Thomas Bock

 4 Sterne bei 6 Bewertungen
Autor von Achterbahn der Gefühle, Das Tagebuch und weiteren Büchern.
Autorenbild von Thomas Bock (©)

Lebenslauf von Thomas Bock

Thomas Bock, Jahrgang 1974. Hat nach seinem Realschulabschluss eine dreijährige Lehre als Kaufmann im Einzelhandel absolviert. Nach diversen Fortbildungsmaßnahmen arbeitet er heute im technischen Kundendienst für Arztpraxen. Das Schreiben ist eher einem Hobby entsprungen. Diverse Kurzgeschichten zu unterschiedlichen Themen und mit verschiedenen Inhalten hat er bisher nur dem Freundeskreis zum lesen angeboten. „Das Woodstock-Massaker“ ist das zweite Werk des „Newcomers“, welches über einen Verlag vertrieben wird.

Neue Bücher

Cover des Buches Psychose und Eigensinn (ISBN: 9783966051774)

Psychose und Eigensinn

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Neu erschienen am 14.10.2021 als Taschenbuch bei Psychiatrie Verlag.

Alle Bücher von Thomas Bock

Cover des Buches Achterbahn der Gefühle (ISBN: 9783867391740)

Achterbahn der Gefühle

 (3)
Erschienen am 20.08.2018
Cover des Buches Das Tagebuch (ISBN: 9783862371013)

Das Tagebuch

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Erschienen am 26.10.2010
Cover des Buches Menschen mit Psychose-Erfahrung begleiten (ISBN: 9783966050708)

Menschen mit Psychose-Erfahrung begleiten

 (1)
Erschienen am 16.09.2020
Cover des Buches Psychose und Eigensinn (ISBN: 9783966051774)

Psychose und Eigensinn

 (1)
Erschienen am 14.10.2021
Cover des Buches Moonlander (ISBN: 9783946696476)

Moonlander

 (1)
Erschienen am 01.07.2020
Cover des Buches Die sieben Stufen (ISBN: 9783740762490)

Die sieben Stufen

 (0)
Erschienen am 19.11.2019
Cover des Buches Die Bettelkönigin (ISBN: 9783867390415)

Die Bettelkönigin

 (0)
Erschienen am 11.03.2013

Neue Rezensionen zu Thomas Bock

Cover des Buches Menschen mit Psychose-Erfahrung begleiten (ISBN: 9783966050708)sabatayn76s avatar

Rezension zu "Menschen mit Psychose-Erfahrung begleiten" von Thomas Bock

‚Niemand ist nur gesund oder nur krank.'
sabatayn76vor einem Jahr

‚Niemand ist nur gesund oder nur krank. Auch Menschen mit akuten Psychosen sind nicht nur symptomgesteuert, sondern in widersprüchlichem Kontext handelnde und um Gleichgewicht ringende menschliche Wesen - in verzweifelter Not, in sensitiver Reaktion auf soziale Belastungen in beiden Richtungen (Reizüberflutung oder -entzug), als Seismografen umfassender gesellschaftlicher Bedrohung. Diese Sichtweise macht die Begegnung und therapeutische Arbeit mit Psychose-Erfahrenen und ihren Angehörigen lehrreich, reizvoll und spannend.‘ (Seite 152f)

Thomas Bock fasst in ‚Menschen mit Psychose-Erfahrung begleiten‘ die wichtigsten Aspekte zusammen, die man über Psychosen wissen sollte: Verlauf, Symptome, Häufigkeit, Auslöser, Risiko- und Schutzfaktoren, Stigmatisierung, Trialog, Recovery, EX-IN, Hometreatment, Soteria, Psychosenpsychotherapie und Pharmakotherapie.

Vor einem knappen Jahr habe ich ‚Umgang mit psychotischen Patienten‘ von Bock gelesen, und ‚Menschen mit Psychose-Erfahrung begleiten‘ lehnt an dieses Buch an, wurde aber komplett überarbeitet. Meiner Meinung nach hat sich Bock mit ‚Menschen mit Psychose-Erfahrung begleiten‘ selbst übertroffen, denn er hat das bereits großartige Buch ‚Umgang mit psychotischen Patienten‘ wundersamerweise noch besser gemacht.

