Das Schweigen der Rohrsänger

von Thomas Christen 
4,3 Sterne bei4 Bewertungen
Das Schweigen der Rohrsänger
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Fluchtgründe, Begegnungen und die Odyssee! Ist man wirklich angekommen, wenn man es bis Deutschland geschafft hat?

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Stimmiger Roman über ein beklemmendes, brandaktuelles Thema!

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Inhaltsangabe zu "Das Schweigen der Rohrsänger"

Ihr Vater starb unter mysteriösen Umständen. Ihre Mutter und sie werden bedroht und eingeschüchtert. Tod und Terror sind allgegenwärtig. Im Sommer 2014 fliehen sie von Herat nach Europa. Ihre Odyssee dauert fast ein Jahr. Nasreen, das Mädchen, das ich an einem Dezembertag 1996, knapp ein Vierteljahr nach der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan zur Welt kommen lasse, ihre Mutter und die Familien gibt es nicht. Die folgende Geschichte hat so nicht stattgefunden. Und dennoch ist sie nicht frei erfunden ... Sie steht stellvertretend für alle jene Erfahrungen und Erlebnisse, von denen mir afghanische Männer und Frauen in ausführlicher und bemerkenswert offener Weise berichtet haben. Mein Anliegen war es, der Sprachlosigkeit, die sich unweigerlich einstellt, wenn man mit solchen Berichten konfrontiert wird, etwas entgegenzusetzen. Ohne reißerischen Voyeurismus, ohne geräuschvolle Betroffenheit und ohne plakatives Pathos. Diese Geschichte ist ein Bild, zu dem andere die Farben beigetragen haben. Ich habe lediglich den Pinsel geführt. Thomas Christen

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9789963539123
Sprache:Deutsch
Ausgabe:E-Buch Text
Umfang:263 Seiten
Verlag:Bookshouse
Erscheinungsdatum:11.05.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    0_Lavender_0s avatar
    0_Lavender_0vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Fluchtgründe, Begegnungen und die Odyssee! Ist man wirklich angekommen, wenn man es bis Deutschland geschafft hat?
    Die bewegende und spannende Flucht zweier Frauen aus Afghanistan

    Zwei Frauen (Mutter und Tochter) sind auf der Suche nach Sicherheit. Nachdem die Lebensumstände (Tod des Ehemanns/Vaters, Bedrohung und ungewisse Zukunft) nur eine Möglichkeit zu bieten scheinen, begeben sich die beiden auf einen gefährlichen Weg, der sie bis Deutschland führen soll.
    In Zeitsprüngen gibt der Autor einen Einblick in die afghanische Vergangenheit und die Gegenwart. Der im Titel genannte Rohrsänger spannt einen beinahe poetischen Bogen vom Beginn zum Ende des Buches.
    Die Schilderung der Flucht lässt den Leser miterleben, welche unterschiedlichen Menschen die beiden Frauen kennenlernen, welche schwierigen bzw. gefährlichen Situationen sie zu meistern haben und welche menschenunwürdigen Bedingungen die beiden ertragen, um ihrem Lebenstraum ein Stückchen näher zu kommen.
    Das Buch räumt mit Vorurteilen auf, ohne belehren zu wollen. Es lädt zum Nachdenken und Mitfühlen ein und ermöglicht ein besseres Verständnis von kulturellen Unterschieden, ohne Bewertungen aufzudrängen.
    Ich vergebe 5 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung.

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    Leseratte61s avatar
    Leseratte61vor 2 Monaten
    Beklemmender Roman über ein aktuelles, vieldiskutiertes Thema

    Nasreens Vater starb unter mysteriösen Umständen, während er unterwegs war, um die Bauern in Afghanistan vom Anbau von Drogen abzubringen. Trotz Bedrohung und fühlbarer Angst konnte er sich von seinen Idealen, für die er kämpfte, nicht ablassen.


    Seit diesem Tod werden Nasreen und ihre Mutter immer häufiger bedroht und da Tod und Terror allgegenwärtig sind, fliehen sie im Sommer 2014 nach Europa. Diese Flucht mit all ihren Schattenseiten wird sehr eindringlich beschrieben, vor allen Dingen die schlimme Rolle der allgegenwärtigen Schlepperbanden, die die Not schamlos ausnutzen. Auch das Umgehen des Westens mit diesen Flüchtlingen wird sehr anschaulich beschrieben. Die Zustände in den Auffanglagern sind uns als Außenstehenden so nicht bekannt oder bewusst. Auch auf die Gefühlswelt während der Flucht, die sich über mehrere Länder erstreckt, wird häufig und sehr tiefgründig eingegangen. 

    Fazit:
    Thomas Christen ist es gelungen, anhand vieler Erzählungen und Recherchen ein beachtenswertes Buch zu schreiben, dass die Situation der Flüchtlinge sehr anschaulich darstellt und so manches Vorurteil ausräumen kann. Mit sehr lebendigem, teils poetischem Schreibstil zieht er die Leser magisch in die Handlung und hält sie gefangen bis zum letzten Wort.
    Meine Rezension habe ich in diesem Fall bewusst knapp gehalten, da ich von der Aufbereitung des Themas restlos überzeugt bin und nicht zu viel verraten möchte. Eine klare Leseempfehlung.

