Die Optimierer

von Theresa Hannig 
4,0 Sterne bei89 Bewertungen
Die Optimierer
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (69):
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Gesellschaftspolitischer könnte es kaum sein und dabei so spannend. Erschreckend wo uns die Technik hinführen könnte.

Kritisch (3):
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Konnte mich nicht überzeugen. Viele Handlungen haben für mich keinen Sinn ergeben, dazu ein nerviger Protagonist und keine Spannung

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Inhaltsangabe zu "Die Optimierer"

MEHRFACH PREISGEKRÖNT! Ausgezeichnet mit dem Stefan-Lübbe-Preis 2016 und dem Seraph 2018 für das beste Debüt.

Im Jahr 2052 hat sich die Bundesrepublik Europa vom Rest der Welt abgeschottet. Hochentwickelte Roboter sorgen für Wohlstand und Sicherheit in der sogenannten Optimalwohlökonomie. Hier werden alle Bürger von der Agentur für Lebensberatung rund um die Uhr überwacht, um für jeden Einzelnen den perfekten Platz in der Gesellschaft zu finden.

Samson Freitag ist Lebensberater im Staatsdienst und ein glühender Verfechter des Systems. Doch als er kurz vor seiner Beförderung beschuldigt wird, eine falsche Beratung erteilt zu haben, gerät er in einen Abwärtsstrudel, dem er nicht mehr entkommen kann. Das System legt alles daran, ihn zu optimieren. ob er will oder nicht.

Mehr zu Theresa Hannig auf ihrer Homepage: www.theresahannig.de

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783404208876
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:272 Seiten
Verlag:Bastei Lübbe
Erscheinungsdatum:29.09.2017
Das aktuelle Hörbuch ist am 17.05.2018 bei Audible Studios erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Emma.Woodhouses avatar
    Emma.Woodhousevor 7 Tagen
    Kurzmeinung: Gesellschaftspolitischer könnte es kaum sein und dabei so spannend. Erschreckend wo uns die Technik hinführen könnte.
    Grandioses Meisterwerk

    Inhalt: 
    Der Roman beginnt wie eine seichte Geschichte unserer Gesellschaft. 
    Wir lernen Samson kennen der in dieser Geschichte die Hauptrolle übernimmt. 
    Samson Freitag ist ein Vorzeigebürger unserer Gesellschaft und arbeitet als Lebensberater für eine Agentur die nur eines im Sinn hat: Den Menschen zu helfen. 
    "Jeder an seinen Platz" ist nicht nur ein Begrüßungsritual sondern die Vorstellung der OPTIMALEN Gesellschaft in der wir Menschen leben sollen. So hat Samson die Aufgabe als Lebensberater den Menschen zur Seite zu stehen und ihnen zu zeigen wo sie ihren Platz in der Gesellschaft haben können. Doch was macht man mit Menschen, die nichts können und keine Ambitionen haben etwas für die Gesellschaft zu leisten? 
    Mit Sozialpunkten hat man die Möglichkeit sich in der Gesellschaft Anerkennung zu verschaffen. Doch was passiert wenn man Sozialpunkte verliert weil man vielleicht eine falsche Entscheidung getroffen hat? Samson Freitag muss erfahren was seine ach so tolle Optimalgesellschaft für ihn bereit hält.

    Meinung:
    Ein grandioses Meisterwerk! 
    Man hat den Eindruck das die Autorin einen Blick in die Zukunft erhaschen durfte gerade in Hinblick auf die Entwicklungen in China. 
    Theresa Hanning schafft mit diesem Roman einen riesen Sprung in eine beängstigende Gesellschaft, die viel für den Leser bereithält. Auch wenn der Roman lustig anfängt und man am Anfang mit einem Schmunzeln im Gesicht nur mit dem Kopf schüttelt, so entwickelt sich die Geschichte immer mehr zu einem Desaster des Fremdschämens. 
    Denn Samson Freitag ist ein Mensch der naiv geboren wurde und mit der Zeit die Optimierung als sein Mantra anerkennt. Die absolute Überwachung, die schleichend den Verstand von Samson wachrüttelt wird von Kapitel zu Kapitel handfester. Es ist spannend zu sehen wie Samson sich entwickelt und auch einen ganz neuen Blick auf die Gesellschaft bekommt. Er beherrscht auf seine ganz eigene Art den Roman. Und dann sind da die vielen anderen Charaktere, die dem Ganzen noch eine neue Perspektive geben. Ob nun Samsons Freundin, die es erschreckend findet was mit der Gesellschaft passiert oder Martina, die auf nichts Lust hat und dennoch auf eine bessere Zukunft hofft. Oder Ercan Böser, Politiker und von Samson dorthin befördert. So viele Personen, die Samson auf seinem Weg begleiten und ihm immer einen anderen Blick auf die Gesellschaft verschaffen.
    Dennoch hat der Roman nicht den klassischen Bösewicht denn hier gibt es nicht Schwarz und Weiß sondern nur die verschiedenen Grautöne. Von Zeile zu Zeile zeigt sich wie sich die Gesellschaft abfindet mit Gegebenheiten, die so waren und immer noch so sind. Ein Roman der gesellschaftspolitischer nicht sein kann, mit einem Hauch der Technik von Morgen. 
    Doch wollen wir in so einer Zeit leben, wo die Menschen einem Schauspieler zu jubeln der sich selbst Politiker schimpft? Aber vielleicht tun wir das bereits und wissen es nur nicht?! Ein Roman der zum Nachdenken anregt und der einen immer wieder überraschen kann. 

