‚wenn alle so wären wie diese Skandinavier, wäre alles viel leichter.‘ (Seite 16, Zitat von Barack Obama)
Thomas Borchert erzählt in seiner ‚Gebrauchsanweisung für Dänemark‘ von Anreise und Pragmatismus, Marielyst und Wäldern, Møn und Fluchtversuchen aus der DDR, Seeland und Hans Christian Andersen, Kopenhagen und Øresund-Brücke, Hygge und Königshaus, Festival und Alkohol, Gleichheit und flachen Hierarchien, Jussi Adler-Olsen und Katrine Engberg, Lego und Kunst, Einbürgerung und Bußgeld, Bornholm und Jütland.
Mitte der 1990er Jahre war ich für etwa eine Stunde in Rødbyhavn, und das war mein bisher einziger Besuch in Dänemark, obwohl es mich eigentlich schon länger nach Kopenhagen zieht.
Die ‚Gebrauchsanweisung für Dänemark‘ ist sehr breit aufgestellt, und das Buch macht Lust auf Dänemark. Anfangs ist es mir eher schwer gefallen, Zugang zum Buch zu bekommen, obwohl sich das Buch unterhaltsam liest und der Autor viel Wissen vermittelt. Trotzdem ist in den ersten Kapiteln nicht recht der Funke übergesprungen.
Am Ende muss ich jedoch sagen, dass mich die erwähnten Facetten neugierig auf Dänemark gemacht haben und ich mir nun gerne ein eigenes Bild vom Land machen möchte.
Thomas Borchert
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
Alle Bücher von Thomas Borchert
Gebrauchsanweisung für Dänemark
Ordnung im Kopf: Mit 4 Schritten in Deine persönliche Ordnung
MERIAN Reiseführer Kopenhagen
Neue Rezensionen zu Thomas Borchert
Kaum zu glauben, aber ich die immer gerne in die Sonne und in die Wärme fährt (mit der Ausnahme Krakau, was fast schon das zweite Zuhause ist), wird dieses Jahr ihren Urlaub im Norden verbringen. Dabei werden meine Familie und ich zweimal in Dänemark sein. Da mich der Norden, bis auf Island noch nie interessiert hatte und meine Familie langsam genug von meiner schlechten Laune hatte, haben sie mir dieses Buch in die Hand gedrückt.
Diese „Gebrauchsanweisung für Dänemark“ ist am 01.03.2017 im Piper Verlag erschienen und umfasst 224 Seiten. Der Autor Thomas Borchert lebt in Dänemark und hat eine dänische Frau, interessiert fand ich wie er erzählt hat wie er sich nur langsam an das Leben dort oben gewöhnt hat und worauf man sich einlässt, wenn man dort hochzieht.
Leben möchte ich dort oben nicht, abgesehen davon passe ich mit meiner direkten Art dort sowieso nicht hin. Neugierig bin ich nach diesem Buch jedoch auf dieses Land. Krass fand ich, dass Dänen lange Zeit so große Probleme mit uns hatten wegen etwas was 1864 passiert ist und was meiner Meinung nach nicht so schlimm war wie der Überfall von Hitlers Wehrmacht. Beruhigt hat mich jedoch, dass sich die Probleme zwischen den beiden Ländern langsam beruhigt. Und dies sogar so sehr, dass Dänen auch nach Deutschland reisen und nicht nur nach Berlin oder an die Küste, sondern auch nach Baden-Württemberg und Bayern. Bei den Beschreibungen des Landes habe ich richtig gemerkt wie sehrt Thomas Borchert seine neue Heimat liebt, aber grandios fand ich, dass er auch die Schattenseiten wie zum Beispiel das Problem mit dem Alkohol und mit der Massentierhaltung angesprochen hat. Interessant fand ich dabei was für ein großes Problem sie einst mit Wildschweinen hatten.
