Thomas Bock

 4,2 Sterne bei 10 Bewertungen
Autor*in von Achterbahn der Gefühle, Psychose und Eigensinn und weiteren Büchern.
Autorenbild von Thomas Bock (©)

Lebenslauf von Thomas Bock

Thomas Bock, Jahrgang 1974. Hat nach seinem Realschulabschluss eine dreijährige Lehre als Kaufmann im Einzelhandel absolviert. Nach diversen Fortbildungsmaßnahmen arbeitet er heute im technischen Kundendienst für Arztpraxen. Das Schreiben ist eher einem Hobby entsprungen. Diverse Kurzgeschichten zu unterschiedlichen Themen und mit verschiedenen Inhalten hat er bisher nur dem Freundeskreis zum lesen angeboten. „Das Woodstock-Massaker“ ist das zweite Werk des „Newcomers“, welches über einen Verlag vertrieben wird.

Alle Bücher von Thomas Bock

Neue Rezensionen zu Thomas Bock

Cover des Buches Lichtjahre: Psychosen ohne Psychiatrie - Reprint der Ausgabe von 2001 (Fachwissen) (ISBN: 9783884146095)
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Rezension zu "Lichtjahre: Psychosen ohne Psychiatrie - Reprint der Ausgabe von 2001 (Fachwissen)" von Thomas Bock

‚Nie wäre ich auf die Idee gekommen, daß an meinem Weltbild etwas falsch ist.‘
sabatayn76vor 3 Monaten

‚Nie wäre ich auf die Idee gekommen, daß an meinem Weltbild etwas falsch ist.‘ (Seite 112)

Thomas Bock hat für ‚Lichtjahre‘ 34 Geschichten über Menschen gesammelt,
- die lange Zeit durchgehend oder wiederholt Psychosen erlebt haben, ohne psychiatrische Hilfe in Anspruch zu nehmen,
- die über lange Zeit Psychosen erlebt haben, die Psychiatrie aber nur für kurze Momente nutzen,
- die vor langer Zeit mit der Psychiatrie in Berührung gekommen sind und sie seither trotz andauernder oder wiederholter Psychoseerfahrung meiden,
- die über lange Jahre Psychosen erlebten und erst spät mit der Psychiatrie in Verbindung kamen sowie
- die mehrere psychotische Episoden mit und ohne psychiatrische Hilfe erlebten.

Ich beschäftige mich schon sehr lange mit Psychosen, und ich habe viel von Bock gelesen und schätze ihn sehr - als Autor und als Behandler im Bereich der Psychosenpsychotherapie. ‚Lichtjahre‘ hat mich sehr interessiert, weil ich gespannt war auf die Lebensgeschichten von Menschen, die psychoseerfahren sind und sich nicht (mehr) psychiatrisch behandeln lassen, was einen ganz anderen Blick auf Psychosen und einen ganz anderen Umgang mit psychotischem Erleben versprach.

Ich empfand das Buch anfangs leider als recht trocken, zu sachlich und theoretisch, habe aber aufgrund meiner Begeisterung für Bock weitergelesen. Und tatsächlich gab es immer wieder spannende Informationen und interessante Impulse, doch über weite Strecken hinweg habe ich mich anfangs eher durchs Buch gequält.

Mit Beginn der Beschreibung der Stichprobe und der Angabe der demografischen Daten empfand ich ‚Lichtjahre‘ als sehr spannend, auch wenn ich das Buch insgesamt trotzdem nicht so eingängig wie andere Bücher von Bock fand. Alles in allem ist es aber ein guter Einblick in eine Thematik, die sonst (zu) wenig Beachtung findet.

‚Das Erleben in der Psychose ist nicht nur negativ, sondern hat ganz offenbar einen eigenen Reiz.‘ (Seite 150)

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Cover des Buches Sinnsuche und Genesung: Erfahrungen und Forschungen zum subjektiven Sinn von Psychosen (Fachwissen) (ISBN: 9783884145777)
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Rezension zu "Sinnsuche und Genesung: Erfahrungen und Forschungen zum subjektiven Sinn von Psychosen (Fachwissen)" von Thomas Bock

'Nicht nur: Warum bin ich so geworden? Sondern auch: Was kann ich daraus lernen?'
sabatayn76vor 7 Monaten

‚Viele Betroffene werden zum Experten ihrer selbst, gerade weil sie den Anspruch haben, nicht nur nach dem Warum, sondern auch nach dem Wozu zu fragen. Nicht nur: Warum bin ich so geworden? Sondern auch: Was kann ich daraus lernen?' (Seite 9)

‚Sinnsuche und Genesung‘ beinhaltet eine große Fülle an Themen wie z.B. Logotherapie (Viktor Frankl), Grundbedürfnisse (Klaus Grawe), Salutogenese (Aaron Antonovsky), transaktionales Stressmodell (Richard Lazarus), anthropologische Sicht und Recovery, SuSi-Fragebogen und Lebensqualität, Religiosität, Stimmenhören, Soteria und Affektlogik, kognitive Verhaltenstherapie und metakognitives Training, systemische und tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie.