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    SharonBakers avatar
    SharonBakervor 2 Monaten
    Erschreckend, fesselnd und gar nicht weit von der Realität entfernt!

    Samson Freitag genießt den Luxus, mit dem eigenen Auto zum nächsten Termin zu fahren. Dort wartet nämlich seine nächste Beratung auf ihn, eine junge Frau, deren beruflichen Wünsche sich durch ihn verwirklichen sollen. Samson Freitag ist nämlich Lebensberater und hält sich strikt an das Protokoll. Alle ihn vorliegenden Informationen hat er schon ausgewertet, er wartet nur noch das Gespräch ab, um der jungen Frau sein Urteil vorzutragen. Das Urteil fällt nicht positiv für die junge Frau aus und genau dieser Fall, soll Samson noch nach verfolgen. Er steht nämlich kurz vor der Beförderung und es fehlen ihm nur noch ein paar Punkte, da hat sein Leben etwas anderes vor. Es steuert nämlich immer mehr den Abgrund entgegen und das System setzt alles daran, ihn zu optimieren. Was hat Samson angestellt? Wieso gleiten ihm alle Fäden aus den Händen? Und was wird das System mit ihm machen?

    Ein Debüt, was schon mehrfach ausgezeichnet wurde und was sich unser Buchklub ausgesucht hat. Mich hatte die Inhaltsangabe ein bisschen an Georg Orwells 1984 erinnert und das war nicht wirklich meine beste Schullektüre, also war ich gespannt, wie mir diese Zukunft gefallen würde. Tja, und ob sie mir gefallen hat, erzähle ich euch nun.

    Vielleicht ist es ganz gut, wenn man kurz vorab auf den Rahmen der Handlung eingeht. Wir leben im Jahr 2052, die Bundesrepublik Europa hat sich vom Rest der Welt abgekapselt. Der Wohlstand ist für alle Bürger gesichert und es gibt für jeden ein Grundeinkommen, aber auch die eigenen Fähigkeiten zur Verwirklichung stehen zur Verfügung. Damit man den besten Beruf für sich findet, gibt es vom Staat die Agentur für Lebensberatung. Diese Organisation überwacht jeden Einzelnen in der Gesellschaft, damit jeder den richtigen Platz findet. Außerdem gibt es ein soziales Punktesystem, was besonders engagierte Bürger auszeichnet. Außerdem wird jeden alleinstehenden Haushalt ein hoch entwickelter Roboter zur Seite gestellt, damit für Sicherheit und Wohlgefühl gesorgt ist. Hier merkt man doch schon ganz hervorragend, dass der Staat alles dafür tut, seine Bevölkerung zu überwachen.

    Samson Freitag ist ein Musterbeispiel am perfekten Bürger. Er hat immer seine Punkte im Blick, hält sich an die Regeln und versucht jeden als gutes Vorbild voranzugehen. Allerdings fragt man sich schnell, hat der Typ auch eine Persönlichkeit? Ist er so in seinem Regelsystem gefangen, das er seine Umwelt gefühlsmäßig gar nicht wahrnimmt. Und dann passiert diese Beratung und alles fängt an zu kippen. Denn sein Urteil hat fatale Folgen, es ist wie, wenn ein Dominostein umfällt und alles mitreißt. Und plötzlich steht Samson da, am Abgrund und versucht alles Mögliche um aus dieser Abwärtsspirale herauszukommen. Aber je mehr er kämpft und je mehr er sich bemüht, wird es nur noch schlimmer. Sein heiß geliebtes System, wonach er lebt und was seine absolute Überzeugung hat, lässt ihm im Stich und macht ihm das Leben zur Hölle.

    Es ist schon eine Neuauflage vom „Big Brother is watching you“ und so sehr erschreckend. Natürlich ist das ganze Szenario an unsere Zeit angepasst und es entsteht einfach ein mulmiges Gefühl beim Lesen. Allein dieses sozial Punkte System macht absolut Angst, wenn man hört, das so etwas seit 2017 in China auch existiert. Außerdem fallen einem viele kleine Dinge im Buch auf, die man selber im Hier und Jetzt tätigt und so bekommt das alles eine Realität, die erschreckt. Hier herrscht ein System vor, was alle überwacht und das hört nicht vor der Haustür auf, nein, es geht noch viel weiter. Dann noch der Protagonist, der absolut unsympathisch rüber kommt und das auch so sein muss. Er ist eigentlich nur eine Hülle der Gesellschaft, freier Wille Fehlanzeige und immer schön auf der richtigen Spur bleiben. Eine Freundin hat er nur wegen der sozialen Punkte und der Gedanke über einen Heiratsantrag hat in seinem Leben nichts mit Liebe zu tun, sondern das weitere Aufsteigen im Punkteranking. Ganz ehrlich es rüttelt an einem und erschreckt, es macht einen oft sprachlos und lässt einen die Gänsehaut den Rücken hinablaufen, wenn man parallelen im eigenen Leben findet.

