Thomas Bernhard Goethe schtirbt

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Inhaltsangabe zu „Goethe schtirbt“ von Thomas Bernhard

Der ganze Bernhard-Kosmos in vier Erzählungen. Zu Lebzeiten von Thomas Bernhard kam die Buchpublikation dieser Erzählungen nicht mehr zustande: zu sehr war er mit dem Romanopus "Auslöschung" und mit dem Theaterstück "Heldenplatz" sowie dem dadurch entfachten Skandal befaßt. In "Goethe schtirbt" werden die vier Erzählungen zum ersten Mal, dem Wunsch ihres Verfassers entsprechend, in einem Band zusammengefügt: Sie zeigen den abgeklärten Meister der tragischen Momente und komischen Situationen, der auf der Höhe seiner Kunst Motive und Strukturen seines Gesamtwerks entfaltet und übertreibend ironisiert.

4 Kurzgeschichten des berühmten Autors in einem Band vereint sorgen für gute Unterhaltung, Ironie, Witz und tief- und feinsinnige Gedanken.

— Samtpfote

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  • Wie immer geht's tief

    Goethe schtirbt

    dominona

    22. May 2017 um 06:13

    ...entweder tief in die Materie oder tief bergab, denn der Autor schreibt immer negativ und melancholisch, oft ins Depressive gehend. Das sollte man  vorher wissen, denn dann kann man mit den Geschichten vielleicht auch etwas anfangen, weil sie oft einen tiefgründigen und wahren Kern enthalten. Die Themen hier sind Kontrolle, Verdruss, Resignation und Entfremdung. Als Zwischenton in Guter Laune-Literatur ist es für mich sogar recht angenehm gewesen.

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  • Goethe schtirbt

    Goethe schtirbt

    Samtpfote

    22. September 2014 um 21:39

    Beschreibung: Der ganze Bernhard-Kosmos in vier Erzählungen.  Zu Lebzeiten von Thomas Bernhard kam die Buchpublikation dieser Erzählungen nicht mehr zustande: zu sehr war er mit dem Romanopus "Auslöschung" und mit dem Theaterstück "Heldenplatz" sowie dem dadurch entfachten Skandal befaßt. In "Goethe schtirbt" werden die vier Erzählungen zum ersten Mal, dem Wunsch ihres Verfassers entsprechend, in einem Band zusammengefügt: Sie zeigen den abgeklärten Meister der tragischen Momente und komischen Situationen, der auf der Höhe seiner Kunst Motive und Strukturen seines Gesamtwerks entfaltet und übertreibend ironisiert. Inhalt: Goethe liegt im Sterben und verlangt noch einmal nach Wittgenstein. Dieser weilt aber in weiter Ferne und soll so schnell wie möglich an sein Krankenbett gebracht werden. Dass aber Kräuter, Riemer und der Ich-Erzähler eigentlich verhindern wollten, dass Wittgenstein den sterbenden Goethe besucht, lässt diesen kalt. Warum sie dies verhindern wollen, erfährt der Leser im Verlauf dieser ersten Kurzgeschichte. Montaigne ist es, welcher den Ich-Erzähler in der nächsten Geschichte nachhaltig beeinflusst. Dieser flüchtet in seiner Einsamkeit und Unverstandenheit in die Literatur und fühlt sich mit dem Philosophen auf geistiger Ebene seltsam verwandt. Diese Zweisamkeit wird aber von der Realität zerstört. Um rote und grüne Wanderbekleidung und zwei miteinander bekannte Familien geht es in der Erzählung "Wiedersehen". Worin dieses Wiedersehen besteht, was dieses Wiedersehen auslöst und vor allem, wofür dieses Wiedersehen eigentlich steht, erfährt der Leser auch hier erst gegen Ende der Erzählung. Um Flucht, Philosophie und eine seltsame Freundschaft geht es auch in der kürzesten und letzten der vier Erzählungen. Meine Meinung: Ich habe vorher noch nie etwas von Thomas Bernhard gelesen, wollte dies aber schon immer einmal tun. Der Schreibstil stellt einen unglaublich hohen Anspruch an den Leser und setzt viel Wissen und Verständnis voraus. Dies ist auch der Grund, weshalb ich nicht auf Anhieb allen Gedankengängen und Gesprächen folgen konnte und einige Recherchen zum Buch unternehmen musste. Dass die vier Texte aber in erster Linie als nicht ganz ernst gemeint zu verstehen sind und dass sie sich durch Übertreibungen Richtung Aberwitz bewegen, ist nicht von der Hand zu weisen und sollte  bei der Lektüre dieser Geschichten auf jeden Fall im Hinterkopf behalten werden. Ich werde wohl weiter eLiteratur des Autors lesen und mich so mehr und mehr mit seinem Stil und seinen Geschichten vertraut machen. Fazit: Nur wer Gedankenakrobatik und Irrwitz nicht scheut, sollte sich ohne Hintergrundwissen an diese Erzählungen wagen. Zusätzliche Infos: Autor: Thomas Bernhard Taschenbuch: 97 Seiten  Verlag: Suhrkamp Sprache: Deutsch ISBN 978-3-518-46278-2

