Thomas Ballhausen

 3,9 Sterne bei 14 Bewertungen
Autor*in von Bewegungsmelder, In dunklen Gegenden und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Thomas Ballhausen, geboren 1975 in Wien, Autor, Literatur- und Kulturwissenschaftler, Archivar. Lehrbeauftragter unter anderem an der Universität Mozarteum Salzburg. Literarische und wissenschaftliche Veröffentlichungen, mehrere selbständige Publikationen, unter anderem der Lyrikband »Das Mädchen Parzival«.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Thomas Ballhausen

Cover des Buches Bewegungsmelder (ISBN: 9783852186436)

Bewegungsmelder

(5)
Erschienen am 25.06.2010
Cover des Buches In dunklen Gegenden (ISBN: 9783902498946)

In dunklen Gegenden

(2)
Erschienen am 11.08.2014
Cover des Buches VISIONARIUM 3: Zauber und Fluch (ISBN: 9781500836023)

VISIONARIUM 3: Zauber und Fluch

(2)
Erschienen am 31.08.2014
Cover des Buches Kontext und Prozess (ISBN: 9783854094142)

Kontext und Prozess

(2)
Erschienen am 02.04.2005
Cover des Buches Lob der Brandstifterin (ISBN: 9783902498793)

Lob der Brandstifterin

(1)
Erschienen am 01.09.2013
Cover des Buches Signaturen der Erinnerung (ISBN: 9783902498915)

Signaturen der Erinnerung

(1)
Erschienen am 15.03.2015
Cover des Buches Transient (ISBN: 9783951984230)

Transient

(1)
Erschienen am 02.12.2020
Cover des Buches Erzählen nach Kafka (ISBN: 9783903406353)

Erzählen nach Kafka

(0)
Erschienen am 06.11.2024

Neue Rezensionen zu Thomas Ballhausen

Cover des Buches VISIONARIUM 3: Zauber und Fluch (ISBN: 9781500836023)
Elmar Hubers avatar

Rezension zu "VISIONARIUM 3: Zauber und Fluch" von Bernhard Reicher

Elmar Huber
Visionarium 3: Zauber und Fluch

„Obwohl ihre Stimme mit den Jahren zu einem heiseren Krächzen verschlissen war, hingen wir gebannt an ihren strichdünnen, von Falten zerschnittenen Lippen, wenn sie von den „Daimonen“ erzählte. […] Bei all dem wagten wir kaum, mir den Augen zu blinzeln, aus Angst, eine böse Präsenz könne bei der kleinsten Regung auf uns aufmerksam werden.“
(Karin Elisabeth: Wechselbalg)

STORIES

Graham Masterton: Betrachter

Schon ihr ganzes Leben verbringt Fiona abgeschottet von der Au0ßenwelt alleine mit ihrer Mutter. Fern von möglichen Betrachtern, die ihr, ob ihrer unglaublichen Schönheit, aus reinem Neid wehtun würden. Als Fiona jedoch eines Tages einen Blick in einen Spiegel wirft, sieht sie dort nur eine missgestaltet Kreatur. Und plötzlich geben die Worte ihrer Mutter – „die Schönheit liegt im Auge des Betrachters“ – einen Sinn. Jedes Lebewesen, das bisher einen Blick auf sie werfen konnte, hat mit seinen Augen einen Teil von Fionas Schönheit gestohlen. So fasst Fiona einen Plan, sich ihre Schönheit aus den Augen der Betrachter zurück zu holen.

Karin Elisabeth: Wechselbalg

Ein nicht standesgemäßes Abenteuer der Kaufmannstochter Zuzanna Svoboda bleibt nicht ohne Folgen. Das Kind wird heimlich und angeblich tot geboren. Ebenso spurlos verschwindet der Kindsvater und Zuzanna ehelicht schließlich einen Bekannten ihres Vaters. Auch diese arrangierte Verbindung bleibt nicht kinderlos, so dass Zuzanna glücklichen Tagen entgegen sehen könnte, würde sie nicht von unheilvollen Träumen und Visionen heimgesucht werden, die in Verbindung mit ihrem Erstgeborenen stehen.

