Thomas Brussig

 3,5 Sterne bei 649 Bewertungen
Autor von Am kürzeren Ende der Sonnenallee, Helden wie wir und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Thomas Brussig

Thomas Brussig ist ein freiberuflicher deutscher Schriftsteller und Drehbuchautor und wurde am 19. Dezember 1964 in Berlin geboren. Er lebt heute mit seiner Lebensgefährtin und seinen Kindern immer noch in Berlin und zusätzlich in Mecklenburg. Seine Kindheit verbrachte er im Osten Berlins und machte dort nach seiner Schulausbildung eine Berufsausbildung zum Baufacharbeiter, in dessen Zusammenhang er das Abitur erwarb. Als er diese 1984 abschloss musste er den Grundwehrdienst in der Volkspolizei-Bereitschaft ableisten und arbeitete danach in verschiedenen Bereichen, bevor er 1990 Soziologie an der Freien Universität Berlin zu studieren begann. Er wechselte 1993 aber und beendete im Jahre 2000 ein Studium als Diplom-Film- und Fernsehdramaturg an der Filmhochschule "Konrad Wolf" in Potsdam-Babelsberg. Sein bekanntester Roman, der ihm erstmals auch zu hohem Ruhm verhalf, war "Helden wie wir". Seine Romane handeln oftmals vom Geschehen im damaligen Osten und behandeln dieses auf satirische Weise. Sie wurden bisher in 28 Sprachen übersetzt und mehrfach ausgezeichnet. Außerdem war er Mitgründer der unter Anderem von Günter Grass initiierten Lübecker "Gruppe 05" bzw. dem Lübecker Literaturtreffen, welches sich vom Namen her an die sogenannte "Gruppe 47" anlehnt.

Alle Bücher von Thomas Brussig

Cover des Buches Am kürzeren Ende der Sonnenallee (ISBN: 9783126757195)

Am kürzeren Ende der Sonnenallee

 (311)
Erschienen am 01.02.2014
Cover des Buches Helden wie wir (ISBN: 9783596133314)

Helden wie wir

 (129)
Erschienen am 01.04.1998
Cover des Buches Wie es leuchtet (ISBN: 9783104037622)

Wie es leuchtet

 (62)
Erschienen am 06.09.2015
Cover des Buches Das gibts in keinem Russenfilm (ISBN: 9783596032662)

Das gibts in keinem Russenfilm

 (30)
Erschienen am 25.05.2016
Cover des Buches Wasserfarben (ISBN: 9783746632056)

Wasserfarben

 (29)
Erschienen am 12.02.2016
Cover des Buches Die Verwandelten (ISBN: 9783835336056)

Die Verwandelten

 (23)
Erschienen am 03.02.2020
Cover des Buches Leben bis Männer (ISBN: 9783104037615)

Leben bis Männer

 (18)
Erschienen am 06.09.2015
Cover des Buches Berliner Orgie (ISBN: 9783492251860)

Berliner Orgie

 (12)
Erschienen am 21.04.2008

Neue Rezensionen zu Thomas Brussig

Cover des Buches Die Verwandelten (ISBN: 9783835336056)Corsicanas avatar

Rezension zu "Die Verwandelten" von Thomas Brussig

Ich habe aufgegeben - das Buch war nichts für mich
Corsicanavor 8 Monaten

Thomas Brussig und eine etwas andere Handlung - das erschien mir vielversprechend. Hatte ich doch die "Sonnenallee" mit Begeisterung gelesen und war auch einmal auf einer Lesung mit dem Autor.

Die Grundidee des Buches ist schon etwas "Strange". Zwei Teenager (die sich so langsam annähern...) kommen auf die Idee, eine Anleitung aus dem Internet auszuprobieren, wie man sich in Waschbären verwandeln kann. Und prompt: Es "klappt". Aus der Waschstraße kommen sie als Waschbären heraus. Das bleibt dann so - denn eine Anleitung, wie man sich zurückverwandelt, gibt es nicht. Das Ganze ist eine Sensation für den sehr ländlichen Ort, in dem die beiden leben. Anwälte, Ärzte und nicht zuletzt die Medien werden auf den Fall aufmerksam. Und dann müssen die Kids noch damit klar kommen, wie ihre Familien mit der Situation umgehen. Fibi, das Mädchen, schafft es ganz gut. Ihre Familie passt sich der Situation an.  Und Fibi kommt mit der öffentlichen Aufmerksamkeit auch besser zurecht. Aran, der Junge, wollte eigentlich Fußballprofi werden. Das geht als Waschbär nicht. Aran versinkt in Sprachlosigkeit - was seine Situation nicht einfacher macht.

