Theodor Storm , W. Hasemann Immensee

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Inhaltsangabe zu „Immensee“ von Theodor Storm

Den von Storm beschriebenen Künstlerexistenzen haftet etwas Tragisches an.
Tragisch auch das Schicksal des Protagonisten Reinhardt aus Immensee.

Nach einer unbeschwerten Kinder- und frühen Jugendzeit der beiden Protagonisten Elisabeth und Reinhardt, änderte sich das Verhältnis der beiden zueinander schlagartig, nachdem Reinhardt die idyllische Heimatumgebung verlassen muß, um seine Studien in einer größeren Stadt fortsetzen zu können.

Mit der Zwangstrennung ist der innige Zusammenhalt früherer Jahre dahin. Elisabeth hatte ihre Spontaneität verloren, und die zaghaften Versuche Reinhardts, an die gemeinsamen Kinderjahre anzuknüpfen, sieht er scheitern. Das ist nichts Ungewöhnliches, denn aus den beiden Kindern sind Heranwachsende und Erwachsene geworden, die ihre Unbeschwertheit im gemeinschaftlichen Umgang zueinander verloren haben.

Es kommt, was kommen mußte: Das Ende einer Liebe; der Künstler Reinhardt geht in die Welt hinaus. Das Schicksal Elisabeths, das Leben mit ihrem Ehemann Erich, das alles bleibt in dieser Novelle unausgesprochen. Allein der Künstler kommt im Abschlußkapitel 'Der Alte' noch einmal zu Wort: Er rückt 'den Stuhl zum Tische, nahm eins der aufgeschlagenen Bücher und vertiefte sich in Studien, an denen er einst die Kraft seiner Jugend geübt hatte.'

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  • Rezension zu "Immensee" von Theodor Storm

