Heute stelle ich euch Sternenthron von Theresa Schuck vor. Die Geschichte beginnt mit Prinz Azriel, der endlich heiraten soll. Als seine zukünftige Frau Serah am Hof seines Vaters eintrifft erkennen wir sofort seinen Charakter, er ist arrogant und stößt alle Menschen von sich weg, was sich sowohl in seiner Beziehung zu seinem Leibwächter Edmund als auch in seinem Verhalten Serah gegenüber widerspiegelt. Für ihn steht fest: Diese Ehe wird nur auf dem Papier bestehen. Und Serah scheint damit durchaus einverstanden zu sein.
Wer nun eine typische Mädchenfantasy erwartet, in der Prinz und Auserwählte nach einigen Hindernissen zueinanderfinden, liegt allerdings falsch, das kann ich euch schon mal verraten Azriels eigentliches Abenteuer beginnt ohne Serah.
Bei einem Ausritt mit Edmund stürzt der Prinz in eine Schlucht und wird vom Fluss mitgerissen. Edmund kehrt allein an den Hof zurück und wird daraufhin zum Tode verurteilt, er kann jedoch fliehen und macht sich auf die Suche nach Azriel.
Währenddessen lernen wir Henry kennen, der sich auf den Weg zu den Sternen macht, um dem Sternenkönig einen Wunsch vorzutragen. Der Legende nach wird jedem, der reinen Herzens und selbstlos bittet, dieser Wunsch erfüllt. Henry wünscht sich nichts sehnlicher als die Heilung seiner kranken Mutter. Auf seiner Reise findet er den halbtoten Azriel im Fluss, rettet ihn und pflegt ihn gesund. Gemeinsam setzen sie ihren Weg fort, und Azriel beginnt nach und nach, sich zu verändern. Er schließt den naiven, gutgläubigen Henry immer mehr ins Herz. Unterstützung erhalten sie von geheimnisvollen Kindern, die plötzlich auftauchen und ebenso unerwartet wieder verschwinden.
Später treten Lambert und Agron auf, die Söhne eines Müllerpaares mit großen Kornfeldern. Während Agron von morgens bis abends hart arbeitet, ist Lambert faul und denkt nur an sein eigenes Vergnügen. Schließlich hat Agron genug er verkauft seinen Bruder an Sklavenhändler allerdings bereut er diese Entscheidung sofort und macht sich auf die Suche nach ihm. Lambert hingegen erhält zwar ebenfalls Hilfeangebote, erkennt jedoch nicht wirklich, was an seinem Verhalten problematisch ist. Er bleibt zunächst in Gefangenschaft, kann aber schließlich fliehen und will voller Wut nach Hause zurückkehren . Eine echte Reflexion seines Egoismus findet jedoch kaum statt; meist überwiegt weiterhin sein Eigennutz.
Nach einigen Abenteuern müssen sowohl Azriel als auch Lambert Prüfungen bestehen, die sie schließlich zum Sternenkönig führen sollen, sofern sie sie bestehen um dann ihre Wünsche vortragen zu dürfen.
Mit gerade einmal 328 Seiten ist die Geschichte relativ kompakt persönlich hätte ich mir mehr Umfang gewünscht, um noch tiefer in die Fantasy-Elemente einzutauchen, mehr über den Sternenkönig zu erfahren (Prolog und Ende allein waren mir etwas zu wenig). Und die Liebesgeschichte? Es gibt sie, allerdings anders als erwartet und das ist auch gut so.
Im Kern geht es um das Verhalten der Menschen, ihr Wesen und die Frage, was im Leben wirklich zählt: die eigenen Bedürfnisse zugunsten anderer manchmal zurückzustellen und dadurch letztlich selbst mehr Glück zu finden und darum Vertrauen zu anderen Menschen zu fassen und Nähe zuzulassen. Für meinen Geschmack ist die Geschichte auch noch nicht ganz auserzählt, das Ende hat das Potential für eine Fortsetzung.





