Thomas Adcock Der Himmel des Teufels

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Inhaltsangabe zu „Der Himmel des Teufels“ von Thomas Adcock

Aus dem Amerikanischen von Bürger, Jürgen Kriminalroman. 382 S.
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    Der Himmel des Teufels
    Stefan83

    Stefan83

    06. October 2011 um 14:19

    Vier mal angetreten, vier mal die Goldmedaille. Auch mit dem (bisher) letzten auf Deutsch erschienen Titel aus der Neil-Hockaday-Reihe weiß der Autor Thomas Adcock wieder auf ganzer Linie zu überzeugen. Und warum die anderen beiden Bände nie eine Übersetzung erfahren haben, darf angesichts solcher Qualität einmal mehr für Kopfschütteln sorgen. Allein die Verkaufszahlen müssen hier die Entscheidungsfindung diktiert haben. Alles andere wäre nach den vier herausragenden Titeln, von denen einer sogar den begehrten Edgar Award erhalten hat, nicht nachvollziehbar. Auch "Der Himmel des Teufels" ist wieder ein waschechtes Exemplar des "Krimi-Noir", das diesmal noch mehr als in seinen Vorgängern eine ganze Portion "Hardboilded" in sich trägt. Nach dem Neil "Hock" Hockaday und Ruby Flagg frisch verheiratet von Irland nach New York zurückgekehrt sind, ziehen schon die ersten schwarzen Wolken über der noch so jungen Ehe auf. "Hock" leidet unter dem schmerzlichen Vermächtnis seines Vaters und sucht Trost bei seinem Freund "Johnny Walker Red". Ruby und "Hocks" alter Freund und Mentor Davy Mogaill sehen keine andere Wahl. Sie bringen ihn zu katholischen Priestern, wo er sich einer intensiven Entziehungskur unterziehen soll. Sechs Wochen später wird "Hock" entlassen. Trocken, aber wenig dankbar. Ruby ist derweil dabei ihre frühere Karriere in einer Werbeagentur wieder aufzunehmen, um die arg klamme Familienkasse aufzufüllen. Doch schon ihr erster Arbeitstag durchkreuzt ihre Erwartungen und Pläne. Fred Crosby, einer der Partner der Agentur, wird gekreuzigt und verstümmelt in seiner Wohnung aufgefunden, und sein homosexuelles Doppelleben dringt medienwirksam nach und nach an die Öffentlichkeit. "Hock", offiziell immer noch vom Dienst beurlaubt, klinkt sich als Private Eye eigenmächtig in die Ermittlungen ein und sticht damit in ein äußerst umfangreiches Bienennest. Auch "Der Himmel des Teufels" bietet wieder eine knallharte Lektüre, die nicht nur sauspannend und beklemmend daherkommt, sondern gleich mit einer Vielzahl von schillernden, grandios beschriebenen Figuren aufwartet. Was Adcock hier auf Papier bringt ist schlichtweg einfach meisterhaft und dabei streckenweise mehr als drastisch hart. Geizte der Autor schon in den vorherigen Bänden nicht mit Brutalität in seinen Gewalt- und Leichenszenen, scheinen hier in manchen Passagen die Seiten vor Blut zu triefen. Während dies jedoch bei vielen aktuellen Schriftstellern derart platt präsentiert wird, dass sich beim Gähnen die Kiefer ausrenken, läufts dem Leser bei Adcock eiskalt den Rücken herunter. Mit "Der Himmel des Teufels" wurde da ein mehr als passender Titel gewählt, denn "Hock" hat nicht nur mit seinen eigenen verführerischen Dämonen zu kämpfen, sondern auch mit Gegenspielern der übelsten Sorte. Allen voran scheint dies King-Kong Kowalski zu sein. Ein übergewichtiger, für seinen Sadismus bekannter Sergeant beim Dezernat für Sexualverbrechen. Und passenderweise radikaler Gegner der Schwulenszene. Adock spart nicht mit hassenswerten Figuren, Dreck, Scheiße, Körpersäften und Tod, weshalb Zartbesaitete vielleicht lieber die Finger vom Buch lassen sollten. Alle anderen bekommen eine knallharte Story präsentiert, die bis zum überraschenden Ende mit jeder umgeschlagenen Seite mehr packt. Insgesamt ist "Der Himmel des Teufels" ein großartiger, einprägsamer und zutiefst schwarzhumoriger Ausflug in die dunkle Seite Manhattans, dem ein Sonderplatz in meinem Bücherregal gebührt. Nur ungern nehme ich hier Abschied von "Hock", dem sympathischen Mistkerl. In der Hoffnung doch noch irgendwann in den Genuss einer Übersetzung der letzten zwei Bände zu kommen.

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