Thomas Anz Die Literatur, eine Heimat

(1)

Lovelybooks Bewertung

  • 1 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 1 Rezensionen
(0)
(1)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Die Literatur, eine Heimat“ von Thomas Anz

Der größte Kritiker, der größte Liebhaber der Literatur Marcel Reich-Ranicki hatte das Gespräch über Bücher aus dem Zirkel der Intellektuellen herausgeführt und der Literatur einen Platz in der Alltagskultur verschafft. Dafür war er mit zahlreichen Auszeichnungen gewürdigt worden. In diesem Band sind die wichtigsten Laudationes auf Marcel Reich-Ranicki sowie dessen Dankreden erstmals versammelt – leidenschaftliche Reden, die den bedeutenden Kritiker in einem neuen Licht erscheinen lassen. Marcel Reich-Ranicki hat seine Heimat nicht in einer Stadt, nicht in einem Staat gefunden, sondern in der deutschen Literatur. Doch stilisiert er diese deshalb nicht zu einer lebensfernen Gegenwelt. Er hat vielmehr alles darangesetzt, das Gespräch über Autoren und ihre Werke für ein breiteres Publikum zu öffnen – und dafür erhielt er u.a. den Goethe-Preis, den Hölderlin-Preis sowie die Ehrendoktorwürden der Universitäten Tel Aviv, München und Berlin. In diesem Band sind Laudationes auf Reich-Ranicki aus den vergangenen Jahren versammelt: von Joschka Fischer, Michael Naumann, den Germanisten Peter von Matt und Peter Wapnewski. Sowie Reich-Ranickis Dankreden, in denen er mit erhellender Anschaulichkeit über Thomas Mann, Jürgen Habermas und auch über sich selbst zu berichten weiß. Ediert wird diese einzigartige Sammlung von Thomas Anz, dem besten Kenner des Werks von Marcel Reich-Ranicki. »Die Literatur, eine Heimat« – unterhaltsame Anekdoten, inspirierende Anmerkungen und Kommentare, die Zeugnis ablegen über die Leidenschaft, mit der sich Marcel Reich-Ranicki für die Literatur einsetzt. Pointenreiches über die deutsche Literatur-, Kultur- und Zeitgeschichte.
  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Rezension zu "Die Literatur, eine Heimat" von Thomas Anz

    Die Literatur, eine Heimat

    HeikeG

    01. September 2008 um 20:18

    Ein Leben für Literatur Im Oktober 2008 sorgte der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises für einen Eklat. Auf offener Bühne lehnte er die Annahme des Preises, den er für sein Lebenswerk erhalten sollte ab und teilte dem verdutzten Publikum mit: "Ich habe nicht gewusst, was mich hier erwartet. Ich finde es schlimm, dass ich das hier viele Stunden ertragen musste. Diesen Blödsinn, den wir hier zu sehen bekommen haben." Streitbar war Deutschlands "Literaturpapst" schon immer. Seine zum Teil gefürchteten Urteile wurden trotzdem allerorts geschätzt. Wenn er mit seinem rollenden "R" über ein Buch sprach, wenn er meisterlich und sorgfältig ausformulierte Wiederholungen, Variationen und Erfindungen von Neuem präsentierte, entwickelte er unweigerlich eine Faszination, die jeden - nicht nur den Literaturbegeisterten - in seinen Bann zog. Mit dem "Literarischen Quartett" schrieb er ein Stück Fernsehgeschichte und übte allergrößte Wirkung aus, machte Literatur öffentlich und vor allem öffentlich wichtig. "Die Literatur, eine Heimat - der Titel dieses Bandes klingt vielleicht ein wenig pathetisch, allzu feierlich und ernst.", schreibt der Herausgeber Thomas Anz in seinem Vorwort. "Dieses Pathos schließt allerdings Witz und Vergnügen keineswegs aus. Reich-Ranickis Bekenntnisse zur Literatur sind, wie auch in diesem Band nachzulesen ist, Liebesbekundungen durchaus erotischer Art, Bekenntnisse zu ihren Qualitäten eines Spiels, das vor allem eine Sinn hat: Vergnügen zu bereiten." Auch die in diesem Buch versammelten Festreden offenbaren spielerische und vergnügliche Qualitäten. Da kommen Siegfried Unseld oder Jürgen Habermas anlässlich der Verleihung des Hessischen Kulturpreises 1999 zu Wort, Jürgen Rüttgers bei der Überreichung des Staatspreises des Landes Nordrhein-Westfalen (2005), Thomas Gottschalk zum 85. Geburtstag des Jubilars im Jahr 2005 oder aber die jüngste Ehrung (2008) mit dem Henri-Nannen-Preis, bei dem die Bundeskanzlerin Angela Merkel die Laudatio hielt, um nur einige Beispiele zu nennen. Natürlich darf gleichfalls die ganz unnachahmliche Stimme des Geehrten nicht fehlen, der für die Auszeichnungen in seiner ganz eigenen Art und Weise dankt. Thomas Gottschalk hat dies vielleicht am Treffendsten ausgedrückt: "Über fast allem, was ich von Ihnen gelesen habe, liegt trotz der Wucht Ihrer Kritik, trotz der Schwere Ihrer eigenen Schicksalsschilderung immer ein leises Lächeln. Und wer Ihnen persönlich begegnet, kann diesen Schelm auch dann nicht übersehen, wenn der Kritiker in Ihnen eifert." Entstanden ist in diesem Buch ein abwechslungsreiches Bild eines Mannes, der die Literatur im deutschsprachigen Raum entscheidend mitgeprägte. Die Themen der Reden decken ein weites Feld ab und zeichnen ein interessantes, gelungenes und facettenreiches Bild von Reich-Ranicki - auch und vor allem als Mensch. Fazit: "Die Literatur, eine Heimat" enthält Würdigungen und Laudatio an Marcel Reich-Ranicki sowie dessen Erwiderungen. Auch wenn man nicht immer seiner Meinung ist, regen seine Worte doch zum Nachdenken, Artikulieren und Hinterfragen seiner eigenen an. "Das Lebenswerk von Marcel Reich-Ranicki ist nicht allein die Summe aller wortgewaltigen Lobreden oder Verrisse. Marcel Reich-Ranicki lebt Kultur. Er will andere an dieser Leidenschaft teilhaben lassen." (Angela Merkel anlässlich der Verleihung des Henri-Nannen-Preises 2008)

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks