Thomas Blisniewski Die Entdeckung der Frauen in der Renaissance

(2)

Lovelybooks Bewertung

  • 2 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 1 Rezensionen
(2)
(0)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Die Entdeckung der Frauen in der Renaissance“ von Thomas Blisniewski

Die Entdeckung der Frauen - zwei Phänomene der Renaissance: Frauen werden von Männern ›entdeckt‹, als Herrscherinnen, Mitregentinnen, als Dichterinnen und Malerinnen. Doch die Frauen der Renaissance entdecken auch sich selbst, entdecken, dass sie in einer Gesellschaft, die von Männern geführt und geprägt wird, Stellung beziehen können. Nicht nur an jenen Orten, an die sie von Männern traditionell gebunden wurden und verbannt worden waren, sondern auch in männlichen Domänen: der Kunst und der Politik. So ist der Titel bewusst doppeldeutig gewählt', schreibt Thomas Blisniewski in seinem Vorwort. Der Autor erzählt in diesem reich bebilderten Buch von Dichterinnen, Malerinnen, Musikerinnen, Fürstinnen, Mäzeninnen und Lebedamen, die den Männern auf Augenhöhe begegneten. In ihren literarisch-rhetorischen Briefdialogen, ihren politischen Entscheidungen, ihren künstlerischen Ambitionen oder ihrer strategischen Weitsicht nötigten sie den männlichen Herrschern, Künstlern und Denkern Respekt ab. Welche Verehrung das weibliche Geschlecht erfuhr, zeigen darüber hinaus auch die Kapitel über religiöse und idealisierte Frauen. Wobei Letztere den perfekten Vorwand boten, um mythische Heldinnen wie Venus, Flora oder Lucretia hüllenlos zu zeigen. Trotz des männlichen Blicks beginnt im späten 15. Jahrhundert für die gebildete Frau von Stand ein besonders produktives Zeitalter, das leider Ende des 16. Jahrhunderts wieder für lange Zeit in einen tiefen Dornröschenschlaf sinkt. Mit Gemälden von Sofonisba Anguissola, Lavinia Fontana und Catharina van Hemessen, Sandro Botticelli, Albrecht Dürer, Michelangelo, Tizian, Giorgione, Lucas Cranach d.Ä., Raffael, Hans Holbein d.J., Paolo Veronese u.v.a.
  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Rezension zu "Die Entdeckung der Frauen in der Renaissance" von Thomas Blisniewski

    Die Entdeckung der Frauen in der Renaissance
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    29. August 2011 um 08:44

    Der Kunsthistoriker und Philosoph Thomas Blisniewski veröffentlicht nach den beiden Werken „Frauen, die den Faden in der Hand halten (2009) und „Mütter, die im Bilde sind“ (2010) mit dem hier vorliegenden Band „Die Entdeckung der Frauen in der Renaissance“ sein drittes kunstgeschichtliches Buch über Frauen in Folge beim Elisabeth Sandmann Verlag. In ihm beschäftigt er sich mit der revolutionären Kunstepoche der Renaissance, der er unter dem Titel „Zwischen Wandlung und Neubeginn“ zunächst einen sehr informativen kunsthistorischen Essay widmet. Es war diese Epoche, die den Mensch in den Mittelpunkt unterschiedlicher Betrachtungen rückte. Man war der Überzeugung, menschliche Würde sei nur durch eine umfassende Bildung zu erreichen. So kam es, dass auch Frauen von höherem Rang und Stand plötzlich ungeahnte Möglichkeiten für sich entdecken konnten und sie auch nutzten. Thomas Blisniewski stellt sie in diesem Buch vor, mit Kurzbiographien und Gemälden zum Teil berühmter Meister, mit denen diese Frauen sich auf Augenhöhe bewegten. Da sind: • Künstlerinnen und Dichterinnen • Herrscherinnen und Mäzeninnen • Heilige und Kurtisanen In einem abschließenden Kapitel befasst sich Blisniewski mit dem Thema „Die idealisierte Frau“ und zeigt an 18 Beispielen, die die Epoche der Renaissance beherrschende Tendenz, im Bezug auf antike Mythen und biblische Frauenfiguren sozusagen ideale Frauenfiguren zu schaffen, und insbesondere die tugendsamen Heldinnen aus dem Alten Testament ( z., B. Judith) in ihrer Darstellung zu sexualisieren. Ein weiterer empfehlenswerter Band von Thomas Blisniewski, dem es mit gut ausgewählten Bildern und knappen, aber instruktiven Texten hervorragend gelingt, dem Leser und Betrachter einen lebendigen Eindruck einer Epoche zu vermitteln, die nicht nur in der Kunst eine Zeitenwende einleitete, die alle weiteren Epochen beeinflusste.

    Mehr