    Theresa Hannig hat hier wirklich einen tollen Plot entworfen, hat den Albtraum gut inszeniert und dabei sogmäßig geschrieben. Man bleibt trotz der Sympathielosigkeit an Samson dran und will wissen, wie es endet. Tja, und hier war sie wirklich ziemlich schnell und sehr überraschend, sodass es nach einem zweiten Band schrie. Und wie ich jetzt auch weiß, wird wohl noch ein zweiter Teil folgen.

    Die Optimierer ist ein wirklich tolles Debüt, was eigentlich den Klassiker „1984“ reloadet hat. Oder eine Folge wie in Black Mirror ist, nur eben halt in Buchform und die eigene Fantasie, ist oft noch schlimmer. Verdammt erschreckend, aber fesselnd und unglaublich besorgniserregend, lässt es einen zurück. Die Zukunft kommt, hoffentlich nicht diese.

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    Hellena92s avatar
    Hellena92vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Wohin führt die Optimierung der Gesellschaft?
    Wohin führt die Optimierung der Gesellschaft?

    Die Optimierer nennt Theresa Hannig ihren Bauchschmerzen bereitenden, visionären Roman über die Zukunft unserer Gesellschaft.

    In dem System der Wohlökonomie, in der die Menschen ihren sozialen Status duch zu verdienende Sozialpunkte selbstständig bedingen können, lebt Samson Freitag. Er selber ist Lebensberater. Und ein Systemverfechter. Er dient der Wohlökonomie in dem er Menschen als Lebensberater ihre Berufe zu weist. Durch seine vielen Beschwerden und Verbesserungsvorschläge, seht Samson, dank seiner Sozialpunkte, kurz vor einer Beförderung.
    Doch dann beginnt der Teufelskreis, als seine Freundin ihn verlässt und er somit einen Sozialpunkteabzug erhält und er dadurch Einbußen verzeichnet, die sowohl im Job, als auch im Sozialenumfeld ihre Kreise ziehen.

    Die Geschichte Samsons erhält dadurch ihren Pepp, dass alles auf ein Ereignis seiner Vergangenheit und einer sich darin befindender Entscheidung zurück läuft und dadurch sein Leben solch einen argen Abstieg erfährt. Der Systemverfechter wird zum Sklaven des Systems.

    Mein Fazit fällt mir nicht leicht, da die meisten dieses Buch und die Geschichte ob ihrer Originalität und Spannung lobten.
    Jedoch empfand ich die Geschichte als sehr kurzweilig und wenig konsistent. Ein solch interessantes Thema und diese brillanten Ideen hätten weit mehr Inhalt verdient und mehr ausgeschmückt werden können. Die Charaktere waren teilweise flach und manchmal wenig glaubwürdig. Die Spannung war in den ersten beiden Abschnitten kaum, zum Ende hin dann jedoch sehr komprimiert aufgebaut, so dass so viele Ereignisse auf einmal auf den Leser einprasselten, dass ich irgendwann das Buch, als es zu Ende war, zu schlug und davor saß und dachte " wie, was, wo?"

    Theresa Hannig hat ganz toll auf unsere vielen Kommentare reagiert und integriert unsere Vorschläge in Teil 2, den ich mir kaufen werde um zu sehen, wie sie diese umgesetzt hat. Sie schreibt sehr schön und das Lesen fiel leicht.
    Es war eine gute Leserunde.

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    Sandra8811vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Erst begeisternd und dann beängstigend... In einem Rutsch durchgelesen, weils so spannend war...
    Dystopie die etwas Angst vor der Digitalisierung und der Robotik macht…

    Warum habe ich mich für das Buch entschieden?
    Ich fand die Vorstellung der Optimalwohl-Ökonomie, die auf dem Klappentext beschrieben ist super spannend.

    Cover:
    Das gelb-schwarze Cover fällt stark auf. Für mich ist es durch die geometrischen Figuren klar erkennbar als Science-Fiction-Buch.

    Inhalt:
    Es ist das Jahr 2052, die Bundesrepublik Europa hat sich vom Rest der Welt abgeschottet und startet ein Pilotprojekt indem sie die Optimalwohl-Ökonomie einführt. Samson Freitag ist Lebensberater, sein Job ist es, den Menschen ihren Platz in dieser Ökonomie zu zeigen.

    Handlung und Thematik:
    Die Vorstellung, dass jeder eine Linse als Computer trägt, die nicht nur ein Navi eingebaut hat, sondern auch Bürger-Profile inklusive Straftaten, Sozialpunkte und ähnliches zeigt ist allein schon beängstigend. Auch die Tatsache, dass man Sozialpunkte sammeln muss, damit man in der Gesellschaft aufsteigt ist der Wahnsinn. Die Autorin schaffte es, diese Zukunft anfangs sehr verführerisch und schön zu beschreiben -> dann kam die harte Realität… Super spannend und mitreißend beschrieben. Die Story regt echt zum Nachdenken an! Das Ende war sehr unerwartet!

    Charaktere:
    Samson ist ein vorbildlicher, sozialer Bürger. Sein Sozialpunkte-Status ist kurz vor 1000, das heißt eine Beförderung ist nicht mehr weit. Er fühlt sich im System wohl und trägt ständig zur Verbesserung bei. Durch seine vorbildliche Art fand ich ihn anfangs schon fast ein bisschen nervig, aber als dann die Probleme kamen, musste ich direkt mit ihm mitfiebern und fand ihn sympathischer.

