Theodor Storm

 3.4 Sterne bei 1.383 Bewertungen
Autor von Der Schimmelreiter, Pole Poppenspäler und weiteren Büchern.
Theodor Storm

Lebenslauf von Theodor Storm

Theodor Storm wurde 1817 geboren und war ein bedeutender Schriftsteller, Lyriker und Jurist. Bereits in seiner Schulzeit schrieb Storm erste Gedichte und Prosatexte zu schreiben und zu veröffentlichen. Anschließend studierte er Jura und übte sein Leben lang sowohl den Beruf des Schriftstellers, als auch den des Juristen, Richters aus. Sein bekanntestes Werk ist "Der Schimmelreiter" aus dem Jahr 1888.

Neue Bücher

Wie fließend Silber funkelte das Meer

Erscheint am 26.08.2019 als Hardcover bei Steffen Verlag.

Und kerzenhelle wird die Nacht

Erscheint am 13.09.2019 als Hardcover bei Aufbau Verlag.

Der kleine Häwelmann und weitere Geschichten

Neu erschienen am 22.03.2019 als Hörbuch bei Der Audio Verlag.

Alle Bücher von Theodor Storm

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Der Schimmelreiter

Der Schimmelreiter

 (1.000)
Erschienen am 01.05.2003
Pole Poppenspäler

Pole Poppenspäler

 (61)
Erschienen am 01.01.2017
Der kleine Häwelmann

Der kleine Häwelmann

 (43)
Erschienen am 11.07.2012
Die Regentrude

Die Regentrude

 (22)
Erschienen am 18.03.2018
Hans und Heinz Kirch

Hans und Heinz Kirch

 (19)
Erschienen am 07.09.2011
Gesammelte Werke in sechs Bänden

Gesammelte Werke in sechs Bänden

 (13)
Erschienen am 15.02.2007
Der Schimmelreiter /Immensee

Der Schimmelreiter /Immensee

 (9)
Erschienen am 03.03.2008
Ein Doppelgänger

Ein Doppelgänger

 (8)
Erschienen am 06.03.2017

Neue Rezensionen zu Theodor Storm

Neu

Rezension zu "Eine Halligfahrt" von Theodor Storm

Interessant und schön bebildert für Nordseefans, aber auch viel Liebe und "Drumherum"
AnjaLG87vor 4 Monaten

Eine Halligfahrt habe ich auf der Fähre nach Amrum, als wir gerade an den Halligen vorbeifuhren, gelesen. Das passte natürlich gut zur Stimmung. Generell interessiere ich mich sehr für Inseln und Halligen und vor allem dafür, wie es Menschen dorthin verschlagen hat und wie hart und entbehrlich das Leben früher dort gewesen sein muss. Storm schildert den Besuch einer Hallig und die dort vorherrschende Lebenswirklichkeit in dieser Novelle, die passend zum Text um Fotos von Halligen, Häusern usw. ergänzt wurde. Typisch für ältere Texte ist aber auch viel "schmückendes Beiwerk" vorhanden, was heutzutage nicht mehr zeitgemäß und weniger interessant zu lesen ist.

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Rezension zu "Der Schimmelreiter" von Theodor Storm

Ein düsteres, sprachmächtiges Gemälde der friesischen Naturgewalt!
Schmidt_Alexandravor 6 Monaten

Ein Klassiker macht seinem Namen Ehre ...

Zweifellos gibt es bereits genug Meinungen und Rezensionen zu Storms letztem und vermutlich bekanntestem Werk – dennoch hat es sich als mein derzeitiges Lieblingsbuch eine weitere verdient.

Nur wenige wissen, dass es sich bei Storms „Schimmelreiter“ um eine literarische und editorische Besonderheit handelt. Der seinem Lebensende zugehende Autor verfasste Entwurf und Reinschrift seines Manuskripts parallel zueinander, um es auf diese Weise noch rechtzeitig fertigstellen zu können.

Sein buchstäblich unter Zeitdruck geschriebenes Werk sollte jedoch zu seinem m. E. nach eindrucksvollsten Zeugnis werden ...


Zur Sprache:

In malerischen und dennoch sachlich nüchternen Worten charakterisiert Storm die grausame und dunkle Schönheit der friesischen Küste und dem einfachen, der rauen Witterung unterworfenen Leben der Einheimischen. Sei es die Umschreibung der gespenstisch anmutenden Artenvielfalt der tierischen Küstenbewohner oder das zum Aberglauben verführende Pferdeskelett auf jener Hallig, das sich bei Vollmond erhebt und nur vom Deich aus zu sehen ist.

Die schaurige Schönheit des friesischen Landes liest sich bei Storm etwa so:

„ (…) zu seiner Linken die leere weite Marsch, zur andern Seite der unabsehbare Strand mit seiner jetzt vom Eise schimmernden Fläche der Watten; es war, als liege die ganze Welt in weißem Tod.“ (Theodor Storm, „Der Schimmelreiter“, Insel Verlag Berlin 2011, S. 20)

Nicht zuletzt die aufwendige, durch grausame Rituale vollzogene Bauarbeit eines Deiches schildert der Autor in eindrucksvoller, sachkundiger Weise und schafft es dabei, die Herstellung dieses lokalen Monuments an die Lebenskraft der Hauptfigur zu binden.


