Thomas Ballhausen Bewegungsmelder

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Inhaltsangabe zu „Bewegungsmelder“ von Thomas Ballhausen

Die Figuren in Thomas Ballhausens Erzählungen flüchten - an namenlose Orte, in fremde Räume, in die Heimat anderer. Ihre Flucht ist zugleich immer auch eine Suche nach dem, wovor sie fliehen - eine Bewegung, in Wirklichkeit und in Gedanken, die zwangsläufig an ihren Anfang zurückführt. Unterwegs sind sie allein oder unter Freunden und bleiben doch stets ohne tatsächliche Gefährten. Ballhausen verwebt präzise Beobachtungen und Sprachbilder zu einer luziden Oberfläche, unter der zutiefst menschliche Leidenschaften und Sehnsüchte brodeln. Hier trifft die Liebe auf ihr Scheitern, die Stille auf ihre Widerworte, die Gegenwart auf ihre Vergangenheit. Und Ballhausen versteht es wie kein anderer, sich verschiedene Schreibweisen zunutze zu machen: Während er in die fließende Form der Erzählung die Auseinandersetzung mit Geschichte, Schuld und Gedächtnis einschreibt, bricht in seiner rhythmischen Prosa der lebendige Moment durch. Auf beiden Wegen kommt einem Thomas Ballhausen gefährlich nahe - er schreibt an jeden von uns.

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  • Rezension zu "Bewegungsmelder" von Thomas Ballhausen

    Bewegungsmelder
    StellaCometa

    StellaCometa

    11. April 2011 um 21:38

    Man sollte wohl meinen, dass 104 Seiten schnell gelesen sind, dem jedoch ist nicht so, wenn Thomas Ballhausen die Zeilen verfasst hat. Ich bemühte mich, den Worten des Autors zu folgen, den Inhalt seiner Kurzgeschichten und Interventionen zu verstehen, leider muss ich zugeben, dass er meist nicht zu mir durchgedrungen ist. Die Figuren in Thomas Ballhausens Erzählungen flüchten – so heißt es, doch die Gründe dieser Fluchtversuche habe ich nur wage erahnen können. Zähflüssig und verwirrend war ein Großteil des Geschriebenen. Nur wenige Zeilen brachten mich tatsächlich zum Nachdenken oder haben mich gar berührt. Eines haben sie aber sicher nicht: Mich unterhalten (dies ist lediglich eine Feststellung, aber keine Wertung, ob positiv oder negativ). Ballhausens Texte sind ruhig, seine Sprache bewundernswert, weil er nicht versucht, einem einmal gefundenen Schreibstil treu zu bleiben, er erfindet ihn neu. Seine Sprache scheint mir wandelbar. Diesen Eindruck habe ich durch die 6 Kurzgeschichten zum Überbegriff „Fluchtversuche“ gewinnen können. Es folgten noch 4 Interventionen, auf die ich (im Vorfeld) besonders neugierig war. In ihnen habe ich allerdings nur sprunghafte und unruhige Gedankengänge – Gedankenfetzen – erkennen können, sodass mein Unmut, diesen Gedanken überhaupt folgen zu wollen, wuchs. Im Grunde sind die Interventionen genau das Gegenstück zu den Kurzgeschichten, statt leise erscheinen sie rastlos. Für mich war diese Prosa-Lektüre wohl in erster Linie ein Experiment, ein Blick über den Tellerrand. Viele der gelesenen Sätze flogen mir allerdings davon, blieben kaum im Gedächtnis, andere beschäftigten mich. Ja, in „Bewegungsmelder“ sind interessante Gedankengänge und Satzkreationen versteckt wie beispielsweise: „Ich sehe mich in Gedanken mit dem Hintergrund verschwimmen, mich im Rhythmus der Schritte beinahe verlierend und auflösend, bis ich in aller Aufrichtigkeit und Erleichterung sagen könnte: Ich bin gar nicht da.“ „Bewegungsmelder“ ist ein durchaus anspruchsvolles, wohl aber auch stimmungsabhängiges Buch.