    Schreibstil:
    Der Schreibstil ist angenehm und gut zu lesen. Die Kapitellänge finde ich optimal, durch die kurzen Kapitel will man eigentlich immer noch eins lesen. Die technischen Gerätschaften wurden super beschrieben und man konnte sich gut vorstellen, um was es sich handelt. Zu Beginn enthielt der Roman viele witzige Passagen, z.B. „Zum Samstag hat’s wohl nicht gereicht“ als sich Samson Freitag vorstellte. Da später die Lage ernster wurde, wars nicht mehr ganz so witzig. Ich fand den Einsatz des Humors perfekt!

    Persönliche Gesamtbewertung:
    Ich bin begeistert! So wundervoll es am Anfang geklungen hat (und so hätte ich es mir wirklich vorgestellt wie es in Zukunft mal werden könnte), so erschreckend auch die Erkenntnis, dass die Zukunft mit Computern und Roboter vielleicht nicht ganz so toll werden kann. Das Buch regte stark zum Nachdenken über den eigenen digitalen Fußabdruck an. Super Science-Fiction, die ich jedem Technikbegeisterten empfehlen kann!

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    Der_Buchdraches avatar
    Der_Buchdrachevor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Kein fell good Roman, so viel ist klar. Aber trotzdem oder gerade deswegen sehr gut! Der regt sehr zum Nachdenken an.
    Regt zum Nachdenken an

    Eine Gesellschaft, in der jeder Sozialpunkte sammelt und anhand dieser seinen unverrückbaren Platz in der Gesellschaft zugewiesen bekommt? Klingt wie Zukunftsmusik, gibt es in China aber tatsächlich. Theresa Hannig stellt in ihrem dystopischen Roman »Die Optimierer« die Frage, ob solch eine Gesellschaft das Paradies oder ein Alptraum wäre.

    Samson Freitag ist Lebensberater. Anhand einer umfassenden Datenbank über jeden Bürger stellt er ein Profil seines Kunden zusammen, mit dessen Hilfe er den optimalen Platz für den Bürger in der Gesellschaft bestimmen kann. Einmal festgelegt kann ein Bürger seinen ihn zugewiesenen Platz nicht mehr verlassen, es sei denn, er sammelt massiv Sozialpunkte an. Samson ist glühender Verfechter des Systems, doch als er irrtümlicherweise beschuldigt wird, eine falsche Beratung gegeben zu haben, geht es auf einmal steil bergab mit ihm. Das System will ihn um jeden Preis optimieren, ob er nun will oder nicht.

    Normalerweise wird so eine Dystopie eher aus der Sicht ihrer Gegner erzählt. Interessant ist hier, dass Samson, unser Protagonist, jedoch ein glühender Verfechter des Systems ist. Er selbst merkt gar nicht, was das für negative Auswirkungen auf ihn und sein Umfeld hat. 

    Die Menschen der nahen Zukunft gehen fast nur noch mit einer optischen Linse durch das Leben, das ihnen steten Zugang zu einem personifizierten Onlinefeed ermöglicht und über das sie ihre Umwelt steuern können, beispielsweise ihre Autos oder Fahrstühle. Segen oder Fluch? Scheinbar ist alles dadurch leichter und bequemer geworden. Gleichzeitig wird aber alles, was durch die Linse gesehen wird, ausgenommen, gespeichert und ausgewertet. So beziehen die Lebensberater beispielsweise auch ihre Daten für die Beratung und die Sozialpunkte eines jeden Bürgers werden auf dieser Grundlage berechnet. Es sind die totalen gläsernen Bürger.

    Auch wenn Samson anfangs voll hinter diesem System steht, merkt man durch die Reaktion seiner Mitmenschen auf ihn und das, was er sagt, was in vielen anderen vor sich geht, wenn sie mit diesem System konfrontiert sind. Und dass das alles nur an der Oberfläche so toll erscheint, merkt man ohnehin schnell daran, als Samson auf einmal eine Menge Punkte verliert, ohne wirklich was dafür zu können.

    Mich persönlich hat sehr schockiert, wie diese Gesellschaft mit psychischen Krankheiten umgeht. Da wird nicht lang gefackelt und anhand einer billigen Checkliste Samson eine paranoide Schizophrenie diagnostiziert, die vielleicht nicht einmal existiert. Und dann werden ihm dafür auch noch Sozialpunkte abgezogen! Für mich ist so etwas eine absolute Horrorvorstellung, pure Stigmatisierung, die extreme Folgen hat und zu einer sozialen Abwertung führt.

    Das zentrale Thema des Romans ist ganz klar Überwachung durch den Statt, der die absolute Kontrolle über die Leben seiner Bürger hat und mit ihnen machen kann, was er will. Auch wenn zunächst alles ganz toll und rosig erscheint, erkennt man doch schnell, wie es unter der Oberfläche modert. Das ist kein feel good Roman, ganz im Gegenteil! Er löst durchaus Unbehagen aus, wenn man darüber nachdenkt, dass das alles gar nicht so unwahrscheinlich ist. Wie viele von uns geben schon jetzt ihr ganzes Privatleben auf Facebook preis? Viel zu viele. Der Schritt zu einer Gesellschaft wie der in »Die Optimierer« ist da weiß Gott nicht mehr so weit.