Philipp Schaab: Meine Hoffnung

Am Ufer des mysteriösen Nebelsees, um den sich die unheimlichen Geschichten seiner Anwohner ranken, lernt der Protagonist die geheimnisvolle und faszinierende Rusalka kennen und lieben. Ohne Argwohn ist er bereit, ihr in die See zu folgen. Und noch viel weiter.

„Fiona blieb, wo sie war. Sie wagte kaum zu atmen. Sie wusste, dass sie nicht die Stufen hinunter auf den Rasen gehen konnte, um den Tennisball aufzuheben, denn dann würden Robin und Caroline sie sehen und merken, wie schön sie war. Und eh sie sich’s versah, würden sie über den Zaun klettern, mit Küchenmessern oder zerbrochenen Flaschen oder Bleiche oder wer weiß was sonst noch, um ihr Gesicht zu zerstören.“
(Graham Masterton: Betrachter)

MEINUNG

Mit dieser dritten Ausgabe des „Absinth-Punk“-Magazins VISIONARIUM beweisen Herausgeber Dr. Nachtstrom und Chefredakteur Bernhard Reicher, dass es sich bei dem Projekt nicht um eine Eintagsfliege handelt und dass ihre Reputation inzwischen sogar in Good Old England vernommen wurde. Hat doch kein Geringerer als Graham Masterton (DER MANITOU) den Visionären eine Kurzgeschichte zur Verfügung gestellt, die hier als weltweite Erstveröffentlichung abgedruckt ist. Obwohl es sich bei BETRACHTER im Grunde „nur“ um eine Variation seiner Kurzgeschichte ERIC, DIE PASTETE (z.B. in BESTIALISCH, Festa Verlag, Leipzig) handelt, verfehlt dieser pointiert komponierte Albtraum seine bestürzende Wirkung nicht. Die Kombination aus arglos-naiver Weltsicht, geboren aus den gutgemeinten Mantras mütterlicher Behütung, und der ekelhaften Konsequenz der kindlich-logischen Schlüsse, packt den Leser gnadenlos.

Und doch gelingt es den Jungautoren Karin Elisabeth und Phillip Schaab, gegen diesen Altmeister zumindest nicht abzufallen. Karin Elisabeth beschwört mit WECHSELBALG in Stil und Inhalt die Hochzeit der Dunklen Romantik herauf, während Phillip Schaab in MEINE HOFFNUNG das zunächst nixenhaft-lovecraftianisch erscheinende Ambiente weiterführt und unter Wasser in Raum und Zeit ungeahnt weit ausdehnt.

Ergänzt werden die Geschichten jeweils von einer passenden Grafik verschiedener Künstler

Im Sekundärteil des Magazins rezensiert Bernhard Reicher den jüngst in einer vom Filmarchiv Austria restaurierten Fassung auf einer üppig ausgestatteten DVD erschienenen Stummfilmklassiker ORLAC’S HÄNDE. Ein namhafter Pianist, dessen Hände bei einem Unfall irreparabel beschädigt wurden, bekommt hier die Gliedmaßen eines Mörders transplantiert, die auch sein Gemüt merklich verändern. Als Ergänzung dazu stand Thomas Ballhausen, Leiter des Studienzentrums im Filmarchiv Austria Rede und Antwort über das Projekt.

Dr. Nachtstrom spricht mit Karlheinz Schlögl, seines Zeichens (einer der beiden) Herausgeber beim Berliner Golkonda-Verlag, über das Entstehen, die Philosophie und die Zukunftspläne des kleinen aber feinen Verlags.

Als Schmakerl für alle Fans des magischen Realismus britischer Ausprägung steuert Bernhard Reicher ein Essay über die „magischen“ Bücher bei, die in der britischen Hauptstadt spielen, wie z.B. Mike Shevdons COURTS OF THE FEYRE- und Ben Aaronovichs DIE FLÜSSE VON LONDON-Serien. Aber auch auf diverse Einzelromane finden hier Erwähnungen, ergänzt von einem Interview mit Mike Shevdon. Hier bekommt man Lust, sich sofort alle Bücher der vorgestellten Serien zuzulegen oder nochmals seine HELLBLAZER-Sammlung zu sichten.