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  • Rezension zu "Bewegungsmelder" von Thomas Ballhausen

    Bewegungsmelder
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    26. March 2011 um 13:19

    Wenn sich jemand auf Sprache wirklich noch einlassen kann und mit ihr spielt, um Momentaufnahmen des Lebens festzuhalten, sie quasi aus der "Bewegung" herausholt und fixiert, muss und wird er damit rechnen, nicht von jedermann verstanden zu werden. Thomas Ballhausen scheint es nicht gekümmert zu haben, denn sonst hätte er uns seinen "Bewegungsmelder" sicherlich vorenthalten. Wenn andere eine "echte" Empfehlung (was immer dies auch sein möge) aussprechen, möchte ich nicht ganz so weit gehen, sondern vielmehr eine Empfehlung in Sachen Leseexperiment aussprechen. Doch auch diese Bezeichnung hinkt gewaltig, denn das eigentliche Experiment für den Leser besteht im Prinzip lediglich aus der vorauszusetzenden Fähigkeit, sich auf verschiedene Schreibweisen und -techniken einlassen zu können. Es wäre banal, auf den Inhalt im Einzelnen genauer einzugehen. Wozu die klaren Gedankensekunden, denen man hier beiwohnen darf, in weitere Bestandteile zerlegen? Wozu ein Ganzes klappentextgerecht in mundgerechte Häppchen anrichten? Es gibt hier keine "Story", serviert als literarisches Fertiggericht, das es zu konsumieren gilt. Platte Beschreibungen, hirnlose Geschichten, leere Worthülsen und gesichtslose Charaktere gibt es wie Sand am Meer und die Bestsellerregale platzen aus allen Nähten und ergiessen ihren senilen Wortbrei über hungrige Herden von Gelangweilten, die nach Unterhaltung dürsten. Was hier in wenigen Zeilen zum Ausdruck kommt, schaffen die Großverdiener im Lesezirkus mitunter auf 200 Seiten nicht. Gedachtes oder gar Gefühltes ist nicht interessant, es muss schon Mord und Totschlag sein. Wen interessieren Zweifel und die Ewigkeit des Augenblicks? Vielleicht sind die gemeldeten Bewegungen auch nur Ausdruck für die Angst vor Veränderung! Alles ist möglich. Aufmerksame Zeitgenossen erlauben sich einfach den Luxus, einmal genauer hinzusehen. Erschwert wird dies allerdings in den letzten vier Geschichten - den "Interventionen". Die jeweiligen Satzfragmente bleiben in ihrer Wechselverbindlichkeit zu diffus und unverbindlich. Ein Zusammenhang kann sich nur durch Vermutungen gestalten, welche genaue Betrachtung und Analyse leider allzu zwingend voraussetzen. Dies mag leider nur einem relativ kleinen Leserkreis wirklich gelingen. Es gibt viel zu lesen in diesem kleinen Büchlein. Monatelang hat es auf meinem Nachttisch gelegen, neben und zwischen all den anderen, die da kamen und gingen. "Bewegungsmelder" verweilte etwas länger. Inzwischen habe ich zumindest zu einer einzigen Erkenntnis finden können und da bin ich mir ganz sicher: Dieses Buch kann ich niemals weggeben. Selbst wenn ich gar nichts verstanden hätte, würde ich es trotzdem vermissen. Das ist nicht alles - aber doch irgendwie viel. © Thomas Lawall - www.querblatt.com

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  • Rezension zu "Bewegungsmelder" von Thomas Ballhausen