    »Die Optimierer« ist ein Roman, den ich nur wärmstens empfehlen kann. Er regt zum Nachdenken an, ist gleichzeitig aber durch seinen eingängigen Schreibstil sehr zugänglich und ist zudem sehr aktuell! Aktueller, als man so denken mag.

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    derMichivor 5 Monaten
    Schland kann Sci Fi!

    Vieles es gut an diesem Romandebüt: Da wäre zum Einen der wiedererkennbare Schauplatz München. Keine namenlose Megalopolis der Zukunft sondern eine Stadt, mit der der Leser tatsächlich etwas anfangen kann. Das Finale spielt dann auch an einem ikonischen Ort der Stadt, der durch die Auflösung gleich eine ganz neue symbolische Bedeutung bekommt. Nicht schlecht.

    Die Hauptfigur - ein Bürokrat wie er im Buche steht, der sich zudem mit Leib und Seele der politischen Ideologie dieser Zukunftsvision verschrieben hat. Die Hinweise in Richtung freiwilliger Diktatur sind erfreulich subtil, man grüßt sich etwa mit der Formel "Jeder an seinem Platz" und die sogenannte "Lebensberatung" ist als Kreuzung zwischen Jobcenter und Scientology gleichzeitig für das persönliche und gesellschaftliche Wohl der durchanalysierten Bürger zuständig.

    Fleischkonsum ist strafbar, der öffentliche Raum gut überwacht und Prostitution überflüssig, denn dank sogenannter "Doppelherzeinrichtungen" findet jeder den zu ihm passenden Sexualpartner. Man soll ja auch Spaß haben. Alles dient dem Fortschritt, wohin auch immer der steuert. Was außerhalb der Grenzen dieses zukünftigen Deutschlands stattfindet wird höchstens angedeutet. Aber die Masse scheint derart zufrieden mit den Umständen zu sein, dass kaum jemand dagegen aufbegehrt. Die Antwort auf die Frage, wer oder was die "Optimierer" eigentlich sind, sorgt dann für den großen Schlusstwist, der klassischen Fragestellungen der Science Fiction sehr nahe kommt. Stichwort: Transzendenz.

    Bis es soweit kommt, gilt es Samson Freitag in vielen Situationen zu begleiten, mal aufschlussreich und mal banal. Da wird vereinzelt etwas zu viel getextet und erklärt, anstatt den Leser selbst entdecken zu lassen wie das Lebensberatungssystem und die Welt drumherum funktioniert. Diverse Konflikte verlaufen nach und wohin Samsons Benehmen steuert ist gleichfalls keine allzu große Überraschung. Ansonsten spielt die Autorin oft gekonnt mit den Erwartungen und Sehnsüchten der Menschen, die sich für eine bessere Welt gerne alles mögliche erzählen lassen. Die schleichende Umgestaltung ihres Umfeldes nimmt man erst dann wahr, wenn es schon zu spät ist.

    Ob das stetige Optimieren die Welt nun wirklich besser macht oder auf Kosten der Menschlichkeit geht - darauf antwortet Hannig nur indirekt. Das Ende kann gleichermaßen als Dystopie und als konsequente Weiterentwicklung einer zukünftigen Menschheit gelesen werden, der Kategorien wie Gut und Böse längst egal sind. Traum und Alptraum vermischen sich und vielleicht liegt genau darin die Gefährlichkeit mancher im Buch beschriebenen Entwicklung, die schon heute stattfindet.

    Wer gerne SciFi liest und mitdenkt ist hier gut aufgehoben.

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    MylittledreamofBookss avatar
    MylittledreamofBooksvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Ich finde die generelle Idee von der Geschichte echt super, jedoch gab es häfig Stellen, die mir überhaupt nicht gefallen haben.
    Eine Geschichte mit perfekter Idee, aber nicht so meins.

    Titel: Die Optimierer
    Autor/in: Theresa Hannig
    Genre:  Roman/ Science Fiction
    Altersempfehlung:  ab 16 Jahre
    Erschienen am: 29.09.2017
    Verlag: Bastei Lübbe
    Seiten: 265
    Format: Taschenbuch/
    eBook(epub)
    Preis: 10,00€/ 
    8,99€
    ISBN: 978-3-404-20887-6/
    978-3-7325-3976-5    


      Bewertung insgesamt: ***

    Klappentext

    Die perfekte Gesellschaft -
    oder der größte Albtraum?
    Im Jahr 2052 hat sich die Bundesrepublik Europa vom Rest der Welt
    abgeschottet. Hochentwickelte Roboter sorgen für Wohlstand und
    Sicherheit in der sogenannten Optimalwohlökonomie. Hier werden alle
    Bürger von der Agentur für Lebensberatung rund um die Uhr überwacht,
    um für jeden Einzelnen den perfekten Platz in der Gesellschaft zu finden.

    Samson Freitag ist Lebensberater im Staatsdienst und ein glühender
    Verfechter des Systems. Doch als er kurz vor seiner Beförderung be-
    schuldigt wird, eine falsche Beratung erteilt zu haben, gerät er in einen
    Abwärtsstrudel, dem er nicht mehr entkommen kann. Das System legt
    alles daran, ihn zu optimieren - ob er will oder nicht...