So weit, so abstrus. Und mir wurde es dann viel zu viel zu durcheinander und abstrus und absurd. Ich mochte zwar noch die kleinen kritischen Seitenhiebe auf Land-Stadt, auf Berlin, auf die Medien.... aber irgendwann wurde es mir zu viel mit der Satire. Ich habe immer mehr Pausen beim Lesen eingelegt (obwohl sich das Buch eigentlich gut und flüssig lesen lässt - Brussig kann eben schreiben) und irgendwann habe ich aufgegeben. Ich habe zwar noch ein wenig quergelesen, irgendwann geht Fibi nämlich noch mit Ed Sheeran auf Tour - aber das hat mich dann nicht mehr interessiert.

Schade. Aber Thomas Brussig ist trotzdem ein toller Autor - seine anderen Bücher mag ich sehr.

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Cover des Buches Die Verwandelten (ISBN: 9783835336056)killmonotonys avatar

Rezension zu "Die Verwandelten" von Thomas Brussig

Waschbärgate!
killmonotonyvor 9 Monaten

Dieses Buch klang verrückt, also wollte ich unbedingt meine Nase hineinstecken. Leider hat die Geschichte nach einem starken und mitreißenden Anfang immer weiter abgebaut, sodass ich stellenweise sogar versucht war, den Titel abzubrechen. Doch zurück zum Anfang! Es geht um eine irrwitzige Geschichte: Fibi und Aram, zwei Prä-Teens, wollen möglichst viele Klicks für ihre Lifehack-Youtube-Videos. Untereinander stacheln sie sich immer wieder gegenseitig zu Mutproben an, bis Fibi dann googelte "Wie kann man sich in einen Waschbären verwandeln?". Nach der kuriosen Anleitung (die den Besuch einer Waschanlage beinhaltet) standen also tatsächlich zwei ziemlich saubere Waschbären in der Autowaschanlage. Völlig überrascht, dass die Verwandlung geglückt ist, sind Fibi und Aram zunächst überfordert, wie sie dies ihren Familien beibringen sollen. Doch als die beiden ihren Familien als sprechende Waschbären entgegentreten, sind diese alles andere als geschockt, sondern nehmen diesen "Schicksalsschlag" vermeintlich gelassen hin. Und so auch die Menschen in Bräsenfelde, dem Wohnort von Aram und Fibi, und auch darüber hinaus. Schnell wird klar, dass man mit den sprechenden Waschbären (bzw. dem sprechenden Waschbär, Singular, denn Aram weigert sich, mit jemand anderem als Fibi zu sprechen) doch eine Menge Geld scheffeln könnte. Interviews! Fotoshootings! Reality Shows! Und so beginnt Fibi mit dem raketenhaften Aufstieg eines Shooting Stars...

Soweit die Handlung. Bereits hier stört mich leider sehr, dass alle Welt völlig cool damit zu sein scheint, dass sich zwei junge Menschen in Waschbären verwandelt haben. Klar gibt es kritische Nachfragen seitens der Familie, aber alle nehmen dies doch irgendwie viel zu gut und viel zu schnell auf.

Thomas Brussig schafft es allerdings, dass dieser Negativpunkt durch seine tolle Erzählweise fast in Vergessenheit gerät. Gerade die ersten Kapitel aus Fibis und Arams Sicht sowie der der Familien waren packend geschrieben und haben zum Weiterlesen ermuntert. Die Perspektive sprang von Kapitel zu Kapitel. Was auch grundsätzlich gut ist, da wir so viele verschiedene Eindrücke erhalten, aber nach und nach wurde mir der Auswahl der Charaktere, die gerade erzählen, zu beliebig. Denn ja, die Sichtweise aus dem direkten Umfeld der beiden Waschbären-Kinder interessiert mich natürlich, aber der Alltag der Programmdirektorin bei dem Sender, bei dem Fibi unter Vertrag genommen wird, weniger. Mäßig relevanten Personen wurde meiner Meinung nach viel zu viel Raum gegeben. Und leider schlaucht die Geschichte, so gut sie auch konstruiert sein mag, ab knapp 100 Seiten doch sehr, denn plötzlich dreht sich alles um Rechteverwertung und Medienrummel und nicht mehr um den Alltag als Mensch im Waschbär, wovon ich gerne mehr gelesen hätte.

Mein Fazit: Obwohl ich vor dieser Leserunde noch nichts von dem Roman gehört hatte, hatte ich doch ein wenig auf ein spaßiges Buch gehofft, das spannend über zwei Waschbär gewordene Pre-Teens erzählt. Doch der viel zu starke Fokus auf den Randfiguren, die nichts bis wenig zur Story beitragen, und denen jeweils trotzdem Kapitel von ca. 30 Seiten gewidmet sind, fand ich mühselig, sodass mir der Lesespaß doch leider etwas abhanden gekommen ist.

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Cover des Buches Die Verwandelten (ISBN: 9783835336056)SaintGermains avatar

Rezension zu "Die Verwandelten" von Thomas Brussig

Rabiate Metamorphose
SaintGermainvor 9 Monaten

In einem kleinen Dorf in Mecklenburg verwandeln sich 2 Jugendliche in Waschbären. Während Fibi darüber redet und nur wenig Probleme damit hat, spricht Aram kaum, denn seinen Traum vom Profifußball muss er so aufgeben. Schon nach kurzer Zeit dreht sich aber alles nur noch um Vermarktung und nicht mehr warum dies passiert ist oder ob man es rückgängig machen kann.