Natürlich hat er auch die Königfamilie erwähnt und ich muss zugeben, dass ich davon bisher nur Mary durch den TV kannte. Einige Häfen in denen wir einen Tag verbringen werden wurden genannt und so freue ich mich auf diese Häfen, weil diese interessantes zu bieten haben und ich gespannt bin ob es dort tatsächlich so schön ist wie ich es mir nun vorstelle. Überrascht und abgeschreckt hat mich ein wenig die harte Sprache, wenn es um Ausländer geht, aber überrascht hat mich zugleich sehr, dass es dort im Gegensatz zu unserem Land kaum Angriffe gegen Asylsuchenden und Ausländern gab. Hygge und singen wurde angesprochen, auch wenn ich nach wie vor nicht wirklich verstehe was genau Hygge nun genau ist, vielleicht ist es etwas was man einfach erleben muss. Jütland nimmt einen großen Teil an und hinten werden noch einige Fragen beantwortet zudem gibt es natürlich auch ein Kapitel mit dem bekannten Autor Jussi Adler-Olsen.
Das Buch ist scheinbar nicht nur für Touristen geschrieben, denn der Autor erklärt nicht nur den Alltag, welcher noch für Reisende interessant ist, wenn sie sich auf ein Land einlassen wollen, sondern was hinter den hohen Steuern steckt und wieso so viele Leute Eigentum besitzen und keine Angst vor der Altersvorsorge oder der Kündigung haben. Er erwähnt auch die Kindergärten, welche umsonst sind, die Online-Scheidung, die Selbstjustiz und die CPR-Nummer. Vor allem das letzte hat mich überrascht, weil ich nicht gedacht habe das es etwas in diese Richtung in Europa geben würde. Da ich Singapur liebe, kann ich mich darüber kaum beklagen, abgesehen davon betrifft es mich als Touristin nicht.
Alles in allem hat das Buch für mich als zukünftige Touristin wunderbar funktioniert. Ich bin nun neugierig auf dieses Land und freue mich nun doch ein wenig auf die Reisen in den Norden. Leben könnte ich dort jedoch nicht, aber ich fand spannend zu erfahren wie unterschiedlich Dänemark im Vergleich zu Deutschland ist.
Thomas Borchert erzählt in seiner ‚Gebrauchsanweisung für Dänemark‘ von Marielyst und Corselitze, Øresund-Brücke und middelalderby, Copenhagenization und Christianania, Søren Kierkegaard und Hans Christian Andersen, Monarchie und Königin Margarethe II, Roskilde und Liminalität, Singen und hygge, kampdruk und skål, Kindergarten und Højskoler, Eigentumswohnung und Altersversorgung, Ayslbewerbern und Rechtspopulisten, Jussi Adler-Olsen und Selbstjustiz, Online-Scheidung und CPR-Nummer, Særimmer und Massentierhaltung, Bornholm und Jütland.
Ich war - von einem extrem kurzen Aufenthalt in Rødbyhavn abgesehen - noch nie in Dänemark, und das Land steht (ohne expliziten Grund) auch nicht ganz weit oben auf meiner Reise-To-do-Liste. Auch die ‚Gebrauchsanweisung für Dänemark‘ hat dies in den ersten Kapiteln nicht ändern können, obwohl der Autor seine Wahlheimat oft anpreist und dem Leser eigentlich schmackhaft macht.
Anscheinend musste ich mich erst einmal auf Borchert und Dänemark einlassen, denn nach einem Viertel des Buches hatte mich der Autor soweit, dass ich neugierig auf das Land und seine Bewohner geworden bin, dass ich mir das Gelesene gerne selbst vor Ort anschauen möchte.
Borchert erzählt auf sehr humorvolle Weise von Dänemark und den Dänen, beleuchtet sowohl positive als auch negative Aspekte des Landes und beschreibt ein sehr vielfältiges Bild des Landes. Dass er das Land und die Bewohner schätzt und liebt, merkt man auf jeder Seite des Buches, doch trotzdem verliert Borchert nicht eine gewisse Distanz, wodurch er Informationen bietet, die nicht nur verklärt sind, sondern das Land mit seinen Vor- und Nachteilen zeigen.
Ich freue mich, dass ich Dänemark durch Borcherts Augen besser kennenlernen konnte und das Land auf meiner Reise-To-do-Liste nun etwas weiter nach oben gerutscht ist. Damit ist der Zweck einer Gebrauchsanweisung meiner Meinung nach voll und ganz erfüllt, so dass ich das Buch sehr empfehlen kann.
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