    Über die Autorin

    Theresa Hannig wurde 1984 in München geboren. Sie studierte
    Politikwissenschaften, Philosophie und VWL und arbeitete als
    Softwareentwicklerin, Beraterin für IT-Sicherheit und als Pro-
    jektmanagerin von Solaranlagen. Mit ihrem Debütroman Die
    Optimierer gewann sie 2016 den Stefan-Lübbe-Preis. Sie lebt mit
    ihrem Mann und ihren zwei Kindern in der Nähe von München.

    Erster Satz

    1. KAPITEL

    "Samson ließ das Lenkrad los und blickte nach draußen."

    Meine Meinung

    Ich muss gleich schon zu Anfang sagen, dass ich das Buch einfach nicht beenden konnte und es somit abgebrochen habe :(. Aber wenigstens bin ich bis S.172 gekommen 😂.
    Das Cover ist eine schöne Idee, jedoch finde ich, dass es doch ein bisschen langweilig aussieht... Trotzdem passen die Geschichte und auch der Titel meiner Meinung nach gut dazu. Die Kästchen sehen schon irgendwie Computermäßig aus und das finde ich passt auch super zu der Entwicklung in Richtung Zukunft.
    Der Schreibstil von Theresa Hannig ist flüssig, jedoch manchmal auch irgendwie schon anstrengend, weil alles sehr "steif" geschrieben wurde.
    Die Story wird aus der 3. Person von Samson Freitag geschrieben. Was ich an diesem Protagonist so anstrengend fand, war seine naive Art, wie er mit den ganzen Sachen umgegangen ist. Es haben ihn schon mehrere Personen erklärt, dass es nicht das Beste ist und das man sich nicht nur darauf verlassen sollte, aber er hat es immer weiter gemacht, bis dann einmal so ein richtiges Tief kam, wo er nichts mehr mit sich anzufangen wusste. Bei diesem Teil habe ich auch aufgehört, weil ich einfach nicht mehr lesen konnte, wie schlimm das alles ist, obwohl man schon vorher hätte wissen können, dass so etwas passiert.
    Die Kapitel bei diesem Buch sind nicht zu lang oder zu kurz geschrieben und auch super miteinander abgestimmt.
    Was mir am Anfang der Geschichte gefallen hat, war, dass man nicht so in die Geschichte reingeschmissen wird, wie es bei anderen Büchern der Fall ist. So hatte man auch eine gute Möglichkeit sich in die Geschichte einzufinden und auch alles nachzuvollziehen 📚📖.

    Als Fazit kann ich sagen, dass mir der Roman "Die Optimierer" von Theresa Hannig nicht so gut gefallen hat. In diesem Buch werden einem die Gefahren, welche die ganze Elektronik verbirgt näher gebracht und auch welche Konsequenzen es nach sich zieht, wenn man sich in so einem Bereich falsch verhält. Ich finde immer noch, dass die Geschichte generell eine super Idee ist, jedoch hätte ich es persönlich lieber viel kritischer dargestellt bekommen, als das naive, was einem hier nahe gelegt wird, sodass es furchtbar anstrengend wurde.

    Also: Eine Geschichte mit perfekter Idee, jedoch nicht so meins!

    Ein großer Dank an den Verlag Bastei Lübbe und auch an Theresa Hannig für das Rezensionsexemplar!


    Eure Jacky

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    Literatur-Universums avatar
    Literatur-Universumvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Das Leben unserer Zukunft?
    Äußerst realistische Zukunftstendenzen

    Was wären wir für Menschen, wenn wir uns kennen würden, ohne uns kennenlernen zu müssen? Wäre Freundschaft eine Utopie? Wäre die Liebe plastisch? Oder wären wir zufrieden, weil wir die Makel bereits im Voraus kennen würden und so nicht verletzbar wären und keine Angst vor einer schmerzhaften Trennung haben müssten. Sind Erfahrungen jedoch nicht jene, die uns erst als Menschen ausweisen? Theresa Hannig hat ein Buch geschrieben, welches vorausdenkt. Es manifestiert eine erstrebenswerte Welt, welche am Puls der Zeit zu liegen scheint, die jedoch auch viele Fragen an die Gesellschaft und ihr technifizierendes Zukunftsdenken stellt.

    Es gibt nur mehr synthetisches Fleisch. Eine Kommunikationslinse im linken Auge zeigt alle Informationen, die man für das Leben wissen muss und autorisiert alle Personen, die einem über den Weg laufen. Automatisierte Autos, die keine Lenker benötigen und Roboter im Alltag, die alles regeln sind die Eckpfeiler des neuen Staates: Bundesrepublik Europa. Samson Freitag ist ein sehr zufriedener Bürger. Er lebt in München und arbeitet als Lebensberater. Es ist das Jahr 2052. In diesem soll sich einiges für ihn ergeben: eine Beförderung steht im Raum und außerdem bereitet er einen Heiratsantrag für seine Freundin Melanie vor, mit der er laut der Software zu 86 % zusammenpasst. Für die Beförderung fehlen ihm ein paar Sozialpunkte. Diese sammelt man, wenn man gutes für den Staat tut oder Korrekturvermerke an den Staat weiterleitet. Er hat stolze 980 Punkte und ist somit ein angesehener Bürger.

