Keine Macht für Al Tsoy Ma

von Thibaut Lambert und Sabine Henry
3,0 Sterne bei1 Bewertungen
Keine Macht für Al Tsoy Ma
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Ein Alzheimer Comic. Wie bekämpft man einen Bösewicht, der winzig klein im Kopf des Großvaters sitzt?

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Inhaltsangabe zu "Keine Macht für Al Tsoy Ma"

Tom erlebt mit seinem Opa viele Weltraum-Abenteuer. Irgendwann fängt Opa an, sich merkwürdig zu benehmen: Er beschimpft Tom ohne ersichtlichen Grund und scheint sich in der eigenen Wohnung nicht mehr auszukennen. Toms Eltern sagen, dass Al Tsoy Ma daran schuld sei. Dieser Al Tsoy Ma muss ein ziemlicher Fiesling sein. Als Opa nicht länger zuhause leben kann, nimmt Tom all seinen Mut zusammen: Er will Opa aus den Fängen des Unholds befreien.
Mit viel Witz, Charme und Action beschreibt dieser Comic Alzheimer - aus der Perspektive eines Kindes. Die Geschichte macht klar: Auch ein Opa mit Demenz ist ein „richtiger“ Opa.
Ein kurzer Erklärungsteil rundet das Buch ab.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783863211103
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:56 Seiten
Verlag:Mabuse
Erscheinungsdatum:12.03.2013

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    Osillavor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein Alzheimer Comic. Wie bekämpft man einen Bösewicht, der winzig klein im Kopf des Großvaters sitzt?
    Ein düsterer Comic mit schwerer Thematik.

    Eigentlich lese ich ja keine Comics, sie haben mir zu wenig Text. Aber da ich mich erst vor Kurzem mit dem Buch "Ein halber Held" und dessen Thematik (der Demenz) beschäftigt habe, war ich neugierig, wie das Thema in einem Comic für Kinder umgesetzt wird. Mit "Keine Macht für Al Tsoy Ma" haben Thibaut Lambert und Sabine Henry einen Alzheimer-Comic vorgelegt, dessen Superheld ein kleiner Junge ist, der sich um seinen Opa sorgt.

    Thibaut Lambert ist ein belgischer Schriftsteller und Künstler. Die Geschichten seiner Freundin, die in einem Altenheim arbeitet, brachten Lambert auf die Idee, einen Comic zur Thematik Alzheimer zu schreiben. So wandte er sich an die belgische Alzheimer-Organisation Ligue Alzheimer A.S.B.L. Deren Präsidentin Sabine Henry war begeistert von dieser Idee und gemeinsam erarbeiteten sie die belgische Originalausgabe mit dem Titel "Al Zimmeur".

    Zitat: "Opa wird in der nächsten Zeit immer mehr vergessen. Es kann sogar passieren, dass er uns vergisst."

    Als kleine Einführung in die Geschichte schreibt Sabine Henry einen Brief an ihre Enkel, in welchem sie beschreibt, wie sie mit der Krankheit Alzheimer zum ersten Mal in Kontakt gekommen ist. Dann geht es auch gleich los mit dem Comic. Im Mittelpunkt steht der kleine Junge Tom, der mit seinem Opa immer viele Abenteuer erlebt hat, zum Beispiel haben sie Sternenkrieger gespielt und sich eine richtige Ausrüstung dafür gebaut. Doch dann geschieht das unerwartet. Der Opa verhält sich nicht mehr, wie er sich sonst immer verhalten hat. Aus heiterem Himmel wird er wütend und gar handgreiflich. Seine Eltern sprechen mit Tom und erklären ihm, dass sein Opa an Alzheimer leidet und sich deshalb seltsam verhält. In der Fantasie des Jungen wird die Krankheit Alzheimer zu einem Antihelden mit Namen Al Tsoy Ma, den es zu bekämpfen gilt. Aber wie bekämpft man einen Bösewicht, der winzig klein im Kopf des Großvaters sitzt? Das Abendteuer beginnt.

    Zitat: "Keine Sorge Opa, ich werde dich retten."

    Lambert hatte eine schöne Idee zur Erklärung, was im Kopf eines an Alzheimer erkrankten Menschen vor sich geht. Die Personifikation der Krankheit gibt Tom Mut und eine Idee, was er tun kann, um seinem Großvater zu helfen. Das merkwürdige Verhalten der erkrankten Person ergibt nun einen Sinn, wird greifbar. Held und Antiheld sind außerdem typische Bilder in Kinder- und Jugendliteratur und bieten dem kindlichen Leser einen spielerischen Einstieg in eine komplexe Thematik. Schade finde ich, dass die Bilder alle in schwarz-weiß abgedruckt sind. Etwas Farbe würden sicherlich auch die kindlichen Leser ansprechender finden und der Comic würde vielleicht etwas an seiner Düsterkeit verlieren und somit auch für kleinere Kinder geeignet sein.

    Mir fällt es schwer, diesen Comic einzuordnen. Zum Einen ist er sehr dunkel und gruselig gezeichnet und viele Bilder sind ohne Text, sodass man sich einiges an der Geschichte selbst zusammen reimen muss. Zum Anderen sind Vorwort und Nachwort wirklich gelungen und bringen dem Leser auf kindgerechter Ebene die Krankheit Alzheimer näher. Das Buch hilft betroffenen Kindern sicherlich, sich mit der Thematik auseinander zu setzen und die Krankheit „Demenz“ etwas besser zu verstehen. Allerdings fehlt mir die Altersangabe. Ich kann nicht einschätzen, für Kinder welchen Alters dieser Comic geeignet ist. Ich hatte vor, ihn auch mit meiner fünf-jährigen Tochter zu lesen, habe mich dann aber dagegen entschieden, da er für meinen Geschmack zu dunkel und bedrohlich gezeichnet ist. Auch die Idee mit der Waschmaschine gefällt mir gar nicht und ich finde es daher für kleine Kinder nicht passend.

    Zitat: "Opa ist vielleicht nicht mehr der Alte. Aber er hat mich immer noch lieb."

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