Thomas Becks

 3.9 Sterne bei 7 Bewertungen
Autor von Hexenänneken, Oracoli und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Thomas Becks

Hexenänneken

Hexenänneken

 (4)
Erschienen am 11.05.2017
Oracoli

Oracoli

 (2)
Erschienen am 04.09.2012
Böse Fallen

Böse Fallen

 (1)
Erschienen am 27.06.2012
Nonstop Taxi

Nonstop Taxi

 (0)
Erschienen am 15.10.2014
Die Vest Saga

Die Vest Saga

 (0)
Erschienen am 18.08.2017
Orácoli

Orácoli

 (0)
Erschienen am 05.11.2008

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Rezension zu "Hexenänneken" von Thomas Becks

Rezension zu "Hexenänneken" von Thomas Becks
Peter_Pitschvor 6 Jahren

In Anbetracht des persönlichen Engagements zur Rehabilitierung ihrer Person ist es nicht verwunderlich, dass Thomas Becks der Protagonistin seines biografischen Romans, Anna Spiekermann, eine Widmung vorangestellt hat. Das letzte Opfer der Inquisition im Ruhrgebiet wurde 1706 auf dem Scheiterhaufen hingerichtet und solchermaßen, nach damaliger Auffassung, für alle Zeiten zum Schweigen gebracht. Doch jedes Los hinterlässt Spuren, jedes Dasein sendet spezifische Energien durch den Äther, die zu empfangen intuitiven Menschen zu eigen ist. Es sind Eingebungen, die gleich den Botschaften in einer Flaschenpost eine Reise auf dem Ozean der Zeit zurücklegt haben. Dementsprechend bietet Thomas Becks Roman Einblicke in eine längst vergangene Epoche wie durch transparentes Glas, welches aufgrund seiner individuellen Erzählweise dennoch schillernd getönt ist.
Unverkennbar ging seinem literarischen Projekt eine intensive Recherche voraus. Wer aber Nachforschungen und Beobachtungen vornimmt und, daraus Erkenntnisse ableitend, zu einer (Lebens-)Geschichte formt, erfährt nicht allein auf emotionaler Ebene eine Verbindung zum Bezugsobjekt, sondern auch auf metaphysischer. Rückwirkend. Anna Spiekermann, die einst als „Hexenänneken“ verschrien war, hat Jahrhunderte nach ihrem gewaltsamen Tod jene Stimme zurückerhalten, die Ignoranz, Zweitracht, Aberglaube einst jäh verstummen ließen. Zu Anfang des dritten Jahrtausends gibt der Autor einer Frau die Sprache zurück, deren Leben und Leiden zweifelsohne auch in unserer Gegenwart ihresgleichen kennt. „Diese Zeiten“ sind – entgegen der Meinung des oberflächlichen Gesellen – keineswegs vorbei, allemal nicht außerhalb unserer geografisch betrachtet winzigen Oase. Eine Art Hexenkult hat nach wie vor in vielen Ländern, sowohl nah als auch fern, Bestand, und angesichts der Folgen notorischer Diskriminierung, Unterdrückung, Ausbeutung, Bestrafung der Frau bedarf es keiner dicken Brille um den herrschenden Wahnsinn aufzudecken. Weltweit werden Schätzungen zufolge 7 von 10 Frauen im Laufe ihres Lebens körperlich bzw. sexuell misshandelt ...
Das Resultat des Einvernehmens – so möchte ich es nennen – zwischen Thomas Becks und Anna Spiekermann, die Botschaft des Buches „Hexenänneken“, ist heutzutage genauso aktuell wie vor Jahrhunderten. Der Autor liefert den Beweis, dass eine Verständigung zugunsten der Humanität und der Nächstenliebe, frei von Frömmelei, auch über große Distanzen, selbst über „Ewigkeiten“ hinaus, möglich und sogar vonnöten ist. Er hat Annas Geschichte einfühlsam, imaginativ und vor allem zutiefst menschlich mit Leben gefüllt, hat tief in sich hineingehorcht und Worte geformt, die im Jahre 1706 von einer Hoffnung davongetragen wurden.

Peter Pitsch

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Rezension zu "Oracoli" von Thomas Becks

Rezension zu "Oracoli" von Thomas Becks
Peter_Pitschvor 6 Jahren

Obwohl Thomas Becks für die Zubereitung seiner Krimikost eine gleichermaßen simple wie altbewährte Anleitung verwendet hat, mangelt es seinem "Orácoli"-Roman keinesfalls an der rechten Würze. Mögen die Zutaten aus sprachlichen Mitteln mitunter ein wenig hausbacken schmecken, so trägt doch das Gesamtkonzept seines Werkes eine durchaus erfrischende und wohl dosierte Note. Mit großzügigen Griffen in die Klamaukkiste – zwecks Gestaltung seiner Personengalerie – ist es Becks gelungen eine nahezu klassische Gaunerkomödie zu inszenieren. Unterm Kerzenschein der Nostalgie wird "Orácoli", trotz seiner vermeintlichen Schlichtheit, seitens des Erzählers angenehm kredenzt. Während der Lektüre dieser mit Augenzwinkern aufgetischten Farce sieht sich manch einer beispielsweise an Woody Allans "Small Time Crooks" erinnert. Wo Allan jedoch schon zu Anfang seiner hanebüchenen Geschichte das kriminelle Milieu wieder verlässt, begibt Becks sich immer weiter hinein in die Welt der ehrenhaften, sympathisch-tölpelhaften Schmalspurgangster, die dank ausgesprochen guter Manieren eigentlich der Vergangenheit entsprungen zu sein scheinen. Teils dilettantisch durchdachte, teils nahezu unlogische Handlungen der involvierten Charaktere sorgen demzufolge eher für ein Schmunzeln denn für verständnisloses Kopfschütteln. Heute ist Orácoli Tag: Der Genuss des Lesestoffes bereitet großen Spaß, auch weil Thomas Becks seine Protagonisten genüsslich zu beschreiben weiß und sich solcherart die Sympathien der meisten Leser zu sichern versteht. Wer dennoch – trotz des vielsagenden Titels dieses Kriminalromans – ein mit vielen stilistischen Inhaltsstoffen verfeinertes 5-Gänge-Menü zu dinieren erhofft, wird "Orácoli" kaum zu seinen Lieblingsspeisen zählen. Wer allerdings an kurzweiliger, amüsanter Krimikost ein reelles Interesse zeigt, der kommt beim Verzehr der "Orácoli"-Mischung voll und ganz auf seine Kosten! Der Ausgewogenheit halber, um allen verwendeten Ingredienzen des Autors Genüge zu tun, soll abschließend nicht der sozialkritische Esprit verschwiegen werden, den Becks seinem Rezept (seiner im Roman reflektierten Geisteshaltung) zugrunde legt. Sein "Orácoli"-Werk gehört für mich zu jenen Büchern, von denen man eines Tages gern ein zweites Mal kosten möchte.
Nein, keinen teuren Tropfen dazu, bitte ein klares Kühles, danke.

Peter Pitsch

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