    Das Prinzip des Staates ist einfach: jeder, der gebraucht wird, wird unterstützt. Sollte jemand jedoch nicht die Kriterien erfüllen, die der Wirtschaft nützlich sind, kommt er in die Kontemplation. Das bedeutet er wird ausgegliedert aus der Gesellschaft. Man bekommt ein Grundeinkommen und muss nie mehr etwas tun. Samson stört das nicht. So funktioniert das und er empfindet das als fair. Nur die Guten und Klugen können einen Staat aufrechterhalten. Außerdem schottet sich die Bundesrepublik Europa von allen anderen Staaten der Welt durch einen Zaun ab. Keiner darf in diese famose Welt. Für eine noch perfektere Ausgestaltung wird eine Konstellation von Berufsrobotern in den Arbeitsbereichen eingeführt, die alles überwachen. Sie sind fehlerlos. Menschen jedoch neigen zu Fehlern.

    Die Elegien gegen diese Überwachungswelt werden strengstens überwacht und bestraft. Erst als Samson von seiner Freundin verlassen wird, weil er versessen ist ein optimaler Bürger zu werden und dem System blind folgt, beginnt sein Leben eine Drehung zu bekommen. Er entdeckt einen mysteriösen Fehler im System der Lebensberatung und begeht selbst einen Fehler, der ihn in eine Gefahr bringt, die sein ganzes Leben verändert.

    Theresa Hannig hat sich an ein Thema herangewagt, welches sich explizit mit Zukunftsvisionen beschäftigt, die unserer Zivilisation nicht fremd sind. Edward Snowden öffnete der Welt die Augen, doch sie hielt sie verschlossen. Diese ablehnende Haltung gegen das Offensichtliche suggeriert eine äußerst folgende Gesellschaft, die ein System blindlinks akzeptiert. Deswegen sind Szenarien wie dieses Buch sie aufzeigt keine Unwahrscheinlichkeit. Sie erzeugen Bilder, die zum Nachdenken bewegen. Die Sprache im Buch ist eine äußerst prägnante, die auch mit sehr kurzen Kapiteln umzäunt wird. Was dem Buch fehlt, ist die Strahlkraft in den Figuren. Sie scheinen mir zu mechanisch und „robotisiert“. Die Hauptfigur Samson ist trotz aller Umstände nicht in der Lage eine Humanität zu gewinnen. Diese lieblose Ausgestaltung der Figur und die Machtlosigkeit einer Entwicklungstendenz, stumpfen das Buch etwas ab. Ansonsten ist es ein sehr zu empfehlendes Buch mit großem Potenzial und Visionen.

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    blaues-herzblatts avatar
    blaues-herzblattvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Eine Dystopie vom feinsten.
    Lass uns uns abschaffen

    Samson Freitag ist ein Gutbürger durch und durch. Seine Arbeit als Lebensberater führt er gewissenhaft aus. Sein größtes Ziel: die Optimalwohlökonomie mit Korrekturvermerken immer weiter verbessern. Bis er einen Fehler in seiner eigenen Arbeit entdeckt. Plötzlich fällt er durch das gesamte System bis zum Boden der Tatsachen.

    Theresa Hanning hat hier eine Dystopie vom feinsten geschaffen. Nicht nur die Schaffung einer durchdachten Welt ist ihr gelungen, sondern auch die literarische Spannung war spürbar gut.

    Bereits beim Lesen des Klappentextes war mir klar, dieses Buch will ich lesen. Obwohl ich im Normalfall kein großer Freund von Utopien/Dystopien bin und kein Leser von Zukunftsromanen.

    Nach dem Lesen war ich voller Gedankenfetzten und Fragen an mich selbst. Gerade der Ort Europa und die aktuelle Flüchtlingsdebatte sind im Buch am Rande verarbeitet. Großes Hauptthema ist die Optimierung der Gesellschaft und das menschliche Streben nach Perfektion. Perfektion meint in dieser Gesellschaft besonders reibungslose Vorgänge und das Motto der Nation: „Alles auf seinen Platz“. Jeder Mensch wird beraten, das heißt ein personalisierter und berechneter Karriereweg wird jeder Person nahegelegt. Es gibt Roboter und ein Punkte-Belohnungssystem.

    Alles in allem gut und in sich stimmig konstruiert.

    Was mir nicht gefallen hat, war das Ende, da es für mich zu wenig greifbar war. Als Leser habe ich mich allein gelassen gefühlt und gedacht „okay das wars jetzt?“. Da ich wie bereits erwähnt, nicht viel Erfahrung mit dieser Buchform habe, kann ich nicht beurteilen, inwiefern das üblich ist.

    Ich würde sagen, ein Buch mit viel Potential, das insgesamt aber noch ungenutzt geblieben ist.

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    einz1975s avatar
    einz1975vor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Ehre wem Ehre gebührt! Theresa Hannig schuf mit „Die Optimierer“ ein wunderbares Beispiel für eine zukünftige Gesellschaft, die sich...
    Die Optimierer

    Wenn ein Roman schon mit so vielen Lorbeeren in den Handel kommt, dann muss schon etwas dran sein, dass er mehr als einen gewissen Charme besitzt. Das Debüt von Theresa Hannig fängt doch recht harmlos an. Samson, ein Angestellter der Optimierungsbehörde ist auf dem Weg zu seinem nächsten Kunden. Ein junges Mädchen, etwas pummelig, nicht wirklich fleißig und sie lebt außerhalb der Stadt. Sein Job ist es nun, die optimale Lösung für ihr Leben zu finden. Dabei kommt es nicht nur darauf an, was sie gelernt hat, sondern auch Hobbys und was ihr sonst noch Spaß macht. Was aber, wenn da nichts ist oder die Vorstellungen zu weit von der Wirklichkeit abweichen? Dann passiert etwas völlig einfaches – Der Staat braucht dich nicht!

