Thomas Adcock Feuer und Schwefel

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Inhaltsangabe zu „Feuer und Schwefel“ von Thomas Adcock

348 S. (Quelle:'Sonstige Formate/01.02.1998')

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    Feuer und Schwefel
    Stefan83

    Stefan83

    06. October 2011 um 14:16

    Frühling in New York. Eine Zeit in der sich selbst die Verbrecher eine Auszeit gönnen und das sonst so raue Hell's Kitchen mit einem beinahe rustikalen Charme aufwartet. Bester Zeitpunkt für Neil "Hock" Hockaday, dem etwas abgehalfterten Detective von der SCUM-Patrol, einen langersehnten und wohlverdienten Urlaub zu nehmen. Gerade mal ein halbes Jahr ist vergangen seit "Hock" im Fall um den ermordeten Father Love ermittelt und dabei sein Leben aufs Spiel gesetzt hat. Ein wenig länger hat es dagegen gedauert bis Thomas Adcock mit "Feuer und Schwefel" den nächsten Band der Reihe nachfolgen ließ. Und die Wartezeit wird sich für die damaligen Leser wohl mehr als gelohnt haben, denn auch der zweite Teil überzeugt auf ganzer Linie. "Feuer und Schwefel" ist nicht nur der Titel, sondern gleichzeitig auch der Name eines Gebäudes im alten New Yorker Stadtteil Coney Island, dessen Fassade von einem genial-verrückten Maler mit einem meisterhaften und gleichzeitig grauenerregenden Gemälde verziert worden ist. Es ist dieser Künstler, den man auf den Straßen nur unter dem Namen "Picasso" kennt, welcher "Hocks" Urlaub ein jähes Ende bereitet. Bei einem augenscheinlich zufälligen Treffen der beiden, prahlt "Picasso", der sich mittlerweile nur noch mit Gelegenheitsjobs und Betteln über Wasser hält, mit der Absicht, an denjenigen Rache zu nehmen, die sein Leben zerstört haben. "Hock" schenkt dem wirren Gefasel des eindeutig Geistesgestörten keine Beachtung und vergisst den Vorfall schnell wieder. Bis er in seiner Lieblingskneipe auf ein Bild "Picassos" stößt, das eine in grün gekleidete Frau porträtiert und diese einige Stunden später an derselben Stätte erschossen wird. Auf einmal häufen sich die Morde im Umfeld des Verrückten und "Hock" sieht sich gezwungen selbst einzugreifen, um dem blutigen Spiel ein Ende zu setzen. Thomas Adcock bleibt in "Feuer und Schwefel" dem Grundton treu, den man bereits vom Vorgänger "Hell's Kitchen" kennt. Ein einsamer Detective, eine quasi Ein-Mann-Mordkommission, die sich zäh wie ein Terrier an die Fersen der Verdächtigen setzt und mit engelsgleicher Geduld nach und nach die Umstände und Hintergründe des Falls entwirrt. Dabei steht "Hock" diesmal die wunderschöne Ruby zur Seite, die nach seiner gescheiterten Ehe einen neuen Lichtblick in seinem tristen Junggesellendasein darstellt. Dies scheint sich auch auf seine Gewohnheiten auszuwirken, denn "Hock" raucht und säuft nicht mehr annähernd soviel wie im Vorgänger. Überhaupt ist die kalt-düstere Stimmung des ersten Bands, bei der man sich beim Lesen unwillkürlich selbst den Rollkragen hochgeklappt hatte, einer etwas aufgelockerten Atmosphäre gewichen. "Feuer und Schwefel" wirkt zudem viel straffer und in sich geschlossener als "Hell's Kitchen", was nicht nur am Serienkillerplot, sondern auch an der besseren Balance zwischen Milieuschilderung und Krimifall liegt. Das Buch liest sich schlichtweg wie aus einem Guss und bleibt bis zum Ende durchgehend spannend. Das dieses etwas einfallslos gerät, werden sicher nur Vielleser dieses Genres bemängeln. Insgesamt ist auch der zweite Band der Neil-Hockaday-Reihe ein packender, melancholischer Hardboiled-Noir-Mischling, mit dem sich Adcock gegenüber dem Vorgänger noch gesteigert und der seine Auszeichnung mit dem Edgar Allan Poe Award im Jahre 1992 ohne Zweifel verdient hat.

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