Zur Handlung:

Die Geschichte lässt sich in drei Abschnitte unterteilen. Eingerahmt werden diese von dem Erzähler, dem alten Schulmeister, der die Geschichte bei einer stürmischen Nacht in einem Wirtshaus erzählt, in dem der Protagonist der Rahmenhandlung Zuflucht vor der Naturgewalt sucht. Bei starkem Sturm ist dieser auf seinem Pferd über den Deich geritten und auf diesem der Geistgestalt des Schimmelreiters gegenübergestanden, ohne zuvor von diesem je gehört zu haben. Dies bringt ihm eine wichtige Sonderstellung als unvoreingenommenen Zeugen ein, der vom Anfang der Geschichte an den Wahrheitsgehalt derselben untermalen soll.

Die Geschichte um den Hauptcharakter Hauke Haien beginnt mit dessen Jugendjahren, in denen dieser sich hauptsächlich allein in der unwirtlichen und rauen Natur aufhält und mithilfe des alten „Euklid“ seines Vaters rudimentäre Deichentwürfe gegen Sturmfluten modelliert. Dieser erste Abschnitt mündet in seine Lehrjahre beim Deichgrafen und endet mit der Umwerbung und Heirat von dessen Tochter Elke.

Der zweite Abschnitt umreißt die Ehejahre Haukes und Elkes wie auch die mühseligen Herrenjahre als neuer Deichgraf und seiner schwierigen Selbstbehauptung als solcher gegenüber der abergläubischen und ihm nicht sonderlich wohlgesonnenen Dorfgemeinschaft. Dieser zweite Abschnitt endet mit der Planung und Fertigstellung des Deichbaus, der nach den Vorstellungen des jungen Haukes verwirklicht werden soll.

Der letzte Abschnitt befasst sich mit dem tragischen, wortgewaltigen Ausgang der Geschichte und endet mit der Erzählung des Schulmeisters und einem erneuten Ritt seines Zuhörers über den Hauke-Haien-Deich.


Zu den Charakteren:

Die Anzahl der agierenden Hauptcharakteren ist überschaubar und wird von einer größeren Zahl an Nebenfiguren umkreist. Im Zentrum des Geschehens stehen der Hauptcharakter Hauke Haien und seine Frau Elke Volkerts. Ihr Agieren wie auch ihre Emotionen und persönlichen Entwicklungen tragen zum Fortgang der Geschichte bei. Während ihre Gefühle füreinander von gleichbleibender Stärke sind, die mit dem Voranschreiten der Handlung immer mehr an Unerschütterlichkeit gewinnen, entwickeln sich ihre Wesensarten kontinuierlich weiter, teilweise in eine einheitliche Richtung, andererseits gänzlich subjektiv.

Die stärkste Entwicklung macht Hauke selbst durch. Zu Beginn des Plots wird er als ein ruhiger, verschlossener junger Mann beschrieben, der mitunter recht grausam werden kann. Mit seiner Anstellung beim Deichgrafen, der Werbung und Heirat von dessen Tochter und schließlich seiner Position als Deichgraf und Vater wird er zu einem resoluten, jähzornigen, zu seiner Familie jedoch gleichbleibend zärtlichen Mann. Dabei umgeben ihn immer wieder Aspekte des Übernatürlichen und mitunter Dämonischen, was schließlich durch die innige Liebe zu seinem mysteriösen Schimmel besiegelt wird und das den Aberglauben der großteils ungebildeten Marschbevölkerung mit sich bringt.

Bei Storm liest sich die unheimliche und zugleich eindrucksvolle Beschreibung des Schimmelreiters etwa so:

„(...) aber kaum saß er droben, so fuhr dem Tier ein Wiehern wie ein Lustschrei aus der Kehle (…) Der (Knecht) rieb sich eifrig an der Hüfte. »(…) den Schimmel reit der Teufel!«

»Und ich!«, setzte Hauke lachend hinzu.

(Theodor Storm, „Der Schimmelreiter“, Insel Verlag Berlin 2011, S. 86/87)


Fazit:

Ein gewaltiges, bedrückendes und durch und durch mitreißendes Werk, das vielleicht auch andere als die Bewohner der friesischen Küste zu verzaubern weiß, die die unvergleichliche düstere Schönheit der rauen Naturschauspiele bis ins dritte und vierte Glied zu lieben wissen.

Nicht nur für Storm-Liebhaber ein absolutes Muss!

Ich persönliche glaube jedoch, dass es hier keine Mitte gibt: man kann den „Schimmelreiter“ nur gänzlich lieben oder gar nicht.

Von mir eine klare Leseempfehlung und fünf volle Sterne!


Beste Grüße

Eure Alex

Kommentare: 2
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A

Rezension zu "Der Schimmelreiter" von Theodor Storm

Angenehm zu lesen
Annette126vor 7 Monaten

Ich habe dieses kleine Reclam Buch mal sehr oft in der Schule durchgenommen und es immer sehr gemocht. Auch zuhause darin gelesen. Es geht darin um Hauke Haien, der auf einem Schimmel reitet bei Tag und Nacht. Auch um einen ganz besonderen Deich. Sehr gefallen dabei hat mir diese ganze Novelle - weil einem alles dort sehr sympathisch ist. Empfehlen kann ich es daher jedem, der sich dafür interressiert.

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Zusätzliche Informationen

Theodor Storm wurde am 14. September 1817 in Husum (Deutschland) geboren.

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