Was das Erscheinungsbild angeht, setzt VISIONARIUM Maßstäbe in Sachen Self-Publisher-Veröffentlichungen. Hier stimmt alles und einige Verlage könnten sie ein Beispiel an dieser gewissenhaften Bearbeitung nehmen. Für das Cover hat Jörg Vogeltanz wieder eine herrlich mysteriöse Grafik geschaffen und diese in das brillante Art Deco-Reihenlayout eingesetzt. Eigentlich viel zu schade, um nur als Kindle-Ausgabe gelesen zu werden.

FAZIT

VISIONARIUM 3 festigt weiter den guten Ruf der österreichischen Phantastik-Kollaborateure. Beispielloses Phantastik-Magazin, bei dem der Inhalt und die erstklassige Optik Hand in Hand gehen.

Cover des Buches VISIONARIUM 3: Zauber und Fluch (ISBN: 9781500836023)
RobertPreiss avatar

Rezension zu "VISIONARIUM 3: Zauber und Fluch" von Bernhard Reicher

RobertPreis
Richtig stark

Mit "Zauber und Fluch", dem dritten Band der Visionarium-Reihe ist den Schöpfern Berhnard Reicher und Doc Nachtstrom wirklich etwas Großartiges gelungen. Damit da keine falschen romantischen Hoffnungen aufkommen es könnte sich um Prinzessinnen-Fantasy handeln, steigt das Heft gleich mit Graham Masterton ein. Die Geschichte vom Mädchen, das sich die Augen seiner Umgebung angelt, ließ mich kaum einschlafen. 
In dieser Tonart ging es weiter, düster und bedrohlich.
Sehr fein diesmal die London-Expertise von Reicher selbst. Da finden sich neben netten Anekdoten vor allem zahlreiche wirklich interessante Buchtipps.
Unter den Interviews stach besonders jenes mit Karlheinz Schlögl, Geschäftsführer des Golkonda-Verlags, hervor.
Überhaupt wird es zunehmend zur Stärke des Hefts, dass man nicht nur Geschichten serviert bekommt, sondern auch mit Infos zur Branche gefüttert wird. Ganz abgesehen von der feinen optischen Auflösung (diesmal gestärkt durch Illustrationen von Benny Pamp, Jörg Vogeltanz und Martin Amschl), die aus der Visionarium-Reihe schon eine nette Sammlung im Regal macht.

Cover des Buches Bewegungsmelder (ISBN: 9783852186436)
StellaCometas avatar

Rezension zu "Bewegungsmelder" von Thomas Ballhausen

StellaCometa
Rezension zu "Bewegungsmelder" von Thomas Ballhausen

Man sollte wohl meinen, dass 104 Seiten schnell gelesen sind, dem jedoch ist nicht so, wenn Thomas Ballhausen die Zeilen verfasst hat.

Ich bemühte mich, den Worten des Autors zu folgen, den Inhalt seiner Kurzgeschichten und Interventionen zu verstehen, leider muss ich zugeben, dass er meist nicht zu mir durchgedrungen ist. Die Figuren in Thomas Ballhausens Erzählungen flüchten – so heißt es, doch die Gründe dieser Fluchtversuche habe ich nur wage erahnen können.
Zähflüssig und verwirrend war ein Großteil des Geschriebenen. Nur wenige Zeilen brachten mich tatsächlich zum Nachdenken oder haben mich gar berührt. Eines haben sie aber sicher nicht: Mich unterhalten (dies ist lediglich eine Feststellung, aber keine Wertung, ob positiv oder negativ).

Ballhausens Texte sind ruhig, seine Sprache bewundernswert, weil er nicht versucht, einem einmal gefundenen Schreibstil treu zu bleiben, er erfindet ihn neu. Seine Sprache scheint mir wandelbar. Diesen Eindruck habe ich durch die 6 Kurzgeschichten zum Überbegriff „Fluchtversuche“ gewinnen können. Es folgten noch 4 Interventionen, auf die ich (im Vorfeld) besonders neugierig war. In ihnen habe ich allerdings nur sprunghafte und unruhige Gedankengänge – Gedankenfetzen – erkennen können, sodass mein Unmut, diesen Gedanken überhaupt folgen zu wollen, wuchs. Im Grunde sind die Interventionen genau das Gegenstück zu den Kurzgeschichten, statt leise erscheinen sie rastlos.

