Thomas Bernhard Der Untergeher

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Inhaltsangabe zu „Der Untergeher“ von Thomas Bernhard

Der Erzähler in dem zuerst 1983 publizierten Werk wohnt in Madrid und schreibt eine Arbeit über den kanadischen Pianisten Glenn Gould, »den wichtigsten Klaviervirtuosen des Jahrhunderts«, der, auf dem Gipfel seiner Kunst, aufhörte zu spielen. In Madrid erreicht den Erzähler ein Telegramm, das das Begräbnis seines Freundes Wertheimer anzeigt, der sich umgebracht hat. Die drei hatten sich in Salzburg bei einem Musikkurs von Horowitz kennengelernt. Bald stellte sich heraus: Glenn Gould war das größte Genie. Unter dem Eindruck der Übermacht dieses Genies wurde der Erzähler zu einem »Weltanschauungskünstler«, zum Kritiker seiner Zeit und besonders zum Kritiker Österreichs, Wertheimer dagegen stürzte in eine unumkehrbare Existenzdepression. Je mehr der Erzähler an seinen »Versuch über Glenn« dachte, um so deutlicher wurde ihm, daß es ihm eigentlich darum zu tun war, sich Klarheit über Wertheimer, den »Untergeher«, wie Glenn Gould schon früh zu ihm gesagt hatte, zu verschaffen.

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    Der Untergeher
    dominona

    dominona

    06. November 2014 um 10:00

    Also Erbauungsliteratur ist anders und depressive Menschen sollten etwas anderes lesen. Der Erzähler lässt nur an Glenn Gould ein gutes Haar, aber ansonsten ist alles schlecht: er selbst, seine Familie, sein Studienfreund, dessen Familie, Österreich, einfach alles und das ganze liest sich schwer, weil es nicht einen einzigen Absatz gibt, wie ein langes Essay zum Thema: warum ich mir besser jetzt als gleich das Leben nehmen sollte...siehe Autor...

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  • Rezension zu "Der Untergeher. SZ-Bibliothek Band 5" von Thomas Bernhard

    Der Untergeher
    DeevaSatanica

    DeevaSatanica

    06. March 2013 um 12:55

    Die lieben Leiden der Künstler. Verkannt, vergessen oder einfach nur von sich selbst aus in den Hintergrund gerückt. Ganz gleich, was es ist. Aber leiden tun sie alle. Ob berühmt, vor einem großen Publikum, oder unentdeckt, nur von Freunden erkannt. War es der Wahnsinn, welcher Wertheimer zu seiner Selbstmordtat hinreißen lies? Oder die Verzweiflung eines Künstler, der nie als solcher wirklich erkannt wurde und sich auch nie als Virtuose gesehen hat? Schwer zu sagen. Doch ist hier klar bewiesen, dass Genie und Wahnsinn sehr nahe bei einander lagen.

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  • Rezension zu "Der Untergeher" von Thomas Bernhard

    Der Untergeher
    Wolkenatlas

    Wolkenatlas

    Sogwirkung "Der Untergeher"- ein knapp 160 Seiten dauernder Wirbelwind, eine Sogwirkung, die immer stärker wird, je weiter man in diesen Strudel hineingerät, desto schwieriger wird es, das Buch beiseite zu legen. Natürlich sollte der Leser die Goldbergvariationen von Bach kennen und schätzen (noch besser, wenn in der Glenn Gould Aufnahme), sonst hat er keine bis wenig Ahnung über das wahre Ausmaß der "Depression" und "Tragödie" Wertheimers. Genial.