    Richtig, man bekommt ein wenig Geld jeden Monat und lebt davon... nun, so weit weg scheint diese Zukunft gar nicht zu sein. Wir befinden uns im Jahr 2052. Europa trennt sich weiterhin ab und hat in Italien einen Grenzzaun gezogen, damit keine Flüchtlinge ins Land kommen. Autos fahren automatisch und durch das tragen von Linsen kann der Staat so gut wie alles überwachen und lernt damit seine Bevölkerung kennen. Menschliche Roboter helfen wo sie nur können, sei es im Alltag zuhause oder im Sicherheitsdienst auf der Straße. Damit man in dieser Gesellschaft einen Platz hat, gibt es sogenannte Sozialpunkte.

    Diese verdient man mit sachdienlichen Hinweisen wie z.B. Vandalismus oder man hilft einfach mal jemand über die Straße. Landet man allerdings unter einer bestimmten Grenze von diesen Punkten, muss man sich einweisen lassen und man wird wieder korrigiert. Fleisch ist auch verboten und die Prostitution wurde abgeschafft, dafür gibt es jetzt öffentliche Häuser in den man sich treffen kann, was völlig normal ist und jeder macht. Wie ihr seht, klingt diese Zukunft doch recht ordentlich, wenn da nicht die Menschen wären. Samson selbst lernt in der Geschichte den steilen Fall von ganz oben bis ganz unten kennen.

    Er verliert sein altes Leben, will es zurück und bekommt am Ende ein Geschenk, was in dieser beschriebenen Welt, wohl allen bevorsteht. Hannig nimmt Samson schon ordentlich den Boden unter den Füßen weg, sei es Familie, Freundin, Job oder sogar der Glaube an die Gesellschaft. Nichts bleibt ihm und selbst wenn man hier Vergleiche zu 1984 ziehen kann, nimmt die Autorin das Thema doch aus einem etwas anderen Blickwinkel wahr. Nicht zuletzt die technisierte Lösung, sondern auch der leise Verfall der Menschlichkeit und die Perspektivlosigkeit der Jugend, spiegelt schon manch Bild von heute wieder.

    Fazit:
    Ehre wem Ehre gebührt! Theresa Hannig schuf mit „Die Optimierer“ ein wunderbares Beispiel für eine zukünftige Gesellschaft, die sich am Ende selbst wegoptimieren wird. Vielleicht helfen genau solche kleinen Denkanstöße, um uns wach werden zu lassen, nicht immer nur alles zu akzeptieren und einfach mal die Menschlichkeit wieder in uns zu entdecken. Ich bin froh, nicht in dieser Welt leben zu müssen und Theresa Hannig steht eine ausgesprochen optimale Zukunft nach diesem Roman bevor.

    Matthias Göbel

    Autor: Theresa Hannig
    Taschenbuch: 303 Seiten
    Verlag: Bastei Lübbe
    Sprache: Deutsch
    Erscheinungsdatum: 29.09.2017
    ISBN: 978-3-404-20887-6

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Theresahannigs avatar
    Liebe Leute,
    ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr an der Leserunde zu meinem Debütroman "Die Optimierer" teilnehmt. Es gibt 15 Bücher. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.
    Ich bin schon gespannt auf Eure Kommentare und Rezensionen. Wenn Ihr Fragen habt, immer her damit!
    Viele Grüße
    Theresa Hannig

    PS: Danke an Forti für den Hinweis (es heißt mahlen und nicht malen) !

    EDIT: Eigentlich sind jetzt die 15 voll... aber man weiß ja nie.
    Wenn sich jetzt noch Leute bewerben, die es ernst meinen, kann ich den Verlag bitten, noch ein paar Exemplare mehr zu verschicken. Vielleicht schreibt Ihr einfach dazu, warum der Verlag bei Euch eine Ausnahme machen sollte :)

    ------------
    EDIT: 03.10.17

    Liebe Leute,
    ich bin begeistert! Mit so viel Resonanz hatte ich gar nicht gerechnet. Ich danke Euch vielmals für Eure Bewerbungen!
    Wie versprochen, habe ich die 15 schnellsten Bewerbungen ausgewählt und die Adressen dem Verlag geschickt. Ich habe außerdem darum gebeten, noch ein paar Exemplare mehr zur Verfügung zu stellen.
    Jetzt ist heute natürlich Feiertag - also frühestens morgen bekomme ich Bescheid.
    Wenn ich dann weiß, ob/wie viele Rezensionsexemplare noch verschickt werden können, schreibe ich die entsprechenden Leute persönlich noch einmal an. Bitte seid nicht enttäuscht, wenn Ihr dieses Mal nicht dabei sein könnt. Vielleicht klappt es beim nächsten Mal!
    Ich freue mich über Euer Interesse und bin schon sehr gespannt auf Euer Urteil. Bei Fragen oder Anregungen könnt Ihr mich immer gerne kontaktieren!
    Viele Grüße und einen schönen Der Tag der Deutschen Einheit!
    Theresa Hannig


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