Theresa Hannig

 4 Sterne bei 90 Bewertungen
Theresa Hannig

Lebenslauf von Theresa Hannig

Theresa Hannig wurde 1984 in München geboren. Sie studierte Politikwissenschaft, Philosophie und VWL an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Sie arbeitete als Softwareentwicklerin, SAP Beraterin, Projektmanagerin von Solaranlagen und Lichtdesignerin. Im Jahr 2016 gewann sie mit dem Manuskript zu ihrem Debütroman Die Optimierer den 1. Stefan-Lübbe-Preis. 2018 erhielt sie für den Roman "Die Optimierer" den Seraph für das beste Debüt. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in der Nähe von München. Theresa Hannig schreibt in ihrem Blog https://theresahannig.de über das Schriftstellerinnendasein, die Tücken beim Schreiben und den Countdown zu ihrer ersten Buchveröffentlichung.

Alle Bücher von Theresa Hannig

Theresa HannigDie Optimierer
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Die Optimierer
Die Optimierer
 (90)
Erschienen am 29.09.2017
Theresa HannigDie Optimierer
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Die Optimierer
Die Optimierer
 (0)
Erschienen am 17.05.2018

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J

Rezension zu "Die Optimierer" von Theresa Hannig

Spannender Nahe-Zukunft-Thriller mit dystopischen Zügen
Julia_Kathrin_Matosvor 18 Tagen

Verortet in einem möglichen Europa 2052, in dem Roboter in einem schleichenden Prozess die meisten Arbeiten übernehmen, alle überwacht werden, vieles verboten ist (z. B. Fleischkonsum unter Strafe steht), ein undurchsichtiges System die Berufswahl für jeden Europäer vorschreibt oder für das Auszahlen des bedingungslosen Grundeinkommens sorgt. Im Untergrund regt sich Widerstand.
Ein treuer Diener des Systems wird zum Spielball, gerät in die Abwärtsspirale.
Erschreckend realistische Ideen. Mit gelungenen futuristischen Umgebungs- und Technikbeschreibungen. Vergleichbarer Ansatz wie bei QualityLand von Marc-Uwe Kling, bloß düsterer und nicht ganz so zynisch gehalten. Kleiner Wermutstropfen: Komplett aus der Sicht einer Figur wiedergegeben, die egomanisch und damit kein Sympathieträger ist, insofern konnte ich nicht so stark mitfiebern wie gewünscht. Trotzdem: Enorm spannend und mit tollen Wendungen. Einmal angefangen, schwer aus der Hand zu legen.
Sehr interessant, wenn die Vergangenheit, also unsere Gegenwart, beurteilt wird: „perverse unnatürliche Wachstumsgesellschaft (…) Institutionalisierte Kleptokratie (…) Das ist, wenn alles so organisiert ist, dass man die Bevölkerung beklaut.“
Ich hätte mir gewünscht, dass mehr angefangene Handlungsstränge abgeschlossen und aufgeworfene Fragen beantwortet werden, z. B. zu unter Arrest stehenden Bürgern und zur Rebellion. Vielleicht lässt sich die Autorin hier eine Hintertür für eine Fortsetzung offen, die ich gern lesen würde.
Flüssig geschrieben, sodass ein großer Adressatenkreis angesprochen wird.
Das Taschenbuch ist von guter Qualität, weist nach dem Lesen keine Gebrauchsspuren auf.
Wie ich es mir von Nahe-Zukunft-Thrillern regelmäßig erhoffe, nicht nur unterhaltsam, sondern auch im Gedächtnis nachhallend und zum Nachdenken anregend. 4 Sterne mit Tendenz nach oben.

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Emma.Woodhouses avatar

Rezension zu "Die Optimierer" von Theresa Hannig

Grandioses Meisterwerk
Emma.Woodhousevor einem Monat

Inhalt: 
Der Roman beginnt wie eine seichte Geschichte unserer Gesellschaft. 
Wir lernen Samson kennen der in dieser Geschichte die Hauptrolle übernimmt. 
Samson Freitag ist ein Vorzeigebürger unserer Gesellschaft und arbeitet als Lebensberater für eine Agentur die nur eines im Sinn hat: Den Menschen zu helfen. 
"Jeder an seinen Platz" ist nicht nur ein Begrüßungsritual sondern die Vorstellung der OPTIMALEN Gesellschaft in der wir Menschen leben sollen. So hat Samson die Aufgabe als Lebensberater den Menschen zur Seite zu stehen und ihnen zu zeigen wo sie ihren Platz in der Gesellschaft haben können. Doch was macht man mit Menschen, die nichts können und keine Ambitionen haben etwas für die Gesellschaft zu leisten? 
Mit Sozialpunkten hat man die Möglichkeit sich in der Gesellschaft Anerkennung zu verschaffen. Doch was passiert wenn man Sozialpunkte verliert weil man vielleicht eine falsche Entscheidung getroffen hat? Samson Freitag muss erfahren was seine ach so tolle Optimalgesellschaft für ihn bereit hält.

