Therese Bichsel

 4 Sterne bei 5 Bewertungen
Autor von Überleben am Red River, Catherine von Wattenwyl und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Therese Bichsel

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Überleben am Red River

Überleben am Red River

 (3)
Erschienen am 16.03.2018
Catherine von Wattenwyl

Catherine von Wattenwyl

 (1)
Erschienen am 09.05.2018
Schöne Schifferin

Schöne Schifferin

 (1)
Erschienen am 01.09.1997
Die Walserin

Die Walserin

 (0)
Erschienen am 22.12.2015
Grossfürstin Anna

Grossfürstin Anna

 (0)
Erschienen am 01.08.2012
Das Haus der Mütter

Das Haus der Mütter

 (0)
Erschienen am 01.03.2001
Ihr Herz braucht einen Mann

Ihr Herz braucht einen Mann

 (0)
Erschienen am 19.01.2006

Neue Rezensionen zu Therese Bichsel

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Mira20s avatar

Rezension zu "Überleben am Red River" von Therese Bichsel

Hartes Leben im kalten Kanada im frühen 19. Jahrhunderts!
Mira20vor 6 Monaten

Die Mischung aus historischen Briefe und Dokumente und zwei Protagonistinnen, die sehr realitätsbezogen über ihr Leben berichten, hat mich sehr angesprochen.
Meiner Meinung nach waren die verschiedenen Elemente aus Roman und historischen Briefe und Berichte sehr ausgewogen und haben sich gut ergänzt. 


Das Buch richtet sich vor allem an Leser, die weniger an üppigen, emotionalen historischen Romane interessiert sind. Die Autorin schmückt wenig aus, zeigt aber sehr anschaulich wie hart und entbehrungsreich das Leben in diesem harten Klima für die unvorbereiteten Neusiedler war. Die Männer waren überfordert, die Töchter wurden wie Handelswaren an die Soldaten verheiratet. Denn nur so waren ein Dach über dem Kopf und die Versorgung von Fleisch für eine Familie gesichert. Und ganz emotionslos gefragt, wie hätte eine Familie ohne Jagd- und Sprachkenntnisse einen harten Winter in Kanada auch anders überleben sollen?
 
Die Geschichte kann nur wenig Gutes über die Auswanderer berichten. So ist der Ton des Romans eher düster und nicht von positiven Überraschungen geprägt.
Das Buch ist mir nahe gegangen und ich habe mit den Familien mitgelitten. Die Frauenschicksale machten mich als moderne Leserin nachdenklich.
Besonders lohnt es sich die Bilder des Kunstmaler Peter Rindisbacher zu betrachten. Diese findet man im Internet!

Kommentare: 1
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Jaris avatar

Rezension zu "Überleben am Red River" von Therese Bichsel

Therese Bichsel - Überleben am Red River
Jarivor 7 Monaten

Therese Bichsel war mir aus meiner Zeit in Bern noch ein Begriff; ihr neuestes Buch haben wir an Lager und der Rückentext klang äusserst interessant. Niemand erinnert sich heutzutage gerne daran, dass die Schweiz vor noch nicht allzu langer Zeit ein Auswanderungsland war.

Bichsel wählt zwei Familien aus Bern und Umgebung, um ihrem Weg von der Schweiz bis nach Kanada und in die USA zu folgen. Dabei reisen die Rindisbachers und die Scheideggers lange gemeinsam, doch später trennen sich ihre Wege und ihre Schicksale. Die Töchter Anni (bei Abreise zehn Jahre alt) und Elisabeth (bei Abreise etwa 20 Jahre alt) fungieren dabei als Erzählerinnen. Durch ihre Berichte erfahren wir vom Mühsal der Reise, von Schicksalsschlägen im neuen Land, Enttäuschungen und kleinen Erfolgen. Man erhält einen Einblick in die von Männern dominierte Gesellschaft und die Zusammenarbeit von Europäern und Indianern.

Leider konnte mich "Überleben am Red River" in keinster Weise überzeugen. Und das obwohl Bichsel sogar Quellenangaben beisteuert, was mich zu Beginn sehr beeindruckte. In Romanen, selbst historischen, sind die Informationsseiten sehr kurz bis sogar fehlend. Dafür würde ich doch gerne wissen und überprüfen, woher ein Autor sein Wissen hat.

Meine Enttäuschung kommt daher, dass ich mit Bichsels Erzählstil nicht warm wurde. Ich hatte eine Geschichte erwartet, die eher auf Gefühl und Emotion setzt (wie oft bei historischen Romanen), doch Bichsel schreibt ganz anders. Nämlich im Sinne des anderen Negativs: zu oberflächlich. 

Die Familien und deren Mitglieder konnte ich nicht auseinanderhalten, Peter war die einzige Figur, die für mich ein Gesicht hatte. Alle anderen verschwammen zu einem grossen Einheitsbrei. Vor allem nachdem sich die Wege der Gruppen trennen, führte das bei mir oft zu Verwirrung.

Aber die schlichten Beschreibungen ziehen das gesamte Buch mit in diesen Einheitsbrei. Eine Familie (ja, ich weiss nicht welche) verliert einen Sohn. Hier darf es ruhig anrührend werden, sogar für mich, da so ein Verlust ein sehr derber Schicksalsschlag ist. Doch die Schwester berichtet im selben Tonfall über diesen Vorfall, wie sie Arbeitsvorgänge und die Reise zu Schiff beschreibt. Distanziert, ton- und konturlos, als ob sie im Kunstunterricht sässe und ein Referat hielte.

