Thomas Carl Sweterlitsch

 3.5 Sterne bei 33 Bewertungen

Lebenslauf von Thomas Carl Sweterlitsch

Thomas Carl Sweterlitsch hat seinen Master in Literaturwissenschaft und Kulturtheorie an der Carnegie Mellon University gemacht und danach zwölf Jahre in der Carnegie Library gearbeitet. Nach seinem Debütroman Tomorrow & Tomorrow hat er mit Am Ende der Zeit international Bekanntheit erlangt. Er lebt mit Frau und Tochter in Pittsburgh, Pennsylvania.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Thomas Carl Sweterlitsch

Cover des Buches Tomorrow & Tomorrow (ISBN: 9783453316485)

Tomorrow & Tomorrow

 (21)
Erschienen am 14.04.2015
Cover des Buches Am Ende der Zeit (ISBN: 9783453316492)

Am Ende der Zeit

 (12)
Erschienen am 11.03.2019

Neue Rezensionen zu Thomas Carl Sweterlitsch

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Rezension zu "Am Ende der Zeit" von Thomas Carl Sweterlitsch

Düstere Atmopshäre, spannender Plot, aber nicht komplett überzeugend
Aleshaneevor einem Jahr

Zeitreisen, dieses paradoxe Thema ist auch wirklich nicht einfach umzusetzen, weil man durch die Natur der Sache immer wieder auf Ungereimtheiten stößt. An sich war es aber wirklich gut aufgebaut und gut durchdacht. Dass die Zukunft keine feste Realität sondern wandelbar ist, ist sinnig - weshalb man sich aber dann von Reisen dorthin Erkenntnisse erhofft, war mir nicht wirklich schlüssig. Wenn kleine Ereignisse alles Zukünftige ändern können, hilft es mir ja nicht, eine von unzähligen Variationen aufzusuchen, um Rückschlüsse zu ziehen, wie sich etwas in meiner Gegenwart entwickelt hat.
Lässt man das außen vor, ist alles andere wirklich anspruchsvoll ausgearbeitet. Auch wenn ich nicht alle technischen Details dazu 100%ig verstanden habe.

Sehr gut gefallen hat mir auch ein schauriger, ja unheimlicher Aspekt, dem die Spezialagentin Shannon Moss hier entgegenwirken möchte. Er hängt mit dem jüngsten Mordfall 1997 zusammen, das Jahr der Gegenwart in dieser Geschichte. Ich war auch anfangs sehr gefesselt von den Umständen und den möglichen Motiven, die mit dem Mord zu tun haben können - auch den Zusammenhängen mit den Zeitreisen, allerdings hat es dann nach einiger Zeit etwas nachgelassen, denn es plätscherte für mich dann doch eine zeitlang eher vor sich hin.
Obwohl es immer wieder Abwechlsung gab und überraschende Entwicklungen in der Aufklärung des Mordes, war ich nicht mehr so in der Geschichte drin. Vielleicht lag es daran, dass ich in dem Moment manches nicht so verstanden hatte, wie es der Autor rüberbringen wollte, gerade die Zusammenhänge mit der Vergangenheit und der Zukunft, jedenfalls hat es mich in der zweiten Hälfte nicht mehr so packen können.

Die Atmosphäre in der Geschichte war immer etwas düster, unheilschwanger und typisch für einen Krimi mit gewaltvollen Morden und einer Zukunftsvision, die einen gruseligen Wandel bereit hält, der eigentlich nicht mehr aufzuhalten ist.
Auch die Figuren selbst sind alle durch ihre Rolle eher ernst, mitgenommen und durch ihr Leben bzw. ihre Arbeit geprägt, so dass es an Humor und Warmherzigkeit fehlt. Auch wenn es einige Momente gibt, in denen Gefühle zugelassen werden, wird aus Angst bzw. Überlebenswillen lieber darauf verzichtet. Das hat aber nicht gestört, sondern war einfach dem Umfeld geschuldet, in dem die Charaktere leben, arbeiten und handeln müssen.

Ich fand es nicht schlecht und für die Thematik gut konstruiert, aber so ganz überzeugen konnte es mich leider nicht.