Seit meiner ersten ‚Begegnung‘ mit Bock im Film ‚Nicht alles schlucken/Leben mit Psychopharmaka‘ bin ich erklärter Bock-Fan. Mit Psychosen habe ich mich bereits sehr intensiv beschäftigt: wissenschaftlich in der Hirnforschung, in meiner Dissertation und im Rahmen universitärer Lehre. Ich habe zudem einen starken persönlichen Bezug zu (schizophrenen) Psychosen und möchte/werde in Zukunft psychotherapeutisch mit Betroffenen arbeiten. Bock sehe ich als großes Vorbild für einen wertschätzenden, ehrlich interessierten, empathischen, beharrlichen Behandler im Bereich der Psychosenpsychotherapie, so dass ich immer wieder zu seinen Büchern greife, von denen ich so viel lernen und mitnehmen kann.

Bock trifft mit seinen Ausführungen immer wieder ins Schwarze, so dass ich mir beim Lesen von ‚Menschen mit Psychose-Erfahrung begleiten‘ immer wieder Sätze markiert habe, in denen er seine Überlegungen so gekonnt zusammengefasst hat, dass ich sie immer wieder nachlesen möchte.

In jedem einzelnen Satz des Buches spürt man Bocks Wertschätzung, seine Authentizität, sein wahres Interesse an Menschen mit Psychose. Dies alles hat mich beim Lesen sehr berührt, denn vor allem für Betroffene mit Psychosen brauchen wir mehr solche Behandler mit echter Leidenschaft, echter Empathie und einem gewissen Beharrungsvermögen.

Das Buch enthält sehr aktuelle Informationen und greift sogar die Corona-Pandemie auf, und obwohl ich mich schon sehr ausgiebig mit Psychosen beschäftigt habe, habe ich trotzdem noch viel dazugelernt, habe von Bock wichtige Impulse bekommen.

Ich möchte das Buch allen Betroffenen, aber auch Angehörigen und Professionellen mit Nachdruck empfehlen und wünsche mir sehr, dass viele Menschen von Bocks menschlichem Ansatz lernen und die Behandlung von Betroffenen mit Psychosen verbessern möchten und werden.

‚Wir therapeutisch Handelnden sind umgekehrt nicht unverletzbar, stehen nicht unverrückbar am anderen Ufer, sondern sollten uns offener als bisher zur eigenen Brüchigkeit, Krisenerfahrung und Bedrohtheit durch reale Gefahren bekennen - zum Vorteil für beide Seiten und als Basis für das gemeinsame Bemühen um eine symmetrische Beziehung.‘ (Seite 152)

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Cover des Buches Achterbahn der Gefühle (ISBN: 9783867391740)sabatayn76s avatar

Rezension zu "Achterbahn der Gefühle" von Thomas Bock

‚Die Abwechslung von Depressionen und Manien treibt die Ambivalenz auf die Spitze [...].'
sabatayn76vor 2 Jahren

‚Die Abwechslung von Depressionen und Manien treibt die Ambivalenz auf die Spitze, die wir alle kennen, die Balance von Nähe und Distanz, von Bindung und Autonomie, von Macht und Ohnmacht.‘ (Seite 47)

Der Aufbau des Buches folgt dem zeitlichen Verlauf des Erkrankens an einer Depression bzw. einer Manie - sowohl bei den Betroffenen und den Angehörigen als auch bei den Professionellen.

Zuerst geht Thomas Bock auf das Erleben ein, d.h. auf den Beginn der Depression oder Manie, die Umschlagpunkte zwischen den beiden Extremen, die Sicht der Betroffenen, ihrer Partner, ihrer Kinder, ihrer Eltern sowie ihren Behandlern. Im folgenden Kapitel (‚Übersicht gewinnen‘) beschreibt Bock die Symptome von Depression und Manie, die alte und die neue Klassifikation, die Häufigkeit und den Verlauf. ‚Verstehen‘ beschäftigt sich mit verschiedenen Erklärungsmodellen, z.B. genetische Aspekte, Modelle aus Psychoanalyse und Verhaltenstherapie, ‚Handeln‘ befasst sich mit Frühwarnzeichen, Prävention und Behandlung. Im letzten Abschnitt (‚Umgang mit Krisen‘) geht Bock näher auf Themen wie Suizidalität und rechtliche Aspekte (z.B. Unterbringung und Betreuung) ein.