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  • Rezension zu "Goethe schtirbt" von Thomas Bernhard

    Goethe schtirbt

    bogi

    23. January 2011 um 17:48

    Ein weiterer Baustein zur Befriedigung meiner Bernhard-Sucht. Diese Neuerscheinung ist in soweit etwas Besonderes, da sich der Meister die Veröffentlichung der vier Erzählungen in einem Band gewünscht hat aber leider nicht mehr erleben durfte. In "Goethe schtirbt" schildert Bernhard in ziemlich skuriler Form, wie die Nationalikone in seinen letzten Lebens-(stunden?) unbedingt nochmal einen Weggefährten treffen will. Dies ergibt sich aber nicht, weil beide vorher ableben. Zudem macht sich Goethe nochmals klar, wie aussergewöhnlich und grossartig er doch ist. Vielleicht war das ja alles so, ich denke aber eine grandiose Satire. Diese Erzählung stellt meines Erachtens auch das absolute Highlight des Bändchens dar. Geschichte zwei und drei befassen sich im Grunde mit dem Elternkomplex des Erzählers (Bernhard??). Im letzten Stück dreht sich alles im Grunde um den Groll des Erzählers (Bernhard??) gegen sein Heimatland Österreich und seine Glorifizierung diverser anderer Gegenden und Städten. Ob es zwingend ein ideales Buch zum Einstieg in Bernhardsche Werke ist, bin ich mir nicht sicher. Definitiv aber ein wunderbares Werk, das einem den Autor in insgesamt typischer aber nicht für alle Bücher geltende Weise nahebringt.

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  • Rezension zu "Goethe schtirbt" von Thomas Bernhard

    Goethe schtirbt

    Thaila

    03. November 2010 um 16:12

    Das schmale Bändchen "Goethe schtirbt" umfasst vier Erzählungen von Thomas Bernhard. Die Titelgeschichte beschreibt die letzten Tage von Goethe aus den Erzählungen seiner treuen Anhänger und Jünger. Ekermann ist in Ungnade gefallen und der alte Goethe hat es sich als letzten Wunsch in den Kopf gesetzt, Wittgenstein zu treffen und mit ihm über seine Philosophie zu sprechen, der natürlich zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht lebte. Für alle anderen Geistesgrößen seiner Zeit hat Goethe nur Verachtung übrig. Bernhards Goethe ist von grenzenlosem Größenwahn getrieben, so rühmt er sich selbst als großer Lähmer der deutschen Literatur, da nach ihm auf hundert Jahre nichts nachwachsen könne. Die übrigen Erzählungen bestehen vor allem aus dem legendären Bernhard'schen Haßtiraden. Beschimpfungen auf die Gesellschaft, auf Österreich, das "häßlichste und lächerlichste Land der Welt" und auf die Familie als Keimzelle des gesellschaftlichen Terrors reihen sich aneinader. "Die Elternhäuser sind immer Kerker und die wenigsten können ausbrechen" so ein typisches Zitat aus dem Buch. Das könnte anstrengend sein. Ist es aber ganz und gar nicht, sondern liest sich höchst vergnüglich. Zum einem liegt das an Bernhards wundervoll poliertem Stil. Obwohl viele Sätze ellenlang sind und sich in unzähligen Konstruktionen ineinanderschachteln, verliert der Autor nie die Kontrolle und der Leser nicht den Überblick. Zum anderen ist Bernhards Humor hervorzuheben. Der Autor ist weit mehr als ein alter Grandler. Seine Beobachtungen sind fast immer von treffender Schärfe, urkomisch und ihnen wohnt nicht selten ein Augenzwinkern inne, wenn sich zum Beispiel zwei Kindheitsfreunde darüber streiten, wessen Eltern die Schlimmeren waren. Hat mir sehr gefallen und war für mich ein guter Einstieg in Bernhards Werk. Allein der etwas happige Preis ist als Einschränkung zu nennen, wobei der Wert von Literatur ja nicht in Seitenzahlen gemessen werden kann!

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  • Rezension zu "Goethe schtirbt" von Thomas Bernhard