Mein Fazit: 3.5 Sterne

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Rezension zu "Tomorrow & Tomorrow" von Thomas Carl Sweterlitsch

Slipstream kippt sauber in Near Future Thriller – toll konstruiertes Buch mit intensiver Innenwelt
StefanEgelervor 2 Jahren

Vorweg:

Ich habe die englische Version gelesen. Da das Buch insgesamt eher anspruchsvoll ist, war das ein bisschen anstrengend, aber auch großartig. Lesern, die sich komplexere Literatur auf Englisch zutrauen, kann ich die englische Version gut empfehlen.

Zur Story:

John Dominic Blaxton, Protagonist und Ich-Erzähler, ist ein gescheiterter Literat. Er hätte wohl irgendwann in seiner Heimatstadt Pittsburgh, USA, einen unter Kennern gelobten kleinen Lyrik-Verlag gegründet, wenn nicht vorher ein Attentat mit einer Atombombe Pittsburgh vollständig ausgelöscht hätte.

10 Jahre später ist Blaxtons Problem, dass er während des Attentats auf einer Konferenz in Florida war. Er hat überlebt. Seine schwangere Frau aber nicht, und mit ihr ist auch seine Energie für eigene Pläne verloschen. John ist ein gebrochener Mann.

Die Vereinigten Staaten haben nach Pittsburg nicht nur eine Rechtsaußen-Schönheitskönigin zur Präsidentin gewählt, es wurden auch alle bekannten Daten zu Pittsburg und den damaligen Einwohnern in das „Archiv“ gesteckt, eine Art virtueller Konserve, die sich wie eine Mischung aus Second Life und der Matrix anfühlt. John prüft für Versicherungsfirmen (jetzt noch, 10 Jahre später!), ob während des Anschlags Gestorbene vielleicht vorher schon tot waren (dann müssten die Versicherungen nämlich die Lebensversicherung nicht auszahlen). John ist nicht besonders technikaffin, aber er ist gut darin, die letzten Sekunden Verstorbener zu rekonstruieren, solange er nicht zu seiner verstorbenen Frau abschweift. Als er aber bestimmte Fehler im Archiv entdeckt, die auf Hackerangriffe hindeuten, bringt ihn das bald ins Visier ganz realer Mordbuben. Stellt sich nur noch die Frage, ob John überhaupt leben will.

Meinung:

Thomas Sweterlitsch hat in seinem Buch einen intensiven und sehr coolen Ansatz gewählt. Der Roman zerfällt nämlich kunstvoll in drei Teile.

Am Anfang der Geschichte folgt man als Leser dem selbstmitleidigen, drogensüchtigen Protagonisten, der mehrmals pro Textseite zwischen verschiedenen Wahrnehmungsebenen Wechselt: Der Realität „10 Jahre danach“, seiner Frau zu verschiedenen Zeiten, dem Archiv an sich, und irgendwelcher Werbung, die ihm von seiner „Adware“ direkt ins Gehirn gespielt wird. Und der Punkt ist: Das geht auf. Ich musste immer wieder Seiten mehrmals lesen, aber jedesmal war mir danach klar: Ja, der Autor hat es ganz klar unterschieden. Dieser Charakter, John Dominic Blaxton, springt in seinem Kopf zwischen verschiedenen Ereignissen hin- und her. Der Autor hat das im Griff, verlangt dem Leser damit aber einiges ab. Dieser Roman ist kein Buch für die U-Bahn. Aber wenn man sich darauf einlässt, kann man ein tolles Puzzle zusammensetzen: Wie sieht die Realität aus, in der Blaxton lebt? Wie funktioniert das Archiv? Was ist diese Adware, von der er die ganze Zeit redet? Dieses Puzzlespiel und die intensive Beschreibung eines leidenden Mannes machen den ersten Teil der Geschichte zu einer unwahrscheinlich starken psychologischen Darstellung eines Cyperpunk-Drogensüchtigen.