    Bewegungsmelder
    gurke

    gurke

    06. February 2011 um 20:03

    "Bewegungsmelder" von Thomas Ballhausen ist in zwei Teile gegliedert. Im ersten Teil können wir sechs Kurzgeschichten lesen. Diese tragen den Oberbegriff "Fluchtversuche". Die Protagonisten in den mal kurzen, mal längeren Geschichten sind immer auf der Flucht. Nicht immer ist deutlich vor wem oder was sie fliehen. Manchmal haben die Personen einfach eine innere Unruhe. Es geht um Abschied und um Begegnungen. Der Schreibstil ist flüssig geschrieben und jede einzelne Geschichte regt zum Nachdenken an. Deswegen ist es kaum möglich die ersten 60 Seiten in einem Rutsch durchzulesen. Mir hat gerade aus diesem Grund der der Anfang von "Bewegungsmelder" sehr gut gefallen. Der zweite Teil besteht aus Interventionen. Bis zu diesem Buch kannte ich den Schreibstil gar nicht in dem die letzten 45 Seiten Geschrieben sind. Worte und Sätze sind durch einen Schrägstrich getrennt. Anfangs war ich der Meinung, das man die Geschichten wie ein Gedicht liest, das scheint aber nicht wirklich der Fall zu sein. Ich habe auch kein Muster gefunden. Es gibt keine Reime, die Anzahl der Worte und der Silben ist unterschiedlich. Aus diesem Grund waren die Worte nicht einfach zu verstehen und ich musste diesen Teil mehrere Male lesen, um zu begreifen, was der Autor dem Leser vermitteln möchte. Diese verwirrende Schreibweise lenkt einfach zu sehr vom eigentlichen Inhalt ab. Das komplette Buch besteht aus 108 Seiten. Als ich mit dem Lesen angefangen habe, war ich überzeugt einen Schmöker in den Händen zu halten, der innerhalb sehr kurzer Zeit fertig gelesen ist. Das Gegenteil stellte sich heraus. Für dieses Buch muss man sich eindeutig Zeit nehmen. Ein Buch mit dem man sich entspannt zurücklehnen kann und ganz in Ruhe lesen muss, um sich dann seine eigenen Gedanken zu den Geschichte und Interventionen zu machen.

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  • Rezension zu "Bewegungsmelder" von Thomas Ballhausen

    Bewegungsmelder
    sonjastevens

    sonjastevens

    13. October 2010 um 03:49

    Ein ganz besonderes Buch… Das Buch „Bewegungsmelder“ zeichnet sich aus, durch die ständig wechselnden Erzählperspektiven. Das Buch ist in zwei Teile geteilt, welche wiederum in mehrere Kapitel unterteilt sind. Der erste Teil beginnt als eine Art Brief, der Protagonist schreibt seine Verflossene Liebe an um Dinge zu klären, vielleicht auch für sich selbst. Er scheint die Trennung und den Abschied dadurch zu verarbeiten. Ob er diesen Brief jemals abschicken wird, ist nicht klar. Dann erzählt der Protagonist aus der Ich Perspektive, aber er spricht keine Person mehr direkt an. In einem späteren Kapitel wechselt die Erzählperspektive sogar in die dritte Person. Der zweite Teil des Buches erinnert mich eher an eine Art Gedichtform, in der die einzelnen Zeilen durch einen Schrägstrich getrennt sind um Platz zu sparen. Als ich diesen Teil gelesen habe, habe ich es betont als Gedicht gelesen - ohne bestimmte Reimform. Besonders den zweiten Teil des Buches fand ich etwas verwirrend, ich denke das Buch erfordert bestimmt noch ein zweites oder drittes Lesen um es gut interpretieren zu können. Der Erzähler und Protagonist scheint in seiner Welt und seinen Gedanken rastlos zu sein - nicht genau zu wissen, wo er hingehört, oder wohin er will. Ich denke, ein jeder kennt diese Gedanken, diese innerliche Unruhe, sich aus den verschiedensten Gründen, da wo man ist, nicht mehr heimisch zu fühlen, weil man irgendwie aus der Bahn gerissen wurde - wie z.B. durch eine Trennung von einem geliebten Menschen. Da man sich als Leser mit dem geschriebenen irgendwie identifizieren kann, lässt sich das Buch ganz flüssig lesen, auch wenn es oft sehr wirr erscheint. Um mir aber ein endgültiges Urteil über dieses Buch erlauben zu dürfen werde ich es noch einmal lesen müssen, aber erst muss ich das gelesene sacken lassen, daher schreibe ich jetzt schon mal meine Rezension. Ich denke auch, dass jeder Leser, besonders bei diesem Buch, seine eigenen Schlüsse ziehen muss und Interpretationen erlangen muss. Hier etwas vorzukauen würde dem eigenen Leseerlebnis schaden.

