Thea von Harbou Das indische Grabmal

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Inhaltsangabe zu „Das indische Grabmal“ von Thea von Harbou

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    Das indische Grabmal

    sabisteb

    03. April 2013 um 15:08

    Gerade von einem schweren Fieber genesen, erhält der Architekt Michael Fürbringer den Auftrag seines Lebens. Er soll dem Maharadscha von Eschnapur ein Grabmal bauen, wie es zuvor noch keines gegeben hat. Die Angelegenheit hat nur einen Haken: Er muss sich sofort entscheiden und darf seiner Frau keine Nachricht hinterlassen. Nach längerem Zögern willigt Fürbringer ein und nimmt die beschwerliche Reise nach Indien auf sich, um zu erfahren, was es letztendlich mit diesem Auftrag für eine Bewandtnis hat. Arada, der Fürst von Eschnapur, nach außen hin gebildeter Europäer, doch in seinem Herzen ein von Hass getriebener Asiate, will das Grabmal für seine verlorene Liebe, die ihn mit einem Freund betrog und sehr wohl noch am Leben ist. Unter diesen Bedingungen kann und will es Fürbringer nicht mit seinem Gewissen vereinbaren, dieses Werk auf sich zu nehmen. Der Maharadscha stellt ihn darauf unter Arrest. Nur die unerwartete Anwesenheit von Fürbringers Gattin Irene als hochgeehrte Geisel des Herrschers bringt ihn dazu umzudenken, oder zumindest so zu tun als ob.   Der „Tiger von Eschnapur“ und „das Indische Grabmal“ dürften den meisten wohl hauptsächlich als Verfilmung bekannt sein. Mehr als den Namen, die Figuren und einige Motive scheinen die Filme, soweit ich mich entsinnen kann, mit dem Buch nicht gemeinsam zu haben. Das Buch ist eine Mischung als Abenteuerroman und surrealem Albtraum. Spannend, mitreißend und doch ein klein wenig vorhersehbar. Man könnte auch sagen, Harbou hatte das gleiche Problem wie einige Moderne Autoren (Fitzek und Hohlbein z. Bsp.) beim Auflösen der Handlung, und greift daher zu einem Trick, den mit meine Grundschullehrern in der vierten Klasse gab, wenn man nicht weiß, wie man zum Schluss die Kurve bekommen soll. Hier scheint es jedoch von Anfang an so beabsichtig gewesen zu sein, denn sonst wären viele Szenen eher unlogisch. Was das Buch besonders macht ist seine Sprache. Thea von Harbou wandelt auf einem schmalen Pfad zwischen schwülstigen Formulierungen und sprachlicher Genialität, besonders ihre Beschreibungen sind mitreißend und für moderne Leser wohl eher gewöhnungsbedürftig: „Ein Brausen von Tönen war in der Luft, nicht laut, ferner Meeresbrandung gleichend. Erz dröhnte. Wenn dem Weihrauch eine Stimme verliehen worden wäre, dann hätte sie diesem Laut gleichen müssen. Er legte sich wie eine Maske, berauschenden Duftes voll, lärmend und aufreizend, auf alle Sinne.“ (S. 30) Das Fremdartige ihrer Beschreibung sind wohl vor allem die synästhetischen Beschreibungen. Laute werden zu Gerüchen, Licht und Schatten zu etwas Lebendigen. Das Buch spiegelt die Exotik wieder, die diesem fremden Ländern damals anhaftete. Primitiv, grausam, despotisch und doch zugleich von betörender Schönheit. Pferde werden geblendet, damit sie fügsamer sind, aber statt Augen erhalten sie unbezahlbare Edelsteine. Der See, in dem das Schloss des Fürsten thront ist glatt und wunderschön, aber seine unsichtbaren Strömungen reißen jeden, der ihn durchschwimmen will, in den Tod. Natürlich wird hier auch mit Klischees gespielt. Der stolze, unbestechliche und moralisch unkorrumpierbare Deutsche Architekt gegen den attraktiven, lächelnden aber grausamen Despoten, der seine Untertanen nach Lust und Laune mit wenigen Worten und Gesten in den Tod schickt. Die Mischung aus Exotik, Spannung, Schönheit, Grausamkeit, Fremdheit, surreal wahnhaften Szenen geht auch fast 100 Jahre später immer noch auf, und das Buch ist zu Recht ein Klassiker. Die aktuellen Ausgaben jedoch sind „überarbeitet“ und wohl sprachlich angepasst, würde ich vermuten. Ein echtes Sakrileg, denn gerade Habrous blumige, synästhetische und hart an der Grenze zum Kitsch vorbeischrammenden Beschreibungen sind der größte Genuss des Buches. Mir lag die Uhlen-Buch Ausgabe als Lizenz der Ullstein Ausgabe von 1938 vor.

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