Meinung:
Ein grandioses Meisterwerk! 
Man hat den Eindruck das die Autorin einen Blick in die Zukunft erhaschen durfte gerade in Hinblick auf die Entwicklungen in China. 
Theresa Hanning schafft mit diesem Roman einen riesen Sprung in eine beängstigende Gesellschaft, die viel für den Leser bereithält. Auch wenn der Roman lustig anfängt und man am Anfang mit einem Schmunzeln im Gesicht nur mit dem Kopf schüttelt, so entwickelt sich die Geschichte immer mehr zu einem Desaster des Fremdschämens. 
Denn Samson Freitag ist ein Mensch der naiv geboren wurde und mit der Zeit die Optimierung als sein Mantra anerkennt. Die absolute Überwachung, die schleichend den Verstand von Samson wachrüttelt wird von Kapitel zu Kapitel handfester. Es ist spannend zu sehen wie Samson sich entwickelt und auch einen ganz neuen Blick auf die Gesellschaft bekommt. Er beherrscht auf seine ganz eigene Art den Roman. Und dann sind da die vielen anderen Charaktere, die dem Ganzen noch eine neue Perspektive geben. Ob nun Samsons Freundin, die es erschreckend findet was mit der Gesellschaft passiert oder Martina, die auf nichts Lust hat und dennoch auf eine bessere Zukunft hofft. Oder Ercan Böser, Politiker und von Samson dorthin befördert. So viele Personen, die Samson auf seinem Weg begleiten und ihm immer einen anderen Blick auf die Gesellschaft verschaffen.
Dennoch hat der Roman nicht den klassischen Bösewicht denn hier gibt es nicht Schwarz und Weiß sondern nur die verschiedenen Grautöne. Von Zeile zu Zeile zeigt sich wie sich die Gesellschaft abfindet mit Gegebenheiten, die so waren und immer noch so sind. Ein Roman der gesellschaftspolitischer nicht sein kann, mit einem Hauch der Technik von Morgen. 
Doch wollen wir in so einer Zeit leben, wo die Menschen einem Schauspieler zu jubeln der sich selbst Politiker schimpft? Aber vielleicht tun wir das bereits und wissen es nur nicht?! Ein Roman der zum Nachdenken anregt und der einen immer wieder überraschen kann. 

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SharonBakers avatar

Rezension zu "Die Optimierer" von Theresa Hannig

Erschreckend, fesselnd und gar nicht weit von der Realität entfernt!
SharonBakervor 3 Monaten

Samson Freitag genießt den Luxus, mit dem eigenen Auto zum nächsten Termin zu fahren. Dort wartet nämlich seine nächste Beratung auf ihn, eine junge Frau, deren beruflichen Wünsche sich durch ihn verwirklichen sollen. Samson Freitag ist nämlich Lebensberater und hält sich strikt an das Protokoll. Alle ihn vorliegenden Informationen hat er schon ausgewertet, er wartet nur noch das Gespräch ab, um der jungen Frau sein Urteil vorzutragen. Das Urteil fällt nicht positiv für die junge Frau aus und genau dieser Fall, soll Samson noch nach verfolgen. Er steht nämlich kurz vor der Beförderung und es fehlen ihm nur noch ein paar Punkte, da hat sein Leben etwas anderes vor. Es steuert nämlich immer mehr den Abgrund entgegen und das System setzt alles daran, ihn zu optimieren. Was hat Samson angestellt? Wieso gleiten ihm alle Fäden aus den Händen? Und was wird das System mit ihm machen?

Ein Debüt, was schon mehrfach ausgezeichnet wurde und was sich unser Buchklub ausgesucht hat. Mich hatte die Inhaltsangabe ein bisschen an Georg Orwells 1984 erinnert und das war nicht wirklich meine beste Schullektüre, also war ich gespannt, wie mir diese Zukunft gefallen würde. Tja, und ob sie mir gefallen hat, erzähle ich euch nun.

Vielleicht ist es ganz gut, wenn man kurz vorab auf den Rahmen der Handlung eingeht. Wir leben im Jahr 2052, die Bundesrepublik Europa hat sich vom Rest der Welt abgekapselt. Der Wohlstand ist für alle Bürger gesichert und es gibt für jeden ein Grundeinkommen, aber auch die eigenen Fähigkeiten zur Verwirklichung stehen zur Verfügung. Damit man den besten Beruf für sich findet, gibt es vom Staat die Agentur für Lebensberatung. Diese Organisation überwacht jeden Einzelnen in der Gesellschaft, damit jeder den richtigen Platz findet. Außerdem gibt es ein soziales Punktesystem, was besonders engagierte Bürger auszeichnet. Außerdem wird jeden alleinstehenden Haushalt ein hoch entwickelter Roboter zur Seite gestellt, damit für Sicherheit und Wohlgefühl gesorgt ist. Hier merkt man doch schon ganz hervorragend, dass der Staat alles dafür tut, seine Bevölkerung zu überwachen.