Für mich war diese Prosa-Lektüre wohl in erster Linie ein Experiment, ein Blick über den Tellerrand. Viele der gelesenen Sätze flogen mir allerdings davon, blieben kaum im Gedächtnis, andere beschäftigten mich. Ja, in „Bewegungsmelder“ sind interessante Gedankengänge und Satzkreationen versteckt wie beispielsweise: „Ich sehe mich in Gedanken mit dem Hintergrund verschwimmen, mich im Rhythmus der Schritte beinahe verlierend und auflösend, bis ich in aller Aufrichtigkeit und Erleichterung sagen könnte: Ich bin gar nicht da.“

„Bewegungsmelder“ ist ein durchaus anspruchsvolles, wohl aber auch stimmungsabhängiges Buch.

Gespräche aus der Community

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kubine
Auch in diesem Monat küren wir wieder die "Rezension des Monats". Folgende Rezensionen haben es unter die Top 10 geschafft: 1. Textravaganzen: Andrew Foster Altschul - Lady Lazarus http://www.lovelybooks.de/autor/Andrew-Foster-Altschul/Lady-Lazarus-583786940-w/rezension-583786950/ 2. Chris1985: Vanessa Diffenbaugh - Die verborgene Sprache der Blumen http://www.lovelybooks.de/autor/Vanessa-Diffenbaugh/Die-verborgene-Sprache-der-Blumen-484207896-w/rezension-573199330/ 3. Catherine Oertel: Stephan Russbült - Dämonengold http://www.lovelybooks.de/autor/Stephan-Russb%C3%BClt/D%C3%A4monengold-470160526-w/rezension-538631702/ 4. shao: Jean-Louis Fournier - Wo fahren wir hin, Papa? http://www.lovelybooks.de/autor/Jean--Louis-Fournier-/Wo-fahren-wir-hin-Papa-143928610-w/rezension-208977143/ 5. schreibware: Haruki Murakami - 1Q84 http://www.lovelybooks.de/autor/Haruki-Murakami/1Q84-298995735-w/rezension-573912297/ 6. StellaCometa: Thomas Ballhausen - Bewegungsmelder http://www.lovelybooks.de/autor/Thomas-Ballhausen/Bewegungsmelder-359705893-w/rezension-543042592/ 7. kleinfriedelchen: Brigitte Schwaiger - Wie kommt das Salz ins Meer? http://www.lovelybooks.de/autor/Brigitte-Schwaiger/Wie-kommt-das-Salz-ins-Meer-144580290-w/rezension-574481154/ 8. AennA: Katrin Hummel - Gute Nacht, Liebster http://www.lovelybooks.de/autor/Katrin-Hummel/Gute-Nacht-Liebster-409227366-w/rezension-537445531/ 9. serendipity3012: Elia Barceló - Töchter des Schweigens http://www.lovelybooks.de/autor/Elia-Barcel%C3%B3/T%C3%B6chter-des-Schweigens-564577547-w/rezension-584551426/ 10. Solitude: Karen Duve - Anständig essen http://www.lovelybooks.de/autor/Karen-Duve/Anst%C3%A4ndig-essen-421345706-w/rezension-520040242/ Die Jury wird jetzt die nächsten 14 Tage fleissig lesen, diskutieren und abstimmen. Wir wünschen allen Nominierten viel Glück! Der glückliche Gewinner kann sich über ein Buchpaket von LB freuen. Gleichzeitig sind wir schon wieder auf der Suche nach neuen Rezensionen. Du hast eine tolle Rezension geschrieben? Oder bist hier beim Stöbern über eine gestolpert? Dann schick uns den Link zur Rezension unter Angabe des LB-Nicknames an folgende Adresse: rezensiondesmonats@hotmail.de Wichtig dabei: Bei Rezensionen von anderen LB-Usern, die ihr vorschlagen wollt, bitte vorher unbedingt nachfragen, ob der User damit einverstanden ist. Alle Rezensionen müssen bei LB veröffentlicht sein. Rezensionen von externen Webseiten können leider nicht berücksichtigt werden. Einreichen könnt ihr den ganzen Monat über, gerne auch ältere Rezensionen. Wir freuen uns auf Eure Einsendungen!
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