Das Cover ist in seiner Schlichtheit gut gelungen; besonders sticht die Pfote in toller Haptik hervor. Das Buch kommt ohne Schutzumschlag aus.

Der Schreibstil des Autors ist ausgezeichnet; Orte und Charaktere werden hervorragend dargestellt. Insgesamt erinnert Schreibstil und Plot ein wenig an Bücher von David Safier.

Das Buch regt einerseits zum Nachdenken an, andererseits kann man auch bei vielen Szenen lachen oder zumindest ein Lächeln auf das Gesicht bekommen. Ein richtiger Schinkenklopfer oder Humor-Roman ist es aber nicht. Vielmehr wird hier auch satirisch an die Sache gegangen.

Dabei übersieht der Autor aber einiges: Warum muss der Roman in der (nahen) Zukunft spielen? Zudem werden einige Handlungsbögen begonnen und nicht fortgesetzt. Und das Ende war für mich kein richtiges Ende, auch wenn einiges abgeschlossen werden konnte.

Positiv sind die Kapitel, die jeweils einer Person des Romans die wichtigste Rolle gibt.

Schwierig sind auch die ungewöhnlichen Vornamen, obwohl ich ja selbst wie eine Person heiße.

Insgesamt kommen viele Charaktere vor, aber bis auf die Hauptpersonen sind sie alle nur wenig greifbar und verschwinden auch schnell wieder.

Obwohl das Buch teilweise an ein Jugendbuch erinnert, würde ich es Jugendlichen nicht wirklich empfehlen, sondern doch eher dem "mittleren" Alter.

Während vieles um den Medienrummel voraussehbar war, wurde Aram im Buch dann total vernachlässigt, denn nur kurze Eindrücke bekam man von seinem Leben als Waschbär.

Das Ende ließ mich dann völlig unzufrieden zurück, auch die Ed-Sheeran-Szenen waren unnötig und der Sinn war mir nicht ersichtlich.

Fazit: Idee grandios, Umsetzung leider nicht so. 3,5 von 5 Sternen

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Gespräche aus der Community

Bräsenfelde ist ein Kaff, das man sich ungefähr so vorstellen muss, wie es heißt. Und dennoch begibt sich dort Aufregendes: In der Waschanlage verwandeln sich Fibi und Aram in Waschbären. Keine kleine Zumutung für ihre Familien und vor allem für sich selbst. Hält es einer medizinischen Untersuchung stand? Beim Veterinär? Oder beim Kinderarzt?

Liebe Leser*innen, 

wir wünschen Euch viel Spaß beim Lesen dieses skurilen und doch warmherzig erzählten Gesellschaftsromans. Waschbären und die Medien. Coming-of-Age und Provinz. Thomas Brussig erzählt gewohnt komisch, satirisch mit Blick für die kleinen Feinheiten unseres Zusammenlebens.

231 BeiträgeVerlosung beendet
Du hast „Helden wie wir“ und „Sonnenallee“  geliebt? Du magst Lesestoff der lässig-ironisch ist? Dann mach mit ....


Wasserfarben

Klappentext:
"Herrlich, schräg, bissig und pointenreich." Der Tagesspiegel

Bevor Thomas Brussig mit „Helden wie wir“ und „Sonnenallee“ überwältigende Erfolge feierte, war unter einem Pseudonym sein erster Roman „Wasserfarben“ erschienen: Ein Buch über das Erwachsenwerden, in dem die großen Sinnfragen bereits so lässig-ironisch gestellt werden, wie man das von seinen späteren Büchern kennt.

„Hätte ich ein zweites Leben, würde ich Brussigs Romane ins Englische übertragen. Nur um zweifelnden Amerikanern zu zeigen, wie unglaublich komisch deutsche Literatur sein kann.“ Jonathan Franzen

Genau dieses Buch habe ihm damals gefehlt, als er um die zwanzig war, deshalb mußte er es selbst schreiben, sagt Thomas Brussig über seinen ersten Roman „Wasserfarben“. Die Geschichte einer Jugend in der DDR der achtziger Jahre wird mit einer wärmeren, stilleren Ironie erzählt als einige seiner späteren Bücher. 
Es ist die ein wenig trotzige, ein wenig traurige, ein wenig komische Geschichte eines Abiturienten, der nicht so recht weiß, was er mit seinem Leben anfangen soll. Ein Buch über das Erwachsenwerden, in dem der Held wie schon Generationen vor ihm bei Salinger, Kerouac oder Plenzdorf lässig-ironisch die großen Sinnfragen stellt, aber mit seinen Problemen ziemlich allein dasteht.

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