Thomas Curran

 4,2 Sterne bei 69 Bewertungen
Autor*in von Nie gut genug und Nie gut genug.

Lebenslauf

Thomas Curran ist Assistant Professor am Department of Psychological and Behavioural Science der London School of Economics. Sein Hauptforschungsgebiet ist der Perfektionismus und seine Auswirkungen auf die psychische Gesundheit. Currans Studie mit 40.000 Absolventen zeigte einen alarmierenden Anstieg des Perfektionismus in den letzten 30 Jahren und mündete in seiner Theorie der kulturellen Einflüsse auf den Perfektionismus. Curran hat für die Harvard Business Review geschrieben, und über seine Forschungen wurde im New Scientist (Cover Story), The Guardian, Telegraph und vielen anderen Medien berichtet.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Thomas Curran

Cover des Buches Nie gut genug (ISBN: 9783499004360)

Nie gut genug

(66)
Erschienen am 12.09.2023
Cover des Buches Nie gut genug (ISBN: 9783732405800)

Nie gut genug

(3)
Erschienen am 13.06.2023

Neue Rezensionen zu Thomas Curran

Cover des Buches Nie gut genug (ISBN: 9783499004360)
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Rezension zu "Nie gut genug" von Thomas Curran

Love_Books1
Vom Versuch, den Perfektionismus zu überwinden

Das Buch „Nie gut genug“ vom LSE-Professor Thomas Curran setzt sich mit einem Thema auseinander, das in der Gesellschaft von heute eine zentrale Bedeutung einnimmt: der Drang, in seinem Handeln und Sein perfekt zu sein. Wie eine Volkskrankheit sei Perfektionismus weit verbreitet und würde wesentlich vorangetrieben von der Normierung der Gesellschaft über das, was erstrebenswert ist, schreibt der Autor. Das Streben nach Perfektion werde als positiv empfunden, als „nette kleine Schwäche“ (die eigentlich doch eine Stärke sei) belächelt und als wesentliche Antriebskraft für all das, was mensch erreichen möchte, genannt. Auf rund 290 Seiten widmet der Autor sich dem Thema, beginnend mit einer Definition, über Hintergründe und Entstehung von Perfektionismus, seiner Bedeutung in der heutigen Zeit und seinen Risiken bis hin zu Empfehlungen, wie man seine eigenen Einstellungen kritisch reflektieren und Risiken abwenden kann.

Gliederung und Vorwort klingen zunächst vielversprechend und wecken die Erwartung an ein informatives, aber keineswegs langweiliges oder zähes, Leseerlebnis. Der Schreibstil erweist sich dann auch als zugänglich und flüssig lesbar. Die Ausführungen sind auf vielen Anekdoten basiert und wissenschaftliche, oft schwer lesbare, Sprache sucht man umsonst, ohne dass jedoch die Ernsthaftigkeit und Faktenbasiertheit verloren geht. Ein Buch zum „In-Einem-Rutsch-Lesen“ ist es dennoch nicht, da man das Gelesene zwischendurch sacken lassen und reflektieren muss. Das ist allerdings mehr auf die Thematik an sich als auf die Form der Aufbereitung zurückzuführen.

Insgesamt ein gelungenes Buch für alle, die schon länger oder auch zum ersten Mal Interesse am Thema Perfektion und Selbstoptimierung haben und die bereit sind, sich mit sich selbst, ihrer Rolle in der Gesellschaft und wie sie sich durch die Gesellschaft beeinflussen lassen, kritisch auseinander zu setzen. Einen Stern Abzug gibt es, weil sich das Lesen zwischendurch doch etwas zieht und das Gleichgewicht aus Erläuterungen und Herleitungen zu konkreten Tipps und Hilfestellungen, was und wie man aus den Erkenntnissen für seinen Alltag lernen kann, für meinen Geschmack teilweise etwas zu sehr in Richtung Ersterem ausschwenkt.

