseabend dient. Daher, wenn auch knapp, noch fünf Sterne


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