Thomas Bernhard Der Keller

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Inhaltsangabe zu „Der Keller“ von Thomas Bernhard

Der Versuch sich dem Grauen zu entziehenEines Morgens beschließt der sechzehnjährige Gymnasiast auf dem Schulweg spontan, sich seinem bisherigen, verhaßten Leben zu entziehen und sich im Keller, einem Kolonialwarenladen, eine Lehrstelle zu verschaffen. Im Keller, am Rande der Salzburger Scherzhauserfeldsiedlung, dem heruntergekommenen, tristen Wohngetto der Besitzlosen, der Asozialen und Kriminellen, lernt Bernhard all die von der Gesellschaft Ausgestoßenen kennen, verstehen und ergreift Partei für diese verlorenen, verstörten Existenzen.

Ein Seelenverwandter

— Rotherbaron

Meine angst vor Thomas Bernhard war unbegründet, sehr philosophischer und interessanter Teil seiner Autobiographie!

— Agnes13

Ich bin froh einen Bernhard gelesen zu haben und es wird nicht der letzte sein!

— SandraWer

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  • Salzburg und seine Abgründe: Die Scherzhauserfeldsiedlung

    Der Keller

    SandraWer

    11. September 2014 um 13:02

    „Die Wahrheit, denke ich, kennt nur der Betroffene, will er sie mitteilen, wird er automatisch zum Lügner, Alles Mitgeteilte kann nur Fälschung und Verfälschung sein, also sind immer nur Fälschung und Verfälschung mitgeteilt worden.“ Bei diesem autobiographischen Werk von Thomas Bernhard, handelt es sich um einen Ausschnitt aus seiner Jugend, der Zeit seiner Lehre als Einzelhandelskaufmann. Thomas Bernhard, der seine Wurzeln in einer gut situierten Familie hat und von dieser ins Gymnasium geschickt wird, entscheidet sich gegen alle Erwartungen seines Umfelds, eine Lehre in der Scherzhauserfeldsiedlung zu beginnen. Genau da, wo keiner sein will, wo die Unterschicht der Stadt lebt. Menschen, von denen sich keiner etwas erwartet, außer Verbrechen und Alkoholismus, ja nicht einmal die Menschen selbst glauben zu mehr fähig zu sein. Bernhard beschreibt mit einer sehr speziellen Sprache die Stadt Salzburg, in der jeder Mensch in eine Form gepresst wird, der er entsprechen soll. Nur in der Scherzhauserfeldsiedlung meint er gelten die Gesetze der Stadt nicht. „Man durfte nicht nur das denken, was man wollte, man durfte das Gedachte auch aussprechen, wann und wie man wollte, in jeder Lautstärke. Man musste nicht fortwährend Gefahr laufen, wegen Eigensinns attackiert zu sein, die Persönlichkeit war plötzlich nicht mehr von den Regeln des bürgerlichen Gesellschaftsapparates, der ein menschenverheerender Apparat ist, niedergemacht und zermalmt, fortwährend wird in den Städten von dieser schauderlichen Stupiditätsgröße wie Salzburg an den Menschen herumgezupft und herumgeschüttelt, und auf ihnen wird ununterbrochen herumgehämmert und zurechtgefeilt, bis von dem Menschen nichts mehr übrig geblieben ist als ein widerwärtiger und geschmackloser Kunstgewerbmensch.“ Bernhard hat einen negativ konnotierten, pessimistischen Sprachstil, der allerdings, wenn man Salzburg kennt, sehr passend ist, da auch die Grundstimmung der Menschen in der Stadt, dieser Stimmung entspricht und diese Grundstimmung so dem Leser sehr deutlich vermittelt wird. Ich bin froh einen Bernhard gelesen zu haben und es wird nicht der letzte sein!

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  • Der Keller

    Der Keller

    rallus

    In seiner zweiten autobiographischen Novelle anhängend an "Die Ursache", "Der Keller", beschreibt Thomas Bernhard, wie er, sechszehnjährig, spontan auf seinsem Schulweg beschliesst, das Gymnasium zu verlassen und in die entgegengesetzte Richtung zu gehen, eine Lehrstelle zu finden, egal was, hauptsache in die entgegengesetzte Richtung. Er entzieht sich, es ist eine Entziehung die der 16-jährige betreibt und alle Lehrstellen die ihm im Amt angeboten werden, sind nicht in der entgegengesetzten Richtung, nur eine, der Keller in dem heruntergekommenen, tristen Wohnghetto in der Salzburger Scherzhauserfeldsiedlung. Durch den Keller lernt er mit den Menschen umzugehen, daneben wird er, da er eine schöne Baßbaritonstimme hat zum Singunterricht geschickt. Beides rettet ihm das Leben, gibt ihm das Leben in die Hand und dadurch gewinnt er Erkenntnisse: "So ist jeder, gleich, was er ist, und ganz gleich, was er tut, immer wieder auf sich zurückgworfen, ein auf sich selbst angewiesener Albtraum" Bernhards Sätze sind seitenlang, seine Sprache dicht, seine Wiederholungen zehren an des Lesers Nerven, seine Gedanken punktgenau und teilweise zornig, deftig, haßerfüllt. Eine notwendige, positiv anstrengende Autobiographie.

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