Ich empfinde das Thema Sinnsuche bei Psychose als extrem wichtiges und relevantes Thema, auf das ich bei meiner Tätigkeit im Bereich der Psychosenpsychotherapie immer wieder stoße. Aus diesem Grunde - und weil ich Thomas Bock als großes Vorbild sehe und sehr gerne Bücher von ihm lese - habe ich zu diesem Buch gegriffen, und nach der Lektüre kann ich sagen, dass es mir gute Impulse für meine Arbeit gegeben hat und dass ich es nicht nur gerne an Kollegen, sondern auch an Psychoseerfahrene weiterempfehlen werde.

Die Sicht der Autoren und Autorinnen ist respektvoll, wertschätzend und komplex, und dementsprechend viele Stellen habe ich mir im Buch markiert, die ich gerne nochmals lesen möchte, die mir gefallen haben, die ich gerne in Erinnerung behalten will.

Inhaltlich ist das Buch ziemlich breit aufgestellt, thematisiert dabei nicht nur Schizophrenie, sondern auch bipolare Störungen, Depression und körperliche Erkrankungen. Hier bin ich auf viel Bekanntes gestoßen, das ich noch aus meinem Psychologie-Studium kenne (aber zum Teil wieder vergessen habe), habe aber auch viel dazugelernt, habe viel Input und Ideen für meine tägliche Arbeit bekommen.

Schön fand ich auch den SuSi-Fragebogen, den ich zukünftig gerne einsetzen möchte (und in der Zwischenzeit auch schon eingesetzt habe).

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Cover des Buches Psychose und Eigensinn (ISBN: 9783966051774)
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Rezension zu "Psychose und Eigensinn" von Thomas Bock

‚Eine Psychiatrie ohne Eigensinn hat einfache Konzepte, klare Diagnosen [...].'
sabatayn76vor einem Jahr

‚Eine Psychiatrie ohne Eigensinn hat einfache Konzepte, klare Diagnosen, Standardmedikationen, ein abgeschottetes Menschenbild ... und ist langweilig (muss unendlich langweilig sein). Die Arbeit mit eigensinnigen Patientinnen und Patienten ist anstrengend, vielseitig, lebensnah, birgt überraschende Wendungen mit offenem Ende ... und macht Spaß.‘ (Seite 9f)  
Thomas Bock erzählt in ‚Psychose und Eigensinn‘ von der Bedeutung von Eigensinn bei psychischen Störungen, von anthropologischen Aspekten, Krankheitseinsicht und Compliance, von Recovery, Angehörigenbewegung, Psychoseseminaren und Corona-Pandemie. Im Anschluss daran werden eigensinnige Menschen mit Psychoseerfahrung in 17 Portraits vorgestellt.

Ich habe schon unzählige Bücher von Bock gelesen, und diese haben stets dazu beigetragen, mich persönlich und in meiner psychotherapeutischen Tätigkeit (im Bereich der Psychosepsychotherapie, aber auch generell als Therapeutin) weiterzuentwickeln. Ich schätze Bocks wertschätzenden, respektvollen, interessierten Blick auf Menschen mit Psychoseerfahrung, lerne viel und gern von ihm und bin immer wieder beeindruckt von seinem Wissen und seiner Erfahrung.

Auch im vorliegenden Buch hat Bock die Funktion und Sinnhaftigkeit von Psychosen sowie die Bedeutung von Symptomen wie Wahn und Halluzinationen perfekt herausgearbeitet, wodurch er wichtige und hilfreiche Impulse für die eigene Arbeit mit Menschen mit Psychose bietet.

Auch die trialogische Sicht, typisch für Bock, ermöglicht wertvolle und wichtige Einblicke in die Thematik. Das Thema Eigensinn werde ich in Zukunft gerne mehr im Auge behalten und mich gerne an Bocks Ausführungen erinnern, wenn ich es mit besonders herausfordernden Menschen zu tun habe.

‚Dünnhäutige, insbesondere psychosenahe Menschen erleben Lebenskrisen existenzieller. Vor neuer Orientierung können Phasen des besonderen Eigensinns nötig sein bis hin zum Risiko, vorübergehend aus der Realität auszusteigen. Auch für dünnhäutige Menschen sind solche Zeiten nicht völlig zu vermeiden - es sei denn um den Preis der Stagnation. Aber sie müssen sich vielleicht anders darauf vorbereiten und brauchen begleitende Hilfen. Wenn wir diese verweigern und unsere Hilfeangebote ausschließlich darauf ausrichten, Rückfälle zu vermeiden, verpflichten wir die sich uns anvertrauenden Menschen darauf, mit den Krisen auch das Leben zu vermeiden. Mit dieser Haltung sind wir nicht hilfreich, sondern verstärken Negativsymptomatik und sind mitverantwortlich für depressive Nachschwankungen, ohne es zu merken.‘ (Seite 13f)

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