Thomas Blubacher

 3,9 Sterne bei 29 Bewertungen
Autor von Frei und inspiriert, Gebrauchsanweisung für Bali und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Thomas Blubacher

Thomas Blubacher, 1967 in Basel geboren und promovierter Theaterwissenschaftler, ist als freischaffender Autor und als Regisseur für Bühnen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den USA tätig. Er publizierte mehrere Bücher, u.a. eine Biographie über Gustaf Gründgens, schrieb für verschiedene Zeitungen und verfaßte mehrere Radiofeatures.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Letzte Ruhe am Rheinknie (ISBN: 9783729650626)

Letzte Ruhe am Rheinknie

Neu erschienen am 17.06.2021 als Hardcover bei Zytglogge.

Alle Bücher von Thomas Blubacher

Cover des Buches Frei und inspiriert (ISBN: 9783938045800)

Frei und inspiriert

 (19)
Erschienen am 06.08.2013
Cover des Buches Gebrauchsanweisung für Bali (ISBN: 9783492276658)

Gebrauchsanweisung für Bali

 (3)
Erschienen am 14.09.2015
Cover des Buches Gebrauchsanweisung für Kreuzfahrten (ISBN: 9783492276818)

Gebrauchsanweisung für Kreuzfahrten

 (2)
Erschienen am 01.09.2016
Cover des Buches Das Haus am Waldsängerpfad (ISBN: 9783946334798)

Das Haus am Waldsängerpfad

 (1)
Erschienen am 25.08.2020
Cover des Buches Wie es einst war (ISBN: 9783458359722)

Wie es einst war

 (1)
Erschienen am 09.12.2013
Cover des Buches Gustaf Gründgens (ISBN: 9783831904310)

Gustaf Gründgens

 (1)
Erschienen am 01.03.2011
Cover des Buches Gebrauchsanweisung für das Tessin (ISBN: 9783492277235)

Gebrauchsanweisung für das Tessin

 (1)
Erschienen am 01.03.2019
Cover des Buches Die vielen Leben der Ruth Landshoff-Yorck (ISBN: 9783458176435)

Die vielen Leben der Ruth Landshoff-Yorck

 (1)
Erschienen am 08.08.2015

Neue Rezensionen zu Thomas Blubacher

Cover des Buches Das Haus am Waldsängerpfad (ISBN: 9783946334798)aus-erlesens avatar

Rezension zu "Das Haus am Waldsängerpfad" von Thomas Blubacher

Wenn Häuser sprechen...
aus-erlesenvor einem Jahr

Es klingelt ordentlich in den Ohren, wenn man von historischen Orten und Häusern spricht. Aktuelle könnte das Reichstagsgebäude in Berlin so manche markerschütternde Geschichte erzählen. Aber auch so manches idyllisch gelegene Häuschen ist durchaus in der Lage frisch-fromm-fröhlich drauf loszuplappern, wenn man sich in seine Geschichte vertieft. Berliner Südwesten. Heute, im mit dem wenig aussagekräftigen Namen Waldsängerpfad ausgezeichneten Stück Berlin, nicht einmal einen halben Kilometer lang, steht dort ein Haus, dass immer noch den Namen seines einstigen Besitzers stolz zeigt. Einst war hier die Dianastraße, Betazeile. Die Göttin der Jagd und der Name eines der schlimmsten Antisemiten, den es jemals gab. Hier wohnte einmal Fritz Wisten. Nur eingefleischte Theaterleute erinnern sich noch an den Schauspieler und Kulturschaffenden, der 1962 starb. 

Der Name ist ein Künstlername, der alsbald schon im Pass eingetragen war. Moritz Weinstein, mit diesem Namen kam er im März 1890 in Wien zur Welt. Ein paar Jahrzehnte später verschlug es ihn in die deutsche Hauptstadt. Kind und Kegel sowie sein Vater brauchten nun eine Unterkunft. Das Haus mit der modernen Architektur – Bauhaus ohne Kompromisse innen und außen – wurde gerade entwohnt, wie es im damaligen LTI-Jargon hieß. Die Besitzer und Auftraggeber für dieses Anwesen mussten Deutschland verlassen. Ihr Name, ihre Religion und vor allem die vorherrschenden Verhältnisse ließen ihnen keine Wahl. Etwas mehr als 50.000 Reichsmark blätterten die Wistens hin. Besitzerin war Gertrud Wisten. Was aber nichts moderner Gleichberechtigung zu tun hatte, sondern mit der Tatsache, dass Wisten, Fritz, geborener Weinstein, Jude war. Und die durften nichts besitzen, geschwiege denn Eigentum in diesem Maße erwerben. Das Haus war kein Ort der Freude im eigentlichen Sinne. Anfangs konnte man zwar noch Feste feiern. Doch schon bald war es für viele ein Ort der Zuflucht, der brüchigen Sicherheit. Wie für Alfred Balthoff. Auch einer von Wistens Kollegen, die heute in Vergessenheit geraten sind. Die Tatsache, dass seine Stimme vielen ausländischen Schauspielern als Charakteristikum dem deutschen Publikum vertraut ist, weist darauf hin, dass das Haus am Waldsängerpfad sicherer war als so manch anderes Versteck in dieser Zeit. Der agile Freddy Balthoff überstand die braune Zeit. Auch die Wistens. Und das obwohl es in der Nähe von Nazi- und Armeegrößen nur so wimmelte. Zum Beispiel Canaris, der sich im Laufe der Zeit gegen Hitler wandte, wohnte unweit. Das Haus selbst wurde von Peter Behrens errichtet. Bauhausikone und Erschaffer der Inschrift am Reichstagsgebäude. Fritz Wisten wurde ebenso drangsaliert wie Millionen anderer, die dem Regime nicht in den Kram passten. Auftrittsverbot, Gehaltskürzung – doch Wisten blieb. Deutsch war seine Sprache. Er konnte und wollte nicht in eine andere Welt eintauchen, die ihm das wichtigste Instrument, die Sprache, nimmt. 