    Goethe schtirbt

    HeikeG

    02. October 2010 um 16:01

    Goethe - der Lähmer, Montaigne - der Lenker . „Den Menschen ist nicht zu helfen in unserer Welt, die schon Jahrhunderte voller Heuchelei ist. Der Welt ist wie den Menschen nicht zu helfen, weil beide durch und durch Heuchelei sind.“ (Thomas Bernhard: „In Flammen aufgegangen. Reisebericht an einen einstigen Freund“) . Als den „Großen Österreichischen Staatsbeschimpfer“, ja den „großen Allesbeschimpfer“ hat die FAZ ihn bezeichnet. „Eine Wanze, die man vertilgen müsse“, formulierte eine Wiener Zeitung am Tag nach der Preisverleihung zum „Kleinen Österreichischen Staatspreis“ und den eklatanten „Dankesworten“ des Geehrten. Sein „Heldenplatz“ gilt als Attacke an „sechs Millionen debile Österreicher“ und avancierte zum Theaterskandal schlechthin. Thomas Bernhard war zu Lebzeiten der bestgehasste, tiefstverabscheute, meistverunglimpfte Schriftsteller seines Heimatlandes. Der am 12. Februar 1989 verstorbene Dichter selbst verordnete testamentarisch ein Aufführungsverbot seiner Stücke in Österreich, um sich „gegen jede Einmischung“ und „gegen jede Annäherung dieses österreichischen Staates“ seine Person und sein Werk betreffend zu verwahren. . Der „Künstlichkeit“ der ihn umgebenden Welt den Spiegel vorzuhalten war Thomas Bernhards erklärtes Ziel. Seine in Selbstgesprächen agierenden Figuren - vornehmlich „Geistesmenschen“ und Denker - leiden vor allem in und an ihrer (Um-)Welt und sind zu menschlichen Beziehungen unfähig. Bei Bernhard gibt es keine Hoffnung mehr, alles scheint aussichtslos: „Redet man mit einem Menschen stellt sich heraus er ist ein Idiot“ (Heldenplatz). Seine Figuren leben in ihrer eigenen Welt. Scheinbar endlose, sich wiederholende und zum Teil ohne Absatz über ganze Seiten hinwegziehende, verschachtelte Monologe sind keine Seltenheit. Bernhards Sprache ist nahezu komponiert, wirkt jedoch auf Grund seiner alles andere als „normalen“ Protagonisten nicht abgehoben, sondern äußerst treffend. . In dem vorliegenden schmalen Bändchen sind erstmals vier Erzählungen aus den Jahren 1982/1983 vereint, die der Österreicher zu Lebzeiten gern in einem Buch vereint gesehen hätte, zu dem es jedoch niemals kam. Sie sind nahezu ein treffliches Beispiel seines Duktus‘. Zum einen ergeht sich der Autor in bösen Schimpftiraden und Österreich ist für ihn einmal mehr „das hässlichste und lächerlichste Land der Welt“, die österreichische Regierung „die dümmste Regierung auf der Welt“, der „österreichische katholische Klerus, der gefinkelste auf der Welt“: „Als eine perverse Öde und eine fürchterliche Stumpfsinnigkeit empfand ich mein Land. (...) Die katholische Kirche ist die Weltvergifterin, die Weltzerstörerin, die Weltvernichterin, das ist die Wahrheit.“ Zum anderen spürt der Leser auch eine große Einsamkeit und Verlassenheit: „Ich habe niemals einen Vater und niemals eine Mutter, aber immer meinen Montaigne gehabt.“
 . Doch nicht alle Menschen verachtet der Welthasser. Montaigne und Paul Wittgenstein, mit dem ihm eine Freundschaft verband, verehrt Bernhard. Über Goethe macht er sich hingegen lustig oder besser: Er würdigt ihn in seiner Erzählung „Goethe schtirbt“ parodistisch: Dem Sterbenden soll der letzte Wunsch erfüllt und Pauls Onkel, der Philosoph Ludwig Wittgenstein, an dessen Bett geholt werden. Das Unterfangen gelingt jedoch aufgrund widriger Umstände nicht. Die zeitliche Unmöglichkeit ist dabei nicht der Verhinderungsgrund, jedoch Goethes vortrefflich dagegen intrigierendes Umfeld. Von österreichischen Denkern käme schließlich nichts Gutes und - noch viel schlimmer - dem deutschen Dichterfürsten könnte seine eigene wahre Größe, die er vortrefflich ins rechte Licht zu setzen versteht, in Zweifel geraten. So stirbt der Geheimrat ohne „seinen philosophischen Sohn“ gesehen zu haben, aber mit dessen Worten im Mund: „Das ,Zweifelnde und das Nichtzweifelnde‘ soll Goethe als Vorletztes gesagt haben. Also einen wittgensteinschen Satz. Und kurz darauf jene zwei Wörter, die seine berühmtesten sind: ,Mehr Licht!‘. Aber tatsächlich hat Goethe als Letztes nicht ,Mehr Licht‘, sondern ,Mehr nicht!‘ gesagt. (...) Wir einigten uns darauf, der Welt mitzuteilen, Goethe habe ,Mehr Licht‘ gesagt als Letztes und nicht ,Mehr nicht!‘ An dieser Lüge als Verfälschung leide ich (...) noch heute.“ . „Goethe schtirbt“ ist ein wunderbares Kleinod und gleichzeitig ein vortrefflicher Einstieg in das Oeuvre des Autors. Sich der Person Thomas Bernhard zu nähern ist allerdings nicht einfach. Zu sehr polarisiert er, zu kompromisslos treffen bei ihm Dichtung und Wahrheit aufeinander und verzahnen sich. Entweder man liebt diesen radikal offenen, großartigen Stilisten oder man lehnt ihn als Misanthrop, knorrigen Grantler, als "Unterganghofer" kategorisch ab.

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