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    Shannonvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Stimmiger Roman über ein beklemmendes, brandaktuelles Thema!
    Zwei Frauen auf der Flucht aus Afghanistan...

    "Das Schweigen der Rohrsänger" bietet eine Hintergrundgeschichte zu einer traurigen, aber sehr aktuellen Angelegenheit: der Flucht aus Afghanistan. Der Roman handelt von zwei Frauen - Mutter und Tochter - die aufgrund von Verfolgung aus dem Heimatland fliehen müssen.
    Der Autor bettet dies in eine leicht verständliche, manchmal poetische, auf jeden Fall aber packende Sprache, die leicht zu lesen ist und den Roman sehr zugänglich macht.
    Was für mich das Buch lesenswert macht, ist sicherlich der Einblick in die Leidensgeschichte von Flüchtlingen bzw. die einzelnen Erfahrungen mit Schlepperei. Betroffen macht vor allem die Unfähigkeit des Westens mit dem Phänomen fertig zu werden - auch dort wo ein guter Wille da ist. Schließlich bleibt auch die Frage offen, ob Flüchtlinge jemals wirklich "ankommen". Auch nach monatelangen körperlichen Ruhepausen hängen sie - wartend auf einen positiven Asylbescheid - zumindest seelisch und geistig noch in der Luft - von einem "Ankommen" also keine Spur. Auch die Gefühlswelt der Flüchtenden, die wahrgenommene Wertigkeit in den verschiedenen Ländern bzw. auf den  unterschiedlichen Stationen der Flucht, kommt hier nicht zu kurz.
    Ein durchaus gelungenes Werk, das von mir nur deshalb keine 5 Sterne bekommt, weil ich die Thematik wohl lieber als Sachbuch gelesen hätte.

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    Hexxes avatar
    Hexxevor 2 Monaten
    Kurzmeinung: gute Erzählung, regt zum Nachdenken an, leider die falschen Menschen...
    Viele Menschen können sich das nicht vorstellen...

    Viele Menschen können sich das nicht vorstellen, wie das so ist, wenn man für sich und seine Tochter einfach nur einen sicheren Platz wünscht. Wie sich das anfühlt, wenn einem einfach immer weniger Rechte zugestanden werden und man am liebsten gar nicht mehr in der Gesellschaft wahrgenommen werden sollte.
    Diesem Schicksal wollen Nasreen und ihre Mutter Palwasha entgehen. Nachdem Nasreens Vater unvermutet und misteriös ums Leben kam, und sich die beiden Frauen auch bei Onkel Ahmad nicht mehr sicher fühlen können, versuchen sie ihr Heil in der Flucht nach Europa. Und so sind sie ein Jahr unterwegs, ausgestattet mit dem nötigsten, vieler Entbehrungen ausgesetzt und auf das Wohl und Wehe fremder Menschen angewiesen.

    Thomas Christen hat aus dem Schicksal vieler Frauen ein neues gewoben, in dem seine Protagonistinnen das erleben, was Frauen auf der Flucht in ihren Tagebüchern niederschrieben.
    Besonders gut gefallen haben mir der "Vor- und Abspann", sowie Onkel Ahmads "Märchen", zeigen sie doch etwas der alten Kultur. Ich hoffe, es finden sich genug couragierte Menschen um die "alten" Zustände vor der Scharia wiederherzustellen, und sich nicht den engstirnigen Gesetzen einiger weniger zu unterwerfen.
    Das alles regt sehr zum Nachdenken und Mitfühlen an. Nur leider wieder von den falschen Personen. Diejenigen mit Vorurteilen werden das Buch wohl leider nicht in ihr Regal stellen, geschweige denn reinlesen.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    ThomasChristens avatar
    Liebe Bücherfreundinnen und -freunde,
    vor zwei Monaten erschien "Das Schweigen der Rohrsänger", ein Roman über die Flucht zweier Frauen von Afghanistan nach Deutschland. Weite Teile, vor allem aber das Kapitel 'Flucht', beruhen auf Interviews, die ich mit afghanischen Frauen und Männern geführt habe und die mir äußerst offen von ihren Erfahrungen und Erlebnissen berichtet haben. Es folgten diverse Lesungen, bei denen die Resonanz sehr positiv war. Daher möchte ich heute auch an dieser Stelle eine Leserunde starten. Es ist  vielleicht kein leichter, 'erbaulicher' Lesestoff. Aber ich denke, er öffnet ein wenig den manchmal verstellten Blick auf den Horizont.
    Ich lade Euch herzlich zur Leserunde ein. 
    Zu gewinnen sind 5 e-books. 
    Leseproben gibt es übrigens auf der Seite des bookshouse Verlages.
    Mit besten Grüßen
    Thomas Christen
    Zur Leserunde

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