Etwa zur Hälfte des Buches kippt diese Darstellung dann in einen spannenden Near Future Thriller um, und zwar innerhalb von zwei Seiten. Ich meine damit nicht „jetzt wird es spannend und vorher war es ein bisschen öde“. Nein! Vorher war das Buch eine saubere, perfekt konstruierte psychologische Cyperpunk-Geschichte, dann kommen zwei Seiten Text, und danach ist die Geschichte ein sauberer, perfekt konstruierter Thriller. Ich habe sowas noch nie gesehen. Allein dafür sollte man das Buch lesen. Nur, als Warnung: Der Thriller-Teil ist wirklich gut, ein echter, reinrassiger Thriller. Das betrifft leider auch die (manchmal mangelnde) Komplexität der Antagonisten.

Die Geschichte kippt erneut, aber da würde ich jetzt zu viel verraten.

Zusammenfassung:

Bevor man das Buch in die Hand nimmt, sollte man sich bewusst sein, dass man eine anspruchsvoll konstruierte Geschichte lesen wird. Wer das nicht mag, ist mit einem „klassischen“ Cyberthriller-Autor besser beraten. Wer es allerdings ideenreich, nicht-linear und anspruchsvoll mag, der ist mit dieser Geschichte absolut richtig aufgehoben. Insgesamt denke ich aber gern an diese kluge, kunstvolle Buch.

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Rezension zu "Am Ende der Zeit" von Thomas Carl Sweterlitsch

Gelungener Mix aus Science Fiction und Kriminalroman
Flaventusvor 2 Jahren

Wenn in Romanen Zeitreisen auftauchen, dann sind diese oftmals mit den üblichen Zeitparadoxen behaftet. Sweterlitsch umschifft anfangs diese Paradoxen, in dem er Zeitreisen nur in eine mögliche Zukunft zulässt und die Gegenwart in einem Moment, den er Terra firma nennt, fixiert.

Zeit

Dabei reisen Schiffe lediglich in eine von vielen Möglichkeiten, wie die Zukunft sich entwickeln könnte, wobei jedoch Zeitstränge in die Gegenwart und Vergangenheit zurückreichen. Ein Anknüpfungspunkt für eine amerikanische Organisation, die eine Agentin zur Aufklärung eines Mordes in die Zukunft schickt. Diese Agentin ist gleichzeitig Hauptfigur in diesem Roman und entdeckt während ihrer Ermittlungen, dass das Ende der Welt mit jeder ihrer Reisen näherrückt.

Sie stößt auf etwas, das ich zum einen hier nicht preisgeben möchte, um nicht zu viel von der Handlung zu erzählen und zum anderen dann aber doch auf das Zeitparadoxon. Neben einigen anderen Logiklücken, die beinah schon naturgemäß in Zeitreisegeschichten auftauchen. Was ihr allerdings in meinen Augen keinen Abbruch tut.

Technik

Die Geschichte punktet nämlich durch einen hohen Erzählungswert, eine gut geschilderte Welt, sympathische Charaktere und einen interessanten Erzählstil. Allein, die Idee, die Gegenwart aus Sicht der dritten Person und die Zukunft aus der Ich-Perspektive dazustellen, ist sehr pfiffig.

Neben diesen Erzählelementen ist das Buch zwar sehr technisch und gespickt mit Fachausdrücken (wie zum Beispiel dem Quantenschaum oder der Gödel-Kurve), die durchaus bestimmte “reale” Ideen postulieren, auf der anderen Seite dennoch verständlich genug, damit auch Laien nicht in der Geschichte verloren gehen.

Fazit

Mit persönlich hat dieses Buch sehr zugesagt und es hat mir Spaß gemacht, der Protagonistin durch die möglichen Zeiten zu reisen. In einem gut gelungenen Mix aus Science Fiction und Kriminalroman wird eine sehr unterhaltsame Geschichte erzählt. Dass vielleicht doch die ein oder andere Logiklücke vorhanden ist und die Zeitreiseparadoxen nicht vollständig ausgeräumt werden konnten, tun der Geschichte meines Erachtens keinen Abbruch und ich kann diese bedenkenlos empfehlen.

Diese Rezension findet sich auch auf meinem Bücherblog.

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