Thomas Albrich Wir lebten wie sie

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Inhaltsangabe zu „Wir lebten wie sie“ von Thomas Albrich

"Wir lebten wie sie, aber abseits von ihnen..." So charakterisiert der 1938 aus Tirol geflüchtete Hugo Silberstein aus seiner Sicht das Verhältnis der jüdischen Bevölkerung zu den Tirolern von dem "Anschluß". Der vorliegende Band mit 20 Einzel- und Familienschicksalen sowie einer Darstellung der Tiroler Zionisten und ihres Vereinswesens zeigt allerdings auch die großen Unterschiede auf, die es z.B. zwischen der alteingesessenen jüdischen Gemeinde in Hohenems und der jungen Zuwanderergemeinde in Tirol gab. "Die Juden" als Gruppe gab es jedenfalls nicht. "Die Juden" sind eine Konstruktion, die das NS-Regime erst künstlich schaffen mußte. Die für dieses Buch ausgewählten Biographien zeigen einen Querschnitt durch das jüdische Leben in Tirol und Vorarlberg vor 1938 und die heterogene Zusammensetzung der Minderheit - rund 700 Menschen im Jahr 1938. Der Bogen spannt sich vom Fremdenverkehrspionier am Arlberg zum kriegsversehrten Trödler in Telfs, vom konvertierten Industriellen bis zum letzten Rabbiner in Hohenems, vom orthodoxen ostjüdischen Zuwanderer bis zum hochrangigen NS-Funktionär jüdischer Herkunft. Dieses Puzzle von Einzelschicksalen fügt sich zu einem geschlossenen Bild, das vor Augen führt, wie "normal" das Leben der jüdischen Bevölkerung vor 1938 verlief und wie unterschiedlich die Geschichte jedes Einzelnen sein konnte. Thomas Albrich, Mag. phil., Dr. phil. geb. 1956 in Dornbirn, Univ.-Ass. am Institut für Zeitgeschichte der Universität Innsbruck, Hauptarbeitsgebiete: Zweiter Weltkrieg, alliierte Besatzungspolitik in Österreich, Geschichte der Juden und des Zionismus. Zahlreiche Aufsätze und Buchveröffentlichungen.

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  • Judenvertreibung in Tirol und Vorarlberg

    Wir lebten wie sie
    erlemirs

    erlemirs

    18. November 2013 um 11:58

    Achtzeh Autoren vor allem Historiker berichten über die Judenvertreibungen in Tirol und Vorarlberg aufgrund ihrer umfangreichen Forschungsarbeit und persönlichen Gesprächen mit Überlebenden und deren Nachkommen. Mich beschäftigte dabei von Anfang an die Frage, warum diese Berichte erst so spät erfolgten. Dieselbe berechtigte Frage stellt auch eine Autorin fest, wenn sie davon berichtet, daß bei aller Gesprächsbereitschaft immer wieder die Frage auftauchte warum diese Fragen nicht schon vor dreißig Jahren gestellt wurden. Durch den unmittelbaren Bezug zu meinem Heimatort, durch die Kenntnis der beiden Bundesländer wurde für mich das ganze Ausmaß der Naziverbrechen wirklich erlebbar, da ich ja die Personen noch selbst kennen gelernt habe als ich aufwuchs. Für meine Eltern war dieses Thema weitgehend tabu. Mein Vater sagte nur er sei im Krieg gewesen und habe von dem alles nicht gewußt. Meine Mutter gestand zwar, daß sie im BDM war aber von den Greueltaten keine Ahnung gehabt hätte. Jetzt lese ich, daß eine jüdische Familie, die ein bekanntes Textilgeschäft hatten meinen Eltern natürlich bekannt gewesen sein mußte. Die Greueltaten und Schicksale der geschilderten Personen ähneln sich natürlich sehr stark aber sie erhalten für mich eine noch nie erlebte Nähe durch die Kenntnis meiner Heimatgemeinde, in der ich aufgewachsen bin, die Menschen kannte, die das arisierte Textilgeschäft übernommen haben und damit die ganzen furchtbaren Vorkommnisse dieser Zeit aus der Anonymität herausgetreten sind und zu einem fast persönlichem Erlebnis führten.

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