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  • Rezension zu "Der Untergeher" von Thomas Bernhard

    Der Untergeher
    HeikeG

    HeikeG

    02. April 2011 um 13:20

    Familien- und Weltstumpfsinn: Ein Verkümmerungsprozess . "Wir sagen ein Wort und vernichten einen Menschen, ohne dass dieser von uns vernichtete Mensch in dem Augenblick, in welchem wir das ihn vernichtende Wort aussprechen, von dieser tödlichen Tatsache Kenntnis hat, dachte ich. Noch ahnt ein solcher mit einem solchen tödlichen Wort als tödlicher Begriff Konfrontierter von der tödlichen Wirkung dieses Wortes und seines Begriffs nichts, dachte ich." Niemand anderer als der weltberühmte kanadische Pianist Glenn Gould spricht das vernichtende Wort aus. Und zwar zu einem Freund, zu seinem Mitstudenten Wertheimer, der gemeinsam mit ihm und dem Ich-Erzähler einen Sommerkurs bei Horowitz im Mozarteum in Salzburg belegt. . Drei aufstrebende junge Pianisten begegnen sich dort. Zurück bleibt ein überragender Könner - ein "Virtuosenkopf" - und zwei "Verstandesköpfe", die ihre Klaviere verschenken bzw. versteigern und auf "dilettantisches Worte-nieder-schreiben" umsatteln. Keine aufstrebenden, sondern Lebensabbruchkünstler sind sie geworden, keine Existenzbeherrscher, sondern Menschen, die von ihrer Existenz beherrscht werden: letztendlich Selbstzerstörer. "Wir machen immer wieder den Versuch, aus uns herauszuschlüpfen, aber wir scheitern in diesem Versuch, lassen uns immer wieder auf den Kopf schlagen, weil wir nicht einsehen wollen, dass wir uns nicht entschlüpfen können, es sei denn durch den Tod." . Der endlose Gedankenstrom des Ich-Erzählers, der eher an eine Rhapsodie als ein literarisches Werk erinnert, mäandert um den Selbstmord des "Untergehers". Er beleuchtet, analysiert und rekonstruiert ihn. Der wirkliche Mittelpunkt dieser Beschreibung ist allerdings fraglich: Glenn Gould, Wertheimer oder gar der Erzähler selbst sind nur literarische Protagonisten. Beim Nachsinnen über das Wesen der Freundschaft dieses Dreigestirns, dem Wesen der Kunst, Gedanken um Talent und dessen Grenzen, um Fleiß und Ehrgeiz oder um das Erkennen der eigenen Fähigkeiten, offenbart der Ich-Erzähler gleichfalls viel mehr über sich selbst, als es den Anschein hat. "Der Untergeher" ist letztendlich eine Geschichte der Flucht vor der eigenen Schuld und Verantwortung. . Die gesamten Seiten sind ein einziger Blocksatz, ein einziger langer Paragraph ohne Absätze, geschweige denn Kapiteleinteilungen. Der Monolog des Ich-Erzählers wird durch die fast schon penetranten Einschübe "ich dachte" relativiert. Man weiß nicht genau: passiert das Erzählte so, oder dachte es sich der Erzähler nur. Spiralförmig oder auch in Variationen wiederholt Bernhard immer wieder dieselben Szenen. Als roten Faden, als Grundgerüst, webt er die Goldbergvariationen von Johann Sebastian Bach ein. "'Zur Gemüthsergetzung' waren sie ursprünglich komponiert worden und haben fast zweihundertfünfzig Jahre danach einen hoffnungslosen Menschen, eben Wertheimer, umgebracht." . "... wenn wir genau sind in der Beobachtung unserer Umwelt, stellen wir fest, dass diese Umwelt fast nur aus solchen Untergehern zusammengesetzt ist (...) Wir haben es immer wieder mit solchen Untergehern und mit solchen Sackgassenmenschen zu tun, sagte ich mir und ging rasch gegen den Wind." Ein "Gegen-den-Wind-Geher" ist zweifelsohne auch der österreichische Autor, der "große Allesbeschimpfer", der zu Lebzeiten als der bestgehasste, tiefstverabscheute, meistverunglimpfte Schriftsteller seines Heimatlandes gehandelt wurde. Auch heute weiß er noch die Reihen zu spalten. Sich der Person Thomas Bernhard zu nähern ist allerdings nicht einfach. Zu sehr polarisiert er, zu kompromisslos treffen bei ihm Dichtung und Wahrheit aufeinander und verzahnen sich. Entweder man liebt diesen radikal offenen, großartigen Stilisten oder man lehnt ihn als Misanthrop, knorrigen Grantler, als "Unterganghofer" kategorisch ab. Aber vielleicht steckt ein kleines bisschen Wahrheit darin, wenn dieser grandiose Weltanschauungskünstler denkt gesagt zu haben: "...unser Unglück ist die Voraussetzung dafür, dass wir auch glücklich sein können, nur über den Umweg des Unglücks können wir glücklich sein..."

