Thomas Fatheuer Palmöl in Lateinamerika

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Inhaltsangabe zu „Palmöl in Lateinamerika“ von Thomas Fatheuer

Wem gehört das Land und wie wird es genutzt – das ist eine Grundfrage gesellschaftlicher Entwicklung. Gerade in Lateinamerika stand die „Landfrage“ oft im Mittelpunkt der politischen Debatten. Wenig produktive Latifundien auf der einen Seite und der Kampf von Kleinbauern und Kleinbäuerinnen um das Land auf der anderen Seite prägten die Wahrnehmung des Kontinents. Und trotz aller Urbanisierung gilt auch heute noch Via Campesina als die wichtigste soziale Bewegung des Kontinents. Unübersehbar ist aber auch, dass die Landfrage tiefgreifende Metamorphosen erlebt hat und noch erlebt. Landnutzung ist inzwischen in ein Netz unterschiedlicher Ansprüche, Begehrlichkeiten und Tendenzen eingebunden. Neben den klassischen Funktionen, Nahrungs- und Futtermittel bereitzustellen, produziert die Landwirtschaft auch verschiedenste pflanzliche Rohstoffe, wie Fasern für Kleidung und Papier, sowie zunehmend Energie – Food, Feed, Fibre, Fuel so lautet die griffige Kurzformel. Und immer noch ist etwa 1/3 der Landfläche der Erde mit Wäldern bedeckt, die auch für Holzproduktion und für die Energieerzeugung genutzt werden. Zunehmend wird aber die Bedeutung von Wäldern und anderen Naturräumen (z.B. Feuchtgebieten) für den Erhalt der Biodiversität und die Bekämpfung des Klimawandels erkannt. Strategien des Waldschutzes sind heute aufs Engste mit dem Klimadiskurs verzahnt. Die alte Landfrage ist im Widerstreit von Interessen und Strategien unübersichtlicher geworden. Umso wichtiger ist es, neue Dynamiken und Tendenzen genau zu analysieren. Eine der auffälligsten Entwicklungen in der Landnutzung der letzten zwanzig Jahre ist die steile Karriere des Palmöls. Seit 1990 verdreifachte sich die Anbaufläche und hat inzwischen die Marke von 17 Millionen Hektar überschritten – mehr als die Ackerfläche Deutschlands (12 Millionen Hektar). Innerhalb kürzester Zeit ist Palmöl zu einem fast ubiquitär verwendeten Rohstoff geworden, der sich in so unterschiedlichen Produkten wie Waschmitteln, Schokolade und Dieselkraftstoff wiederfindet. Gleichzeitig ist Palmöl aber auch zu einem Symbol der Umweltzerstörung geworden: die Bilder der brennenden Regenwälder in Indonesien und Malaysia sind omnipräsent. Die Zerstörung des Regenwaldes in Südostasien ist eine der gravierendsten Umweltkatastrophen der letzten Jahre. Und in jüngster Zeit wächst der Anbau von Palmöl außerhalb Südostasiens: Afrika und insbesondere Lateinamerika sind neue „Fronten“, die neuen Expansionsgebiete. Es verwundert vor diesem Hintergrund nicht, dass die Ausbreitung des Anbaus von Ölpalmen zugleich Erwartungen auf Gewinn aber auch ökologische und soziale Befürchtungen erweckt. Die Tatsache, dass Palmöl gerade in Europa in beträchtlichem Ausmaß in den Tank wandert, verbindet die Diskussion um Palmöl untrennbar mit der nun keineswegs neuen, aber nach wie vor konfliktiven öffentlichen Debatte um Agrartreibstoffe, die unter der der Überschrift „Teller oder Tank“ vor etwa zehn Jahren ihren Ausgang nahm. Doch ist der Aufstieg des Palmöls offensichtlich nicht allein oder gar primär durch seine Nutzung als Treibstoff zu erklären. Es ist gerade die flexible Verwendungsmöglichkeit, die Palmöl für die industrielle Nutzung so interessant macht: Palmöl ist ein idealer pflanzlicher Rohstoff. Und natürlich ist nicht die Palme das Problem, sondern die sozialen und ökologischen, von Menschen geschaffenen Bedingungen, die Produktionsweise also, unter der sich die Expansion vollzieht. Mit dieser Publikation will das Forschungs – und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika (FDCL) nicht die generelle Diskussion um Palmöl in den Mittelpunkt stellen, sondern die noch relativ neuen Tendenzen der Ausbreitung des Ölpalmenanbaus in Lateinamerika systematisieren und analysieren. Nach einem kurzen Überblick über die wichtigsten Palmölländer des Kontinents wird anschließend der Fall Brasilien exemplarisch dargestellt. Das Produktionsmodell des Palmöls erweist sich dabei als ein wichtiger Faktor von Modernisierungsprozessen, die Kleinbauern und Kleinbäuerinnen aber auch indigene Völker und traditionelle Gemeinschaften in Abhängigkeit einbinden, marginalisieren oder gar von ihrem Land vertreiben. Dahingehend zeigt sich Palmölproduktion in der Praxis als eine neue Form der Landnahme. „Es wandelt niemand ungestraft unter Palmen“ – die Sentenz Goethes scheint neue Aktualität zu gewinnen.

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