Nach dem Ende der dunklen Zeit konnte Fritz Wisten schnell wieder Fuß fassen. Schon Wochen nach Kriegsende inszenierte er wieder. Wurde Kulturfunktionär – im Osten. Doch auch diese Zeit ging vorüber.

Thomas Blubacher reiht in seinem Stolperstein-Buch historische Daten aneinander, dass einem schwindlig wird. Die Fülle an Fakten, Namen, Daten berührt und macht deutlich, dass Geschichte immer und überall sichtbar ist und es auch weiterhin sein muss. Der Kampf darf nicht vergessen werden. Eigentlich unvorstellbar, dass es solche Schicksale gab, und dass sie trotz der Besessenheit der Täter zu einem fast schon guten Ende führen konnten.


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Cover des Buches Gebrauchsanweisung für das Tessin (ISBN: 9783492277235)sabatayn76s avatar

Rezension zu "Gebrauchsanweisung für das Tessin" von Thomas Blubacher

‚Das Tessin ist ein Paradies, das funktioniert. Schweiz halt, aber mit italienischem Flair.‘
sabatayn76vor 2 Jahren

‚Das Tessin ist ein Paradies, das funktioniert. Schweiz halt, aber mit italienischem Flair.‘ (Seite 11)

Thomas Blubacher verbrachte die ersten Ferien seines Lebens im Tessin und kehrte immer wieder zurück. In seiner ‚Gebrauchsanweisung für das Tessin‘ erzählt er von Mittelmeerflair und Alpendörfern, Sonnenstunden und Regenmenge, ACAV und Agriturismo, Gotthard-Tunnel und Urschweizern, Rabadan und Bellinzona, Volksinitiativen und Xenophobie, Schweizerdeutsch und Hochdeutsch, Esskastanien und Familiengemeinschaft, Parteienlandschaft und Anwälten, Kirche und Nudisten, Seidenraupen und Luxusmarken, Freimaurern und Nationalsozialismus, Monte San Giorgio und Fossilien, Eidechsen und Mücken, Leni Riefenstahl und Romy Schneider.

Ich kenne von Blubacher bereits die ‚Gebrauchsanweisung für Kreuzfahrten‘ und die ‚Gebrauchsanweisung für Bali‘, die mir beide sehr gut gefallen haben.

Blubachers ‚Gebrauchsanweisung für das Tessin‘ hat mir hinsichtlich des für den Autor typischen Sprachwitzes gut gefallen, obwohl ich das Buch bisweilen etwas mühsam zu lesen fand. Dies mag einerseits an den recht langen Kapiteln liegen, die für meinen Geschmack etwas zu unfokussiert waren. Zudem verliert sich der Autor bisweilen in unnötigen Details, was zwar durchaus amüsant ist, bisweilen aber etwas zu weitschweifig und zu ausufernd wirkt.

Insgesamt vermittelt das Buch sehr viele Informationen und ist unterhaltsam, aber so richtig packen und fürs Tessin begeistern konnte mich Blubacher leider nicht.

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Cover des Buches Gebrauchsanweisung für Kreuzfahrten (ISBN: 9783492276818)sabatayn76s avatar

Rezension zu "Gebrauchsanweisung für Kreuzfahrten" von Thomas Blubacher

‚Unterschied zwischen Boot und Schiff: In Ersteres steigt man ein, wenn Letzteres sinkt!‘
sabatayn76vor 5 Jahren

Inhalt:
In seiner ‚Gebrauchsanweisung für Kreuzfahrten‘ erzählt Thomas Blubacher von Lustfahrt und Augusta Victoria, Umweltverschmutzung und Animation, Traumschiff und Titanic, Rettungsweste und Brandgefahr, Karibikreise und ‚Torture Ship‘, Reisekosten und Passagieren, Seekrankheit und Sterbefällen, Einzelreisenden und Paaren, Triskaidekaphobia und Spas, Captain Johnny und Johnny Rockets, Paketklebeband und Hustensaft, Kinderbetreuung und Escortservice, Flussreisen und Hochseekreuzfahrt.

Mein Eindruck:
Ich habe noch nie eine Kreuzfahrt gemacht und hatte dies bis zur Lektüre des Buches auch nicht vor. Während und nach der Lektüre muss ich allerdings sagen, dass mich der Autor sehr neugierig gemacht hat, und dass ich mir nun vorstellen kann, dass Kreuzfahrten durchaus ihren Reiz haben, dass sich ein solcher Urlaub spannend, erholsam und aufregend anhört.

Der Autor berichtet anhand eigener Kreuzfahrten vom Ablauf einer solchen, von Besonderheiten, von positiven und negativen Aspekten. Dabei ist er sehr humorvoll, bisweilen bitterböse, und er erzählt voller Sprachwitz von seinen Erfahrungen und Erlebnissen.

Mir hat das Buch durchweg sehr gut gefallen, denn es ist unterhaltsam und zudem lehrreich, so dass mir jede Seite des Buches Spaß gemacht hat und ich außerdem sehr viel dazugelernt habe.

Mein Resümee:
Amüsant, spannend, lebendig erzählt.

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