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  • Rezension zu "Bewegungsmelder" von Thomas Ballhausen

    Bewegungsmelder
    Bücherwurm

    Bücherwurm

    27. September 2010 um 04:01

    Ich war sehr gespannt auf ein Werk des Schriftstellers Thomas Ballhausen, dessen Werke ja u.a. ausgezeichnet wurden mit dem Reinhard-Priessnitz-Preis im Jahr 2006 und dem Holfeld-Tunzer-Preis im Jahr 2008. Da auch "Der Bewegungsmelder" für Preisvergaben vorgeschlagen wurde, wollte ich das Werk unbedingt lesen. Das Buch enthält im ersten Teil verschiedene Geschichten, die unter dem Oberbegriff "Fluchtversuche" zusammengefasst wurden. Ich las sehr flüssig geschriebene Erzählungen, die mal länger, mal kürzer von Mitmenschen erzählen, die sich im Leben treffen und sich wieder verlieren. Sei es, eine Beziehung geht ohne Worte, im gemeinsamen Einverständnis auseinander nach einem gemeinsamen Versuch Leidenschaft zu empfinden, sei es eine "flüchtige" Bekanntschaft auf einer längeren Zugreise, die nach Erreichen des Zieles (oder des Umsteigebahnhofs) ohne langen Abschied endet. Ich war sehr erstaunt. Situationen werden von dem Autoren geschildert, über die ich selbst mir nie grosse Gedanken gemacht habe. Nie hätte ich solch eine Gefühlstiefe bei einem Autoren männlichen Geschlechts erwartet, und ich war oft versucht, ihm zuzurufen, dass das Leben nun mal ein Kommen und "Weiter"gehen ist, als "Flucht" hätte ich diese "flüchtigen" Bekanntschaften niemals empfunden. Ich habe bisher das Kennenlernen von Menschen, im Sinne schicksalshafte Begegnung immer als Bereicherung empfunden, intensive Gespräche im Zug als Anregung, aber mein Aussteigen niemals als Flucht gesehen. Ich habe auch nie diesen Menschen lange hinterhergedacht. Zerplatze Bekanntschaften habe ich als Lebenserfahrung und Reifung ausgefasst, den Begriff "Fluchtversuch" wäre mir in diesem Zusammenhang nicht gekommen. Es war sehr überraschend, eine völlige andere Sicht der Lebensbegegnungen zu erfahren. Der zweite Abschnitt des Buches ist gefüllt mit "Interventionen". Wochenlang habe ich Germanisten genervt, Lexika gewälzt, weil diese Art sich mitzuteilen mir bisher nicht geläufig war. Inzwischen denke ich, der Autor möchte mit den Interventionen eine neue Form der Literatur präsentieren, so wie malende Künstler oft verschiedene Techniken kombinieren. Die Interventionen stellen Textteile dar, die durch Gedankenstriche unterbrochen/verbunden sind. Dabei wird Grammatik oder Satzzeichengebung völlig ausser Acht gelassen. Anfangs war ich bemüht, einen Rhythmus oder eine Symmetrie zu entdecken, es reimt sich nicht, die Silbenanzahl ist ebenfalls nicht ausschlaggebend, dann dachte ich, es seien spontane Gedankeneingebungen, die der Autor über Themen, Werke präsentiert, aber die Pausen sind unpassend. Leider empfand ich diese Form der Darstellung so störend, dass der eigentliche Inhalt oft an mir vorüberging. Schade eigentlich. Leider gibt es keinerlei Erklärung dieser seltsamen Art, es bleibt der Fantasie des Lesers überlassen, diese Texte zu interpretieren. Ich habe es in keinster Weise bereut, dieses Buch zu lesen, auch wenn es mich etwas ratlos und erstaunt zurücklässt. Ist der Autor gar geflüchtet?

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