    Immensee

    Heike110566

    26. December 2010 um 18:28

    Die Novelle "Immensee" wurde 1850 veröffentlicht und machte den Autor unter einem breiten Publikum sehr beliebt. Mit ihr traf er den Nerv der Menschen. Nach der gescheiterten 1848er bürgerlichen Revolution in Deutschland, zogen sich breite Teile der Menschen in das Private zurück. Der Bürgerliche Realismus bildete den literarischen Aspekt dieser Zeit. Gefragt war aber nicht das getreue Abbilden des Lebens, sondern gefragt waren die Darstellung von Begebenheiten, die im Bereich des Wahrscheinlichen durchaus möglich waren. Eine gewisse Schönfärbung der Wirklichkeit wurde dabei in Kauf genommen. "Immensee" befriedigt diese Publikumsansprüche. Schlicht und dennoch wirklichkeitsnah erzählt Storm vom Leben der einfachen Menschen und malt dabei regelrecht Bilder, harmonisch und still. Das Geschriebene entsteht vor dem inneren Auge des Lesers zu Gemälden. Ein alter Mann kommt nach einem Spaziergang in sein Haus zurück, wo er allein mit seiner Haushälterin lebt. Er geht in die Bibliothek, setzt sich dort in den Lehnsessel und denkt an Elisabeth, seine Jugendliebe. Die alte Zeit entsteht in seinem Kopf neu. Zu Beginn der Novelle sind Elisabeth fünf und Reinhard zehn Jahre alt. Und trotz so jung an Jahren, haben sie bereits ein sehr inniges Verhältnis zueinander. Sie träumen davon eines Tages Indien zu besuchen, das Land der Löwen. Im Laufe der Zeit beginnt Reinhard Gedichte zu schreiben. Außerdem schreibt er Märchen und Geschichten auf, die ihm erzählt werden. Er wiederum erzählt sie Elisabeth und schenkt ihr auch einige. Als er 17 ist, muss er die kleine Stadt verlassen, um in der Fremde zu lernen. Vorher findet aber noch ein Ausflug statt. Dabei sollen die Kinder Erdbeeren sammeln und die Hälfte davon bei den Erwachsenen abliefern. Als Gegenleistung winkt ein leckeres Mittagessen. Reinhard glaubt einen guten Standort zu wissen, wo man Erdbeeren finden kann. Er zieht mit Elisabeth, die jetzt 12 Jahre alt ist, los. Aber sie finden keine Erdbeeren, stattdessen nur "Hunger und Durst". Darüber kann auch die wunderschöne Natur ringsum nicht hinwegtäuschen. Elisabeth grausts. Die beiden kehren mit leeren Händen zurück und werden von den anderen als Müßiggänger beschimpft. Darüber tröstet aber hinweg, dass Reinhard etwas anderes gefunden hat: seine Waldkönigin, Elisabeth, die er liebt. Er schreibt ihr ein wunderschönes Liebesgedicht und sie versprechen sich einander. Nun erlebt er Weihnachten zum ersten mal allein, ohne seine Elisabeth, als Student in der großen Stadt. Im Ratskeller ist er mit Kommilitonen. Sie feiern. Ein alter Geiger und eine junge Zigeunerin, die Zither spielt und singt, unterhalten dabei mit Musik. Reinhard schaut in ihre Augen und sieht darin Falschheit, was er ihr auch sagt: "Ich weiß wohl, sie sind falsch!" und sie singt daraufhin ein Liedlein, das mit "Sterben, ach sterben | Soll ich allein." endet - Er verlässt kurz darauf den Ratskeller und geht nach Hause. Dort findet er ein Paket mit Kuchen von Mutter und Elisabeth gebacken. Und dazu Briefe der beiden. In den Brief von Elisabeth erfährt er, dass der Hänftling, den er ihr geschenkt hatte, gestorben sei und dass sie ihn vermisst. Und er erfährt auch, dass sein Freund Erich sie oft besucht. Er bekommt Heimweh. - Er nimmt sein letztes Geld und kauft bei einem Juwelier ein Kreuz von roten Korallen. Auf dem Weg zurück sieht er in die Häuser, sieht die Feststimmung, sieht Bettlerkinder auf der Straße und er nimmt ein kleines Mädchen mit und schenkt ihr die Hälfte seiner Kuchen. Ostern ist es soweit. Er fährt zurück in seine Heimatstadt. Er freut sich auf Elisabeth. Aber: es ist nicht mehr wie früher. Statt des Hänftling im einfachen Bauer hängt an der Stelle bei Elisabeth ein Kanarienvogel in einem goldenen Käfig. Diesen hat Erich ihr geschenkt, der inzwischen den Vaterhof bekommen hat. "Endlich kam der letzte Ferientag und der Morgen der Abreise." - Beide spürten das innige Gefühl von einst nicht mehr. Und es stört beide nicht sehr, dass sie sich nun zwei Jahre nicht sehen. Die zwei Jahre sind fast herum. In der Zwischenzeit haben die beiden sich nicht mal mehr geschrieben. Da kommt ein Brief von seiner Mutter: Elisabeth hat Erich das Jawort gegeben. Erst habe sie zweimal nein gesagt, aber beim dritten Antrag gab sie nach. Die beiden werden vom Ort weggehen, steht da weiter. Nach mehreren Jahren fährt Reinhard nach Gut Immensee. Erich, dem das Gut gehört, hat ihn eingeladen, aber Elisabeth nichts davon gesagt. Erich war in der Zeit sehr erfolgreich gewesen, ist ein wohlhabener Gutsherr geworden. Reinhard ist immer noch Dichter und Sammler von Volksliedern und Märchen. Elisabeth freut sich, als sie Reinhard wiedersieht. Für Erich hat sie einen Blick mit "schwesterlichen Augen". Aber: der Draht zwischen Elisabeth und Reinhard besteht nicht mehr. Es ist wie mit der Wasserlilie, die er im Immensee sieht und zu der er schwimmen möchte. Er schwimmt und schwimmt und kommt ihr doch nicht wirklich näher. Als er ihr aber doch nahe kommt, da ranken sich ihre Unterwasserausläufer um seine Beine, wollen ihm die Bewegungsfreiheit nehmen. Er kehrt zum Gut zurück und er erkennt, dass er Elisabeth verloren hat. Daran ändert auch nichts, dass die Mutter von Elisabeth es so gewollt hatte, dass sie Erich heirate. - Kurz vor seiner Abreise kommt ein alter Mann, ein Scherenschleifer auf das Gut. Dabei ist auch eine junge Frau, die um ein Almosen bittet. Elisabeth leerte ihre gesamte Börse in die Hand der Zigeunerin. Elisabeth ging ins Haus. Die Zigeunerin blieb noch stehen und als Reinhard sie fragte, was sie noch wolle, da sagte sie: "Ich will nichts mehr" und fing dann zu singen an: "Sterben, ach sterben | Soll ich allein." Reinhard verlässt Immensee. Beim Abschied weiß Elisabeth: "Du kommst nicht wieder." und er antwortet ehrlich: "Nie". Er verlässt den goldenen Käfig Gut Immensee und den Kanarienvogel Elisabeth. Nun sitzt er allein in seinem Lehnstuhl. Ein alter Mann, der an eine bessere vergangene Zeit denkt. Eine Geschichte mit sehr viel Symbolik und Stoff zum Nachdenken.

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  • Rezension zu "Immensee" von Theodor Storm

    Immensee

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    16. November 2008 um 19:24

    Ein alter Mann denkt zurück an die Liebe seines Lebens. Theodor Storm vermag mit seinen Worten Schlichtes, doch Betrübendes zu vermitteln. Wenn dies vielleicht auch nicht die beste Geschichte seiner Feder ist, so ist sie doch zwischen den Zeilen sprechend, voller Symboliken und für zarte Gemüter sicherlich sehr mitreißend.
    Was Konventionen im Leben doch so alles zu tun/versperren vermögen...

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