Cover des Buches Nie gut genug (ISBN: 9783644007840)
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Rezension zu "Nie gut genug" von Thomas Curran

JuliesBookhismus
Kaputte Gesellschaften

Wie sehr willst die Menschen zerstören, liebe Gesellschaft? JA! Was dieser Autor erkannt hat und endlich in Worten und Seiten zusammenfasst, spiegelt so ziemlich alles wieder, was wir jungen Menschen tagtäglich erleben. Leistungsdruck von Geburt an, jeder muss schneller, höher, weiter als die anderen. Und da wundert sich noch jemand, dass die Geburtenrate in Deutschland auf dem Tiefpunkt ist.

Besonders interessant fand ich, dass hier einschlägige Wissenschaftlerinnen aus Deutschland benannt wurde, die aussagekräftige Studien belegen konnten und es trotzdem immer genau so weitergeht. Dieses Buch strotzt vor Beweisen und keinen scheint es zu interessieren. Ganz im Gegenteil, die jungen Menschen, die das ernstnehmen werden verurteilt, geächtet und niedergemacht.

Wer möchte in solch einer Gesellschaft leben? Wie kann man es verantworten, Kinder in diese kaputte Welt zu setzen, die aus Profitgier immer nur noch kaputter gemacht wird? Fragen, die ich mir seit Jahren stelle. Hier sind die Antworten! Erschütternd ehrlich und aufschlussreich.

Cover des Buches Nie gut genug (ISBN: 9783499004360)
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Rezension zu "Nie gut genug" von Thomas Curran

buchgestapel
Was am Perfektionismus so alles überhaupt nicht perfekt ist

Meine Meinung

Perfektionismus ist in Zeiten von Selbstoptimierung sicherlich ein Thema, mit dem sich so einige Menschen identifizieren können – manchmal mehr, und manchmal vielleicht auch ein bisschen weniger bewusst. Sich mit dem Thema auseinanderzusetzen ist aber definitiv eine gute Idee, weshalb ich auch sehr gespannt auf die Umsetzung dieses Buches war.

Strukturell hat mir die Hinführung sehr gut gefallen, da vom den Ursachen bis hin zu den Folgen von Perfektionismus einmal alle wesentlichen Punkte, die zum Verständnis der Thematik von Interesse sind abgedeckt wurden. Im Grunde dürfte den meisten Lesern bei der Lektüre zwar schon klar sein, in welchen Bereichen und mit welchen Folgen Perfektionismus in unserem Alltag anzutreffen ist, eine komprimierte Übersicht finde ich persönlich aber für eine bewusste Beschäftigung mit dem Thema durchaus praktisch.

Die Mischung aus Informationstext und Beispielen hat mir ebenfalls gut gefallen, da man so recht locker durch das Buch kam und der Informationsgehalt auf Dauer nicht zu trocken, sondern sehr greifbar und alltagsnah dargestellt wurde. Tatsächlich hätte ich eine wissenschaftliche Perspektive noch sehr interessant gefunden, auch wenn ich die auf persönlichen Eindrücken basierenden Beobachtungen und Argumentationen des Autors durchaus nachvollziehen kann. Für ein Sachbuch bin ich persönlich aber trotzdem der Meinung, dass belegbare Fakten und wissenschaftliche Grundlagen einfach grundsätzlich etwas glaubwürdiger sind, als eher subjektive Eindrücke, auch wenn diese für mich nachvollziehbar sind.


Fazit

Auch wenn die konkreten Beispiele häufig sehr US-amerikanisch zentrierte Betrachtungen aufweisen, lassen sich die allgemeinen Beobachtungen und Empfehlungen auch auf andere Kulturkreise übertragen. Wirklich wissenschaftlich war das Buch dabei zwar nicht – aber um sich mit dem Thema Perfektionismus auseinanderzusetzen und die eigene Einstellung zu reflektieren, eignet es sich auf jeden Fall.

Von mir gibt es dafür vier Bücherstapel.

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