Thomas Becks Oracoli

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Inhaltsangabe zu „Oracoli“ von Thomas Becks

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  • Rezension zu "Oracoli" von Thomas Becks

    Oracoli
    Peter_Pitsch

    Peter_Pitsch

    06. November 2012 um 21:53

    Obwohl Thomas Becks für die Zubereitung seiner Krimikost eine gleichermaßen simple wie altbewährte Anleitung verwendet hat, mangelt es seinem "Orácoli"-Roman keinesfalls an der rechten Würze. Mögen die Zutaten aus sprachlichen Mitteln mitunter ein wenig hausbacken schmecken, so trägt doch das Gesamtkonzept seines Werkes eine durchaus erfrischende und wohl dosierte Note. Mit großzügigen Griffen in die Klamaukkiste – zwecks Gestaltung seiner Personengalerie – ist es Becks gelungen eine nahezu klassische Gaunerkomödie zu inszenieren. Unterm Kerzenschein der Nostalgie wird "Orácoli", trotz seiner vermeintlichen Schlichtheit, seitens des Erzählers angenehm kredenzt. Während der Lektüre dieser mit Augenzwinkern aufgetischten Farce sieht sich manch einer beispielsweise an Woody Allans "Small Time Crooks" erinnert. Wo Allan jedoch schon zu Anfang seiner hanebüchenen Geschichte das kriminelle Milieu wieder verlässt, begibt Becks sich immer weiter hinein in die Welt der ehrenhaften, sympathisch-tölpelhaften Schmalspurgangster, die dank ausgesprochen guter Manieren eigentlich der Vergangenheit entsprungen zu sein scheinen. Teils dilettantisch durchdachte, teils nahezu unlogische Handlungen der involvierten Charaktere sorgen demzufolge eher für ein Schmunzeln denn für verständnisloses Kopfschütteln. Heute ist Orácoli Tag: Der Genuss des Lesestoffes bereitet großen Spaß, auch weil Thomas Becks seine Protagonisten genüsslich zu beschreiben weiß und sich solcherart die Sympathien der meisten Leser zu sichern versteht. Wer dennoch – trotz des vielsagenden Titels dieses Kriminalromans – ein mit vielen stilistischen Inhaltsstoffen verfeinertes 5-Gänge-Menü zu dinieren erhofft, wird "Orácoli" kaum zu seinen Lieblingsspeisen zählen. Wer allerdings an kurzweiliger, amüsanter Krimikost ein reelles Interesse zeigt, der kommt beim Verzehr der "Orácoli"-Mischung voll und ganz auf seine Kosten! Der Ausgewogenheit halber, um allen verwendeten Ingredienzen des Autors Genüge zu tun, soll abschließend nicht der sozialkritische Esprit verschwiegen werden, den Becks seinem Rezept (seiner im Roman reflektierten Geisteshaltung) zugrunde legt. Sein "Orácoli"-Werk gehört für mich zu jenen Büchern, von denen man eines Tages gern ein zweites Mal kosten möchte. Nein, keinen teuren Tropfen dazu, bitte ein klares Kühles, danke. Peter Pitsch

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