Dadurch verlor dieses Buch für mich mehr und mehr an Glaubhaftigkeit. Dann gab es eine Szene, die entweder sehr schlecht geschrieben ist oder einfach nur unlogisch. Das Schiff mit seinen Passagieren schippert irgendwo bei Grönland durch das Ewige Eis. Ich als Leser denke: "Das muss sehr kalt sein." Jedoch erwähnt die Autorin die Wetterbedingungen mit keinem Wort. Auch nicht, ob die Schweizer, die das europäische gemässigte Klima gewohnt sind, sich damit abmühen. Vielleicht haben sie Winterjacken eingepackt, aber meines Wissens nach reichen die bestimmt nicht aus, um sich im Ewigen Eis zurechtzufinden. Doch was passiert dann? Die Leute steigen aus und tanzen auf dem Eis rum. Ich weiss ja nicht derart viel über Eis und Grönland, aber diese Szene hätte eindeutig mehr Erklärungen gefordert. Da dachte ich kurz daran, abzubrechen.

Das tat ich dann zwar nicht, aber für mich war das Buch dahin. Ich las es eigentlich nur, um nicht ein weiteres Buch in meiner Abbruch-Liste zu haben. Leider wurde es auch mit der Ankunft in Kanada nicht besser. Weder für die Auswanderer, noch für mich als Leser. 

Es fehlen einfach die Details. Die Leute hätten in jedes nördlich gelegene Land auswandern können, es hätte an der Geschichte nichts geändert. Hintergrundinformationen über die Indianer? Spärlich. Tiefe im Allgemeinen? Eher nicht. Die Autorin versucht es zwar, scheitert aber leider kläglich. Die Handlung plätschert monoton vor sich hin, es geschehen Dinge (meistens schlechte) und dann ist das Buch zu Ende.

Weder hatte ich Interesse am Schicksal der Charaktere entwickelt, noch wirklich etwas Neues über die damalige Zeit erfahren. Für "Überleben am Red River" habe ich damit leider nicht mehr als ein müdes Achselzucken übrig.

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Rezension zu "Catherine von Wattenwyl" von Therese Bichsel

Rezension zu "Catherine von Wattenwyl" von Therese Bichsel
Ein LovelyBooks-Nutzervor 9 Jahren

Klappentext:
"So unverdächtig, wie Catherine meint, ist sie nicht. Man bemerkt ihr Kommen und Gehen, nimmt zur Kenntnis, wer ihre Freunde sind und hält überhaupt ein Auge auf diese Frau, die Bern schon mehrmals vor den Kopf stiess. War es nicht diese Catherine von Wattenwyl, die sich einst duellierte? Bei einem Reiterkunststück die Männer ausstach? Als junge Dame Hof hielt wie eine Königin? Gibt es nicht ein Porträt von ihr mit wallendem Haar, den Oberkörper in Männerrüstung gepresst, die Hand keck in die Seite gestützt? Und mehr als das. Man erzählt sich Dinge hinter vorgehaltener Hand, so schreckliche Dinge, dass man sie Catherine nicht zutraut. Sollten diese Gerüchte wahr sein, dann Gnade Gott, Catherine, diesmal wirst du nicht schlüpfen..."

Meine Meinung:
Eine gut und sehr lebendig geschriebene Biografie. Die kurzen Beschreibungen der Ortschaften, so wie sie heute anzutreffen sind, hat mir gefallen – und für „Unkundige“ ist es vielleicht sogar hilfreich.
Catherine von Wattenwyl ist eine faszinierende, eigenwillige und äusserst mutige Frau, dabei auch eine liebende Mutter.
Sie war ihrer Zeit voraus, hat Zusammenhänge gesehen, die anderen noch verborgen geblieben sind. Entsprechend nutzte sie dieses Wissen und betätigte sich in nachrichtendienstlicher Funktion für Frankreich. Die Zeiten, als die Schweiz und Frankreich stark verbandelt waren, neigten sich dem Ende zu. Die vielen Hugenottenflüchtlinge, die nach Bern strömten, drehten die Stimmung zu Frankreich.

Catherine, als Waise, wurde in der Verwandtschaft herumgereicht, an sich ein „normales“ Vorgehen zur damaligen Zeit. Weil sie der Familie zu „skandalös“ war – besonders nachdem sie sich duellierte und vorwiegend wie ein Mann durch die Gegend ritt – war es Zeit, sie unter die Haube zu bringen. Erstaunlich gelassen nahm sie diese Forderung der Familie zur Kenntnis. Verändert hat sie sich jedoch nicht. Das kriegerische Gemäde auf dem Buchcover stammt aus ihrer Zeit als brave Pfarresrfrau. Nach kurzer Witwenschaft wurde sie wieder verheiratet und teilte mit ihrem zweiten Mann eine grosse Leidenschaft: der Sonnenkönig hatte es ihnen angetan. In diese Zeit fiel auch die Verhaftung, Folterung und schliesslich der Freispruch.

Im Anhang sind die Lebensdaten von Catherine von Wattenwyl aufgelistet, was einen guten Überblick über die Familienverhältnisse gibt. Das Glossar erklärt zudem die wichtigsten Begriffe, solche, die man heute kaum noch hört oder wenn, dann die Bedeutung nicht mehr kennt.
Ein sehr empfehlenswertes Buch, das über lokale Geschichte in globalem Zusammenhang erzählt.

Zusätzlich spannend war es, weil ich einige der (wichtigen) Orte in unmittelbarer Umgebung habe: Bern, Murten, Valangin; andere schon besuchte, aber damals noch nichts von Catherine von Wattenwyl wusste.

Nachdenklich stimmt mich bei Biografien jeweils die Stellung der Frauen, egal zu welcher Zeit. Wo stehen wir Frauen heute; hier und in anderen Ländern? Dürfen Frauen aus der „Norm“ fallen? Was ist die „Norm“? Oder sollen/müssen wir uns nach dem richten, was andere meinen?

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