Thea von Harbou

 3,8 Sterne bei 10 Bewertungen
Autor*in von Der Dieb von Bagdad, Metropolis und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Thea von Harbou wurde 1888 in Tauperlitz geboren und starb 1954 in Berlin. Sie war Schauspielerin und Schriftstellerin. Ihren Erfolg auf letzterem Gebiet begann sie mit dem Erzählungsroman ›Die Masken des Todes‹ (1915). Ihre Werke erfreuten sich im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts größter Beliebtheit und wurden vielfach verfilmt. Letzteres lag auch daran, daß Thea von Harbou längere Zeit mit dem berühmten Filmregisseur Fritz Lang verheiratet war, für den sie auch Drehbücher und Filmvorlagen verfaßte. Noch heute unvergessen ist ihr gemeinsames magnum opus, der Film ›Metropolis‹.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Thea von Harbou

Cover des Buches Das indische Grabmal (ISBN: 9783596321827)

Das indische Grabmal

 (2)
Erschienen am 31.08.2018
Cover des Buches Metropolis (ISBN: 9783902950109)

Metropolis

 (1)
Erschienen am 25.08.2014
Cover des Buches M - Eine Stadt sucht einen Mörder (ISBN: 9783898136174)

M - Eine Stadt sucht einen Mörder

 (1)
Erschienen am 01.01.2007
Cover des Buches Das indische Grabmal (ISBN: 9783939988014)

Das indische Grabmal

 (0)
Erschienen am 07.09.2007
Cover des Buches Der Dieb von Bagdad (ISBN: 9783899966411)

Der Dieb von Bagdad

 (3)
Erschienen am 01.08.2005
Cover des Buches Metropolis (ISBN: 9783548204475)

Metropolis

 (3)
Erschienen am 01.03.1998
Cover des Buches Frau im Mond (ISBN: 9783453036208)

Frau im Mond

 (0)
Erschienen am 01.05.1991

Neue Rezensionen zu Thea von Harbou

Cover des Buches Der Dieb von Bagdad (ISBN: 9783899966411)
K

Rezension zu "Der Dieb von Bagdad" von Thea von Harbou

Fantastisch
Kerstin72vor einem Jahr

Wunderschöner  Schreibstil, der den Leser in weit entfernte Länder in längst vergangene Zeiten führt. Willkommen in der Welt von Zauberern, Dieben, fliegenden Teppichen und Pferden und einer unsterblich großen Liebe.

Cover des Buches M - Eine Stadt sucht einen Mörder (ISBN: 9783898136174)
sabistebs avatar

Rezension zu "M - Eine Stadt sucht einen Mörder" von Fritz Lang

Mischung als Krimi und Klangkunst
sabistebvor 11 Jahren

Berlin in den 1930er Jahren. Ein Kinderserienmörder versetzt die Berliner Eltern in Angst und Schrecken als Elsie Beckmann verschwindet. Kurz darauf wird die Leiche des Kindes gefunden. Else starb durch mehrere Messerstiche, auch in den Kopf. Eine Hetzjagd auf den Täter beginnt, an dem nicht nur die Polizei, sondern auch die Bevölkerung teilnimmt, allen voran, die „echten“ Kriminellen, gegen deren Ehrenkodex der Mörder verstoßen hat. Die Berliner Kriminellengemeinde hat die Nase voll, von den Scherereien, die dieser Triebtäter ihnen bereitet, das Geschäft leidet darunter, und er beschmutzt den Ruf der ehrenvollen echten Ganoven.

 

„M - Eine Stadt sucht einen Mörder“ ist eigentlich ein Film von  Fritz Lang und Thea von Harbou aus dem Jahr 1931. Der Fall an sich jedoch ist zeitlos, das Thema immer noch aktuell und auch die Hetzjagd der Bevölkerung, damals noch mit Plakaten, ist durchaus modern. Das BR/DLF Hörspiel aus dem Jahr 2003 ist eine Kollage aus Originalton des Films ergänzt um historische Stilzitaten und moderne, in diesem Zusammenhang surreal wirkende elektronischen Musik. Ergänzt wurde die Handlung mit Auszüge aus den damaligen Polizeiakten, denn es handelt sich um einen tatsächlichen, historischen Kriminalfall, der hier aufgearbeitet wird.

Die Themen die bearbeitet werden sind Zeitlos und sozialkritisch. Ist der Mörder ein unschuldiger Triebtäter, der in die Psychiatrie gehört, oder ein kalter Mörder, den man wegschließen oder hinrichten sollte? Auch wie sich die Bevölkerung in die „Ermittlungen“ Einbringt und auf eigene Faust Bürgerwehren bildet, kommt einem bekannt vor. Der Höhepunkt ist dann wohl das Gericht der Unterwelt. Wer hätte mehr Recht diesen Mörder zu richten als Seinesgleichen? Steht einem solchen „Tier“ wirklich das Recht auf eine faire Verhandlung zu?

