Thias Bene Eines schönen Todes: Kein Märchenbuch

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Inhaltsangabe zu „Eines schönen Todes: Kein Märchenbuch“ von Thias Bene

Drogendealer und Soldaten, Rumpelstilzchen und Schneewittchen, Kidnapper, Karneval und Dornröschen. In den märchenhaften Tragödien von Thias Bene verschwimmen die Grenzen zwischen Fiktion und Realität. Doch wie im normalen Leben auch gewinnen nicht immer die Guten. Nichts ist nur Schwarz und Weiß. Zwischen Sehnsucht und Liebe, Burnout und Besessenheit taumeln die Protagonisten ihren eigenen Abgründen entgegen, fangen sich wieder, verlieren sich und flüchten in die Schutzräume ihrer Fantasie. Denn überall lauert der Wolf.

Wirre Phantasien eines ehemaligen Junkies ungelenk niedergeschrieben. Mein größter Fehlkauf der letzten 5 Jahre.

— HenningS
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    Eines schönen Todes: Kein Märchenbuch

    Sandra1978

    30. October 2016 um 15:45

    Inhalt Eines schönen Todes besteht aus mehreren Kurzgeschichten. Diese haben jeweils die Titel von bekannten Märchen - nur dass diese aus Geschichten aus der Gegenwart bestehen und leider keine Happy Ends haben. Zu vielen Märchen finden wir hier Analogien: Hänsel und Gretel, Dornröschen, Schneewittchen, Sterntaler, das letzte Einhorn, Rapunzel, um nur einige zu nennen. Wenn man diese Geschichten liest, haben sie allerdings leider nicht mehr viel mit den Märchen gemein: Kidnapper, Vergewaltiger, Judenverfolgung, Serienmörder, Drogendealer und Drogenjunkies und anderen unbeliebten Gestalten unserer Gesellschaft des 21. Jahrhunderts begegnen wir hier. Thias Bene gibt uns in seinen Kurzgeschichten Momentaufnahmen auf Szenen, die in unserer Gesellschaft täglich vorkommen und doch immer bewusst übersehen und nur ungern thematisiert werden.  Beurteilung Zunächst war ich vom Titel selbst fasziniert - diese Verunglimpfung eines typischen Märchenanfangs im Zusammenhang mit dem Tod und der Untertitel "kein Märchenbuch" haben mich als Fan sowohl von Märchen als auch von schaurigen Geschichten neugierig gemacht. Eines schönen Todes ist ein unglaublich faszinierendes Buch, allerdings muss man meines Erachtens eine stabile Psyche haben, um während oder nach dem Lesen nicht depressiv zu werden. Die Kurzgeschichten beginnen ihrem Titel entsprechend meist wie das bekannte Märchen. Nach wenigen Sätzen wird klar, dass wir uns mehr oder weniger in der zeitlichen Gegenwart befinden und um was es tatsächlich geht. Als Beispiel: Hänsel und Gretel irren durch den Wald - nur dass sie hier nicht von einer Hexe verfolgt werden, sondern von Wächtern eines Nazilagers, dem sie durch Zufall entkommen sind. Rapunzel ist eine drogensüchtige Obdachlose, und Sterntaler ist ein junges Mädchen, dass erst sehr spät erkennt, dass sie ihre komplette Jugend durch sexuell missbraucht wurde und dadurch wohl eine Persönlichkeitsstörung entwickelt hat, die sie Pferde umbringen lässt. Die Geschichten können unabhängig voneinander gelesen werden, hängen aber lose zusammen und/oder beleuchten eine Erzählung aus unterschiedlichen Blickwinkeln der verschiedenen handelnden Personen. Bei jeder einzelnen Situation habe ich mich im innersten erschrocken, als mir beim Lesen klar wurde, von was der Autor tatsächlich spricht. Dieser schonungslose Zug vom Märchen in die bittere Realität ist bei jeder Geschichte von neuem in tiefster Seele erschrecken. Ich kann nicht den Finger darauf legen, WIE der Autor das genau geschafft hat - aber die Atmosphäre in diesem Buch kann ich nur als "zwingend" beschreiben - düster und deprimierend, oft mit dem Tod endend, werden uns die Schattenseiten unserer Gesellschaft vor Augen gehalten. Was das Buch so außergewöhnlich macht, ist eben die "Gleichsetzung" mit der heilen Welt der Märchen, die hier hinzugezogen werden. Unglaublich mitreißend geschrieben, lässt sich dieses Buch, einmal angefangen, nicht mehr aus den Fingern legen.  Sollte man unbedingt lesen - und danach am besten eine Tafel Schokolade und einen schnulzigen Film mit Happy End, um die gebeutelte Seele wieder ins Gleichgewicht zu bringen. 5 von 5 Rezisternchen.