Seit meiner ersten ‚Begegnung‘ mit Bock (im großartigen Film ‚Nicht alles schlucken – Umgang mit Psychopharmaka‘) bin ich begeistert von ihm, seiner Sicht auf die Psychiatrie, seinem Umgang mit Betroffenen und Angehörigen. Seitdem habe ich einige seiner Bücher gelesen und viel von ihm gelernt, und auch ‚Achterbahn der Gefühle‘ hat mir sehr gut gefallen und mir für meine berufliche Tätigkeit als Psychologin sehr geholfen.

Bock zeigt durch die Zitate von Betroffenen, Angehörigen und Professionellen sowie die vielen Fallbeispiele, wie sich eine Depression/Manie auf alle Ebenen des Menschseins und des Miteinanders auswirkt, dass alle Lebensbereiche betroffen sind, wo und wie man Hilfe, Unterstützung und Verständnis bekommen kann. Von der Depression und der Manie wird durch den trialogischen Ansatz ein komplexes Bild gezeichnet und so das Verstehen von Symptomen und Verhalten ermöglicht. Bock zeigt, dass es im Bereich Depression und Manie viel Expertise gibt, so dass Betroffene und Angehörige nicht allein sind, sondern wie sie diese Expertise für sich, ihre Genesung und als eine Art Kraftspender nutzen können.

Das Buch thematisiert Sorgen, Enttäuschung, Ängste, den Umgang mit Symptomen, die Probleme in der Behandlung (z.B. der häufige Fokus auf Medikamente), Wut, aber auch Hoffnung, Stolz auf Erfolge, die Bedeutung von sozialer Unterstützung.

Ich empfehle das Buch für alle, die selbst von Depression/Manie betroffen sind, um mit Symptomen besser zurechtkommen und sehen zu können, dass sie nicht allein mit ihren Erfahrungen sind, für Angehörige, die besser verstehen möchten, was in Betroffenen vorgeht, was sie denken und fühlen, warum sie handeln, wie sie handeln, sowie für Professionelle, die die ganze Bandbreite des Erlebens in einer Depression bzw. in einer Manie entdecken möchten.

‚In der Natur der Erkrankung liegt es, dass alle Einflüsse, die das Selbstwertgefühl zusätzlich schwächen, die Häufigkeit und Dauer der Phasen verstärken. Insofern ist die psychiatrische Behandlung, so notwendig sie auch sein mag, immer auch ein Risikofaktor. Schon die gesellschaftliche Stigmatisierung bewirkt eine zusätzliche Kränkung. Doch auch im konkreten Ablauf der psychiatrischen Behandlung und in der konkreten Beziehungsgestaltung etwa im Krankenhaus lassen sich zahlreiche, das Selbstwertgefühl belastende Momente finden.‘ (Seite 100)

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Cover des Buches Eine Frage der Haltung: Psychosen verstehen und psychotherapeutisch behandeln: Thomas Bock und Gerhard Dieter Ruf im Gespräch mit Uwe Britten (Psychotherapeutische Dialoge) (ISBN: 9783525452875)sabatayn76s avatar

Rezension zu "Eine Frage der Haltung: Psychosen verstehen und psychotherapeutisch behandeln: Thomas Bock und Gerhard Dieter Ruf im Gespräch mit Uwe Britten (Psychotherapeutische Dialoge)" von Gerhard Dieter Ruf

‚Psychotische Menschen sind jahrzehntelang explizit von der Psychotherapie ausgeschlossen worden.'
sabatayn76vor 2 Jahren

‚Psychotische Menschen sind jahrzehntelang explizit von der Psychotherapie ausgeschlossen worden. Sie sei bei ihnen ‚kontraindiziert‘, so die einhellige Fachmeinung, der nur selten widersprochen wurde. [...]