 

Fazit: Zeitlose Thematik, modern und anspruchsvoll aufgearbeitet. Kein 0815 Kriminalhörspiel, sondern eine Mischung als Krimi und Klangkunst.

Cover des Buches Das indische Grabmal (ISBN: 9783899966404)
sabistebs avatar

Rezension zu "Das indische Grabmal" von Thea von Harbou

Hat fast nichts mit den Filmen gemeinsam
sabistebvor 11 Jahren

Gerade von einem schweren Fieber genesen, erhält der Architekt Michael Fürbringer den Auftrag seines Lebens. Er soll dem Maharadscha von Eschnapur ein Grabmal bauen, wie es zuvor noch keines gegeben hat. Die Angelegenheit hat nur einen Haken: Er muss sich sofort entscheiden und darf seiner Frau keine Nachricht hinterlassen.

Nach längerem Zögern willigt Fürbringer ein und nimmt die beschwerliche Reise nach Indien auf sich, um zu erfahren, was es letztendlich mit diesem Auftrag für eine Bewandtnis hat. Arada, der Fürst von Eschnapur, nach außen hin gebildeter Europäer, doch in seinem Herzen ein von Hass getriebener Asiate, will das Grabmal für seine verlorene Liebe, die ihn mit einem Freund betrog und sehr wohl noch am Leben ist. Unter diesen Bedingungen kann und will es Fürbringer nicht mit seinem Gewissen vereinbaren, dieses Werk auf sich zu nehmen. Der Maharadscha stellt ihn darauf unter Arrest. Nur die unerwartete Anwesenheit von Fürbringers Gattin Irene als hochgeehrte Geisel des Herrschers bringt ihn dazu umzudenken, oder zumindest so zu tun als ob.

 

Der „Tiger von Eschnapur“ und „das Indische Grabmal“ dürften den meisten wohl hauptsächlich als Verfilmung bekannt sein. Mehr als den Namen, die Figuren und einige Motive scheinen die Filme, soweit ich mich entsinnen kann, mit dem Buch nicht gemeinsam zu haben. Das Buch ist eine Mischung als Abenteuerroman und surrealem Albtraum. Spannend, mitreißend und doch ein klein wenig vorhersehbar. Man könnte auch sagen, Harbou hatte das gleiche Problem wie einige Moderne Autoren (Fitzek und Hohlbein z. Bsp.) beim Auflösen der Handlung, und greift daher zu einem Trick, den mit meine Grundschullehrern in der vierten Klasse gab, wenn man nicht weiß, wie man zum Schluss die Kurve bekommen soll. Hier scheint es jedoch von Anfang an so beabsichtig gewesen zu sein, denn sonst wären viele Szenen eher unlogisch.

Was das Buch besonders macht ist seine Sprache. Thea von Harbou wandelt auf einem schmalen Pfad zwischen schwülstigen Formulierungen und sprachlicher Genialität, besonders ihre Beschreibungen sind mitreißend und für moderne Leser wohl eher gewöhnungsbedürftig: „Ein Brausen von Tönen war in der Luft, nicht laut, ferner Meeresbrandung gleichend. Erz dröhnte. Wenn dem Weihrauch eine Stimme verliehen worden wäre, dann hätte sie diesem Laut gleichen müssen. Er legte sich wie eine Maske, berauschenden Duftes voll, lärmend und aufreizend, auf alle Sinne.“ (S. 30)

Das Fremdartige ihrer Beschreibung sind wohl vor allem die synästhetischen Beschreibungen. Laute werden zu Gerüchen, Licht und Schatten zu etwas Lebendigen.

Das Buch spiegelt die Exotik wieder, die diesem fremden Ländern damals anhaftete. Primitiv, grausam, despotisch und doch zugleich von betörender Schönheit. Pferde werden geblendet, damit sie fügsamer sind, aber statt Augen erhalten sie unbezahlbare Edelsteine. Der See, in dem das Schloss des Fürsten thront ist glatt und wunderschön, aber seine unsichtbaren Strömungen reißen jeden, der ihn durchschwimmen will, in den Tod.

Natürlich wird hier auch mit Klischees gespielt. Der stolze, unbestechliche und moralisch unkorrumpierbare Deutsche Architekt gegen den attraktiven, lächelnden aber grausamen Despoten, der seine Untertanen nach Lust und Laune mit wenigen Worten und Gesten in den Tod schickt.

Die Mischung aus Exotik, Spannung, Schönheit, Grausamkeit, Fremdheit, surreal wahnhaften Szenen geht auch fast 100 Jahre später immer noch auf, und das Buch ist zu Recht ein Klassiker. Die aktuellen Ausgaben jedoch sind „überarbeitet“ und wohl sprachlich angepasst, würde ich vermuten. Ein echtes Sakrileg, denn gerade Habrous blumige, synästhetische und hart an der Grenze zum Kitsch vorbeischrammenden Beschreibungen sind der größte Genuss des Buches.


Mir lag die Uhlen-Buch Ausgabe als Lizenz der Ullstein Ausgabe von 1938 vor.

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