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  • Wie Karussel für das Gehirn!

    Eines schönen Todes: Kein Märchenbuch

    inflagrantibooks

    Cover Das Cover ist wieder mal Einzigartig. Durch seine Schlichtheit überzeugte es mich sofort. Ich liebe es! Das ist aber diesmal nicht das einzige, denn diese Zeichnungen setzen sich im Buch noch fort und starten immer einen neuen Abschnitt. Sie sind alle sehr düster, manchmal grauenvoll, aber immer gehören sie zum jeweiligen Abschnitt und runden diesen perfekt ab. Oder leiten ihn ein, wie auch immer. Meinung Ein neues Buch von Periplaneta? Wie konnte ich da wiederstehen? Gar nicht und deswegen machte ich mich erneut auf die Reise ins Unbekannte und lernte das Unmögliche. Diese Rezension wird anders, denn „Eines schönen Todes“ ist kein übliches Buch. Hier wird keine Geschichte erzählt, die am Anfang anfängt und am Ende aufhört. Es gibt keinen roten Faden, keinen Hauptprotagonisten. Ich könnte nicht mal annähernd einen benennen, denn im Grunde sind die Hauptprotagonisten dieses Buches wir, die Menschen. Es geht um uns, unsere Taten und die Konsequenzen. Wie steht man zu dem, was man getan (oder nicht getan) hat? Warum tut man überhaupt bestimmte Dinge? Und kann man sich wirklich mit den Folgen abfinden? Alles hat seinen Preis, egal wie klein es im ersten Augenblick ausschaut. Müsste ich das Buch beschreiben, würde ich sagen: „Life is a bi***“. Ich denke das trifft es so ziemlich genau. „Eines schönen Todes“ erzählt von Menschen, die feststellen müssen, dass das Karma eine ziemlich miese Sau sein kann, oder aber gerechter als alle Richter der Welt sein könnten. Es trifft am Ende immer die Richtigen, ob sie es wollen oder nicht. Alles hat seinen Preis und am Ende wird abgerechnet. Das klingt irgendwie total philosophisch, ist aber wirklich so! Thias Bene hat es auf eine wundersame Weise geschafft, die alten Märchen mit alltäglichen Situationen zu verbinden und so eine Reise begonnen, die mich als Leser einfach nur am Ende geflasht hat. Mindfuck auf eine scheinbar einfache und vollkommen nachvollziehbare Weise, die mich am Ende sprachlos zurückließ. Ich war eingesperrt wie Rapunzel in ihrem Turm, starb wie Schneewittchen an ihrem Gift und stolperte mit Hänsel und Gretel durch den Wald, verfolgt von der bösen Hexe. Nicht alle Geschichten gehen gut aus, aber alle Geschichten innerhalb des Buches gehören zusammen. Erst am Ende sieht man das große Ganze und sieht Verbindungen, die zwischenzeitlich für Verwirrung sorgten. Man gewinnt immer und immer wieder einen neuen Blickwinkel auf die Figuren, da sie immer wieder auftauchen. Es ist wie ein Puzzle, bei dem ich aber nur ein Stückchen mitmachen durfte. Der Rand steht schon, das erste Drittel machte der Autor, bei dem Rest durfte ich zusehen. Es ist eine ganz eigene Erfahrung, dieses Buch zu lesen, dass einzige was man als Leser nicht machen darf: Aufgeben! Auch wenn es zwischendurch wirklich so scheint, als gibt es keine Zusammenhänge, sie sind da! Und sie sind der Wahnsinn! Thias Bene zeigt dem Leser, dass man offen für das Unglaubliche sein soll. Akzeptiert Dinge, wie sie sind und lasst euch nicht auf Deals ein, bei denen man den Preis nicht kennt. Alles ist vorherbestimmt und kann nicht geändert werden, egal wie oft man seine Seele verkauft. „Eines schönen Todes“ ist eine grandiose Erzählung von vielen Leben, vielen Entscheidungen und vielen Konsequenzen. Es gibt immer eine andere Möglichkeit, man muss sie nur sehen. Einmal entschieden, muss man seinen Weg zu Ende gehen. Ich bin schwer begeistert von Thias Bene und seinem Buch (und das sage ich nicht, weil der Autor aus meiner Heimatstadt kommt! :-D ) Fazit Ich kann euch nur eins dazu sagen: LEST DIESES BUCH! Lasst euch in die Welt der Märchen ziehen, die keine sind und seht selbst, wie das Karma die Dinge selbst in die Hand nimmt! Bewertung Ohne groß in den Brunnen zu fallen und die Zwerge zu ärgern gibt es hier von mir ganze 5 von 5 Marken! Ach … eins noch: LEST DIESES BUCH!

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