In der Tat stellte sich die Frage, ob die Therapie nach dem klassischen Muster für psychotische Menschen besonders hilfreich war. [...] Nach der heutigen Ausdifferenzierung der therapeutischen Ansätze und Verfahren lässt sich nun längst konstatieren, dass auch psychotische Menschen sehr von Psychotherapie profitieren können. Dennoch herrscht bei Therapeutinnen und Therapeuten immer noch eine große Zurückhaltung vor. Warum eigentlich?‘ (Seite 7)

‚Eine Frage der Haltung‘ beinhaltet ein Gespräch zwischen Thomas Bock (Professor für Klinische Psychologie und Sozialpsychiatrie, Psychologischer Psychotherapeut und Leiter der Psychoseambulanz am Hamburger UKE) und Gerhard Dieter Ruf (Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, systemischer Therapeut) mit dem Lektor, Redakteur und Autor Uwe Britten.

Diskutiert wurde dabei u.a. über Wahrnehmung und Affekte, Über- und Unterforderung, Halluzinationen und Wahn, Genetik und Hirnforschung, Stigmatisierung und Stigmaresistenz, Peerarbeit und EXperienced-INvolvement, Krankheit und Gesundheit, Missbrauch und Familiensituation, Psychotherapieschulen und Dachverband Deutschsprachiger Psychosen-Psychotherapie, Funktion und Dysfunktionalität der Psychose, Medikamente und Zwangsbehandlung, Soteria und Supported Employment.

Ich ‚kenne‘ Bock von dem großartigen Dokumentarfilm ‚Nicht alles schlucken‘, wo er mich mit seinen Anschauungen und seiner Menschlichkeit sehr beeindruckt hat. Seit dieser ersten Begegnung wusste ich, dass ich mich mehr mit ihm und seinen Büchern befassen und gerne von ihm lernen möchte.

‚Eine Frage der Haltung‘ bietet viele kluge Impulse, die zum Nachdenken anregen und mir persönlich auch bei meiner eigenen Arbeit mit Menschen mit psychischen Störungen helfen. Vor allem Bocks (im Vergleich zu Rufs) Ausführungen und Erklärungen haben mir gefallen, und seine Akzeptanz, seine Neugier und der große Respekt, den er Betroffenen entgegenbringt, macht Bock zu einem Vorbild für mich und zu einem Behandler, den ich jedem wünsche, der psychotherapeutische Hilfe in Anspruch nehmen möchte oder muss.

Bock und Ruf sind sich bisweilen einig, bisweilen uneinig, wodurch der Leser verschiedene Sichtweisen kennenlernen und bestimmte Situationen oder Aspekte komplexer betrachten kann. So kann man beim Lesen viel Neues lernen, und das Gelesene sorgt oftmals dafür, dass man gewohnte Pfade verlässt und andere Blickwinkel einnimmt.

Ich habe letztens das ebenso mutige wie Hoffnung machende Buch ‚Die Vermessung der Psychiatrie‘ von Stefan Weinmann gelesen, und ‚Eine Frage der Haltung‘ schlägt in eine ähnliche Kerbe, wobei Weinmann in seinen Ausführungen noch mehr in die Tiefe geht. Ich finde es gut und wichtig zu sehen, dass eine so komplexe und menschliche Sicht auf psychische Störungen, Psychiatrie und psychotherapeutische Behandlung von mehreren Personen geteilt wird und nicht nur die Überzeugung einer Einzelperson ist. Behandler wie Bock und Weinmann sowie Bücher wie ‚Eine Frage der Haltung‘ und ‚Die Vermessung der Psychiatrie‘ lassen mich optimistisch(er) in die Zukunft blicken und daran glauben, dass im Bereich der Psychiatrie (endlich) ein Wandel einsetzt und veraltete Behandlungsansätze irgendwann der Vergangenheit angehören.

‚Doch es wird viel zu oft davon ausgegangen, dass diese Menschen und die Therapien schwieriger seien. Ganz im Gegenteil: Aus meiner Sicht ist die Psychotherapie bei Psychoseerfahrenen nicht schwerer als bei anderen, vielleicht sogar in mancher Hinsicht eher leichter - zumindest wenn man bereit ist, ein Stück Verunsicherung wertzuschätzen und Ausflüge in die Welt des anderen als Bereicherung zu verstehen.‘ (Thomas Bock auf Seite 142)

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