Samson Freitag ist ein Musterbeispiel am perfekten Bürger. Er hat immer seine Punkte im Blick, hält sich an die Regeln und versucht jeden als gutes Vorbild voranzugehen. Allerdings fragt man sich schnell, hat der Typ auch eine Persönlichkeit? Ist er so in seinem Regelsystem gefangen, das er seine Umwelt gefühlsmäßig gar nicht wahrnimmt. Und dann passiert diese Beratung und alles fängt an zu kippen. Denn sein Urteil hat fatale Folgen, es ist wie, wenn ein Dominostein umfällt und alles mitreißt. Und plötzlich steht Samson da, am Abgrund und versucht alles Mögliche um aus dieser Abwärtsspirale herauszukommen. Aber je mehr er kämpft und je mehr er sich bemüht, wird es nur noch schlimmer. Sein heiß geliebtes System, wonach er lebt und was seine absolute Überzeugung hat, lässt ihm im Stich und macht ihm das Leben zur Hölle.

Es ist schon eine Neuauflage vom „Big Brother is watching you“ und so sehr erschreckend. Natürlich ist das ganze Szenario an unsere Zeit angepasst und es entsteht einfach ein mulmiges Gefühl beim Lesen. Allein dieses sozial Punkte System macht absolut Angst, wenn man hört, das so etwas seit 2017 in China auch existiert. Außerdem fallen einem viele kleine Dinge im Buch auf, die man selber im Hier und Jetzt tätigt und so bekommt das alles eine Realität, die erschreckt. Hier herrscht ein System vor, was alle überwacht und das hört nicht vor der Haustür auf, nein, es geht noch viel weiter. Dann noch der Protagonist, der absolut unsympathisch rüber kommt und das auch so sein muss. Er ist eigentlich nur eine Hülle der Gesellschaft, freier Wille Fehlanzeige und immer schön auf der richtigen Spur bleiben. Eine Freundin hat er nur wegen der sozialen Punkte und der Gedanke über einen Heiratsantrag hat in seinem Leben nichts mit Liebe zu tun, sondern das weitere Aufsteigen im Punkteranking. Ganz ehrlich es rüttelt an einem und erschreckt, es macht einen oft sprachlos und lässt einen die Gänsehaut den Rücken hinablaufen, wenn man parallelen im eigenen Leben findet.

Theresa Hannig hat hier wirklich einen tollen Plot entworfen, hat den Albtraum gut inszeniert und dabei sogmäßig geschrieben. Man bleibt trotz der Sympathielosigkeit an Samson dran und will wissen, wie es endet. Tja, und hier war sie wirklich ziemlich schnell und sehr überraschend, sodass es nach einem zweiten Band schrie. Und wie ich jetzt auch weiß, wird wohl noch ein zweiter Teil folgen.

Die Optimierer ist ein wirklich tolles Debüt, was eigentlich den Klassiker „1984“ reloadet hat. Oder eine Folge wie in Black Mirror ist, nur eben halt in Buchform und die eigene Fantasie, ist oft noch schlimmer. Verdammt erschreckend, aber fesselnd und unglaublich besorgniserregend, lässt es einen zurück. Die Zukunft kommt, hoffentlich nicht diese.

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Gespräche aus der Community

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Theresahannigs avatar
Liebe Leute,
ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr an der Leserunde zu meinem Debütroman "Die Optimierer" teilnehmt. Es gibt 15 Bücher. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.
Ich bin schon gespannt auf Eure Kommentare und Rezensionen. Wenn Ihr Fragen habt, immer her damit!
Viele Grüße
Theresa Hannig

PS: Danke an Forti für den Hinweis (es heißt mahlen und nicht malen) !

EDIT: Eigentlich sind jetzt die 15 voll... aber man weiß ja nie.
Wenn sich jetzt noch Leute bewerben, die es ernst meinen, kann ich den Verlag bitten, noch ein paar Exemplare mehr zu verschicken. Vielleicht schreibt Ihr einfach dazu, warum der Verlag bei Euch eine Ausnahme machen sollte :)

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EDIT: 03.10.17

Liebe Leute,
ich bin begeistert! Mit so viel Resonanz hatte ich gar nicht gerechnet. Ich danke Euch vielmals für Eure Bewerbungen!
Wie versprochen, habe ich die 15 schnellsten Bewerbungen ausgewählt und die Adressen dem Verlag geschickt. Ich habe außerdem darum gebeten, noch ein paar Exemplare mehr zur Verfügung zu stellen.
Jetzt ist heute natürlich Feiertag - also frühestens morgen bekomme ich Bescheid.
Wenn ich dann weiß, ob/wie viele Rezensionsexemplare noch verschickt werden können, schreibe ich die entsprechenden Leute persönlich noch einmal an. Bitte seid nicht enttäuscht, wenn Ihr dieses Mal nicht dabei sein könnt. Vielleicht klappt es beim nächsten Mal!
Ich freue mich über Euer Interesse und bin schon sehr gespannt auf Euer Urteil. Bei Fragen oder Anregungen könnt Ihr mich immer gerne kontaktieren!
Viele Grüße und einen schönen Der Tag der Deutschen Einheit!
Theresa Hannig


Zur Leserunde

Zusätzliche Informationen

Theresa Hannig wurde am 21. Juni 1984 in München (Deutschland) geboren.

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