„Hinter der Zukunft“ ist eine Dystopie, die trotz Genre typischen Übertreibungen nicht allzu unrealistisch scheint. Etliche Aussagen lassen sich problemlos auf das derzeitige System, das Denken und Handeln des Einzelnen übertragen.
„Wir haben gezeigt, dass Menschen ihr Leid vollkommen akzeptieren, sie ihre Knechtschaft für richtig halten, wenn wir ihnen eine unhinterfragbare Erzählung liefern.“
Zur Geschichte selbst möchte ich nicht viel sagen, denn der (zu ausführliche) Klappentext gibt dem Interessenten ausreichend Informationen, nur so viel: die beschriebenen politischen sowie gesellschaftlichen Verhältnisse regen zum Nachdenken an. Thomas Eisinger gelang es, seine spannende Idee in eine durchdachte Handlung zu integrieren, und lässt diese aus verschiedenen Perspektiven erzählen. Erschreckend realistisch sind die sogenannten „kleinen Helfer“, die wir bereits in anderer Form nutzen – wie leicht wäre es, diese so umzuprogrammieren, dass sie noch intensiver und feiner zur Überwachung und Kontrolle genutzt werden können?
In diesem dystopischen Roman wird deutlich und authentisch, nachvollziehbar gezeigt, wozu sich Menschen hinreißen lassen, wenn sie genügend Angst haben; wie tiefgreifend sich Manipulation festsetzen kann, wie wenig hinterfragt wird, wenn etwas von „ganz oben“ kommt.
Obgleich der Größe des Themas war der Schreibstil sehr einfach, emotionslos und bietet wenig Abwechslung. Leider verliert sich die Spannung oft in Längen und Ausschweifungen, die Charaktere blieben oberflächlich und blass. Mehr Details an den richtigen Stellen, weniger an den Unnötigen hätte der Story gutgetan. Dennoch wurde die gegenwärtige, großteils bedrückende Stimmung und die Ungewissheit spürbar aufgegriffen. Positiv fiel mir auf, dass Thomas Eisinger nicht nur ein beängstigendes Szenario bereithält, sondern auch den Ausweg daraus.
Klimaschutz geht uns alle an – was bist Du bereit, dafür zu tun?
3,5 🌟