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  • Rezension zu "Der Untergeher. SZ-Bibliothek Band 5" von Thomas Bernhard

    Der Untergeher
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    28. December 2010 um 23:58

    Zwei Personen mit den gleichen Voraussetzungen, aber unterschiedlichen Auswirkungen: beide Klaviervirtuosen, müssen sie feststellen, dass es einen gibt, der jedes Spiel in den Schatten stellt. Der eine arrangiert sich mit der Situation, der andere geht daran zugrunde. Recht interessant, die Vergleiche der Personen zu verfolgen. Leider zieht sich so mancher Gedankengang über mehrere Seiten und wird - in anderen Worten - vielfach wiederholt. Das spiegelt zwar die Gedanken des ich-Erzählers wider, macht das Buch aber nicht gerade spannender.

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  • Rezension zu "Der Untergeher" von Thomas Bernhard

    Der Untergeher
    Zeuhlibatman

    Zeuhlibatman

    30. October 2010 um 02:11

    Eine nahezu expressionistisch gezeichnete Landkarte omnipräsenter Sinnlosigkeit. Ein Lobgesang auf den Nihilismus und, in meinem Falle, lebensprägender Exkurs in die Erkenntnis der Unvermeidbarkeit dieser "Existenzmaschinerie".

  • Rezension zu "Der Untergeher. SZ-Bibliothek Band 5" von Thomas Bernhard

    Der Untergeher
    Chaloc

    Chaloc

    03. July 2009 um 11:17

    Der Roman handelt von drei Pianisten, die sich aus Studienzeiten kennen und zu dieser Zeit klavierspielerische Perfektion anstreben. Doch nur Glenn Gould ist der Durchbruch vergönnt, aufgrund dessen Genialität kapituliert der Erzähler und verkauft letztlich sogar seinen Flügel. Gould, inzwischen ein Weltstar, stirbt mit 51 Jahren quasi am Klavier. Für den Erzähler ist das der Anlass auf die Entwicklung der drei ehemaligen Rivalen zurückzublicken. Das Buch ist nahezu wie ein Klavierstück geschrieben, Kapiteleinteilungen oder Absätze sucht der Leser vergeblich, es kommt wie aus einem Guss daher. Zudem wiederholt Thomas Bernhard bestimmte Sätze immer wieder und fügt diesen Wiederholungen nach und nach weitere Einzelheiten hinzu. Anfangs fand ich diesen Erzählstil etwas nervig, aber je tiefer man in der Geschichte versinkt umso mehr werden die Wiederholungen zu einem Refrain in einem virtuos geschriebenen Buch. Wer Ungewöhnliches mag, ist mit diesem Buch bestens bedient.

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  • Rezension zu "Der Untergeher. SZ-Bibliothek Band 5" von Thomas Bernhard

    Der Untergeher
    Geisterhoernchen

    Geisterhoernchen

    14. October 2008 um 16:26

    Für Bernhard-Fans ein Muss!

  • Rezension zu "Der Untergeher. SZ-Bibliothek Band 5" von Thomas Bernhard

    Der Untergeher
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    03. December 2007 um 16:10

    Ich fand das Buch schwierig zu lesen, weil es hauptsächlich aus Reflexion besteht, aber wenig Handlung hat. Es ist schon ein interessanter Roman, aber nicht wirklich ein Buch, bei dem man entspannen kann.