Thomas Adcock Ertränkt alle Hunde

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Inhaltsangabe zu „Ertränkt alle Hunde“ von Thomas Adcock

Literatur - 12x19cm Original-Pappband mit Original-Schutzumschlag 411 Seiten (Quelle:'Fester Einband/01.01.1996')

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    Ertränkt alle Hunde

    Stefan83

    Urlaub. Für Neil "Hock" Hockaday, dem völlig in seiner Arbeit aufgehenden Detective der New Yorker SCUM-Patrol, eher ein Fremdwort. Nachdem ihm ein verrückter Serienmörder namens "Picasso" noch beim letzten Mal einen Strich durch mögliche Freizeitplanungen gemacht hat, scheint diesmal der lang ersehnten Ruhe wohl nichts mehr im Wege zu stehen. Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin, der schwarzen Schauspielerin Ruby Flagg, reist er nach Irland, ins Land seiner Vorfahren, um seinen einzigen noch lebenden Blutsverwandten und im Sterben liegenden Onkel Liam zu besuchen. Von ihm erhofft sich "Hock" Antworten auf eine Vielzahl von Fragen die seinen Vater betreffen. Was ist nach dem Krieg mit ihm passiert? Warum hat er sich nie gemeldet? Wer war Aidan Hockaday eigentlich? Doch schon kurz nach der Landung auf dem Dubliner Flughafen wird Hock klar, dass es mit einem ruhigen Aufenthalt auf der grünen Insel wohl eher nichts werden wird. Ruby und er entgehen nur knapp einem Attentat, bei dem ihr Chauffeur ums Leben kommt und das sie nach nur wenigen Stunden Aufenthalt schon ins Büro des Chiefs der Dubliner Garda befördert. Gleichzeitig kommt es in New York zu einer Reihe von Morden und mysteriösen Selbstmorden, deren Ursachen wohl in Hocks Abreise begründet liegen. Hocks Suche nach Antworten führt ihn tief hinein in die blutige und tragische Geschichte Irlands, die mit der seiner Familie untrennbar verknüpft zu sein scheint. Im Roman "Ertränkt alle Hunde", den er drei Jahre nach dem Edgar Award Gewinner "Feuer und Schwefel" folgen ließ, greift der Autor das zentrale Thema wieder auf, welches schon die beiden vorherigen Bände durchzog, nämlich "Hocks" unbeantwortete Fragen über seinen Vater, und bringt es zum Abschluss. Und er tut dies derart gekonnt, dass es mir schlichtweg die Sprache verschlagen hat. Egal welchem Genre man dieses Buch zuordnen möchte, denn anbieten würden sich derer viele, so geschickt vermischt Adcock Elemente des Hardboiled-Romans, des Krimi-Noirs und des Politthrillers, man würde dem Werk insgesamt nicht gerecht werden. Wer den typischen Spannungsaufbau eines Krimis im Stile von Mord, Ermittlung und Auflösung erwartet, wird nichts davon hier vorfinden. "Ertränkt alle Hunde" verlässt diese oberflächliche Ebene und geht um einiges tiefer. Die Art und Weise wie Adcock sich in seine Figuren einfühlt, ihre Schwächen und Gedanken skizziert, ist schlichtweg meisterhaft. Man hat streckenweise förmlich das Gefühl die jahrhundertealte Verbitterung der Iren über die Unterdrückung durch die Engländer zwischen den Zeilen schmecken zu können, so gekonnt bringt der Autor die Gefühlswelt der Charaktere auf Papier. Die moralischen Grenzen sind schwimmend. Hell und Dunkel, Gut und Böse. All das ist in diesem Konflikt für den kein Ende in Sicht zu sein scheint, kein Maßstab mehr. Und trotz all dieser Düsternis unterhält das Buch blendend. Bis hin zu seinem leider etwas pathetisch ausgefallenen Ende, das aber mit einem richtigen Happyend geizt. Kein Wunder. Ist diese Geschichte doch keine amerikanische oder englische, sondern eine irische Geschichte. Insgesamt ist "Ertränkt alle Hunde" ganz große Literatur, die ich Seite für Seite genossen und am Ende nur ungern weggelegt habe. Adcocks bisher bester und reifster Roman, mit dem er sich ganz weit nach oben in meine persönliche Bestenliste geschrieben hat.

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    Arun

    29. June 2014 um 22:57
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