Friedrich Karmann ist Uhrensammler und wohlhabend. Also macht er sich auf den Weg, um die älteste Uhr des Schwarzwalds zu finden. Doch so einfach, wie er es sich vorgestellt hat, ist es nicht – die Uhr ist nicht verkäuflich. Statt Geld zu verlangen, stellt ihm ihr Besitzer, ein sturer alter Bauer, drei Aufgaben. Diese zwingen Karmann dazu, über sein bisheriges Leben und seine Prioritäten nachzudenken.
Thomas Erle verwebt in seinem Roman "Der geheime Wert der Zeit" philosophische Themen mit einem märchenhaften Erzählstil. Die Geschichte erinnert an klassische Entwicklungsromane, in denen die Hauptfigur durch äußere Herausforderungen innere Wandlung erfährt.
Erle beschreibt die Landschaft auf mystische Weise und hüllt die Geschichte in einen erzählerischen Nebel, der eine geheimnisvolle Atmosphäre schafft. Eine perfekte Kulisse für einen ruhigen, poetischen Roman, die gleichzeitig dazu einlädt, über die eigenen Werte, den Umgang mit Zeit und den Sinn des Lebens nachzudenken.
Wer gerne Geschichten mit philosophischem Tiefgang und märchenhafter Stimmung liest, wird an diesem Buch viel Freude haben
Thomas Erle
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
Alle Bücher von Thomas Erle
Das Lied der Wächter - Das Erwachen
Das Lied der Wächter - Der Gesang
Das Lied der Wächter - Das Gesetz
Teufelskanzel
Der geheime Wert der Zeit
Die Kapelle
Blutkapelle
Freiburg und die Regio für Kenner
Neue Rezensionen zu Thomas Erle
Der Kunsthistoriker Benedikt Oswald soll im Schwarzwald, genauer gesagt in einem Scharzwalddorf bei Todtnau, ein Gutachten über eine kleine Kapelle erstellen. Je nach seinem Urteil soll die Kapelle einem Hotel weichen, oder eben auch nicht. Den Dorfbewohnern ist daran gelegen, die Kapelle zu behalten. Sie fühlen sich schon um die Statue der Heiligen Barbara betrogen, die nun in einem Museum ausgestellt ist. Benedikt muss sich nicht nur mit der Geschichte des Dorfes auseinander setzen, sondern auch mit den eigenwilligen Dorfbewohnern. Die einen sind recht herzlich und helfen ihm in seiner Not: Bereits bei der Anreise bleibt er aufgrund einer Autopanne hängen, und er muss fürchten, überhaupt nicht erst anzukommen im Schwarzwalddorf. Als er endlich am Ziel angekommen ist, begegnen ihm viel Zweifel, Gerüchte, und eine geheimnisvolle Witwe, der er sich sehr verbunden fühlt. Gleichzeitig geschehen eigenwillige Dinge. Benedikt findet geheime Zugänge in der Kirche, die am nächsten Tag komplett verschwunden sind. Oder er wird Zeuge, wie ein Haus an einem Bergsee abbrennt, gerät dabei fast selbst ums Leben. Die Dorfbewohner sind verwundert, dass er vom Brand weiß – der nämlich weit in der Vergangenheit liegt. Er beginnt, an sich selbst zu zweifeln – und ist froh, als der berufliche Ausflug zum Ende kommt.
Die Geschichte um die geheimnisvolle Kapelle hat mich gereizt. Da ich die Region ein bisschen kenne, da ich mal in Ba-Wü gewohnt habe, war mir die Beschreibung des Schwarzwaldes und dessen Bewohner nicht ganz unbekannt. Das Setting selbst, in dem wir uns befinden, mutet düster an. Das Wetter schlägt seine für die Region typischen Kapriolen, Nebel und Schneefall sorgen für die entsprechende Stimmung. Auch die geheimnisvollen Ereignisse, die den Hauptprotagonisten begleiten, muten spannend an. Die Bewohner, die erst nach und nach die Geheimnisse bzw. die Geschichte des Dorfes preisgeben, tun ihr übriges für die Stimmung des Buches. Und doch habe ich mich am Ende des Buches gefragt, was ich da genau gelesen habe. Einen Krimi? Ein Gruselbuch? Einen historischen Roman über eine Heiligenfigur und ein altes Dorf? Ich habe mich etwas verloren gefühlt, weil mir etwas die Richtung fehlte in diesem Buch. Egal, welchem Genre ich das Buch versucht habe zuzuordnen, es fehlte der letzte Funke, eine Entscheidung zu treffen. Man stocherte als Leser etwas im Nebel, um zu erkennen, worauf der Autor nun eigentlich den Fokus legen wollte. Ging es nun um die Geschichte der Kapelle, oder doch um die zwischenmenschlichen Befindlichkeiten der Dorfbewohner? Oder sollte es ein Gruselbuch werden? Eigentlich ein wunderbares Grundsetting, das für mein Befinden noch etwas mehr Fokus auf eine Grundstimmung (Geschichte, Grusel oder Gefühle) gebraucht hätte. Konnte mich leider nicht ganz überzeugen
Der Schreibstil ist flüssig und gut zu lesen, es lässt einen nachdenklich zurück.
Das Cover zeigt ein durchscheinendes Ziffernblatt mit römischen Buchstaben im Hintergrund sieht man im Nebel einen Wald (den Schwarzwald), auch die Schrift rundet das Gesamtbild harmonisch ab.
Fazit:
Im Roman spielt der Fabrikantensohn und Müßiggänger Friedrich Karman die Hauptrolle. Er ist auf der Suche nach der ältesten Uhr aus dem Schwarzwald und erfährt auf diesem Weg das man nicht alles mit Geld erreichen und kaufen kann.
Der Besitzer der Uhr ist ein knorriger Bauer auf einem einsam gelegenen Hof, er stellt ihm, statt Geld zu fordern drei seltsame Aufgaben die Friedrich lösen soll.
Nach dem Tod seines Vaters begegnet Friedrich seiner bisher unbekannten Schwester. Im Laufe dieser Begegnung wird Friedrich mit einem Schicksal konfrontiert, das ihn dazu bringt, all seine bisherigen Überzeugungen vom Sinn des Lebens anzuzweifeln.
Der Autor sprich viele Themen an die auch alle einen Bezug zurzeit (Lebenszeit) haben: was ist wichtig im Leben, wo liegen unserer Prioritäten, sind wir einsam und kompensieren das mit Sammeln oder Geld verdienen. Haben wir Familie, die wir Lieben oder Freunde, mit denen wir Zeit verbringen. Und da ist sie wieder die „Zeit“, denn unser Leben ist nicht unendlich, sondern kurz und einmalig. Und sie läuft immer nach vorne und nie zurück, versäumtes kann nicht nachgeholt werden, weder Worte noch Taten.
Ein nachdenklich stimmender Roman, der uns in eine spannende Geschichte mitnimmt, die zeitweise Züge eines Märchens annimmt – es zeigt die Vergänglichkeit des Lebens und den Wert „jeden“ Augenblicks unseres Lebens. Denn nicht nur schöne Momente prägen uns und unser Leben auch die unschönen.
Ich werde den Roman weiterempfehlen, bitte lesen und nachdenken – was sind deine Werte und der Umgang mit der Zeit und dem Leben, von mir 5 Sterne dafür.
Gespräche aus der Community
Welche Genres erwarten dich?
Community-Statistik
in 121 Bibliotheken
auf 29 Merkzettel
von 1 Leser*innen aktuell gelesen
von 2 Leser*innen gefolgt



















